| |
| |
| |
| |
| |
| |
|
AFRIKA-CHRONIK |
| |
|
LANDESCHRONIKEN |
| |
|
CÔTE
D'IVOIRE |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
AYA
2
MARGUERITE ABOUET u.
CLEMENT OUBRERIE
AYA
3
MARGUERITE ABOUET u.
CLEMENT OUBRERIE
|
|
.
|
|
CHRONIK
|
| |
| |
Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
|
|
von
innen und außen
|
| |
|
CÔTE
D'IVOIRE (ELFENBEINKÜSTE)
|
|
|
| |
|
|
|
···············································································
|
| |
1916 |
In Assinie, in der frz. Kolonie Côte d'Ivoire, wird der
künftige Politiker und Schriftsteller frz. Sprache Bernard
Binlin Dadié geboren. |
| 15.
August |
1927 |
In Abobo Baoule, einem Dorf in der Nähe der Hauptstadt
Abidjan wird als letztes von zwölf Kindern der künftige
Schriftsteller →
Aké Loba geboren. |
| 24.
November |
1927 |
In
Togobala, →
Guinea, wird der künftige ivorische
Schriftsteller → Ahmadou
Kourouma geboren. Entsprechend der Tradition seiner Ethnie,
der Malinké, wird er als Erstgeborener von einem Onkel
(mütterlicherseits), der als Krankenpfleger Einfluss und
als "Meister-Jäger" Berühmtheit erlangte,
in Boundiali, in der frz. Kolonie Côte d'Ivoire, aufgezogen.
|
| |
1936
|
Zègoua Gbessi Nokan (auch: Zègoua Gbessi Charles
Nokan), der zukünftige Romancier und Dramatiker wird in
Yamoussoukro geboren. |
| |
1937 |
In Bouaflé wird die künftige Krankenschwester und
Schriftstellerin Simone Kaya geboren. |
| 7.
Juni |
1949 |
Um 0.35 Uhr wird in Treichville-Abidjan der künftige Schriftsteller
Isaïe Biton Koulibaly geboren; vier Tage später wird er
in der Kirche Jeanne-d’Arc von Treichville katholisch getauft. |
| |
1954 |
In Abidjan wird die künftige ivorische Philosophieprofessorin,
Dichterin und Schriftstellerin Tanella Suzannne Boni geboren.
|
| |
1955 |
Die künftige ivorische Schriftstellerin → Véronique Tadjo
wird in Paris geboren. |
| 10.
November |
1955 |
In Katiola, in der Region Vallée du Bandama, wird der künftige
Schriftsteller Camara Nangala geboren. |
| 17.
Mai |
1956 |
In Abengourou, Côte d'Ivoire, wird der künftige Dramatiker
und Romancier Koffi Kwahulé geboren. |
| |
1957 |
Die künftige Schriftstellerin → Fatou
Keita wird im ivorischen Soubré geboren. |
| |
1960 |
Unmittelbar vor Côte d'Ivoires Unabhängigkeit von
Frankreich erscheint in Paris Aké Lobas Roman Kocumbo,
l'étudiant noir (dt: Kocoumbo Ein schwarzer
Student in Paris. Zürich 1961), der im nächsten
Jahr mit dem erstmalig vergebenen Le Grand prix littéraire
d'Afrique noire ausgezeichnet werden wird. |
| April |
|
Uraufführung des Stücks Les Déconnards**
des ivorischen Dramatikers Koffi Kwahulé beim Festival
international du Monologue d'Abidjan. Regie führt der
Autor gemeinsam mit Sidiki Bakaba. |
| 15.
November |
|
In der Ortschaft Bettié, in der Region Abengourou, Côte d'Ivoire,
stirbt der 1941 geborene ivorische Schriftsteller
Jean-Marie Adiaffi.
Seinen größten internationalen Erfolg feierte er
mit dem Roman La carte d'identité (Der (Personal-)Ausweis)),
für den er 1981 mit dem Großen Literaturpreis Schwarzafrikas
(Grand prix littéraire d'Afrique noire) ausgezeichnet
wurde. 1991 wurde ihm in seiner Heimat der Nationalorden für
kulturelle Verdienste verliehen.
