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Foto: Yasmina Khadra
MOHAMMED MOULESSEHOUL
(*1955)
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L'équation africaine
Roman, im frz. Original



L'olympe des infortunes
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Die Schuld des Tages
an die Nacht
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Ce que le jour doit à la nuit
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INHALT: Morituri, Doppelweiß
u. Herbst der Chimären













COUSINE K
(in frz. Sprache)




LA PART DU MORT
(in frz. Sprache)




WOVON DIE WÖLFE
TRÄUMEN - AUDIO-CD



MORITURI - AUDIO-CD




CE QUE LE JOUR DOIT
À LA NUIT, Roman 2008
(in frz. Sprache)
Inhalt siehe hier

 

 

 

 


 

 

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YASMINA KHADRA (*1955)

1955
Am 10. Januar wird Mohammed Moulessehoul als Sohn eines Krankenpflegers und einer Nomadin im algerischen Wüstenort Kenadza geboren.

1956
Der Vater[0] schließt sich wieder den Reihen der Nationalen Befreiungsarmee (ALN) an, wird zwei Jahre später verwundet und 1959 Offizier in der ALN.

1964
Im Alter von 9 Jahren wird Mohammed von seinem Vater "einer militärischen Kadettenschule (Ecole Nationale des Cadets de la Révolution) anvertraut, um aus ihm einen Offizier zu machen"[0].

DAS AKTUELLE BUCH:
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DIE SCHULD DES TAGES AN DIE NACHT
Zur Kurzbeschreibung
1973
Vollendung der - ersten - Erzählungssammlung, die elf Jahre später unter dem Titel Houria erscheinen wird.
1975
Weitere militärische Ausbildung an der l'Académie Militaire Inter-armes in Cherchell, die er drei Jahre später im Rang eines Unterleutnants verlässt, um den kämpfenden Einheiten an der westllichen Front beizutreten[0].
1984
Bibliografische Angabe Amen, Paris 1984 (Selbstverlag).
Bibliografische Angabe Houria, Kurzgeschichten. Algier 1984.
1985
Bibliografische Angabe La fille du pont (Das Mädchen von der Brücke), Roman, Entreprise Nationale du Livre.
1986
Bibliografische Angabe El-Kahira: cellule de la mort (El-Kahira [1]: Zelle des Todes), Roman. Algier 1986.
1988
Bibliografische Angabe De l'autre côté de la ville (Von der anderen Seite des Dorfes), Roman, Paris 1988.
1989
Algerischer Erlass zur Verpflichtung Militärangehöriger, schriftliche Erzeugnisse vor einer Publikation einer Zensurbehörde zu unterbreiten.[2]
Bibliografische Angabe Le privilège du phénix (Das Privileg des Phönix'), "Vagabondage der Initiation" im postkolonialen
Algerien. Algier 1989. Veröffentlicht unter eigenem Namen: Mohammed Moulessehoul.
1990
Zwangsversetzung nach Tamanrasset zur algerischen-marokkanischen Grenze.
Bibliografische Angabe Le Dingue au Bistouri [3], Algier 1980. Roman, den der Autor unter dem Pseudonym Commissaire Llob (Der erste Fall des Kommissars, eine mysteriöse Mordserie) veröffentlicht, um den oben angeführten Erlass zu umgehen.
1993
Bibliografische Angabe La Foire des Enfoirés, Roman. Algier 1993, veröffentlicht unter dem Pseudonym Commissaire Llob.
1997
Bibliografische Angabe Morituri (dt: Morituri, Übersetzung: Regina Keil-Sagawe u. Bernd Ziermann. Innsbruck 1999; Neuauflage: Zürich 2001; enthalten in: Die Algier-Trilogie. Zürich 2006), Roman. Paris 1997. [4]
Bibliografische Angabe Double Blanc (dt: Doppelweiss, Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Innsbruck 2000, Neuauflage: Zürich 2002; enthalten in: Die Algier-Trilogie. Zürich 2006), Roman. Paris 1997.
1998
Bibliografische Angabe L'Automne des chimères (dt: Herbst der Chimären, Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Innsbruck 2001, Neuauflage: Zürich 2002; enthalten in: Die Algier-Trilogie. Zürich 2006), Roman. Paris 1998.
Bibliografische Angabe Les Agneaux du Seigneur (dt: Die Lämmer des Herrn. Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Berlin 2004), Roman. Paris 1998. - Die Erzählung dreier völlig unterschiedlicher Freunde, die der Enge ihres Dorfes zu entgehen suchen. Das Buhlen um die selbe junge Frau und der Versuch, erwachsen zu werden: Einer von ihnen wählt den Weg der religiös motivierten Gewalt.

