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Quelle:
Sunday Times, South Africa             (SundayTimes SA)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©

 

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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
8. August 2004
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Südafrika ·  
Sunday Times, South Africa
In einem Artikel von Bonny Schoonakker berichtet die südafrikanische Zeitung Sunday Times von  Nadine Gordimers Rücknahme der Autorisierung ihrer Biographie.
Es heißt weiter, die Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer sei des Versuchs beschuldigt worden, die Veröffentlichung ihrer Biographie zu stoppen. Die Chefredakteurin des Verlagshauses Bloomsbury sagte am Freitag, ihr Unternehmen zöge sich zurück von dem Vertrag mit dem in Kapstadt ansässigen Autor Ronald Suresh Roberts, der mit der Recherche zum Thema vor acht Jahren begonnen hatte.
Wie Calder sagte, würde Bloomsbury die Biographie No Cold Kitchen, die ursprünglich mit Gordimers Kooperation geschrieben worden sei, nicht publizieren, da Gordimer die Veröffentlichung nicht länger autorisiere.
Zunächst verweigerte Gordimer einen Kommentar, aber gestern, heißt es in dem Artikel, schlug sie zurück, indem sie Suresh Roberts beschuldigte, eine Abmachung von 1997, die ein Buch über ihr Leben und ihre künstlerische Entwicklung betreffe, nicht einzulösen.
Suresh Roberts, der einen anderen Verleger für das Manuskript gefunden habe, sagte, er war geradezu verwirrt, dass Gordimer das Werk trotz ihres lebenslangen Kampfes für die Meinungsfreiheit "zensiert" habe.
Bloomsbury sollte das Buch, heißt es weiter, bis zum Ende des Jahres publizieren. Stattdessen würde, Suresh Roberts zufolge, der in Kapstadt ansässige Jonathan Ball es zu Beginn nächsten Jahres in Zusammenarbeit mit einem anderen britischen Verleger herausbringen.
Suresh Roberts verwarf Calders Behauptung, Bloomsburys Vertrag habe nur die Veröffentlichung einer "autorisierten" Biographie beinhaltet, als "bestürzende Unwahrheit".
Suresh Roberts gab an, dass Jonathan Galassi, sein Redakteur beim New Yorker Verlag Farrar, Straus and Giroux, der auch Gordimers US Verlag sei, sich nach entsprechenden Instruktionen Gordimers ebenfalls von der Veröffentlichung des Buches zurückgezogen habe.
Die Sunday Times zitiert den Biographen, der sich auf Gordimers Ruf als "eine kompromisslose Gegnerin der Zensur" bezieht: "Dies ist ein empörendes Verhalten einer Frau, die beansprucht eine Verfechterin der freien Rede zu sein".
Und: "Sie wollte ohne Eitelkeit oder Makel erscheinen. Ich verweigerte dies ... Es ist nur so, dass sie es nicht gewohnt ist, in einer Art und Weise beschrieben zu werden, über die sie keine Kontrolle hat."
Gordimers Tochter, Oriane Taramasco, habe dem Biographen aus Italien geschrieben, um ihm mitzuteilen, wie sehr sie die Lektüre des Manuskripts genossen habe, bei der sie Neues von ihrer Mutter erfahren habe.
Gordimer hat eine Kopie ihres Abmachung mit Suresh Roberts an die Sunday Times geschickt, in der sie darauf hinweist: "Meine vertragliche Beziehung mit Mr. Roberts sieht insbesondere vor, dass ‚Gordimer das Recht besitzt den Entwurf zu überprüfen, der dem Verlag übergeben wird und das Recht hat einen Abzug der Endfassung des Textes zu überprüfen, die vom Verlag redigiert und für die Veröffentlichung genehmigt ist. Sollte Gordimer Einwände haben und sollten solche Einwände nicht zu ihrer Befriedigung berichtigt werden, dann hat sie das Recht, ihre Genehmigung einer öffentlichen Anerkennung ihrer Teilnahme am Buch zurückzuziehen; es würde nicht eine autorisierte Biographie genannt werden dürfen. ... Gordimer besitzt ebenfalls das Genehmigungsrecht für den Titel.'"
