HÖRBÜCHER:
DER
NAME DER WELT
HÖRBUCH - bei amazon bestellen
JESUS
SOHN
HÖRBUCH bei amazon bestellen
TRAIN
DREAMS
in deutscher Sprache
HÖRBUCH bei amazon bestellen
NOBODY
MOVE: A NOVEL OF SMOKE
(engl. Original!)
TREE
OF SMOKE
(engl. Original!)
|
|
| |
| 1949
Am 1. Juli wird Denis Johnson als Sohn eines amerikanischen
Offiziers in München geboren.
1950er
und 60er Jahre [1]
wächst er in Tokio, in Manila, und den Vororten von
Washington, D.C. auf.
Ende
60er Jahre [1]
Beginn eines Studiums an der University of Iowa.
1969
The Man Among the Seals, Gedichte. |
|
|
1970er
[1]
B.A.-Abschluss an der University of Iowa.
M.F.A.-Abschluss an der University of Iowa. |
1976
Inner Weather. Gedichte.
In Somalia,
Essay, in: OPEN CITY #4. |
1980
Vespers; Passengers; Minutes, drei Gedichte
v. Denis Johnson, in: IRONWOOD #16, Tuscon 1980. |
1982
The Incognito Lounge, Gedichte. USA 1982.
The Veil und All-Night Diners, zwei Gedichte
v. D.J, in IRONWOOD #19, Tuscon 1982. |
1983
Angels (dt: Engel der Hölle, Übersetzung:
Bernd Samland. 1985 u. Engel, Übersetzung: Bettina
Abarbanell. 2001), Roman. - Die Geschichte von Jamie und Bill,
die auf der Nachtseite der amerikanischen Glitzerwelt leben.[2]
Denis Johnson wird mit dem National Endowment for the Arts
ausgezeichnet. |
1984
beginnt Denis Johnson
als Korrespondent für The New Yorker, Esquire,
Spin, Rolling Stone und andere Magazine in Nikaragua,
Liberia, Somalia, Afghanistan sowie am Persischen Golf zu arbeiten. |
1985
Fiskadoro (dt: Fiskadoro,
Übersetzung: Ute Spengler. München 1990 u. Reinbek
2003), Roman, New York 1985.- Postatomare Utopie im karibischen
Raum. |
1986
The Stars at Noon, Roman, New York.- Die Geschichte einer
Journalistin in Nikaragua in den 80er Jahren. |
1987
The Veil, Gedichte.
Ausgezeichnet
mit dem Whiting Writer's Award.
|
1988
reist Denis Johnson
für den Esquire auf die Philippinen. |
1990/1
Resuscitation of a Hanged Man (dt: Wiederbelebung eines
Gehängten, Übersetzung: Werner Schmitz. Ffm 1994),
Roman. - Hauptfigur ist der Wiedergänger Leonard English,
der zwischen Wahn und Wirklichkeit nicht mehr zu unterscheiden
weiß und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten irrgeistert. |
1993
Jesus' Son (dt: Jesus' Sohn 1995; Übersetzung:
Herbert Genzmer. Ffm 1995; Neuübersetzung: Alexander Fest[3a].
Reinbek 2006), Erzählungen. [3]
|
1995
The Throne of the Third Heaven of the Nations Millenium General
Assembly, Poems, Collected and New. Vereinigt die ersten vier
Gedichtbände (The Man Among the Seals, Inner Weather,
The Incognito Lounge und The Veil) mit neuen ausgewählten
Gedichten. |
1996
Already Dead: A California Gothic (dt: Schon tot, Aus
dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell und Fritz Mergel. Berlin
2000). - Verschachteltes Buch-im-Buch-im-Buch-Spiel im Stile eines
Schauerromans, in dessen Mittelpunkt der Mordplan eines Marihuana-Farmers
und eines Nietzsche-Schülers steht, ausgeheckt kurz nach
der !991er Invasion der us-amerikanischen Truppen im Irak
.
Throne of the Third Heaven of the Nations Millenium General
Assembly, gesammelte und neue Gedichte. |
1999
Denis Johnson wird 50 Jahre alt.