1999
Bibliografische Angabe A quoi rêvent les loups (dt: Wovon die Wölfe träumen, Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Berlin 2002), Roman. Paris 1999. - In diesem Buch wird die Entwicklung eines jungen Mannes beschrieben, der an der Verwirklichung seiner Träume scheitert und sich schließlich als Gewalttäter im islamischen Widerstand wiederfindet.
Absatz Mohammed Moulessehoul eröffnet im September in einem Interview mit Le Monde, dass sich hinter dem weiblichen Pseudonym Yasmina Khadra ein Mann verberge.

2000
quittiert Yasmina Khadra (nach fast 36 Jahren Zugehörigkeit im Grad eines Majors[0]) den Dienst in der algerischen Armee.
Absatz Im Dezember
geht er mit seiner Familie nach Frankreich ins Exil.

2001
Nach einem kurzen Aufenthalt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Mexiko lässt Yasmina Khadra sich mit seiner Familie endgültig in Frankreich nieder, in Aix-en-Provence.
Bibliografische Angabe L'Écrivain, Julliard, Paris, Autobiographie, in der er seine wahre Identität enthüllt.

Absatz Das internationale Schriftstellerparlament (International Parliament of Writers, IPW) nimmt die Zusage zurück, Yasmina Khadra samt Familie die ersten zwei Jahre im Exil zu unterstützen.[5]

Absatz Reisen in Europa, u.a. Deutschland, wo er als Star der Frankfurter Buchmesse gefeiert wird.
Absatz
Ankündigung in einem Interview [6], Kommissar Llob wieder auferstehen zu lassen.

