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MOHAMMED
MOULESSEHOUL
(*1955) |
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L'équation africaine
Roman, im frz. Original
L'olympe des infortunes
Roman,
im frz. Original
Die Schuld des Tages
an die Nacht
Audio-CD
Ce que le jour doit à la nuit
Audio-CD in frz. Sprache
Inhalt siehe unten
INHALT: Morituri, Doppelweiß
u. Herbst der Chimären
COUSINE K
(in frz. Sprache)
LA PART DU MORT
(in frz. Sprache)
WOVON
DIE WÖLFE
TRÄUMEN - AUDIO-CD
MORITURI - AUDIO-CD
CE QUE LE JOUR DOIT
À LA NUIT, Roman 2008
(in frz. Sprache)
Inhalt siehe hier
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Bücher v. YASMINA KHADRA
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| 1955
Am 10. Januar wird Mohammed Moulessehoul als Sohn eines
Krankenpflegers und einer Nomadin im algerischen Wüstenort
Kenadza geboren.
1956
Der Vater[0]
schließt sich wieder den Reihen der Nationalen Befreiungsarmee
(ALN) an, wird zwei Jahre später verwundet und 1959
Offizier in der ALN.
1964
Im Alter von 9 Jahren wird Mohammed von seinem Vater "einer
militärischen Kadettenschule (Ecole Nationale des
Cadets de la Révolution) anvertraut, um aus ihm einen
Offizier zu machen"[0]. |
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1973
Vollendung der - ersten - Erzählungssammlung, die elf Jahre
später unter dem Titel Houria erscheinen wird. |
1975
Weitere militärische Ausbildung an der l'Académie Militaire
Inter-armes in Cherchell, die er drei Jahre später im
Rang eines Unterleutnants verlässt, um den kämpfenden
Einheiten an der westllichen Front beizutreten[0]. |
1984
Amen, Paris 1984 (Selbstverlag).
Houria, Kurzgeschichten. Algier 1984. |
1985
La fille du pont (Das Mädchen von der Brücke), Roman,
Entreprise Nationale du Livre. |
1986
El-Kahira: cellule de la mort (El-Kahira [1]:
Zelle des Todes), Roman. Algier 1986. |
1988
De l'autre côté de la ville (Von der anderen Seite
des Dorfes), Roman, Paris 1988. |
1989
Algerischer Erlass zur Verpflichtung Militärangehöriger,
schriftliche Erzeugnisse vor einer Publikation einer Zensurbehörde
zu unterbreiten.[2]
Le privilège du phénix (Das Privileg des Phönix'), "Vagabondage
der Initiation" im postkolonialen Algerien.
Algier 1989. Veröffentlicht unter eigenem Namen: Mohammed
Moulessehoul. |
1990
Zwangsversetzung nach Tamanrasset zur algerischen-marokkanischen
Grenze.
Le Dingue au Bistouri [3],
Algier 1980. Roman, den der Autor unter dem Pseudonym Commissaire
Llob (Der erste Fall des Kommissars, eine mysteriöse
Mordserie) veröffentlicht, um den oben
angeführten Erlass zu umgehen. |
1993
La Foire des Enfoirés, Roman. Algier 1993, veröffentlicht
unter dem Pseudonym Commissaire Llob. |
1997
Morituri (dt: Morituri,
Übersetzung: Regina Keil-Sagawe u. Bernd Ziermann. Innsbruck
1999; Neuauflage: Zürich 2001; enthalten in: Die Algier-Trilogie.
Zürich 2006), Roman. Paris 1997. [4]
Double Blanc (dt: Doppelweiss,
Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Innsbruck 2000, Neuauflage:
Zürich 2002; enthalten in: Die Algier-Trilogie. Zürich
2006), Roman. Paris 1997. |
1998
L'Automne des chimères (dt: Herbst
der Chimären, Übersetzung: Regina Keil-Sagawe.
Innsbruck 2001, Neuauflage: Zürich 2002; enthalten in: Die
Algier-Trilogie. Zürich 2006), Roman. Paris 1998.
