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Sozial- und Literaturgeschichte:
Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire)

Stand: 19.01.10


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10. Januar
1916
In Assinie, in der frz. Kolonie Côte d'Ivoire, wird der künftige Politiker und Schriftsteller frz. Sprache Bernard Binlin Dadié geboren.
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15. August
1927
In Abobo Baoule, einem Dorf in der Nähe der Hauptstadt Abidjan wird als letztes von zwölf Kindern der künftige Schriftsteller Aké Loba geboren.
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24. November
1927
In Togobala, Guinea, wird der künftige ivorische Schriftsteller → Ahmadou Kourouma geboren. Entsprechend der Tradition seiner Ethnie, der Malinké, wird er als Erstgeborener von einem Onkel (mütterlicherseits), der als Krankenpfleger Einfluss und als "Meister-Jäger" Berühmtheit erlangte, in Boundiali, in der frz. Kolonie Côte d'Ivoire, aufgezogen.
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28. Dezember
1936
Zègoua Gbessi Nokan (auch: Zègoua Gbessi Charles Nokan), der zukünftige Romancier und Dramatiker wird in Yamoussoukro geboren.
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11. Februar
1937
In Bouaflé wird die künftige Krankenschwester und Schriftstellerin Simone Kaya geboren.
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7. Juni
1949
Um 0.35 Uhr wird in Treichville-Abidjan der künftige Schriftsteller Isaïe Biton Koulibaly geboren; vier Tage später wird er in der Kirche Jeanne-d’Arc von Treichville katholisch getauft.
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1954
In Abidjan wird die künftige ivorische Philosophieprofessorin, Dichterin und Schriftstellerin Tanella Suzannne Boni geboren.
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1955
Die künftige ivorische Schriftstellerin  Véronique Tadjo wird in Paris geboren.
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10. November
1955
In Katiola, in der Region Vallée du Bandama, wird der künftige Schriftsteller Camara Nangala geboren.
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17. Mai
1956
In Abengourou, Côte d'Ivoire, wird der künftige Dramatiker und Romancier Koffi Kwahulé geboren.
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1957
Die künftige Schriftstellerin  Fatou Keita wird im ivorischen Soubré geboren.
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7. August
1960
Unmittelbar vor Côte d'Ivoires Unabhängigkeit von Frankreich erscheint in Paris Aké Lobas Roman Kocumbo, l'étudiant noir (dt: Kocoumbo Ein schwarzer Student in Paris. Zürich 1961), der im nächsten Jahr mit dem erstmalig vergebenen Le Grand prix littéraire d'Afrique noire ausgezeichnet werden wird.
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April
Uraufführung des Stücks Les Déconnards** des ivorischen Dramatikers Koffi Kwahulé beim Festival international du Monologue d'Abidjan. Regie führt der Autor gemeinsam mit Sidiki Bakaba.
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15. November
In der Ortschaft Bettié, in der Region Abengourou, Côte d'Ivoire, stirbt der 1941 geborene ivorische Schriftsteller
Jean-Marie Adiaffi.
Seinen größten internationalen Erfolg feierte er mit dem Roman La carte d'identité (Der (Personal-)Ausweis)), für den er 1981 mit dem Großen Literaturpreis Schwarzafrikas (Grand prix littéraire d'Afrique noire) ausgezeichnet wurde. 1991 wurde ihm in seiner Heimat der Nationalorden für kulturelle Verdienste verliehen.
Weitere Veröffentlichungen:
D'Eclairs et de foudres, Gedichte. Abidjan 1980
Galerie infernale, Gedichte 1983
La légende de l'éléphanteau (dt: Die Geschichte vom kleinen Elefanten. Wie Großmutter Nanan sie erzählt. Göttingen 1991), Paris 1983
Les naufragés de l'intelligence, Roman
Silence, on développe, Roman 1992
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31. Oktober

 

