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AFRIKA-CHRONIK |
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LANDESCHRONIKEN |
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BURUNDI |
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CHRONIK
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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BURUNDI
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1950
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Die
künftige Erzählerin Barbara Ndimurukundo-Kururu wird
in dem - nach Ende des 1. Weltkriegs vom Völkerbund Belgien
zugesprochenen - Mandatsgebiet Ruanda-Urundi [heute: Burundi]
geboren.
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1951
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Als Tochter einer Königsfamilie wird Esther
Kamatari, spätere Verfasserin einer Autobiografie, geboren. |
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1.
Oktober
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1956
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Jean-Marie Sindayigaya, künftiger Autor politischer
Schriften, wird
in der Gemeinde Rutegama, in der Muramvya Provinz von Belgisch
Ruanda-Urundi [heute: Burundi] gelegen, geboren. |
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17.
Oktober
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1971
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In
Burundi wird der spätere Schriftsteller frz. Sprache Daniel Kabuto
geboren. Ein weißer Missionar vertauscht, da er findet,
der Sohn könne nicht anders heißen als sein Vater,
den Namen Kabuto gegen den Vatersnamen Ntamagiro. So kommt es,
dass das Kind amtlich als Daniel Ntamagiro-Kabuto geführt
wird.
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Mai
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1972
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Wenige Monate nach der Geburt des späteren Schriftstellers
Daniel Kabuto wird dessen Vater von Offizieren der burundischen
Armee ermordet; das Land befindet sich im Bürgerkrieg, Kämpfe
zwischen Hutu und den an der Macht befindlichen Tutsi fordern
weit über 100.000 - man spricht von bis zu 300.000 - Opfer.
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Mai
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In Burundis Hauptstadt Bujumbura erscheint Sortir de la violence
au Burundi (Der Gewalt in Burundi entkommen) von Jean-Marie
Sindayigaya.
Der Autor kehrte nach Abschluss eines Diplomingenieurstudiums
in Belgien im Oktober 1982 in seine Heimat zurück. Anschließend
begann er seine berufliche Laufbahn bei der nationalen Telekommunikationsgesellschaft
ONATEL, deren technischer Leiter er wurde und wo er bis zum heutigen
Tag beschäftigt ist.
Seine erste Buchveröffentlichung ist ein Versuch, den Völkermord
im eigenen Land zu erklären. Dabei bedient er sich u. a.
der Wissenschaft der Ethologie, der Verhaltensbiologie. |
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Juni
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Nachdem sein Name auf einer Todesliste aufgetaucht ist,
verlässt
der 1959 geborene burundische Pastor und Schriftsteller David Niyonzima
seine Heimat. |
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In Paris erscheinen die "afrikanischen Erinnerungen"
Parcour public et privé d'un burundais (Öffentlicher
und privater Parcours eines Burundiers) des im Bank- und Wirtschaftssektor
tätigen Autors Donatien Bihute.
Der Autor schmücke seinen "reichen Parcours", seine
Begegnungen mit den Großen in der Region des Tanganjikasees,
mit "enthüllenden Anekdoten" aus, heißt es
über das Buch. |
zeit
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los
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Afrikanische Sprüche und Weisheiten:
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In
Brüssel erscheint Burundi, Mémoires d'un Journaliste.
Mémoire blessée (Burundi, Memoiren eines Journalisten. Verletzte
Erinnerung) des 1966 geborenen Autors Antoine Kaburahe.
Vor der Veröffentlichung dieser Beobachtungen und politischen
Analysen, schrieb Kaburahe bereits Theaterstücke, Gedichte
und Erzählungen. Begonnen hat seine schriftstellerische
Tätigkeit während des Studiums der Literaturwissenschaft.
Danach arbeitete er bei verschiedenen Medien in Burundis Hauptstadt
Bujumbara.
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8.
Oktober
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"Ein
burundischer Künstler lässt das belgische Publikum
in der Abtei von Nizelles weinen"
Die
burundische Nachrichtenagentur Umuco News Agency berichtet
von der gestrigen Vorpremiere des Stückes Sur les parois
du Néant (An den Wänden des Nichts) von Joseph Kirahagazwe.
