DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 26. Oktober 2012

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Uganda ·  

New Vision - Uganda


"Mike Chibitas Geschichte von Ehrlichkeit und Mut",

überschreibt Kalungi Kabuye seinen Artikel für das englischsprachige Blatt New Vision.  
 
Zu sagen, dass die Autobiografie des Richters Mike Chibita Loved by the Best (Von den Besten geliebt), ehrlich ist, erscheine seltsam, führt Kalungi Kabuye aus, "aber für mich ist es die Essenz des Buches". Und in dieser Hinsicht sei es auch eine Herausforderung "für den Rest von uns Ugandern, es ist das, was wir brauchen – ehrlich zu uns selbst, ehrlich miteinander zu sein, und ehrlich mit dem, was wir mit und für unser Land tun".   
 
"Es könnte sie ein wenig über Gebühr beanspruchen, zu fragen, inwieweit diese Geschichte eines Jungen, der aus dem tiefen, ländlichen Ost-Uganda (konnte Buwesa, wo Chibita aufwuchs bei Google Maps nicht finden) in die obere Riege der Regierung aufstieg, wichtig für dieses Land sein könnte." Schließlich habe er in keinem Krieg gekämpft oder an politischen Protesten teilgenommen; "aber als ich dieses Buch las, fühlte ich, dass wir Menschen wie Chibita dringender in Uganda brauchen, als diejenigen, die in den Busch gehen oder Straßenunruhen anführen. Ehrliche Menschen, die ehrlich zu diesem Land sein werden".   
 
"Es mag auch irgendwie anmaßend für einen relativ jungen und frischernannten Richter (er wurde 2010 ernannt) erscheinen", dass er über sein Leben schreibe, während ältere, länger gediente Richter es nicht täten. Aber die Tatsache, dass er es getan habe, könne möglicherweise andere überzeugen, es auch zu tun.   
 
Chibitas erster Erfolg sei, dass er tatsächlich über sein Leben geschrieben habe. Viele ältere Menschen, die im Zentrum des Geschehens in
Uganda stünden, würden sterben, ohne darüber zu schreiben, was sie gesehen oder erlebt haben. So sei es legitim, dass Chibita tatsächlich seine bisherige Lebensgeschichte zu Papier gebracht habe.   
 
Seine Geschichte gleiche der vieler Menschen, die im ländlichen Uganda aufgewachsen sind, aber bei guter Ausbildung die besten Schulen besuchen und zur Universität gehen und die Chance erhalten hätten, bis zur Spitze der ugandischen Gesellschaft aufzusteigen. Obwohl mit der zunehmenden Kluft zwischen den ländlichen und den privilegierten Schulen die Chancen dafür immer seltener würden. So könnte er vielleicht einer verschwindenden Rasse angehören.
 
Chibita sei von diesem Ort, "der immer noch auf keiner Karte auffindbar ist", ins King`s College in Budo, einer weiterführende Schule gezogen, schließt Kalungi Kabuye seinen Artikel ab. Es sei eine "Hommage an den metropolitischen Geist von Budo, dass dieser Größer-als-sein-Alter-Junge, der ca. drei Kilometer von der Masaka Road zur Schule laufen musste, seine Matratze und seine Tasche für den ersten Schultag tragend, in einer Schule, in der die Kinder von einigen der besten Familien waren, in eine Führungsposition wachsen konnte.
· (New Vision, Uganda, ÜEK: R.B./J.K.)

Quelle:
New Vision , englischspr. ugandische Tageszeitung New Vision, Uganda)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Ruth Bushart, Kommentar: Janko Kozmus ©


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