Weitere Veröffentlichungen:
D'Eclairs et de foudres, Gedichte. Abidjan 1980
Galerie infernale, Gedichte 1983
La légende de l'éléphanteau (dt: Die Geschichte vom
kleinen Elefanten. Wie Großmutter Nanan sie erzählt. Göttingen
1991), Paris 1983
Les naufragés de l'intelligence, Roman
Silence, on développe, Roman 1992 |
| |
|
Der Prix Goncourt, der begehrteste frz. Literaturpreis,
so die Berliner Zeitung, geht in diesem Jahr an Jean-Jacques
Schuhl für seinen Roman Ingrid Caven. Es gewann
knapp vor dem Roman Allah n est pas obligé (dt:
→
Allah muss nicht gerecht
sein), des Autors → Ahmadou
Kourouma. Der aus Côte d'Ivoire stammende Schriftsteller
greift in seinem Buch das Thema Kindersoldaten in →
Angola auf und wurde zur selben
Zeit mit dem ebenfalls angesehenen frz. Literaturpreis Prix
Renaudot ausgezeichnet. (Berliner Zeitung) |
| 2.
Juni |
|
Die
ivorische Tageszeitung Fraternité Matin berichtet
über den einheimischen Schriftsteller frz. Sprache → Ahmadou Kourouma,
den "Elefantenjäger, ausgezeichnet von seinem Land":
Von allen Schriftstellern Côte d'Ivoires sei er der am
häufigsten ausgezeichnete. "Von den zahlreichen lit. Produktionen,
nennen wir Les Soleils des indépendants, das 3
Preise erhielt, Monnê, outrages et défis (3 Preise),
En attendant le vote des bêtes sauvages [dt. Titel :
Die Nächte des großen Jägers, J.K] (3
Preise) und Allah n'est pas obligé le tout dernier
(dt: →
Allah muss nicht gerecht
zu sein), das 5 Preise erhielt. Dieser beredten Liste
des Preisträgers sind zahlreiche Besprechungen und diverse
Publikationen beigefügt. Hinzu kommen viele Schriften,
die sich mit seinem Werk und seiner Person auseinandersetzen."
Die Tageszeitung schreibt weiter, Präsident Laurent Gbagbo
sehe in dem begabten Elefantenjäger den verdientesten Preisträger
Côte d'Ivoires und seiner Bewohner im Bereich der Literatur.
"Er hat den rechtmäßigen Titel eines Kommandeurs
des l'Ordre national. Der Bericht schließt mit
der Feststellung, dies sei eine von vielen Medaillen wie die
der französischen Ehrenlegion oder einer Auszeichnung des
Benin, das den "Kandidat des Tages" bereits in der Vergangenheit
geehrt habe. (FM, ÜF:
J.K.) |
| |
|
Anlässlich
des Erscheinens des Romans →
Allah muss nicht
gerecht sein gegen Ende des Jahres 2002 veröffentlicht
die NZZ einen Bericht über dieses Buch, dem ein
Gespräch der Autorin Irene Binal mit →
Ahmadou Kourouma
zugrunde liegt. Auf Zukunftspläne hin befragt, äußert
A.K., er habe "inzwischen schon sein nächstes Projekt
in Angriff genommen - ein Buch über Sékou Touré,
den Diktator aus →
Guinea: 'Ich möchte dessen Verbrechen
während des Kalten Krieges aufzeigen.' Um auch diesbezüglich
den Blick Europas und der Welt zu schärfen" (NZZ)
|
| 11.
Dezember |
2003 |
Im Alter von 76 Jahren stirbt Ahmadou Kourouma
in Lyon an den Folgen einer Tumoroperation. - Dies gibt Kouroumas
frz. Verlag Verlag Le Seuil bekannt, der die in Französisch
verfassten Werke des größten ivorischen Schriftstellers
veröffentlicht.
Mit ihm hat das Land einen seiner berühmtesten Schriftsteller
verloren. Bereits mit seinem ersten, 1968 publizierten Roman
Soleil des indépendances (dt: Der schwarze
Fürst) hat Kourouma Leser wie Kritiker von sich zu
überzeugen gewusst. Das Werk wurde mehrfach ausgezeichnet.
Ebenso wie die folgenden Romane: Monnè, Outrages
et défis, En attendant le vote des bêtes
sauvages (dt: →
Die
Nächte des großen Jägers, 2000) und
Allah n'est pas obligé (dt: →
Allah
muss nicht gerecht sein, 2002).
Vor allem die letzten beiden Werke vermochten mehr noch als
der erste Roman die Aufmerksamkeit von Leserschaft und Kritiker
auf sich zu ziehen. |
zeit
|
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
| 16.