Les Agneaux du Seigneur (dt: Die Lämmer des
Herrn. Übersetzung: Regina Keil-Sagawe. Berlin 2004),
Roman. Paris 1998. - Die Erzählung dreier völlig unterschiedlicher
Freunde, die der Enge ihres Dorfes zu entgehen suchen. Das Buhlen
um die selbe junge Frau und der Versuch, erwachsen zu werden:
Einer von ihnen wählt den Weg der religiös motivierten
Gewalt. |
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1999
A quoi rêvent les loups (dt: Wovon
die Wölfe träumen, Übersetzung:
Regina Keil-Sagawe. Berlin 2002), Roman. Paris 1999. - In diesem
Buch wird die Entwicklung eines jungen Mannes beschrieben, der
an der Verwirklichung seiner Träume scheitert und sich
schließlich als Gewalttäter im islamischen Widerstand
wiederfindet.
Mohammed Moulessehoul eröffnet im September in einem Interview
mit Le Monde, dass sich hinter dem weiblichen Pseudonym
Yasmina Khadra ein Mann verberge. |
2000
quittiert Yasmina Khadra (nach fast 36 Jahren Zugehörigkeit
im Grad eines Majors[0])
den Dienst in der algerischen Armee.
Im Dezember geht
er mit seiner Familie nach Frankreich ins Exil. |
| 2001
Nach einem kurzen Aufenthalt mit seiner Frau und seinen drei
Kindern in Mexiko lässt Yasmina Khadra sich mit seiner
Familie endgültig in Frankreich nieder, in Aix-en-Provence.
L'Écrivain, Julliard, Paris, Autobiographie,
in der er seine wahre Identität enthüllt.
Das
internationale Schriftstellerparlament (International Parliament
of Writers, IPW) nimmt die Zusage zurück, Yasmina Khadra
samt Familie die ersten zwei Jahre im Exil zu unterstützen.[5]
Reisen in Europa, u.a. Deutschland, wo er als Star der Frankfurter
Buchmesse gefeiert wird.
Ankündigung
in einem Interview [6],
Kommissar Llob wieder auferstehen zu lassen. |
2002
L'Imposture des Mots (Die trügerischen Worte),
Essay über den literarischen Markt im Westen; gleichzeitig
eine Art persönlicher Abrechnung.
Les hirondelles de Kaboul
(Die
Schwalben von Kabul, Übersetzung: Regina Keil-Sagawe.
Berlin 2003)[7],
Roman, Paris. - Vor dem Hintergrund der anachronistischen Atmosphäre
im Afghanistan der Taliban wird die Geschichte zweier ungleicher
Paare geschildert. Die Schlichtheit des Erzählstils erinnert
an ein klassisches orientalisches Märchen.
PLATZ 2 beim DEUTSCHEN KRIMI PREIS 2002 in der Sparte
INTERNATIONAL
Interview in der Literaturbeilage der Zeit über Islamismus
und das Bild des Menschen in Algerien. |
2003
Tätigkeit als Kolumnist bei der algerischen
[8]
Tageszeitung Le Matin, wo er neben der algerischen Innenpolitik
die Vorbereitung und Durchführung der Irakoffensive kritisch
begleitet.[9]
Mai
erhält Yasmina Khadra den Hauptpreis der alger. literar.
Vereinigung Aslia (littéraires de l’Association
des libraires algériens).
Cousine K., Roman. Paris 2003.- In der Abgeschiedenheit eines
von Mauern umgebenen Anwesens erwartet der Protagonist gemeinsam
mit seiner Mutter die Ankunft die Ankunft des älteren Sohnes.
Gepeinigt von fehlender Emotion der Mutter und einer nie abgelegten
Liebe, flüchtet er in die Erinnerungen seiner Kindheit, als
die zunächst für seine Mutter bestimmte Liebe sich seiner
Cousine K. zuwendete. |
2004
La
Part du mort[10],
(dt: Nacht
über Algier; Übersetzung: Frauke Rother.
Berlin 2006), Roman. Paris 2004.- Vor dem Hintergrund der großen
Unruhen des Jahres 1988 und noch bevor sich die Islamische Front
durchsetzen kann, wird Kommissar Llob auf die Spur eines begnadigten
psychopathischen Gewalttäters gesetzt. Gleichzeitig versucht
er seinen Assistenten vor den Machenschaften eines gewissen Haj
Thobane, einem
der mächtigsten Männer Algiers zu bewahren in dessen
Geliebte sich Llobs rechte Hand Lino verliebt hat. Die Ermittlungen
führen ihn ins algerische Hinterland, in die Geschehnisse
einer Augustnacht des Jahres 1962, als eine ganze Familie hingeschlachtet
wurde. Kommissar Llob wäre nicht Kommissar
Llob würde er nicht - neben der Untersuchung eines
Kriminalfalls - gleichzeitig die algerische Gesellschaft sezieren.