Beginn der engen Zusammenarbeit als playwright-in-residence
mit der Campo Santo theater company in San Francisco. [4]
Jesus' Son, Filmadaption des gleichnamigen Buchs, Regie:
Alison MacClean, Drehbuch u. Produktion: David Urrutia, Musik:
Joe Henry, D: Billy Crudup und Samantha Morton. Erstaufführungen
beim 1999er Telluride Film Festival, dem Toronto Film
Festival und den Filmfestspielen in Venedig, wo er für
einen Goldenen Löwen nominiert wird. |
2000
The Name of the World (dt: Der Name der Welt; Übersetzung:
Thomas Überhoff. Reinbek 2007), Roman.- Nachdem er bei einem Unfall
Frau und Tochter verliert, nimmt Michael Reed, der Erzähler,
ähnlich wie sein Vorgänger im Roman Schon tot,
am wirklichen Leben kaum noch teil. Vier Jahre später läuft
ihm ein Wesen über den Weg, das dem Assistenzprofessor am
Historischen Seminar in Gestalt der Studentin Flower Cannon einen
reizvollen Ausweg aus seiner Misere verheißt. Gleichzeitig
eröffnet sich dem, zunächst verstört reagierenden
Protagonisten in dieser Begegnung eine neue - spirituelle - Ebene.
2000 Salon Book Award, verliehen vom populären e-zine
salon.com. [5]
|
| 2001
Seek: Reports from the Edges of America and Beyond. [6](daraus
3 im Auftrag von The New Yorker geschriebene Berichte
in dt. Übersetzung u. d. T.: In der Hölle. Blick
in den Abgrund der Welt; Übersetzung: Bettina Abarbanell;
Vorwort: Georg M. Oswald. Düsseldorf 2006) - Eine Sammlung
seiner journalistischen Berichte, die ursprünglich in Publikationen
wie Esquire, The Paris Review und The New Yorker
erschienen.
Der Roman The Name of the World erreicht die Endauswahl
für den 2001 Irish Times International Fiction Prize.
|
2002
Shoppers: Two Plays by Denis Johnson, enthält zwei Dramen
(Hell Hound on MyTrail, Shoppers Carried by Escalators
into the Flames). [7]
September
11, 2001: American Writers Respond[8],
gemeinsam mit William Heyen, Joy Harjo, Joanna Scott, John Updike.
Train Dreams, in: The
Paris Review, Nr. 162.
Ausgezeichnet mit dem Aga Khan-Preis von dem New Yorker Magazin
The Paris Review für Train Dreams als beste
im Magazin abgedruckte Kurzgeschichte des Jahres; mit $ 1.000
dotiert. |
2003
Soul of a Whore, Drama, Premiere bei der Intersection
for the Arts.
[9]
Train Dreams [10]
(dt: Train Dreams, Übersetzung: Bettina Abarbanell
2004).- Die skurille Geschichte des Witwers, Tagelöhners
und Einsiedlers Robert Grainier, geboren im Jahre 1866, gestorben
gut 100 Jahre später, ohne jemals telefoniert zu haben.
Ausgezeichnet mit dem O Henry-Preis für Kurzgeschichten für
Train Dreams. |
2004
Psychos Never Dream,
Drama, Aufführung: Campo Santo theater company in
San Francisco, Regie: Darrell Larson. |
2006
Purvis[11],
Drama, Uraufführung: Campo Santo, Intersection’s Resident
Company, San Francisco 2006, Regie: Delia MacDougall.
P |
2007
Tree of Smoke
(dt: Ein gerader Rauch; Übersetzung: Bettina Abarbanell
und Robin Detje. Reinbek 2008), Roman. New York 2007.- Im Mittelpunkt
dieses knapp 900 Seiten starken Romans steht das Onkel-Neffe-Gespann
Sands, das im Dienste der CIA den Auftrag verfolgt, einen Doppelagenten
anzuwerben. Der Onkel, Colonel Sands, befindet sich schon seit
Jahren in Vietnam. "Er ist die schillerndste Figur des Romans"
und hat ein unglaubliches Archiv über das Land und die Menschen
angelegt, weil seines Erachtens das Land nur infiltriert werden
kann, wenn man seine Mythen und seine Seele vertsteht[12].
Vor diesem Hintergrund hat der Colonel eine "Theorie entwickelt,
wie Informationsströme zu manipulieren sind, um den Feind zu bestimmten
gewünschten Reaktionen zu verleiten"[13].
Im Dienste der Verfolgung dieser Aufgabe steht auch sein Neffe
Skip Sands.[14]
Im November wird der Report über Extremerfahrungen im Vietnamkrieg
Tree of Smoke mit dem diesjährigen National Book Award,
dem Belletristikpreis der us-amerikan. National Book Foundation
ausgezeichnet. |
2009
Nobody Move: A Novel
[15](dt:
Keine Bewegung; Übersetzung:
Bettina Abarbanell. Reinbek
2010),
New York 2009. - Im Mittelpunkt dieses Kriminalromans steht der
süchtige Spieler Jimmy, der, wie es anders nicht sein kann,
sich verschuldet und in die Schusslinie der "Geldeintreibermafia"
gerät, hier repräsentiert durch das Trio Gambol, Juarez
und den "Tall Man". Auf seiner Flucht lernt er Anita
kennen, die von ihrem Mann, einem Staatsanwalt, und einem korrupten
Richter in eine Intrige eingespannt wird, in der es um Millionen
geht. Jimmy und Anita planen nun ihrerseits, sich die Millionen
unter den Nagel zu reißen. Ein klassisches Setting des "Roman
noir", in dem es weniger auf den Plot ankommt, wobei der
Leser bis zum Ende nicht errät, wer gewinnt, der Spaß
bestehe vielmehr darin, wie man an diesen Punkt komme, wie es
in Booklist, dem Buchmagazin der New York Times
heißt: "... mit seinen trockenen Dialogen und überraschenden
Wendungen treibt es auf etwas zu, was gleichermaßen frisch
und unvermeidlich ist".