Juni |
|
Mari Constance Komara:
»Ich
bin verpflichtet, meinen Traum zu realisieren«
Mit diesem Zitat der ersten Preisträgerin leitet Azo Vauguy
in der frz.-sprachigen Zeitung Notre voie, Côte
d'Ivoire, seinen Kurzbericht über den Literaturwettbewerb
Le prix Isaïe Biton Koulibaly ein.
Als Wettbewerbsaufgabe sollte auf der Grundlage der drei Novellen
Le candidat, La bonne épouse infidèle (Die gute
treulose Ehefrau) und L'instituteur (Der Lehrer) von
Biton Koulibaly eine Fortsetzung geschrieben werden.
Mari Constance Komara habe sich entschieden, eine Fortsetzung
für die Novelle La bonne épouse infidèle zu schreiben.
Und sie schätze sich glücklich, weil die Jurymitglieder
ihren Text besser bewerteten als die ihrer Konkurrenten, gibt
Mari Constance Komara an. Das Schreiben sei neben dem Lesen
ihre große Passion. Schon seit dem Gymnasium widme sie sich
dem Verfassen von Manuskripten, ihr Ehrgeiz sei es, Schriftstellerin
zu werden. "Der Preis repräsentiert für mich", sagt Komara
wörtlich, den "Hebel, der mir erlaubt, meinen Traum zu realisieren".
Mari Constance sei auf gutem Weg dahin, schreibt der Autor.
In dem Verlag Éditions Passerelles werde in einer Sammlung
von elf Novellen mit dem Titel Pouvoir de femme (Die
Kraft/Macht der Frau) auch ein Text von ihr erscheinen. ·
(Notre voie, Côte d'Ivoire, ÜF:
J.K.) |
| 28.
Oktober |
|
Die französischsprachige, unabhängige ivorische Tageszeitung
Le Temps veröffentlicht einen Kommentar des einheimischen
Schriftstellers Bédi Holy, der Frankreichs Handeln scharf
verurteilt. Seit Dekaden habe sich Frankreich, beginnt er, auf
"Verrat und Staatsverbrechen in Afrika spezialisiert".
Um ihre Aktionen zu vertuschen, setzten französische Führer
"Unwahrheit und Manipulationen in großem Ausmaß"
mithilfe ihrer Presse ein, die Expertin in Verfälschung
und Gehirnwäsche sei. Holy richtet Beschuldigungen an Frankreich,
was die gegenwärtige Teilung des Landes angeht: Französische
Führer seien gegen die Entwaffnung der Mörder, sie
unterstützten die Forces Nouvelles [die den Norden
des geteilten Landes kontrollieren, J.K.], Frankreich sei ein
"Champion der Falschheit". ·
(Vgl.
Le Temps***, Côte d'Ivoire)
|
| |
|
Beim Comic-Festival im französischen Angoulême wird
die 1971 in Abdjan, Côte
d'Ivoire, geborene und seit ihrem zwölften Lebensjahr in
Paris lebende Marguerite Abouet für ihre Erzählung
Aya gemeinsam mit ihrem frz. Ehemann Clement Oubrerie,
der die Bilder dazu zeichnete, für das beste erste Comic-Album
ausgezeichnet.
|
| Marguerite
Abouet
Clement Oubrerie |
Im
Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Aya, die gerne Ärztin
werden möchte, doch ihr traditionell denkender Vater möchte
sie lieber schnell "unter die Haube" bringen. Und
es gibt auch schon einen aussichtsreichen Kandidaten, für
den Aya allerdings nicht viel mehr als Spott übrig hat.
Eine pralle Geschichte, ein buntes Treiben in satten Bildern,
das die einfachen Bewohner von Yopougon, einem Viertel von Abidjan,
in ihren Sorgen und Nöten, aber vor allem mit all ihrer
Lebenslust zeigt. |
| 27.
September |
|
»Mehrere
verletzte Fahrer, ein Führer als Geisel genommen«
Die französischsprachige ivorische Tageszeitung Soir
Info berichtet in einem Artikel von M'bra Konan von der
Auseinandersetzung zwischen kommunalen ("wôrô-wôrô"-)Taxifahrern
und den die Gewerkschaft stützenden Loubards in Abdidjan.
→
mehr
dazu
· (Soir Info, Côte d'Ivoire, ÜF:
J.K.) |
| . |
. |
|
| .. |
. |
Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
**abgleitet von "déconner"
= Blödsinn od. Mist machen; Scheiße bauen.
*** Indirekt zitiert nach einem
Kurzartikel in www.xignite.com
(in engl. Sprache)
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
| .. |
. |
Quellen
|
| .. |
. |
Sach-
und Personenregister |
|
···············································································
|
|
|
|