2002
Bibliografische Angabe L'Imposture des Mots (Die trügerischen Worte), Essay über den literarischen Markt im Westen; gleichzeitig eine Art persönlicher Abrechnung.
Bibliografische Angabe Les hirondelles de Kaboul (Die Schwalben von Kabul, Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Berlin 2003)[7], Roman, Paris. - Vor dem Hintergrund der anachronistischen Atmosphäre im Afghanistan der Taliban wird die Geschichte zweier ungleicher Paare geschildert. Die Schlichtheit des Erzählstils erinnert an ein klassisches orientalisches Märchen.
Absatz PLATZ 2 beim DEUTSCHEN KRIMI PREIS 2002 in der Sparte INTERNATIONAL
Absatz Interview in der Literaturbeilage der Zeit über Islamismus und das Bild des Menschen in
Algerien.
2003
Tätigkeit als Kolumnist bei der algerischen [8] Tageszeitung Le Matin, wo er neben der algerischen Innenpolitik die Vorbereitung und Durchführung der Irakoffensive kritisch begleitet.[9]
Mai
Absatz erhält Yasmina Khadra den Hauptpreis der alger. literar. Vereinigung Aslia (littéraires de l’Association des libraires algériens).
Bibliografische Angabe Cousine K., Roman. Paris 2003.- In der Abgeschiedenheit eines von Mauern umgebenen Anwesens erwartet der Protagonist gemeinsam mit seiner Mutter die Ankunft die Ankunft des älteren Sohnes. Gepeinigt von fehlender Emotion der Mutter und einer nie abgelegten Liebe, flüchtet er in die Erinnerungen seiner Kindheit, als die zunächst für seine Mutter bestimmte Liebe sich seiner Cousine K. zuwendete.
2004
Bibliografische Angabe La Part du mort[10], (dt: Nacht über Algier; Übersetzung: Frauke Rother. Berlin 2006), Roman. Paris 2004.- Vor dem Hintergrund der großen Unruhen des Jahres 1988 und noch bevor sich die Islamische Front durchsetzen kann, wird Kommissar Llob auf die Spur eines begnadigten psychopathischen Gewalttäters gesetzt. Gleichzeitig versucht er seinen Assistenten vor den Machenschaften eines gewissen Haj Thobane, einem der mächtigsten Männer Algiers zu bewahren in dessen Geliebte sich Llobs rechte Hand Lino verliebt hat. Die Ermittlungen führen ihn ins algerische Hinterland, in die Geschehnisse einer Augustnacht des Jahres 1962, als eine ganze Familie hingeschlachtet wurde. Kommissar Llob wäre nicht Kommissar Llob würde er nicht - neben der Untersuchung eines Kriminalfalls - gleichzeitig die algerische Gesellschaft sezieren.
Absatz Für La Part du mort wird Yasmina Khadra mit dem französischen Prix du Meilleur Polar Francophone 2004 ausgezeichnet.
2005
Am 10. Januar wird Yasmina Khadra 50 Jahre alt.
Bibliografische Angabe L'Attentat (dt: Die Attentäterin. Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. München Wien 2006), Roman[11]. Paris 2005. - Um Chirurg zu werden, hat Dr. Amine Jaafari auf Vieles verzichten müssen. Der naturalisierte Israeli entstammt einer Beduinenfamilie und arbeitet in Tel Aviv. Eines Tages werden die Opfer eines Selbsmordanschlags ins Krankenhaus eingeliefert. Es stellt sich heraus, dass eines der Opfer seine Frau Sihem ist, und mehr und mehr Anzeichen deuten auf sie als Urheberin des Anschlags. Vollkommen konsterniert und ungläubig begibt sich der Ich-Erzähler auf die Suche nach Gründen - zunächst in seinen eigenen Erinnerungen, dann in die äußere Welt der autonomen palästinensischen Städte Betlehem und Dschenin -, die seine von allen respektierte, dem Leben zusprechende Ehefrau zu einer solchen Tat bewogen haben könnten.
Absatz The Swallows of Kabul (dt: Die Schwalben von Kabul) findet Aufnahme in die renommierte Liste der Notable Books of ALA (American Library Association) 2005.
Absatz Ausgezeichnet mit dem französischen Prix littéraire Beur FM Méditerranée 2005 für La Part du mort.
2006
The Swallows of Kabul wird für den IMPAC-Dublin Literaturpreis 2006 nominiert (Longlist).
Absatz L'Attentat wird in Paris im Rahmen des 26. Pariser Buchmarktes mit dem mit 5.000 € dotierten Literaturpreis Prix Tropiques der Agence française de développement ausgezeichnet.
Absatz L'Attentat wird mit dem französischen Buchhändlerpreis, dem 52. Prix des libraires[12] ausgezeichnet.
Absatz Im Sept. ist Yasmina Khadra Gast des 6. Internationalen Literaturfestivals in Berlin.