Gordimer fügte hinzu: "Einwände, die von mir im März 2003 erhoben wurden, sind bis heute nicht beantwortet worden und soweit mir bekannt ist, wurden sie nicht, wie vertraglich vereinbart, berichtigt. Es handelt sich nicht um eine Opposition zur Veröffentlichung des Buches, lediglich um eine zu Teilen des Textes, die von mir nicht genehmigt wurden, wie vertraglich mit Mr. Roberts vereinbart."
Gordimer wird von der Sunday Times weiter zitiert: "In Berücksichtigung einer beträchtlichen Anzahl von ungenauen und in manchen Fällen unwahren Behauptungen, bin ich nicht bereit, die Sache weiter öffentlich zu behandeln. Ich behalte mir meine Rechte natürlich vor."
Suresh Roberts gibt dagegen an, Gordimer habe sich, obwohl sie ihm Zugang zu ihren Unterlagen und Archiven gegeben habe, "ununterbrochen eingemischt", darauf bestehend, dass Aspekte ihres Privatlebens ausgespart werden müssten. ...
Der Biograph sagte weiter, er habe den Verdacht, ihre Einwände richteten sich nicht auf kompromittierende Details, sondern dahingehend, ihre Geschichte von jemand anderen erzählen zu lassen.
Roberts berichtet, dass Calder von Bloomsbury in einem Brief an seinen Londoner Agenten geäußert habe, No Cold Kitchen sei "brillant", aber dass eine Veröffentlichungsofferte nicht länger bestünde. Calder sagte, sie hätte diese lange und lebendige Biographie mit großem Interesse und mit Bewunderung gelesen. Es sei in vielfacher Weise ein brillantes Buch, insbesondere in seinen Analysen von Nadine Gordimers Werk.
Nichtsdestotrotz war Bloomsbury nicht mehr in der Lage den Vertrag mit Suresh Roberts einzuhalten, "in Anbetracht der Tatsache, dass er nicht mehr die Autorisierung von Nadine Gordimer besitze. Es tut mir sehr Leid, aber sie werden das Problem für Nadine Gordimers Verleger verstehen."
Von der Sunday Times danach gefragt, warum Gordimer ihre Autorisierung zurückgezogen habe, äußerte Calder sich nur kurz, indem sie ihren Brief an King wiederholte: "Wir machten einen Vertrag mit Ronald Suresh Roberts für ein autorisiertes Leben von Nadine Gordimer. Als Nadine Gordimers Verleger können wir das Buch in seiner gegenwärtigen Form nicht publizieren, da es nicht länger autorisiert ist." · (SundayTimes SA, ÜE: J.K.)
Nadine Gordimer auf der Marabout-Seite
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Rezension Die Umarmung eines Soldaten, Rezension v. Manfred Loimeier
Afrika-Chronik Sunday Times, Überfall auf die Nobelpreisträgerin Gordimer in ihrem Johannesburger Haus, 2006
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Artikel zu Südafrika in der Afrika-Chronik:
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Afrika-Chronik Mail&Guardian, MTV-Crazy Monkey-Schauspieler tot aufgefunden, 2006
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Afrika-Chronik Sunday Times, Streit zwischen Nawal El Saadawi und Rayda Jacobs um moslem. Schleier, 2005
Afrika-Chronik Mail&Guardian, Afrikas Verantwortliche für Erziehung und Bildung über Kondome an Schulen, 2004
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Afrika-Chronik Sunday Times, Über die Verleihung des Nobelpreis an den Südafrikaner Coetzee, 2003
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Afrika-Chronik Sunday Times, Über André Brinks Roman The Other Side of Silence, 2003
Afrika-Chronik Mail & Guardian, Über Arthur Nortjes Gedichtband Anatomy of Dark, 2001
Afrika-Chronik Mail & Guardian, Über den Gewinner des Caine-Literaturpreises des Jahres, 2001
Afrika-Chronik Sunday Times, Mike Nicol über Zensurtendenzen in Südafrika, 2001
Afrika-Chronik Guardian, UK, James Wood über Coetzees Roman Schande, 1999
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Afrika-Chronik Mail & Guardian, Südafrikanische Autoren zu den besten Büchern des Jahres, 1996
Afrika-Chronik Mail & Guardian, Rehabilitation jugendlicher Kämpfer, 1994
Afrika-Chronik Guardian, UK v. 27.06.86, Offener Brief André Brinks an Präsident Botha, 1986
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