DIE MARABOUT-SEITE
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CHRONIK
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas

UGANDA

Stand: 05.11.12


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7. Juni
1931
 Okot p`Bitek, späterer Schriftsteller und Anthropologe, wird in Gulu, im Norden Ugandas, als Sohn eines Lehrers und einer traditionellen Sängerin geboren.
27. April
1940
Der künftige Kritiker und Schriftsteller Peter Nazareth wird im ugandischen Entebbe geboren. Er ist indisch-malaysischer Herkunft.
 
1942
Oculi Okello, der spätere Chronist, Dichter und Romancier, wird in Norduganda, in Dokolo, geboren.
Mai
1942
Im Osten Ugandas, in Bugisu, wird der künftige Dichter und Romancier Timothy Wangusa geboren.
11. - 17. Juni
1962
Am Makarere University College in Kampala findet die erste African Writers Conference (auch: African Literature Conference) statt. Maßgeblicher Organisator ist der südafrikanische Redakteur und Autor Ezekiel Mphahlele, der bereits seit Jahren im Exil lebt. Neben ihm waren u.a. anwesend  Chinua Achebe, Wole Soyinka, der ugandische Schriftsteller und Begründer des Transition Magazine Rajat Neogy, der kenianische Schriftsteller James Ngugi, der später unter dem Namen Ngugi wa Thiong'o Berühmtheit erlangen wird und  Lewis Nkosi, noch nicht als Autor, sondern als Berichterstatter.
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A Walk in the Night
ALEX LA GUMA
Bei dieser Konferenz wird dem südafrikanischen Autor Alex La Guma der literarische Durchbruch gelingen. Seine Novelle A Walk in the Night wird von den Teilnehmern stürmisch gefeiert. Neben den ernsten Diskussionsthemen rund um die Situation des afrikanischen Schriftstellers und seinem kolonialen Erbe überrascht das Treffen mit einem Eklat: Wole Soyinka versucht, zum Leidwesen der frankophonen Beobachter, Senghors literarisch-politisch-philosophischen Ansatz der Négritude ins Lächerliche zu ziehen, indem er den ironischen Begriff der Tigritude prägt, ein Tiger laufe ja auch nicht herum und verkünde seine Tigritude, er springt. - Lewis Nkosi wird Wochen später (am 8. August) im britischen Guardian über diese denkwürdige Veranstaltung berichten, wo er von "literary cut-throats" reden wird, bezogen vor allem auf die "bissige Konkurrenz", die vor allem unter den jungen Teilnehmern vorherrschend gewesen sei.
9. Oktober
1962
Bei den Feiern zur Unabhängigkeit Ugandas von Großbritannien wird der kenianische Dramatiker und Schriftsteller James Ngugi für sein Theaterstück The Black Hermit (Der schwarze Eremit) ausgezeichnet.
10. August
1963
Der spätere Schriftsteller Moses Isegawa wird im ugandischen Kawempe geboren.
1. August
1965
In Hoima, im Osten Ugandas, wird die künftige Schriftstellerin Goretti Kyomuhendo geboren.
September
1980
In Nairobi, Kenia, stirbt der 1939 geborene ugandische Dramatiker und Romancier Robert B. Serumaga an den Folgen einer Hirnblutung.
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Seine (Hoch-)Schulbildung absolvierte er am Makarere College in Kampala und am Trinity College in Dublin, wo er mit einem Master in Ökonomie abschloss.
Er war maßgeblich bei der professionellen Entwicklung des Theaters in Uganda beteiligt, wofür er mehrere Stücke schrieb. In der Ära nach Idi Amin bekleidete er mehrere politische Ämter im Lande. - Vgl. Killam, Literature of Africa a.a.O. S. 182.
Zu seinen bekannten Werken zählen die Theaterstücke Majangwa and a Play (1974) und The Elephants (1971) sowie der Roman Return to the Shadows (1969).
19. Juli
In Kampala stirbt im frühen Alter von 51 Jahren der ugand. Dichter, Romancier und Anthropologe Okot p'Bitek.
Als eines seiner größten Werke gilt der 1969 veröffentlichte poetische Gesang Wer pa Lawino (die engl. Übersetzung The Song of Lawino erschien bereits 1966), auf das 1970 Song of Ocol folgte.
 
