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Quelle:
Sunday Times, South Africa             (SundayTimes SA)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
1. Februar 2009
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Südafrika ·  
Sunday Times, South Africa

"Daphne Rooke: Vergessene südafrikanische Romanschriftstellerin",
überschreibt Chris Barron seinen Nachruf auf die englischsprachige südafrikanische Zeitung Sunday Times.

Daphne Rooke, die in England im Alter von 94 Jahren verstorben ist, war eine südafrikanische Romanschriftstellerin, die heutzutage weitgehend vergessen ist, stellt Christ Barron fest, einst sei sie jedoch mit Nadine Gordimer und Doris Lessing verglichen worden.

Ein englischer Kritiker habe einst erklärt, von den dreien sei Rooke die größte.

Die damalige Sunday Times-Buchredakteurin Mary Morison Webster, wies dies als "eine unglückliche Äußerung" zurück, weil ihre Stile "vollkommen unterschiedlich" seien.

Jedoch habe sie darin übereingestimmt, dass Rooke als Geschichtenerzählerin Gordimer und Lessing weit hinter sich ließe.

Einer von Rookes besten Romanen, Ratoons, entspräche den "Wuthering Heights (Sturmhöhe) in der afrikanischen Literatur".

Angesiedelt auf einer Zuckerfarm südlich von Durban in den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts, sei Ratoons (erstmalige Veröffentlichung 1953, wieder aufgelegt 1990) eine Familiensaga mit Berichten von Beziehungen zwischen den Rassen in der Kolonialzeit, Jahre bevor die Nats (Mitglieder der Nationalen (burischen) Partei) sich die Apartheid ausdachten.

"Es wurde ein Grundlagenwerk für Literaturstudenten an der damaligen Universität von Natal nachdem es von der Englischen Fakultät in den späten 80er Jahren wiederentdeckt worden war" und die Autorin mit einem Ehrendoktor belohnt worden war. Ein weiterer ihrer berühmten Romane war Mittee, ein Werk über die Liebe entlang der Farblinien, veröffentlicht in vielen Ländern.

Der ehemalige Dozent in Oxford und Redakteur des Times Literary Supplement R.W. Johnson lobte Rookes Werk als vollkommen frei von einem "wirklich moralisierenden" Ton, der viele der südafrikanischen Romane, die die Beziehung zwischen den Rassen behandelten, charakerisiere.

"Da ist nichts davon bei Rooke", wird er zitiert "nicht ein einziges verurteilendes oder protestierendes Adjektiv".

Rooke, eine enge Freundin von Alan Paton, habe den breitere Zustimmung findenden Apartheid-Darstellungen von Gordimer und Lessing kritisch gegenüber gestanden.

"Sie waren so außerhalb der Wahrheit", habe sie im Alter von 92 Jahren in einem Interview mit Johnson ausgedrückt. "Keine von beiden hatte zunächst eine Ahnung, was Apartheid wirklich bedeutete. Doris war keine Südafrikanerin und Nadine entstammte einem privilegierten Hintergrund. Sie verstanden es einfach nicht."

Rooke selbst habe sich früh dazu entschieden, einen Roman zu schreiben, "der wirklich die Wahrheit über die Apartheid sagen würde".

"Der Roman mit dem Titel The Greyling sei in Afrika verboten worden schon bevor er gedruckt war. Rooke habe das Wissen darüber, von der Staatssicherheit ausspioniert zu werden und die Tatsache, dass diese es geschafft hatte, sich eine Kopie ihres Manuskripts zu besorgen, entsetzt.

Sie und ihr Eheman hatten Südafrika bereits einmal verlassen, in der Folge der Durban-Aufstände von 1949, aber sie seien zurückgekehrt.

Nun habe das Paar das Land erneut verlassen, um sich in Australien niederzulassen.The Greyling wurde 1962 in London veröffentlicht.

Als ihr Ehemann gestorben war, siedelte Rooke von Australien nach Cambridge in England über, um ihrer Tochter nahe zu sein. Sie habe weitere Romane geschrieben, die aber der "kreativen Inspiration" ermangelten, die sie aus dem Leben in Südafrika erhielten; sie erhielten mäßige Kritiken. Bald nachdem sie das Land verlassen hatte, hörte Rooke mit dem Schreiben auf.

Daphne Rooke wurde am 6. März 1914 geboren, ihr Vater war Engländer die Mutter Afrikaanerin.

Ihr Vater wurde im Zweiten Weltkrieg getötet und sie wuchs in Armut in Boksburg als jüngste von sechs Kindern auf. Ihre Mutter, die als Mare Knevitt Kurzgeschichten verfasste, bemerkte Wachstumsstörungen bei Daphne und zog mit der Familie ins gesündere Klime der Südküste von KwaZulu-Natal. Robust und unabhängig, kaufte sie eine kleine Zuckerfarm und schaffte es, diese zu unterhalten, während sie die Kinder aufzog und Geschichten schrieb.

Rooke, die die Robustheit und Unabhängigkeit der Mutter geerbt habe, arbeitete als Journalistin. Ein Foto zeigt sie als attraktive junge Blonde, während sie in die Tasten einer alten Remington hämmert. Chris Barron beschließt seinen Nachruf mit einer kurzen Werkübersicht: "Rooke schrieb elf Romane, sechs Kinderbücher, einige Kurzgeschichten und, 2003, Erinnerungen".

Sie hinterließ eine Tochter. ·
(SundayTimes SA, ÜE: J.K.)

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