Bibliografische Angabe La rose de Blida[13] (Die Rose von Blida), Erz. Paris 2006.
Bibliografische Angabe Les sirènes de Bagdad (dt: Die Sirenen von Bagdad. Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. München Wien 2008), Roman. Paris 2006.- Der Protagonist, ein junger Iraker geht im Jahre 2002 nach Bagdad, um dort zu studieren. Doch die us-amerikanische Invasion zwingt ihn zurück in sein Dorf. Mehrere Monate vegetiert er dahin und erlebt die Reden der Menschen im Dorf, die sich in drei Lager spalten: die Anhänger des alten Saddam-Regimes, diejenigen, die alles von den Amerikanern erhoffen und in Anhänger des radikalen Islamismus. Eines Tages ereignet sich in der Nähe ein Attentat, worauf die Dörfler von GI's brutal aus ihren Häusern getrieben werden, zu ihnen gehört auch der halbnackte Vater des Protagonisten. Die Demütigung seines Vaters lässt ihn in die vom Bürgerkrieg zerrissene Hauptstadt fliehen, wo er leichte Beute der Isalmisten wird. Er stellt seinen Körper zur Verfügung, um eine Katastrophe auszulösen, gegen die sich die vom 11. September im Vergleich harmlos ausnehmen wird.
2007
"Ich hasse niemanden", äußert Yasmina Khadra in einem Interview Anfang des Jahres für die taz[14].
Absatz Im Nov. übernimmt Yasmina Khadra den Vorsitz des algerischen Kulturzentrums (Centre Culturel Algérien) in Paris.
2008
Bibliografische Angabe Ce Que le Jour Doit a la Nuit[15] (dt: Die Schuld des Tages an die Nacht. Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Berlin 2010), Roman. Paris 2008. - Die Handlung des Romans umspannt mehrere Jahrzehnte und endet mit den letzten Kämpfen um die Unabhängigkeit Algeriens im Jahre 1962. Die Geschichte beginnt mit dem 9jährigen Younes, der von seinem verschuldeten Vater in die Obhut dessen Bruders gegeben wird. Der Junge wächst nun bei Onkel und Tante in einem kleinen Dorf bei Oran auf und wird auf den Namen Jonas christlich getauft. Mit der Zeit entwickelt er eine tiefe Freundschaft zu den Kindern der ansässigen französischen Kolonisten. Als 1954 der Konflikt zwischen den Kolonisten und den Einheimischen eskaliert, weigert sich Younes/Jonas seine Freundschaft zu den sog. Pied-noir, den Algerienfranzosen, aufzugeben, und er kämpft um seine Liebe zu Émilie.
Absatz Yasmina Khadra boykottiert die 28. Pariser Buchmesse Salon du livre, bei der Israel zu Ehren des 60. Jahrestages der Staatsgründung Ehrengast ist[16].
Absatz Yasmina Khadra wird für seinen Roman Ce Que le Jour Doit a la Nuit mit dem französischen Leserpreis Le Prix France Télévisions ausgezeichnet.
2010
Bibliografische Angabe L'Olympe des Infortunes (Olymp der Unglücklichen), Roman. Paris 2010.
2011
Bibliografische Angabe L' Équation Africaine (Die afrikanische Gleichung), Roman. Paris 2011.
Yasmina Khadra lebt mit seiner Familie in Aix-en-Provence.
STIMMEN:
"After September 11, Khadra's writing appears horribly prophetic." Giles Tremlett in The Guardian
"Yasmina Khadra est le plus Américain des écrivains francophones." Boura Gouni
"Über die Autorin weiß man nichts, es gibt keine biographischen Angaben, kein Gesicht. Aber das ist nichts Neues, schließlich sind Pseudonyme bei Krimiautoren keine Seltenheit: Wer sich im Dreck wälzt, beschmutzt seinen Namen, und es sind nicht gerade harmlose Niederungen, in die Yasmina Khadra ('grüne Jasminblüte') in ihren Romanen hinabsteigt." Fatma Zohra Zamoum, Historikerin und Schrifstellerin, März 1999 in Le Monde diplomatique (Übersetzung aus dem Französischen: J.K.)
"Diese Gestalt (Kommissar Llob) hat mir während des Krieges moralisch sehr geholfen. Er war mein Freund, er hat die Mitternacht erträglich gemacht, denn ich konnte nicht mehr schlafen. Ich hatte furchtbare Albträume. Jeden Tag habe ich Freunde verloren, ich war traumatisiert von Szenen, die ich erlebt hatte: Massaker, zerstückelte Kinder. Trotzdem bin ich Soldat geblieben, denn man musste kämpfen. Wenn ein Kind getötet wird, kann der Ewachsene nicht sagen, er hat Angst, oder er ist entsetzt. Er muss zuerst das Kind beschützen. Erst wenn die Bedrohung vorüber ist, darf man weinen." Khadra über Khadra
ANMERKUNGEN:

0) Information, die vom Autor selbst für die - im biografischen Teil spärlich gehaltene - offizielle französisch-sprachige Website zur Verfügung gestellt wurde.

1) ägypt.-arab.: der/die Siegreiche (Eigenname Kairos)

2) Anlass für Mohammed Moulessehoul, als Pseudonym die beiden Vornamen seiner Ehefrau anzunehmen: Yasmina Khadra ("grüne Jasminblüte")

3) Wortspiel, in etwa: Der Verrückte unterm Skalpell.
Kommissar Llob erhält den Anruf eines mysteriösen Journalisten, der ihm sagt, es würde ein Mord geschehen, der erste in einer Reihe von Morden. Ein Perverser, ein Verrückter? Kommissar Llob glaubt nicht daran. Der Täter geht minutiös vor. Er foltert seine Opfer, er reißt ihnen das Herz heraus und hinterlässt einen schwarzen Stern.

4) Der 3. Roman in der Kommissar Llob-Reihe und der 1. einer Trilogie (mit Doppelweiss u. Herbst der Chimären) unter dem Pseudonym Yasmina Khadra. Mit dieser Trilogie erreichte Yasmina Khadra über den französischen den internationalen Buchmarkt. - In Morituri kritisiert Khadra massiv die Korruption in Algerien. Bedeutenden Persönlichkeiten des Landes wird vorgeworfen, soziale Widersprüche zu benutzen, um eigene (Macht- und Finanz-)Interessen zu befriedigen.

5) Ausgelöst wird diese Entscheidung nach dem Erscheinen des Buches La sale guerre (Der dreckige Krieg) des algerischen Unterleutnants Habib Souaïdia, in dem dieser die Algerische Armee der Teilnahme an Massakern an der Zivilbevölkerung beschuldigt. Trotz gegenteiliger Beteuerungen Y.K's. schlägt die Stimmung gegen den ehemaligen Offizier in der westlichen, insbesondere der französischen Presse um. - Aus einem Bericht des britischen The Guardian v. 03.01.02 geht hervor, nicht das IPW, sondern Yasmina Khadra selbst hätte die Bindung gelöst, es sei alles ein Missverständnis. Das IPW habe 25 bedrohte Schriftsteller unter seinem Schutz, die Organisation sei nicht gegründet worden, um Schriftsteller zu zensieren.

6) Der Ich-Erzähler, Kommissar Llob, starb im letzten Teil der Llob-Trilogie. (Das Interview führte Bernard Strainchamps für den salon du livre in Frankreich, 2001.)

7) Nicht nur bei uns zu Lande fand dieser Roman große Beachtung. Mit der wörtlichen Übertragung des Titels ins Amerikanische "The Swallows of Kabul" fand er große Beachtung auch in der Kritik in den Vereinigten Staaten (J.M. Coetzee beispielsweise reiht sich mit seiner Besprechung ein in die Lobeshymnen, er sagt: "Yasmina Khadras Kabul ist die Hölle auf Erden, ein Ort des Hungers, der Langeweile und der unterdrückten Furcht...") und einen Spitzenplatz im Verkauf der übersetzten Bücher.

8) Eintrag am 26.03.04 berichtigt: Fälschlicherweise wurde bis zu diesem Datum die Tageszeitung "Le Matin" als ihr französisch Gegenstück bezeichnet.- Khadras Kritik an Bush im algerischen Le Matin gipfelte am 04.05.03 in der Feststellung: "... nach dem McCarthyismus haben wir es nun mit einer Bushmania zu tun".

10) Das erste Buch Khadras, das außerhalb Algeriens geschrieben wurde, in Mexiko, der Übergangsstation ins französische Exil. Kommissar-Llob-Anhänger dürfen sich freuen, der kratzbürstige Ermittler - und mit ihm sein ganzes Team - ist wieder auferstanden, nachdem er ja bekanntlich im letzten Teil der Kommissa-Llob-Trilogie einem Anschlag zum Opfer gefallen war. In Frankreich wurde das Original bereits mit zwei Preisen geehrt.

11) Random-House, die Bertelsmann-Tochter, steigt ins Filmgeschäft ein und plant eine Verfilmung des Romans (engl. Titel The Attack), Produktion: John Wells.

12) L'Attentat erhielt 362 von 562 Stimmen. Neben Yasmina Khadra waren in der Endauswahl Denis Guedj (Frankreich/Algerien) mit Zéro ou Les cinq vies d’Aémer und der Tunesier Hédi Kaddour mit seinem bei Gallimard erschienenen Erstlingsroman Waltenberg.

13) La rose de Blida, diese autobiografische Erzählung einer (Kinder-)Liebe von Yasmina Khadra hat nichts gemein mit dem gleichnamigen Gedicht des alger. Autors Kateb Yacine, das von dessen Mutter handelt; sie erlitt einen Nervenzusammenbruch in dem Glauben, ihr Sohn sei bei den Unabhängigkeitsdemonstrationen im Jahre 1945 ums Leben gekommen, in Wahrheit war er arretiert worden.