Der Prix Goncourt, der begehrteste frz. Literaturpreis, so die Berliner Zeitung, geht in diesem Jahr an Jean-Jacques Schuhl für seinen Roman Ingrid Caven. Es gewann knapp vor dem Roman Allah n est pas obligé (dt: Allah muss nicht gerecht sein), des Autors  Ahmadou Kourouma. Der aus Côte d'Ivoire stammende Schriftsteller greift in seinem Buch das Thema Kindersoldaten in Angola auf und wurde zur selben Zeit mit dem ebenfalls angesehenen frz. Literaturpreis Prix Renaudot ausgezeichnet. (Berliner Zeitung)
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2. Juni
Die ivorische Tageszeitung Fraternité Matin berichtet über den einheimischen Schriftsteller frz. Sprache  Ahmadou Kourouma, den "Elefantenjäger, ausgezeichnet von seinem Land":
Von allen Schriftstellern Côte d'Ivoires sei er der am häufigsten ausgezeichnete. "Von den zahlreichen lit. Produktionen, nennen wir Les Soleils des indépendants, das 3 Preise erhielt, Monnê, outrages et défis (3 Preise), En attendant le vote des bêtes sauvages [dt. Titel : Die Nächte des großen Jägers, J.K] (3 Preise) und Allah n'est pas obligé le tout dernier (dt:
Allah muss nicht gerecht zu sein), das 5 Preise erhielt. Dieser beredten Liste des Preisträgers sind zahlreiche Besprechungen und diverse Publikationen beigefügt. Hinzu kommen viele Schriften, die sich mit seinem Werk und seiner Person auseinandersetzen." Die Tageszeitung schreibt weiter, Präsident Laurent Gbagbo sehe in dem begabten Elefantenjäger den verdientesten Preisträger Côte d'Ivoires und seiner Bewohner im Bereich der Literatur. "Er hat den rechtmäßigen Titel eines Kommandeurs des l'Ordre national. Der Bericht schließt mit der Feststellung, dies sei eine von vielen Medaillen wie die der französischen Ehrenlegion oder einer Auszeichnung des Benin, das den "Kandidat des Tages" bereits in der Vergangenheit geehrt habe. (FM, ÜF: J.K.)
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6. Januar

Allah muss nicht gerecht sein
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chrAbs Anlässlich des Erscheinens des Romans Allah muss nicht gerecht sein gegen Ende des Jahres 2002 veröffentlicht die NZZ einen Bericht über dieses Buch, dem ein Gespräch der Autorin Irene Binal mit Ahmadou Kourouma zugrunde liegt. Auf Zukunftspläne hin befragt, äußert A.K., er habe "inzwischen schon sein nächstes Projekt in Angriff genommen - ein Buch über Sékou Touré, den Diktator aus Guinea: 'Ich möchte dessen Verbrechen während des Kalten Krieges aufzeigen.' Um auch diesbezüglich den Blick Europas und der Welt zu schärfen" (NZZ)