Am 1. Juli wird Denis Johnson 60 Jahre alt. |
|
Denis Johnson lebt und arbeitet je ein halbes Jahr in Nord-Idaho
und in Arizona; er schreibt für Magazine wie The Paris
Review und The New Yorker. |
| |
| "...
Johnson is a bit of a mess, and he wants us to know it."
(Michael Miller, The Village Voice) |
| "Johnson
looks nothing like Ozzy Osbourne. He's a gentle, affable, easy-smiling
man with a thickening middle and a beard. He dresses, by his own
admission, like 'someone from a TV news team' -- plain shirts,
worn jeans, and running shoes. He's open, self-deprecating, and
kind." (Michael Scott Moore, Radio Free Mike, San Francisco) |
| "Denis
Johnson sitzt lässig auf der Couch seines Kölner Hotelzimmers,
schlürft kalten, abgestandenen Kaffee und beantwortet Fragen
wie einer, der sich seiner Sache sicher ist. Ein hintersinnig
schmunzelnder Buddha in Menschengestalt, der an die eigene Mission
glaubt." (PETER HENNING, taz v. 21.12.04) |
| |
|
1)
Ungenaue Angaben in den Quellen.
2) Der erste
Roman von Denis Johnson wurde von der Kritik enthusiastisch
aufgenommen. Philip Roth nannte ihn "ein kleines Meisterwerk".
3) Bei Erscheinen
einer von zwei Finalisten für den National Book Award.
Diese Erzählungen begründeten den Ruhm v. Denis Johnson
Teile davon waren schon im New Yorker und der Anthologie
The Best American Short Stories 1992 erschienen. In einem
Interview weist Andrea Clark (für den San Francisco
Reader) darauf hin, dass in einem kürzlichen Bericht
im New Yorker gesagt worden sei, bedeutend am Genre der
"drug literature" sei lediglich ihre Mittelmäßigkeit,
mit einer Ausnahme: Jesus' Son. Daraufhin Denis Johnson:
"Ich habe es nicht unter dem Einfluss von Drogen geschrieben.
Ich weiß nicht, wie man das überhaupt kann. ... Haben
sie gesagt, ich sei unter Drogeneinfluss gewesen? Ich denke,
es ist verrückt zu glauben, man könne unter Drogeneinfluss
schreiben, aber wenn sie das glauben wollen, werde ich die Legende
am Leben erhalten. Vielleicht war ich unter dem Einfluss von
Drogen, als ich Jesus' Son schrieb, und ich wusste es
bloß nicht".
3a) Über
die Qualität der Neuübersetzung sind sich die Kritiker
nicht einig. Während bei amazon.de eine höchst negative
Kritik mit einigen Beispielen vorgelegt wird, heißt es
bei inforadio-RBB, Alexander Fest habe mit seiner Neuübersetzung
"einen weitaus flüssigeren Text vorgelegt, der manche
Manieriertheiten umschifft". Und die ZEIT (v. 18.05.05)
meint kurz dazu, die Storysammlung wurde "schon einmal
ins Deutsche übersetzt, nun hat Alexander Fest diese Aufgabe
mit schönem Erfolg noch einmal übernommen.".
4) Beginnend
mit 2 Stücken aus Jesus' Son, die sie gemeinsam
mit der Theatergruppe Word for Word herausbringt erscheint
jährlich ein Stück v. Denis Johnson bei Campo Santo.
5) Mit dem Roman
The Name of the World ist er einer von fünf Gewinnern
im Bereich Fiction.
6) Zwei der
Reporte berichten von einer Reise nach Liberia, wo er den Staatschef
James Tayler interviewen soll. In einem äußerst kritischen
Bericht über diese Reise, Johnson hatte das Land illegal
betreten, wirft Kim Diorio Denis Johnson vor, er hätte
sich keine Gedanken darum gemacht, was mit den Menschen geschehen
würde, die ihm bei seinen illegalen Reisen im Lande behilflich
gewesen seien. Vgl. das Interview v. Kim
Diorio.