Für La Part du mort wird Yasmina Khadra mit dem französischen
Prix du Meilleur Polar Francophone 2004 ausgezeichnet. |
2005
Am 10. Januar wird Yasmina Khadra 50 Jahre alt.
L'Attentat
(dt: Die
Attentäterin. Übersetzung: Regina Keil-Sagawe.
München Wien 2006), Roman[11].
Paris 2005. - Um Chirurg zu werden, hat Dr. Amine Jaafari auf
Vieles verzichten müssen. Der naturalisierte Israeli entstammt
einer Beduinenfamilie und arbeitet in Tel Aviv. Eines Tages werden
die Opfer eines Selbsmordanschlags ins Krankenhaus eingeliefert.
Es stellt sich heraus, dass eines der Opfer seine Frau Sihem ist,
und mehr und mehr Anzeichen deuten auf sie als Urheberin des Anschlags.
Vollkommen konsterniert und ungläubig begibt sich der Ich-Erzähler
auf die Suche nach Gründen - zunächst in seinen eigenen
Erinnerungen, dann in die äußere Welt der autonomen
palästinensischen Städte Betlehem und Dschenin -, die
seine von allen respektierte, dem Leben zusprechende Ehefrau zu
einer solchen Tat bewogen haben könnten.
The Swallows of Kabul (dt: Die Schwalben von Kabul)
findet Aufnahme in die renommierte Liste der Notable Books
of ALA (American Library Association) 2005.
Ausgezeichnet mit dem französischen Prix littéraire
Beur FM Méditerranée 2005 für La Part
du mort. |
2006
The Swallows of Kabul wird für
den IMPAC-Dublin Literaturpreis 2006 nominiert (Longlist).
L'Attentat
wird in Paris im Rahmen des 26. Pariser Buchmarktes
mit dem mit 5.000 € dotierten Literaturpreis Prix Tropiques
der Agence française de développement
ausgezeichnet.
L'Attentat
wird mit dem französischen
Buchhändlerpreis, dem 52. Prix des libraires[12]
ausgezeichnet.
Im Sept. ist Yasmina Khadra Gast des 6. Internationalen Literaturfestivals
in Berlin.
La rose de Blida[13]
(Die
Rose von Blida), Erz. Paris 2006.
Les sirènes de Bagdad (dt: Die
Sirenen von Bagdad. Übersetzung: Regina Keil-Sagawe.
München Wien 2008), Roman. Paris 2006.- Der Protagonist,
ein junger Iraker geht im Jahre 2002 nach Bagdad, um dort zu studieren.
Doch die us-amerikanische Invasion zwingt ihn zurück in sein
Dorf. Mehrere Monate vegetiert er dahin und erlebt die Reden der
Menschen im Dorf, die sich in drei Lager spalten: die Anhänger
des alten Saddam-Regimes, diejenigen, die alles von den Amerikanern
erhoffen und in Anhänger des radikalen Islamismus. Eines
Tages ereignet sich in der Nähe ein Attentat, worauf die
Dörfler von GI's brutal aus ihren Häusern getrieben
werden, zu ihnen gehört auch der halbnackte Vater des Protagonisten.
Die Demütigung seines Vaters lässt ihn in die vom Bürgerkrieg
zerrissene Hauptstadt fliehen, wo er leichte Beute der Isalmisten
wird. Er stellt seinen Körper zur Verfügung, um eine
Katastrophe auszulösen, gegen die sich die vom 11. September
im Vergleich harmlos ausnehmen wird. |
2007
"Ich hasse niemanden", äußert Yasmina Khadra
in einem Interview Anfang des Jahres für die taz[14].
Im Nov. übernimmt Yasmina Khadra den Vorsitz des algerischen
Kulturzentrums (Centre Culturel Algérien) in Paris.
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2008
Ce Que le Jour Doit a la Nuit[15]
(dt: Die Schuld des Tages an die Nacht. Übersetzung:
Regina Keil-Sagawe. Berlin 2010), Roman. Paris 2008. - Die Handlung
des Romans umspannt mehrere Jahrzehnte und endet mit den letzten
Kämpfen um die Unabhängigkeit Algeriens im Jahre 1962.
Die Geschichte beginnt mit dem 9jährigen Younes, der von
seinem verschuldeten Vater in die Obhut dessen Bruders gegeben
wird. Der Junge wächst nun bei Onkel und Tante in einem kleinen
Dorf bei Oran auf und wird auf den Namen Jonas christlich getauft.
