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AFRIKA-CHRONIK
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Quelle:
Chronicle, Simbabwe, englischspr. Tageszeitung
(Zim Chronicle)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©

 

 

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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
21. November 2005
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Simbabwe ·  
"Umgesiedelte Menschen am Stausee verlangen Entschädigung"
Unter diesem Titel berichtet Paul Nkala für die englischsprachige simbabwische Tageszeitung Chronicle von den Auswirkungen auf die umgesiedelten Menschen vom Lake Kariba, der in den 50er Jahren angestaut und als "Großtat technischer Errungenschaften und menschlicher Bestrebungen" gefeiert wurde.
1958, als der See vollendet wurde, habe die aus der Wasserkraft gewonnene Elektrizität  Simbabwe und Sambia versorgt und für einen sprunghaften kommerziellen Aufschwung îm Fischfang und in der Tourismusindustrie in Kariba town und dem Küstenstreifen gesorgt sowie bedeutende Einkommen und Beschäftigung für das gesamte Land zur Folge gehabt.
47 Jahre später, heißt es in dem Artikel weiter, fühlten sich Tausende von Menschen, die von den Ufern des Sambesi in Simbabwe und Sambia umgesiedelt wurden, um für das kolossale Wasserreservoir Platz zu schaffen, im Recht, eine Entschädigung zu verlangen.
Die betroffenen Menschen und ihre Nachkommen behaupteten, nach der Umsiedlung seien wenige Anstrengungen unternommen worden, ihnen ein anständiges Leben zu gewährleisten.
Aus den Gemeinden in Simbabwe und Sambia heißt es, das Lake Kariba-Projekt habe den Betroffenen nur Armut hinterlassen, da sie keinen direkten Nutzen von der anhängigen Industrie gehabt hätten und bis heute noch keine Entschädigungszahlungen bezahlt worden seien.
Um ihre Belange zu vertreten, schreibt Nkala, haben sich nun "die Menschen des Großen Flusses", gemeinhin als Basilwizi bekannt, mobilisiert und die Treuhandgesellschaft "Basilwizi Trust" gegründet.
(...)
Die Organisation operiere in den vier Bezirken Binga, Hwange, Nyaminyami und Gokwe North der Sambesi Talregion, in denen immer noch umgesiedelte Menschen lebten, gab der für das Programm der Organisation Verantwortliche, Sani Boniface Mutale, bekannt.
Die simbabwische Seite des Sambesi-Tals ist die Heimat von rund 5 000 Korekore- und mehr als 500 000 Tonga-sprechender Menschen, schreibt der Autor des pragmatischen Berichts weiter. Zwischen 1954 und 1962 sei die gesamte Bevölkerung von den Ufern des Sambesi umgesiedelt worden, um dem Wasserkraftprojekt zu weichen.
Das steigende Wasser des Sees habe das Flussbecken überflutet, wo die Menschen gelebt, Landwirtschaft betrieben und über Jahrhunderte gefischt hatten.
Die Regionen, in die die Menschen zwangsweise verbracht wurden, waren in der Regel unfruchtbar, unterentwickelt und in keinster Weise geeignet, den Lebensunterhalt zu sichern, zitiert der Autor den Programmverantwortlichen.
Dieser habe den Umstand beklagt, dass einige der umgesiedelten Menschen, besonders die in Gokwe North, allmählich ihre Identität verloren und von den Gemeinden, in die sie verfrachtet worden waren, absorbiert wurden, was zu einer Verwässerung ihrer Kultur geführt habe.
Beim dem jüngst statt gefundenen Auftakt, heißt es in dem Artikel weiter, hätten die Delegierten von der Weltbank - Hauptfinanzierer des Dammbaus -, gefordert, die zwangsweise umgesiedelten Menschen zu entschädigen.
Der von der Treuhandgesellschaft vorgelegte Untersuchungsbericht folge einer Studie mit dem Ziel, die sozioökonomischen Folgen des Lake Kariba-Projekts auf die Tonga- und Korekore-sprechenden Menschen in Binga zu untersuchen.
Auch Dorothy Mushayavanhu, eine Dozentin für Öffentliches Recht an der Universität von Simbabwe, habe gefordert, Weltbank und britische Regierung sollten die umgesiedelten Gemeinden entschädigen; sie sprach von der Notwendigkeit, dass all diejenigen, die berechtigte Ansprüche hätten, der Organisation beitreten müssten, um gegenüber Weltbank und britischer Regierung verstärkt auftreten zu können.
Sie fügte hinzu, der Anspruch auf Entschädigung basiere auf der Umsiedlung der Tonga-sprechenden Menschen, welche unfreiwillig erfolgt war und in vielen Verletzungen des Menschenrechts mündete; sie sprach von der "Diskriminierung, der Marginalisierung sowie der Verarmung" der betroffenen Gemeinden.
Der von italienischen Experten konstruierte Stausee Lake Kariba bedeckt 282 qkm des Sambesi-Tals und ist der drittgrößte Damm des Kontinents nach Ägyptens Assuan- und Mosambiks Cahora Bassa-Staudamm, konstatiert Paul Nkala.
Ein Jahr nach der Fertigstellung sei das Projekt offiziell von der britischen Königin-Mutter eröffnet worden.
Im Laufe der Jahre sei Lake Kariba zu einem der populärsten Ferienziele des Landes angewachsen mit einem Flughafen, Seehotels, riesigen Hausbooten, Bootsanlegestellen, Wassersport- und Angelmöglichkeiten.
(...)
Das bei der Auftaktveranstaltung ebenfalls anwesende Oberhaupt der sambischen Stadt Sinazongwe zitiert der Autor mit der Feststellung, die negativen Auswirkungen der sozioökonomischen Probleme beträfen die sambische wie die simbabwische Seite. Weiter beklagte der Gast aus Sambia den Umstand, dass Tausende von Menschen in unvertrauter Umgebung wieder angesiedelt worden seien, welche sie kultureller Verwässerung ausgesetzt und die Qualität ihrer Kultur in Mitleidenschaft gezogen habe.
Zusammenfassend stellt Paul Nkala schließlich fest, die Treuhandgesellschaft widme sich der sozialen und ökonomischen Entwicklung der umgesiedelten Menschen des Sambesi-Tals, die "zum verletzlichsten Bevölkerungsteil des Landes zählten". · (Zim Chronicle, ÜE: J.K.)
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