14) Anlässlich eines Interviews zum Roman Die Attentäterin heißt es: "Sie waren während des Bürgerkriegs selber Offizier der Armee: Wen haben Sie mehr gehasst, die Islamisten oder die von ihnen als korrupt geschilderte algerische Staatselite?" Khadras Antwort: "Erst einmal: Ich hasse niemanden. Ich befinde mich nicht im Zustand des Hasses, sondern im Kummer. Mein Land ist im Begriff, sich in Rauch aufzulösen. Der Hass hat noch nie Dinge positiv gelöst. Ich habe vielmehr immer betont, gerade in Frankreich, dass die Islamisten zunächst auch Opfer gewesen sind. Die Machteliten, Korruption und Inkompetenz sowie der Ausschluss der Jugend sind in Algerien verantwortlich für die Entwicklung ...". In der Folge wird Khadras Zugehörigkeit zur Armee erneut thematisiert: "Kann ein Offizier einer Armee, die sicherlich in ihrem Antiterrorkampf auch schwere Menschenrechtsverbrechen begangen hat, als Schriftsteller ein glaubwürdiger Botschafter des Humanismus sein?" Khadras Gegenfrage: "Auf welcher Basis wagen Sie zu sagen, dass die algerische Armee Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat?" Die taz-Interviewer entgegnen: "Aufgrund von Amnesty-international-Berichten, den internationalen Medien …" Yasmina Khadra setzt an, dagegenzuhalten und geht dann dazu über, auf den Anlass des Interviews zu verweisen: "Ich habe einen Insiderblick und ich bin nicht hierher gekommen, um die Armee zu verteidigen. Lassen Sie uns über mein neues Buch zu sprechen. Alles andere kotzt mich an!" Auf die Entgegnung seitens der taz, Journalisten müssten auch unangenehme Fragen stellen …, beschwert sich Khadra, dass man ihm seit fünf Jahren immer die gleichen Fragen stelle! Und: "Aber nicht alle Armeen sind Naziarmeen. Wir sind Muslime in Algerien. Achtzig Prozent der algerischen Armee besteht aus einer Einberufungsarmee. Das sind fast noch Kinder, die gar nicht wissen, was töten ist. Und um diese Kinder zu töten, muss ein Islamist schon ein Verrückter sein. Ich habe im Krieg gekämpft. Es ermüdet mich, hier darüber zu sprechen. Ich will über meinen neuen Roman reden und über nichts anderes! " - Vgl. "Ich will kein Held sein", im Untertitel heißt es reißerisch "Ein Gespräch über Islamisten, Machteliten und 'den' Westen - Wutausbruch inbegriffen" Interview v. Andreas Fanizadeh / Dorothea Marcus für die tageszeitung v. 5.01.2007.

15) In Frankreich ist dem Roman Ce Que le Jour Doit a la Nuit bereits ein großer Erfolg beschieden. Seit seinem Erscheinen vor ca. einem halben Jahr sind bereits 200.000 Exemplare verkauft worden. - 02/2009).

16
) Zum Boykott hatte der palästinensische Schriftstellerverband und die Islamische Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur aufgerufen und viele islamisch geprägte Länder vom Libanon bis Iran sind ihm gefolgt. Doch Yasmina Khadra sagt in einem Interview mit einer algerischen Tageszeitung, seine Entscheidung hätte persönliche Gründe und nichts mit der "Boykottwelle der Mehrheit der arabischen und algerischen Autoren" zu tun. Khadras algerischer Schriftstellerkollege Boualem Sansal ist gegen diesen Boykott, er findet ihn - wie auch andere arabische Kollgegen "peinlich" und "lamentabel". Allerdings sieht er in ihm eine Reaktion auf die befürchtete von Frankreich unter Sarkozy womöglich angesteuerte Wende der Außenpolitik gegenüber der arabischen Welt. - Vgl. El Khabar v. 15.03.08 und DER SPIEGEL v. 14.03.08.
LINKS:
Yasmina Khadra in deutschsprachigen Verlagen: Aufbau-Verlag
Haymon-Verlag
Unionsverlag
Ullstein Verlag
im französischsprachigen Verlag:
L'Harmattan
Yasmina Khadra in der Afrika-Chronik der Marabout-Seite:
Algerien in der Landeschronik der Marabout-Seite
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REZENSIONEN
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