Mit der Zeit entwickelt er eine tiefe Freundschaft zu den
Kindern der ansässigen französischen Kolonisten. Als
1954 der Konflikt zwischen den Kolonisten und den Einheimischen
eskaliert, weigert sich Younes/Jonas seine Freundschaft zu den
sog. Pied-noir, den Algerienfranzosen, aufzugeben, und er kämpft
um seine Liebe zu Émilie.
Yasmina Khadra boykottiert die 28. Pariser Buchmesse Salon
du livre, bei der Israel zu Ehren des 60. Jahrestages der
Staatsgründung Ehrengast ist[16].
Yasmina Khadra wird für seinen Roman Ce
Que le Jour Doit a la Nuit mit dem französischen
Leserpreis Le Prix France Télévisions ausgezeichnet. |
2010
L'Olympe des Infortunes (Olymp der Unglücklichen), Roman.
Paris 2010. |
2011
L' Équation Africaine (Die afrikanische Gleichung),
Roman. Paris 2011. |
| Yasmina
Khadra lebt mit seiner Familie in Aix-en-Provence. |
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| "After
September 11, Khadra's writing appears horribly prophetic."
Giles Tremlett in The Guardian |
| "Yasmina
Khadra est le plus Américain des écrivains francophones."
Boura Gouni |
| "Über
die Autorin weiß man nichts, es gibt keine biographischen
Angaben, kein Gesicht. Aber das ist nichts Neues, schließlich
sind Pseudonyme bei Krimiautoren keine Seltenheit: Wer sich im
Dreck wälzt, beschmutzt seinen Namen, und es sind nicht gerade
harmlose Niederungen, in die Yasmina Khadra ('grüne Jasminblüte')
in ihren Romanen hinabsteigt." Fatma Zohra Zamoum, Historikerin
und Schrifstellerin, März 1999 in Le Monde diplomatique
(Übersetzung aus dem Französischen:
J.K.) |
| "Diese
Gestalt (Kommissar Llob) hat mir während des Krieges moralisch
sehr geholfen. Er war mein Freund, er hat die Mitternacht erträglich
gemacht, denn ich konnte nicht mehr schlafen. Ich hatte furchtbare
Albträume. Jeden Tag habe ich Freunde verloren, ich war traumatisiert
von Szenen, die ich erlebt hatte: Massaker, zerstückelte
Kinder. Trotzdem bin ich Soldat geblieben, denn man musste kämpfen.
Wenn ein Kind getötet wird, kann der Ewachsene nicht sagen,
er hat Angst, oder er ist entsetzt. Er muss zuerst das Kind beschützen.
Erst wenn die Bedrohung vorüber ist, darf man weinen."
Khadra über Khadra |
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| 0)
Information, die vom Autor selbst für die - im biografischen
Teil spärlich gehaltene - offizielle französisch-sprachige
Website zur Verfügung gestellt wurde.
1) ägypt.-arab.:
der/die Siegreiche (Eigenname Kairos)
2) Anlass für
Mohammed Moulessehoul, als Pseudonym die beiden Vornamen seiner
Ehefrau anzunehmen: Yasmina Khadra ("grüne Jasminblüte")
3) Wortspiel,
in etwa: Der Verrückte unterm Skalpell.
Kommissar Llob erhält den Anruf eines mysteriösen
Journalisten, der ihm sagt, es würde ein Mord geschehen,
der erste in einer Reihe von Morden. Ein Perverser, ein Verrückter?
Kommissar Llob glaubt nicht daran. Der Täter geht minutiös
vor. Er foltert seine Opfer, er reißt ihnen das Herz heraus
und hinterlässt einen schwarzen Stern.
4) Der 3. Roman
in der Kommissar Llob-Reihe und der 1. einer Trilogie (mit Doppelweiss
u. Herbst der Chimären)
unter dem Pseudonym Yasmina Khadra. Mit dieser Trilogie erreichte
Yasmina Khadra über den französischen den internationalen
Buchmarkt. - In Morituri
kritisiert Khadra massiv die Korruption in Algerien. Bedeutenden
Persönlichkeiten des Landes wird vorgeworfen, soziale Widersprüche
zu benutzen, um eigene (Macht- und Finanz-)Interessen zu befriedigen.