- In deutscher Übersetzung erscheinen im Herbst 2006 unter
dem Titel In der Hölle. Blicke in den Abrund der Welt
die beiden Reporte von den Reisen nach Liberia sowie ein
weiterer Report einer ebenfalls im Auftrag von The New Yorker
erfolgten Reise nach Somalia.
7) Die ersten
beiden Stücke einer losen Trilogie über die Kassandra-Familie.
8) Der us-amerikanische
Dichter William Heyen bat Kollegen um Beiträge zum Anschlag
vom 11. September. Resultat ist diese Anthologie, in der neben
126 (!) anderen auch ein Beitrag v. Denis Johnson zu lesen ist.
9) In modernen
Versen geschrieben. Das 3. Stück der losen Trilogie über
die Kassandra-Framilie.
10) Gattung
nicht eindeutig zuzuordnen. Der Autor David Guterson fragt,
nachdem er sich als O Henry-Prize-Juror für Kurzgeschichten
in höchstem Maße lobend über das Buch ausgelassen
hat ("eine mitreißende unglaubliche Geschichte ...
ein Werk nordamerikanischen magischen Realismus'"): Is
it a short story? That's difficult to say. Perhaps there's no
longer such a category.". - Die Originalerzählung
muss laut Teilnahmebedingungen des O Henry-Prize-Literaturwettbewerbs
in einem Magazin (vermutlich The New Yorker oder Harper's
Magazine) erschienen sein. Eine engl./amerikan. Buchausgabe
dieser Erzählung scheint (auch unter einem anderen Titel!)
nicht zu existieren. Zumindest findet man keine Listung
bei amazon USA, CANADA oder UK.
11) Surreal
anmutendes Stück mit authentischem Hintergrund. Melvin
Purvis war einer der berühmtesten "manhunter"
des FBI. In den 30er Jahren des 20. Jh. brachte er Gangster
wie Baby Face Nelson und John Dillinger zur Strecke. Letzterer
Erfolg, bei dem Dillinger erschossen wurde, brachte ihm landesweite
Popularität und - wie kolportiert wurde - , den Neid und
den Hass von J. Edgar Hoover, dem damaligen FBI-Direktor
ein.
12)
Wörtliches und sinngemäßes Zitat zitiert nach
der Besprechung "Von Brutalität und Traurigkeit".
Die Kritikerin wird in diesem Feature von der Moderatorin gefragt,
warum Johnson diesen Krieg, den Vietnam-Krieg gewählt habe.
Gabriele von Arnims Antwort: Sie vermute, er habe den Vietnamkrieg
gewählt, weil er sich besonders gut eigne "als zerstörerische
Metapher für den Irrsinn des Krieges und weil sich diese
Tatsache auch wirklich eingebrannt hat ins amerikanische Bewusstsein."
- "Von Brutalität und Traurigkeit",
Gabriele von Arnmi, dradio.
13) Klaus Modick
(in der Rowohlt-Revue)
14) Doch ist
der Roman weit mehr als nur die Geschichte der beiden Hauptfiguren.
Die oben zitierte Gabriele von Arnim antwortet auf die Frage,
was für eine Geschichte im Roman erzählt werde: "Er
erzählt uns ganz viele Geschichten, es ist ein unglaublich
opulenter Roman, er erzählt uns die Geschichte von Soldaten,
die in diesen Krieg geworfen werden (), er erzählt uns
die Geschichte von Vietnamesen, die versuchen ihr Leben zu retten
(...), er erzählt uns die Geschichte von Hilfsorganisationen
..." Für Gabriele von Arnim ist der Roman eine "unbedingte
Empfehlung, es ist einüberwältigender Roman".
Auch Thomas Hermann, der Kritiker der Neuen Zürcher
Zeitung, ist begeistert vom "Opus magnum" des
Autors Johnson und für den Kritiker der FAZ, Elmar Krekeler,
gehören dieser Roman und sein Autor "auf alle Listen.
Auf die für Weihnachtswünsche im Allgemeinen und auf die der
Nobelpreise im Besonderen". - Übrigens entstammt der
Titel einem Bibelzitat: "Und Ich will Wunderzeichen geben
am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und gerader Rauch"
15)
Nobody Move erschien 2008 zunächst als Fortsetzungsroman
im Playboy. Auch in dieser düsteren und schrullig-komischen
Chronik bleibe Denis Johnson seiner Vorliebe für die Underdogs
treu, heißt es im us-amerikanischen Publishers Weekly.
Quellen:
Kim Diorio über Seek
Interview mit Denis Johnson v. Andrea Clark
"Von Brutalität und Traurigkeit",
Gabriele von Arnim, dradio.
|
|