Er habe Tränen fließen lassen, indem er einfach,
"mit meisterlicher Stimme", seine Geschichte, die
Geschichte seines Landes erzählt habe. "Hutu und Tutsi,
wir sind dasselbe Volk, aber wir haben nicht mehr dieselbe Geschichte,
essen die gleiche Nahrung, aber nicht mehr vom selben Teller",
wird der Autor zitiert. "Ich möchte erzählen,
wie mein Land mir alles genommen hat, meine Freunde, meine Familie,
meine Frau, meine Kinder... alles, was mir bleibt, ist die Geschichte
des Joseph Kirahagazwe. Seine Zeugenschaft unterstreicht
die Existenz schmerzhafter Ereignisse, die Burundi mit Blut
befleckt, aber auch seine Familie zerschlagen haben." (...)
· (Vgl.
Un artiste burundais fait pleurer le public belge à l’abbaye
de Nizelles v. Umuco News Agency, UNA v. 08.10.2004,
ÜF:
J.K.)
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17.
April
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Ähnlich lautende Darstellungen von Reporter Sans Frontières
(Reporter ohne Grenzen) und Avocat Sans Frontières
(Anwälte
ohne Grenzen) sowie von Amnesty International berichten
von einem Treffen im Haus des Oppositionellen Mathias Basabose
in Bujumbura annlässlich seines Ausschlusses aus der seit
August 2005 regierenden, ehemals bewaffneten Hutu-Rebellenbewegung
CNDD-FDD (Conseil National pour la Defense de la Democratie -
Forces pour la defense de la democratie, Nationalrat/-kräfte
für die Verteidigung der Demokratie). 20-30 Journalisten
seien zu einer Pressekonferenz eingeladen worden, als sie sich
plötzlich als Geiseln der Polizei erkennen mussten, von deren
Einsatz sie überrascht wurden. Sie wurden ca. 7-8 Stunden
festgehalten. Einzelne Journalisten, die versuchten, das Haus
zu verlassen, wurden von Polizisten tätlich angegriffen und
gar mit Gewehrkolben geschlagen.
Einige Tage später wird Aloys Kabura, Korrespondent der staatlichen
Nachrichtenagentur Agence burundaise de presse (ABP) in
Kayanza, im Norden Burundis verhaftet werden, nachdem er sich
in einer Bar kritisch über die Aktion vom 17. April
geäußert haben wird. |
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13.
Februar
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Die aktuelle Ausgabe des wöchentlich - auch im Internet -
publizierten, burundischen Regierungbulletins Bulletin d'informations
des Institutions Nr. 010 trägt - wie üblich - Staatsflagge-
und wappen - Löwenkopf, dahinter drei Speere darunter der
geschwungene Schriftzug "Einheit ·
Arbeit · Fortschritt"
- und ist überschrieben mit "Burundi. pas à pas"
(Burundi. Schritt für Schritt).
Seitlich des Titelfotos prangt der senkrechte Schriftzug "Sommaire"
(Zusammenfassung). Das große seitenbreite Foto zeigt auf
einem Feld arbeitende Uniformierte, zwei in grün gekleidete
Soldaten und zwei blau uniformierte Polizisten, letztere tragen
Waffen auf dem Rücken. Darunter in weißer Schrift auf
kräftig-grünem Grund: "Der Krieg ist vorbei. Die
Militärs und die Polizisten sind in die Entwicklungsarbeit
eingespannt. Auf dem Foto sieht man Polizisten und Militärs
beim Pflanzen von Bäumen in der Provinz Ngozi".
Darunter sind kleinere Fotos zu sehen, u. a. der Präsident
der Republik, gekleidet in einem Trainingsanzug einer bekannten
Marke, gestützt auf eine Harke, darunter die rhetorische
Frage "Die Gemeinschaftsarbeit aufgeben?".
Auf der zweiten Seite wird diese Frage beantwortet: Neben einem
vergrößerten Foto, das den Präsidenten wie oben
zeigt, steht zu lesen:
"Die Gemeinschaftsarbeiten sind ein großes Sprungbrett
in Richtung nationale Versöhnung. Wenn mehrere Personen von
unterschiedlichem Rang sich angesichts wechselnder Aufgaben jede
Woche wiedertreffem, dann hilft das bestimmten Verkrampfungen
Einhalt zu gebieten (...) [Auslassung im Original, J.K.]. Ich
selbst finde mich jeden Samstag unter alten Kameraden wieder und
ich gewinne neue Freunde". ·
(Vgl.
Burundi. Bulletin d'informations des Institutions,
ÜF:
J.K.) |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus ©
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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