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In einem in Nairobi ansässigen kenianischen Verlag erscheint der erste Roman des Akademikers und Literaturkritikers Arthur Gakwandi. Als Titel trägt das Buch den Namen der Hauptfigur: Kosiya Kifefe. Geboren 1942 wird Kosiya hineingeworfen in die Jahre der Unabhängigkeit afrikanischer Länder und in die Zeit der Unsicherheiten, der Unwägbarkeiten einer sich rasch verändernden, auseinanderbrechenden Gesellschaft.
1. Februar

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Kalungi Kabuye titelt in der ugandischen Tageszeitung THE NEW VISION:
  "Armer
Mongo Beti."
Während seiner langen Karriere als Schriftsteller habe sein Geburtsland sehr angestrengt versucht ihn zu vergessen. "Die meisten Ugander vergaßen alles über ihn, als sie die Schule verließen und Bücher wie Mission To Kala (dt: Besuch in Kala ...) und The Poor Christ of Bomba nicht mehr lesen mussten. Als er nun am 7. Oktober 2001 starb, unternahmen die Offiziellen in  Kamerun noch größere Anstrengungen ihn vergessen zu machen. Bis zum heutigen Tag wissen wenige Ugander, dass dieser Mann starb. Dabei hatte er großen Einfluss auf die afrikanische Literatur in jenen Tagen, als wir versuchten unsere Identität als eine andere, als die uns von den Europäern eingeimpfte, zu finden..." · (New Vision, ÜE: J.K.)

zeit

los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
11. Mai

chrAbs Die ugandische Tageszeitung The Monitor berichtet über einen Streik der Mopedtaxi-Fahrer, den Bodaboda-Fahrern, in Kampala.
Die Bodaboda-Fahrer fordern Präsident Yoweri Museveni auf, ihre Probleme mit dem Stadtrat, dem Kampala City Council (KCC), zu lösen.
Während einer friedlichen Demonstration, so der Bericht, die ihren Beginn am Old Taxi Park nahm und zum Parlament führte, forderten die Fahrer Yoweri Museveni auf, die vom Stadtrat erhobenen Monatszahlungen abzuschaffen und gegen ein oppressives Steuersystem der Stadtratsbeamten vorzugehen. Der Sprecher der Mopedtaxi-Fahrer, Richard Kasiya, bekräftigte diese Forderungen und berichtete von 60 Fahrern, die am Freitag festgenommen worden waren und von denen noch 18 in der Stadthalle festgehalten würden.
The Monitor nennt die Zahl von über 4.000 Fahrern, die mit Attacken gegen städtische Vollstreckungsbeamten drohten, falls die Regierung nicht handeln würde. "Wir werden uns selbst verteidigen", werden die Fahrer zitiert, "wir haben Hände, um Schwerter und Hämmer zu benutzen".
Der stellvertretende Bezirksbevollmächtige für Rubaga, Fred Bamwine, versprach ihnen zu helfen, eine Audienz beim Präsidenten zu erhalten.
Der KCC verurteilte den Streik, fährt der Bericht fort, der Stadtrat für Arbeit, Planung und Untersuchung, Haji Bireke Kaggwa, erklärte, die Fahrer sollten sich nicht über die 10.000    Schilling Monatssteuern beschweren. Der Bericht schließt mit dem Hinweis, dass einige Fahrer die Demonstration dazu benutzt hätten, ihre Preise - meist um 300 - 500 Sh - zu erhöhen. Viele Kunden, die sich die Beträge nicht leisten konnten, seien zu Fuß zu ihren Bestimmungsorten gegangen.
· (The Monitor, ÜE: J.K.)

16. Februar

chrAbs "Armee tötet 21 Krieger der Jie Karimojong"
Unter diesem Titel berichtet Egadu Kaabong für die ugand. Tageszeitung Daily Monitor von einem Überfall auf einen von der Armee bewachten Viehkral.
mehr dazu · (Daily Monitor, ÜE: J.K.)

21. September
2006

chrAbs "Ugandischer Studentenbesuch zum Genozid",
überschreibt Charles Kazooba in Kampala seinen Artikel für die ruandische Tageszeitung The New Times. Ungefähr 70 ugand. Studentenführer seien an diesem Donnerstag nach Ruanda gereist, um sich über den "Genozid von 1994, der nahezu eine Million Leben forderte", zu informieren.
mehr dazu · (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.)

9. Juli
Die Jury des brit. Caine Prize for African Writing unter dem Vorsitz des sudanesischen Schriftstellers Jamal Mahjoub gibt die diesjährige Gewinnerin bekannt:
Ausgezeichnet wird die Kurzgeschichte Jambula Tree der ugandischen Autorin Monica Arac de Nyeko, die bereits 2004 mit ihrer Story Strange Fruit in die Endrunde des mit $ 20.000 dotierten Preises eingezogen war.
24. Juli
2007
Wie zahlreiche andere, v. a. afrikan. Medien dieser Tage, so berichtet auch die Tageszeitung The Namibian von der Wahl des Afrikanischen Journalisten des Jahres 2007 in einem von CNN ausgeschriebenen Wettbewerb:
  "Ugander gewinnt Top-Preis"
Richard M. Kavuma aus
 Uganda gewinnt den Top-Preis des diesjährigen CNN MultiChoice African Journalist 2007 Award.