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11. Dezember
2003
Foto - Ahmadou Kourouma
A. Kourouma
Im Alter von 76 Jahren stirbt Ahmadou Kourouma in Lyon an den Folgen einer Tumoroperation. - Dies gibt Kouroumas frz. Verlag Verlag Le Seuil bekannt, der die in Französisch verfassten Werke des größten ivorischen Schriftstellers veröffentlicht.
Mit ihm hat das Land einen seiner berühmtesten Schriftsteller verloren. Bereits mit seinem ersten, 1968 publizierten Roman Soleil des indépendances (dt: Der schwarze Fürst) hat Kourouma Leser wie Kritiker von sich zu überzeugen gewusst. Das Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. Ebenso wie die folgenden Romane: Monnè, Outrages et défis, En attendant le vote des bêtes sauvages (dt:
  Die Nächte des großen Jägers, 2000) und Allah n'est pas obligé (dt:   Allah muss nicht gerecht sein, 2002). Vor allem die letzten beiden Werke vermochten mehr noch als der erste Roman die Aufmerksamkeit von Leserschaft und Kritiker auf sich zu ziehen.
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zeit
los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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16. Juni
Mari Constance Komara:
»Ich bin verpflichtet, meinen Traum zu realisieren«
Mit diesem Zitat der ersten Preisträgerin leitet Azo Vauguy in der frz.-sprachigen Zeitung Notre voie, Côte d'Ivoire, seinen Kurzbericht über den Literaturwettbewerb
Le prix Isaïe Biton Koulibaly ein.
Als Wettbewerbsaufgabe sollte auf der Grundlage der drei Novellen Le candidat, La bonne épouse infidèle (Die gute treulose Ehefrau) und L'instituteur (Der Lehrer) von Biton Koulibaly eine Fortsetzung geschrieben werden.
Mari Constance Komara habe sich entschieden, eine Fortsetzung für die Novelle La bonne épouse infidèle zu schreiben. Und sie schätze sich glücklich, weil die Jurymitglieder ihren Text besser bewerteten als die ihrer Konkurrenten, gibt Mari Constance Komara an. Das Schreiben sei neben dem Lesen ihre große Passion. Schon seit dem Gymnasium widme sie sich dem Verfassen von Manuskripten, ihr Ehrgeiz sei es, Schriftstellerin zu werden. "Der Preis repräsentiert für mich", sagt Komara wörtlich, den "Hebel, der mir erlaubt, meinen Traum zu realisieren".
Mari Constance sei auf gutem Weg dahin, schreibt der Autor. In dem Verlag Éditions Passerelles werde in einer Sammlung von elf Novellen mit dem Titel Pouvoir de femme (Die Kraft/Macht der Frau) auch ein Text von ihr erscheinen. 
· (Notre voie, Côte d'Ivoire, ÜF: J.K.)
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28. Oktober
Die französischsprachige, unabhängige ivorische Tageszeitung Le Temps veröffentlicht einen Kommentar des einheimischen Schriftstellers Bédi Holy, der Frankreichs Handeln scharf verurteilt. Seit Dekaden habe sich Frankreich, beginnt er, auf "Verrat und Staatsverbrechen in Afrika spezialisiert". Um ihre Aktionen zu vertuschen, setzten französische Führer "Unwahrheit und Manipulationen in großem Ausmaß" mithilfe ihrer Presse ein, die Expertin in Verfälschung und Gehirnwäsche sei. Holy richtet Beschuldigungen an Frankreich, was die gegenwärtige Teilung des Landes angeht: Französische Führer seien gegen die Entwaffnung der Mörder, sie unterstützten die Forces Nouvelles [die den Norden des geteilten Landes kontrollieren, J.K.], Frankreich sei ein "Champion der Falschheit".  ·  (Vgl. Le Temps***, Côte d'Ivoire)
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Beim Comic-Festival im französischen Angoulême wird die 1971 in Abdjan, Côte d'Ivoire, geborene und seit ihrem zwölften Lebensjahr in Paris lebende Marguerite Abouet für ihre Erzählung Aya gemeinsam mit ihrem frz. Ehemann Clement Oubrerie, der die Bilder dazu zeichnete, für das beste erste Comic-Album ausgezeichnet.
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Clement Oubrerie
