DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 4. Dezember 2006

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Mauritius · 


"Die Leidenschaft des Schreibens",

betitelt Sunil Oodunt seinen Artikel in der mauritischen Tageszeitung L'Express. Chutturdut Heeramun habe kürzlich zwei Bücher in Hindi veröffentlicht. Die Präsentation fand am Sitz des Human Service Trust in Calebasses statt.

Der in Triolet wohnhafte, ehemalige Hindi-Sprachprofessor besitze eine Leidenschaft für die Literatur. Mehrere Theaterstücke habe er geschrieben, berichtet Sunil Oodunt und erzählt vom Werdegang des Autors: Mit der Lehrerlaubnis in der Tasche sei der junge Chutturdut als Hindi-Sprachlehrer angestellt worden. Er habe sich an verschiedenen Fronten für diese Sprache eingesetzt, um ihr einen angemessenen Stellenwert auf Mauritius zu erkämpfen. Bereits 1962 habe er sich aktiv an der Organisation des Hindi-Tages beteiligt, der der Ermutigung der Mauritier zum Gebrauch dieser Sprache dient.

Auch dem Theater sei Chutturdut leidenschaftlich ergeben, heißt es weiter. Er spiele nicht nur in verschiedenen Stücken, sondern schreibe auch deren Rahmenhandlung. Chutturdut Heeramun "lässt sich von Aktualität inspirieren und seine Geschichten basieren auf Alltagsgeschehen". Mehrere Stücke sind bei Wettbewerben auf Mauritius prämiert worden, auch den Titel "bester Autor" habe Chutturdut Heeramun bereits erhalten. Seine Stücke würden quer über die Insel gespielt und ausländische Persönlichkeit kämen, um sie zu sehen.


"Novellen und Romane"

Die Theaterarbeit habe dem Autor Gelegenheit gegeben, vier Reisen nach Indien zu unternehmen, wo er zu großen Romanciers Kontakt aufgenommen habe.

Vor vier Jahren hab er seine Arbeit als Lehrer aufgegeben, um sich hauptsächlich dem Schreiben zu widmen. Während er in der Vergangenheit Novellen verfasste, habe er dieses Mal beschlossen, einen Roman zu schreiben. Eines seiner Bücher "basiert auf einem aktuellen Hintergrund, es handelt von einem Gefangenen". Den Namen dieses Gefangenen würde Chutturdut Heeramun nicht nennen, aber "jene, die das Buch lesen, werden wissen, um wen es sich handelt".

Aufgrund von Diabetes sei dem Autor im vergangenen Jahr ein Bein amputiert worden, was aber keinerlei Auswirkungen auf seine Liebe zum Schreiben habe. Er beabsichtige weiter zu schreiben, insbesondere Theaterstücke.

Chutturdut Heeramun hätte sich gewünscht, dass es mehr Mauritier gebe, die Hindi lernen, denn "es ist eine Sprache, die sich - genauso wie Chinesisch - sehr schnell in der Welt ausbreitet".

Der Schriftsteller aus Triolet besitze eine große Sammlung indischer Werke. Ohne auf das zweite der beiden jüngst veröffentlichten Bücher von Chutturdut Heeramun zurückzukommen, beschließt Sunil Oodunt seinen Artikel: "Auch wenn er seine Zeit im Rollstuhl verbringt, er hat immer ein Buch in den Händen, denn er lebt nur für seine Leidenschaft: die Literatur". · (L'Express, Mauritius, ÜFK: J.K.)

Quelle:
L'Express, unabhängige, mauritische Tageszeitung (L'Express, Mauritius)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Französischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©


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