mehr dazu
· (Namibian, ÜE: J.K.)
10. September

chrAbs "Polizei ermittelt gegen Pflanzenheilkundige in Hoima,"
überschreibt Francis Mugerwa seinen Kurzbericht für die engl.-spr. ugandische Tageszeitung Daily Monitor.
Der Zustrom von Medizinmännern nach Hoima beunruhige die Bezirksbehörden; eine Untersuchung sei angeordnet worden. Die Behörden befürchteten, schreibt Mugerwa weiter, dass einige negative Elemente sich den Zustrom zunutze machen könnten, um das Gesetz zu brechen.
"Wir sind überwältigt von der Zahl der Medizinmänner", wird Alex Byansi, Verantwortlicher Sekretär für Sicherheit, wörtlich zitiert:. "Der Sicherheitsausschuss überprüft die Identitäten der Kräuterkenner sowie ihre Aktivitäten".
Laut Byansi beanspruchen die Medizinmänner für sich, Gesundheit und Heilung zu offerieren. Einige der Medizinmänner kämen aus Tansania und der Demokratischen Republik Kongo. Man wolle überprüfen, ob sie legal im Lande seien.
Einige der Anordnungen der Medizinmänner würden kriminelle Handlungen provozieren, so hätten, laut Alex Byansi, der abschließend nochmals zitiert wird, einige unter Mordverdacht Stehende ausgesagt, sie seien von Medizinmännern gesandt, um Opfer zu enthaupten. · (Daily Monitor, ÜE: J.K.)

21. Juli
chrAbs "Stigmatisierung unschuldiger Somalis bringt nicht weiter",
ist der Leitartikel der englischsprachigen ugandischen Tageszeitung The Observer überschrieben, der sich auf die vor zehn Tagen von einer mutmaßlich somalischen Gruppe durchgeführten Terroranschläge bezieht.
mehr dazu · (Observer, Uganda, ÜE: J.K.) 
8. Februar
2012
"Warum sollte ein Kind einen Spielkameraden töten?",
überschreibt Angela Ndagano ihren Artikel für die englischsprachige Zeitung New Vision. Hintergrund ist ein Fall, der sich kürzlich ereignet haben soll: Zwei elfjährige Kinder wurden des Mordes verdächtigt.  mehr dazu ·
(New Vision, ÜEK: R.B./J.K.) 
11. Februar
2012
"100 Gedichte, um Geist und Seele zu kitzeln",
Nicht alle 100 kitzligen Gedichte stellt Musinguzi Bamuturaki in seinem Bericht für The Monitor vor, aber doch recht viele, er beginnt jedoch mit einer allgemeinen Beschreibung: In ihrem neuesten Anthologie, packe die ugandische Dichterin Mildred Kiconco Barya Themen an wie "die Bedeutung des kulturellen Erbes in der modernen Zeit, Raum und Zeit, Kriege, Armut, Liebe, Schmerz, Verrat, zerbrochene Träume, Sex und Tod".  mehr dazu ·
(Daily Monitor, ÜE: J.K.) 
25. März
2012
"73-jährige Nnakitto schreibt ihr 19. Buch"

überschreibt Simon Musasizi seinen Artikel für die englischsprachige ugandische Zeitung The Observer.
   Für den größten Teil ihres Erwachsenenlebens habe Prisca Nnakitto geschrieben und aktuell mit 73 ihr 19. Buch in Reihe herausgebracht.
   The Eye Has Never Seen (Das Auge hat nie gesehen), ein Roman für Kinder sei Nnakitto neuestes Buch. Der Roman, einer der neun bisher veröffentlichten, erzähle eine Geschichte von einem Mann, der die Schönheit Gottes anzweifelte ...
. · mehr dazu · (Observer, Uganda, ÜEK: J.K.)  

26. Oktober
2012
"Mike Chibitas Geschichte von Ehrlichkeit und Mut",
überschreibt Kalungi Kabuye seinen Artikel für das englischsprachige Blatt New Vision.  
 
Zu sagen, dass die Autobiografie des Richters Mike Chibita Loved by the Best (Von den Besten geliebt), ehrlich ist, erscheine seltsam, führt Kalungi Kabuye aus, "aber für mich ist es die Essenz des Buches". Und in dieser Hinsicht sei es auch eine Herausforderung "für den Rest von uns Ugandern, es ist das, was wir brauchen – ehrlich zu uns selbst, ehrlich miteinander zu sein, und ehrlich mit dem, was wir mit und für unser Land tun".   
 mehr dazu · (New Vision, ÜER.B/J.K.)
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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©
ÜEK: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Ruth Bushart; Kommentar: Janko Kozmus ©

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Quellen

.. . Sach- und Personenregister