5) Ausgelöst
wird diese Entscheidung nach dem Erscheinen des Buches La
sale guerre (Der dreckige Krieg) des algerischen Unterleutnants
Habib Souaïdia, in dem dieser die Algerische Armee der Teilnahme
an Massakern an der Zivilbevölkerung beschuldigt. Trotz
gegenteiliger Beteuerungen Y.K's. schlägt die Stimmung
gegen den ehemaligen Offizier in der westlichen, insbesondere
der französischen Presse um. - Aus einem Bericht des britischen
The Guardian v. 03.01.02 geht hervor, nicht das IPW,
sondern Yasmina Khadra selbst hätte die Bindung gelöst,
es sei alles ein Missverständnis. Das IPW habe 25 bedrohte
Schriftsteller unter seinem Schutz, die Organisation sei nicht
gegründet worden, um Schriftsteller zu zensieren.
6) Der Ich-Erzähler,
Kommissar Llob, starb im letzten Teil der Llob-Trilogie. (Das
Interview führte Bernard Strainchamps für den salon
du livre in Frankreich, 2001.)
7) Nicht nur
bei uns zu Lande fand dieser Roman große Beachtung. Mit
der wörtlichen Übertragung des Titels ins Amerikanische
"The Swallows of Kabul" fand er große Beachtung
auch in der Kritik in den Vereinigten Staaten (J.M.
Coetzee beispielsweise reiht sich mit seiner Besprechung
ein in die Lobeshymnen, er sagt: "Yasmina Khadras Kabul
ist die Hölle auf Erden, ein Ort des Hungers, der Langeweile
und der unterdrückten Furcht...") und einen Spitzenplatz
im Verkauf der übersetzten Bücher.
8)
Eintrag am 26.03.04 berichtigt: Fälschlicherweise wurde
bis zu diesem Datum die Tageszeitung "Le Matin" als
ihr französisch Gegenstück bezeichnet.- Khadras Kritik
an Bush im algerischen Le Matin gipfelte am 04.05.03
in der Feststellung: "... nach dem McCarthyismus haben
wir es nun mit einer Bushmania zu tun".
10) Das erste
Buch Khadras, das außerhalb Algeriens geschrieben wurde,
in Mexiko, der Übergangsstation ins französische Exil.
Kommissar-Llob-Anhänger dürfen sich freuen, der kratzbürstige
Ermittler - und mit ihm sein ganzes Team - ist wieder auferstanden,
nachdem er ja bekanntlich im letzten Teil der Kommissa-Llob-Trilogie
einem Anschlag zum Opfer gefallen war. In Frankreich wurde das
Original bereits mit zwei Preisen geehrt.
11) Random-House,
die Bertelsmann-Tochter, steigt ins Filmgeschäft ein und
plant eine Verfilmung des Romans (engl. Titel The Attack),
Produktion: John Wells.
12) L'Attentat
erhielt 362 von 562 Stimmen. Neben Yasmina Khadra waren in der
Endauswahl Denis Guedj (Frankreich/Algerien) mit Zéro ou
Les cinq vies d’Aémer und der Tunesier Hédi Kaddour mit
seinem bei Gallimard erschienenen Erstlingsroman Waltenberg.
13) La rose
de Blida, diese autobiografische Erzählung einer (Kinder-)Liebe
von Yasmina Khadra hat nichts gemein mit dem gleichnamigen Gedicht
des alger. Autors Kateb
Yacine, das von dessen Mutter handelt; sie erlitt
einen Nervenzusammenbruch in dem Glauben, ihr Sohn sei bei den
Unabhängigkeitsdemonstrationen im Jahre 1945 ums Leben
gekommen, in Wahrheit war er arretiert worden.
14) Anlässlich
eines Interviews zum Roman Die Attentäterin heißt
es: "Sie waren während des Bürgerkriegs selber Offizier
der Armee: Wen haben Sie mehr gehasst, die Islamisten oder die
von ihnen als korrupt geschilderte algerische Staatselite?"
Khadras Antwort: "Erst einmal: Ich hasse niemanden.
Ich befinde mich nicht im Zustand des Hasses, sondern im Kummer.
