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DIE MARABOUT-SEITE
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AFRIKA-CHRONIK
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Quelle:
Soir Info, frz.-spr. ivorische Tageszeitung
 (Soir Info, Côte d'Ivoire)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
** bandenmäßig organisierte Vorstadtjugendliche
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©
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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
27. September 2007
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Côte d'Ivoire ·  
"Mehrere verletzte Fahrer, ein Führer als Geisel genommen"
Die französischsprachige ivorische Tageszeitung Soir Info berichtet in einem Artikel von M'bra Konan von der Auseinandersetzung zwischen kommunalen ("wôrô-wôrô"-)Taxifahrern und den die Gewerkschaft stützenden Loubards**.
Der Streit habe am Freitag, den 21. September begonnen und bis zum gestrigen Mittwoch angedauert; er betraf die Strecke Cocody-campus-riviéra 2 (in der Hauptstadt Abidjan). Man werde eine endgültige Bilanz abwarten müssen, im Moment müsse man jedenfalls mehrere Schwerverletzte registrieren, darunter M'bra Ibrahim, dem eine schwere Schnittwunde mit einer Machette zugefügt worden sei sowie die Fälle von Blé Alioun und Jules Fetah. Letzterer habe nach mehreren Hieben mit einer Dachsparre einen geschwollenen Schenkel davongetragen.
Unter den Schwerverletzten befinde sich auch Guigui Armand, der Präsident der "wôrô-wôrô"-Chauffeure der oben erwähnten Stadtlinie. Er sei mit deutlichen Spuren von Schlägen nach Abobo verbracht worden, schreibt M'bra Konan, ohne zu konkretisieren, ob es sich hierbei um die eingangs angedeutete Entführung handele. Während sich viele kritische Verletzungen zugezogen hätten, seien andere "dank ihrer schnellen Beine" unversehrt davongekommen.
Die besagte "wôrô-wôrô"-Linie habe, ohne eingestellt worden zu sein, eine beträchtliche Anzahl ihrer Fahrzeuge und insbesondere ihrer Fahrer verloren, die quasi in der Illegalität arbeiteten und denen die Loubards auf den Hals gehetzt worden waren. Zu den von den Loubards und wütenden Gewerkschaftern verursachten Schäden zählten etwa zehn Taxis mit zerbrochenen Scheiben und platten Reifen. Ohne den Tagesverdienstausfall einzelner Fahrer hinzuzurechnen, beliefe sich der Schaden auf etwa 250.000  CFA-Francs, die für Schulsachen für die Kinder der Taxifahrer bestimmt gewesen seien.
Die Verbissenheit der Gewerkschafter, die sich mehrheitlich auf die l'Union des fédérations des syndicats de chauffeurs de Cocody (Ufesco) beriefen, einer Vereinigung von mehr als zehn Gewerkschaften, resultiere aus der Weigerung der Fahrer der besagten Linie, einheitliche Tickets zu kaufen, die ihnen aufgedrängt würden. Sie benutzten nicht die für solche Fahrzeuge bestimmten Tickets, sondern falsche, blasse Kopien der offiziellen Tickets, die von den Fahrern "val-val" genannt würden, "ohne Wert" und die trotzdem mit einem offiziellen Siegel versehen seien.
"Strategien und Mittel, Geld zu machen"
Während das offizielle Ticket 500 Cfa-Francs pro Tag koste, koste das "val-val"-Ticket 1000 Cfa-Francs, plus 500 Cfa-Francs für zehn Tage. An der Stelle, an der das offizielle Ticket vom Polizeibezirkskommissar gezeichnet sei, sei das "val-val"-Ticket unkonkret "vom Verantwortlichen der ‚Oic'-Zone" unterzeichnet. Die Kennzeichnung des offiziellen Tickets umfasse Vignette, Lizenz, Daten technischer Kontrollen und der Versicherung, das "val-val"-Ticket dagegen trage die Aufschrift: "Diese Karte ist bei der Kontrolle des FDS (Forces de Défense et de Sécurité) nicht gültig". Dieses auf den Markt gebrachte Ticket sei für die Gewerkschaften finanziell ein echter Reinfall. Als Beweis: Allein die Linie Cocody-Angré mit 400 kommunalen Taxis könne mit dem Verkauf der Sticker 7 Mio. Cfa-Francs einbringen. Berücksichtige man, dass es 22 Linien kommunaler Taxis mit unterschiedlichen Fahrzeugen in Cocody gebe, könne man sich leicht vorstellen, wie viel Geld die Herausgeber der betrügerischen Sticker machten. Seit Beginn des Jahres 2007 seien zahlreiche Angriffe gegen die Fahrer der Linie Cocody-Angré registriert worden. Die Ministerien des Inneren, des Transports und der Verteidigung seien am 25. September von den Chauffeuren der Linie Cocody-Riviéra 2 über die Geschehnisse informiert worden, denn die wiederholten Überfälle der Loubards bewirkten ernsthafe Störungen des Verkehrs.
M'bra Konan beschließt seinen Bericht, ohne noch einmal auf die im Titel erwähnte Geisel zurückzukommen. · (Soir Info,  Côte d'Ivoire, ÜF: J.K.)
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