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Aya, die gerne Ärztin werden möchte, doch ihr traditionell denkender Vater möchte sie lieber schnell "unter die Haube" bringen. Und es gibt auch schon einen aussichtsreichen Kandidaten, für den Aya allerdings nicht viel mehr als Spott übrig hat. Eine pralle Geschichte, ein buntes Treiben in satten Bildern, das die einfachen Bewohner von Yopougon, einem Viertel von Abidjan, in ihren Sorgen und Nöten, aber vor allem mit all ihrer Lebenslust zeigt.
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27. September
chrAbs »Mehrere verletzte Fahrer, ein Führer als Geisel genommen«
Die französischsprachige ivorische Tageszeitung Soir Info berichtet in einem Artikel von M'bra Konan von der Auseinandersetzung zwischen kommunalen ("wôrô-wôrô"-)Taxifahrern und den die Gewerkschaft stützenden Loubards in Abdidjan.
mehr dazu · (Soir Info, Côte d'Ivoire, ÜF: J.K.)
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10. Januar
2016
100. Geburtstag des ivorischen Politikers
und Schriftstellers Bernard Binlin Dadié.
chrAbs Der in Assinie geborene Schriftsteller besuchte die katholische Schule in Grand Bassam und war danach unter anderem in der französischen Administration im senegalischen Dakar tätig. Nach seiner Rückkehr in seine Heimat im Jahre 1947 beteiligte er sich an Protesten gegen die französische Kolonialmacht und wurde für ein halbes Jahr interniert. Die während der Haft entstandenen Notizen - Carnets de prison - wurden im Jahre 1981 veröffentlicht. Nach der Unabhängigkeit der Elfenbeinküste (1960), bekleidete er mehrere Posten in der Regierung, 1977 wurde er schließlich Minister für Kultur und Information.
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Das publizistische Werk von Bernard Binlin Dadié zeugt von großer Vielfalt. So verfasste er neben Artikeln, Novellen, Romanen, Märchen auch Theaterstücke und Gedichte und wurde dafür mit mehreren Literaturpreisen bedacht, darunter zweimal mit dem Grand Prix littéraire de l’Afrique noire der Vereinigung französischsprachiger Schriftsteller: 1965 für Patron de New York und 1968 für La ville où nul ne meurt.
Werksauswahl:
Afrique debout, Gedichte (1950; Aufrechtes Afrika)
Légendes africaines, Kurzgeschichten (Paris 1954; Afrikanische Legenden)
Le pagne noir, Kurzgeschichte(n) (Paris 1955; Der schwarze Lendenschurz)
La ronde des jours, Gedichte (1956; Der Lauf der Tage)
Climbié, Autobiograf. Aufzeichnungen (1956)
Un Nègre à Paris, Autobiografischer Roman (1959; Ein Neger in Paris)
Patron de New York (1964; Der Patron von New York)
Légendes et poèmes (1966; dt: Das Krokodil und der Königsfischer. Afrikanische Märchen u. Sagen; Übersetzung aus dem Französischen: Klaus Möckel. Ostberlin 1975)
Hommes de tous les continents, Gedichte (1967; Männer von allen Kontinenten)
La ville où nul ne meurt (1969; Die Stadt, in der niemand stirbt)
Béatrice du Congo, Theaterstück (1969/1970; Béatrice vom Kongo)
Monsieur Thôgô-Gnini (1970; Herr Thôgô-Gnini)
Les voix dans le vent (1970; Die Stimmen im Wind)
Îles de tempête, Theaterstück (1973; Sturminseln)
Papassidi maître-escroc (1975; Meisterschurke Papassidi)
Mhoi cheul (1979)
Opinions d'un nègre (1979; Ansichten eines Negers)
Les belles histoires de Kacou Ananzè, Artikel (Die schönen Geschichten von Kacou Ananzè)
Commandant Taureault et ses nègres, Kurzgeschichte(n) (1980; Kommandant Taureault und seine Neger)
Les jambes du fils de Dieu, Kurzgeschichte(n) (Abidjan 1980; Die Beine des Gottessohnes)
Carnets de prison (1981; Gefängnisnotizen)
Les contes de Koutou-as-Samala (1982; Die Geschichten des Koutou-as-Samala)
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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
**abgleitet von "déconner" = Blödsinn od. Mist machen; Scheiße bauen.
*** Indirekt zitiert nach einem Kurzartikel in www.xignite.com (in engl. Sprache)
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©

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Quellen

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