Mein Land ist im Begriff, sich in Rauch aufzulösen. Der Hass
hat noch nie Dinge positiv gelöst. Ich habe vielmehr immer betont,
gerade in Frankreich, dass die Islamisten zunächst auch Opfer
gewesen sind. Die Machteliten, Korruption und Inkompetenz sowie
der Ausschluss der Jugend sind in Algerien verantwortlich für
die Entwicklung ...". In der Folge wird Khadras Zugehörigkeit
zur Armee erneut thematisiert: "Kann ein Offizier einer
Armee, die sicherlich in ihrem Antiterrorkampf auch schwere
Menschenrechtsverbrechen begangen hat, als Schriftsteller ein
glaubwürdiger Botschafter des Humanismus sein?" Khadras
Gegenfrage: "Auf welcher Basis wagen Sie zu sagen, dass
die algerische Armee Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen
hat?" Die taz-Interviewer entgegnen: "Aufgrund
von Amnesty-international-Berichten, den internationalen Medien
…" Yasmina Khadra setzt an, dagegenzuhalten und geht dann
dazu über, auf den Anlass des Interviews zu verweisen:
"Ich habe einen Insiderblick und ich bin nicht hierher
gekommen, um die Armee zu verteidigen. Lassen Sie uns über mein
neues Buch zu sprechen. Alles andere kotzt mich an!" Auf
die Entgegnung seitens der taz, Journalisten müssten
auch unangenehme Fragen stellen …, beschwert sich Khadra, dass
man ihm seit fünf Jahren immer die gleichen Fragen stelle! Und:
"Aber nicht alle Armeen sind Naziarmeen. Wir sind Muslime
in Algerien.
Achtzig Prozent der algerischen Armee besteht aus einer Einberufungsarmee.
Das sind fast noch Kinder, die gar nicht wissen, was töten ist.
Und um diese Kinder zu töten, muss ein Islamist schon ein Verrückter
sein. Ich habe im Krieg gekämpft. Es ermüdet mich, hier darüber
zu sprechen. Ich will über meinen neuen Roman reden und über
nichts anderes! " - Vgl. "Ich will kein Held sein", im
Untertitel heißt es reißerisch "Ein Gespräch
über Islamisten, Machteliten und 'den' Westen - Wutausbruch
inbegriffen" Interview v. Andreas Fanizadeh / Dorothea
Marcus für die tageszeitung
v. 5.01.2007.
15) In Frankreich
ist dem Roman Ce Que le Jour Doit a la Nuit bereits ein
großer Erfolg beschieden. Seit seinem Erscheinen vor ca.
einem halben Jahr sind bereits 200.000 Exemplare verkauft worden.
- 02/2009).
16) Zum Boykott hatte der palästinensische
Schriftstellerverband und die Islamische Organisation für
Erziehung, Wissenschaft und Kultur aufgerufen und viele
islamisch geprägte Länder vom Libanon bis Iran sind
ihm gefolgt. Doch Yasmina Khadra sagt in einem Interview mit
einer algerischen Tageszeitung, seine Entscheidung hätte
persönliche Gründe und nichts mit der "Boykottwelle
der Mehrheit der arabischen und algerischen Autoren" zu
tun. Khadras algerischer Schriftstellerkollege Boualem
Sansal ist gegen diesen Boykott, er findet ihn -
wie auch andere arabische Kollgegen "peinlich" und
"lamentabel". Allerdings sieht er in ihm eine Reaktion
auf die befürchtete von Frankreich unter Sarkozy womöglich
angesteuerte Wende der Außenpolitik gegenüber der
arabischen Welt. - Vgl. El Khabar v. 15.03.08 und DER
SPIEGEL v. 14.03.08.
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| Algerien
in der Landeschronik der Marabout-Seite |
| 2003
- 2011 © by Janko Kozmus |
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Assia Djebar, Algerien |
Boualem Sansal, Algerien |
Hamid Skif, Algerien |
Alaa al Aswani, Ägypten |
Gamal al-Ghitani, Ägypten |
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Miral al-Tahawi, Ägypten
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Tahar Ben Jelloun, Marokko |
Tarek Eltayeb, Sudan |
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Khalil Gibran, Libanon
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Mohammed Khaïr-Eddine, Marokko |
Sahar Khalifa,
Palästina |
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Abbas Khider, Irak/Deutschland
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Elias Khoury, Libanon
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Ibrahim al-Koni, Libyen
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Amin Maalouf, Libanon
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Nagib Machfus, Ägypten
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Alia Mamduch, Irak
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Nawal El Saadawi, Ägypten
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Rafik Schami, Syrien/Deutschland
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Ahdaf Soueif, Ägypten |
Najem Wali, Irak |
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Mustafa Zikri, Ägypten
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