| |
| |
| |
|
AFRIKA-CHRONIK |
| |
|
LANDESCHRONIKEN |
| |
|
GAMBIA |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
|
|
.
|
|
CHRONIK
|
| |
| |
Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
|
|
von
innen und außen
|
| |
|
G
A M B I A
|
|
|
| |
|
|
|
···············································································
|
| 1.
September |
1932 |
→
Lenrie Peters, späterer gambischer
Dichter und Erzähler, wird in Bathurst [heute Banjul] geboren. |
| 10.
August |
1943 |
→ Ebou
Dibba, späterer gambischer Schriftsteller, wird in
Bathurst [heute Banjul] geboren, sein Vater gehört dem
Volk der Mandinka, seine Mutter den Wolof an. |
| |
1951 |
In Bathurst [heute: Banjul] wird der künftige Schriftsteller
Nana Grey-Johnson geboren. |
| 22.
Juni |
1956 |
Ann Therese Ndong-Jatta, spätere Dichterin und Bildungsministerin
Gambias, wird geboren. |
| September |
1971 |
Das Eröffnungsheft von Ndaanan, des ersten gambischen
Literaturmagazins erscheint. Ndaanan ist ein Begriff
aus der Sprache der →
Wolof und
steht für einen vollkommenen → Griot,
im Sinne eines universellen Künstlers, dessen Fähigkeiten
Musik und Tanz ebenso umfassen wie Lyrik und Geschichte.
Das Vorwort ist von Lenrie Peters, dem einzigen gambischen Schriftsteller,
der bislang mit Veröffentlichungen aufwarten kann. Neben
ihm gehört zu den Gründungsmitgliedern auch → Hassoum Ceesay
(auch: Hassum Ceesay Sr.). Diese erste Nummer von Ndaanan,
das zweimal jährlich erscheinen soll, enthält acht
Kurzgeschichten, ein Theaterstück sowie 16 Gedichte. |
| |
|
In einem Fluss bei Edenbridge, Kent, in Großbritannien,
wo er zuletzt lebte, wird der englischsprachige gambische Schriftsteller
Ebou Dibba tot aufgefunden. Bekannt wurden seine Romane Chaff
On The Wind und Fafa, in denen der Autor das urbane
Leben seiner Heimatstadt Banjul beschreibt. |
| |
|
Von Nana Grey-Johnson, dem Autor des Romane I of Ebony und
The Magic Calabash, erscheint The Story of The
Newspapers in The Gambia (Die Geschichte der Zeitungen
in Gambia). |
|
22. Mai |
|
Die englischsprachige gambische Tageszeitung Daily Observer,
berichtet in einer Kurzmeldung von einem angeblichen Ritualmord
an einem Kind.
Es seien keine Verdächtigen verhaftet worden, heißt
es in dem Bericht, für den angeblichen Ritualmord des zweijährigen
Mädchens Marie Fofana vor zwei Wochen.
Trotz Beharrens des Reporters Ousman Darboe gab die Polizei
an, weder Gambianer noch Ausländer seien in Verbindung
mit der Kindstötung verhaftet worden.
Der enthauptete Körper der kleinen Marie sei von Passanten
nahe der Bakoteh-Brücke gefunden worden. Der Polizeisprecher
Aziz Bojang sagte: "Die Untersuchungen dauern an und niemand
ist verhaftet worden."
Der Bericht schließt mit der Vermutung, viele stellten
einen Zusammenhang zu einer rituellen Tötung her, weil
entdeckt wurde, dass Maries Schädel geöffnet und Hirngewebe
entnommen worden war. ·
(Daily
Observer, Gambia,
ÜE:
J.K.) |
| 27.
September |
2004 |
Die
englischsprachige Tageszeitung Daily Observer aus Gambia
berichtet von einer Untersuchung der University of The Gambia,
die anzeigt, dass "die insgesamt gute Leistung der Staatsanwälte
von Gambia durch Bestechung allgemein getrübt wurde".
Die 4-Monatsstudie sei von einem nationalen Steuerungskomitee
durchgeführt worden, um einen reibungslosen Ablauf und
eine umfassende Zusammenarbeit aller Segmente der Gemeinschaft
zu gewährleisten; als primäre Mittel setzte das Komitee
Haushalts- und Expertenumfragen sowie allgemeine Untersuchungen
ein.
Der Berichtsentwurf habe angezeigt, heißt es in dem Artikel
von Sulayman Sowe weiter, "dass die Experten und Haushalte bezüglich
der öffentlichen Ankläger sowie Richter, Steuerbeamten
und der Polizei generell eine negative Haltung einnehmen".
Der Bericht wird mit folg. Zahlen zitiert: "22,9 Prozent der
Haushalte sehen die öffentlichen Ankläger als Menschen,
die nach Bestechung trachteten, 23,6 Prozent glauben, dass Richter
ähnlich in Bestechung verstrickt seien, auch Steuerbeamte
(25,7 Prozent ) und Polizeibeamte (38,3 Prozent) trachteten
nach Bestechung."
Haushaltsmitglieder würden ihr Vertrauen in die Fähigkeiten
traditioneller Gerichte ausdrücken, während die Expertenmeinung
davon deutlich abweiche. ...
·
(Daily
Observer, Gambia,
ÜE:
J.K.) |
| 16.
Dezember |
2004 |
Der gambische Journalist Deyda Hydara, Miteigentümer u.
leitender Redakteur der englischsprachigen Tageszeitung The
Point wird auf offener Straße von Unbekannten erschossen.
(siehe auch den Artikel vom →
16.12.2005) |
|
18. März |
|
"Oberhaupt des Bezirks Kombo South wegen mysteriöser
Todesfälle entlassen."
Dies vermeldet die englischsprachige gambische Tageszeitung
Daily Observer und beruft sich auf eine Presseerklärung
der lokalen Verwaltung. Weitere Details seien in dem Bericht
nicht angegeben worden. Er schüre jedoch Spekulationen,
die die Entlassung des Bezirkschefs Ajay Janneh in Zusammenhang
brächten mit dem Tod eines senegalesischen →
Marabouts.
Dieser sei während seines Besuchs in Gambia unter ungeklärten
Umständen bei einem Brandunfall zu Tode gekommen.
Der Körper des Marabouts sei exhuminiert und anschließend
in einer Fahrzeugkolonne in den Süden Senegals, nach
Gunjur in der Cassamance, zu seinen Verwandten gebracht worden.
Diese hatten die Auslieferung der Leiche für eine traditionelle
Bestattung verlangt. · (Daily Observer, Gambia, ÜE:
J.K.)
|
zeit
|
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
| |
2005 |
1. Todestag des gambischen Journalisten Deyda Hydara, der auf
offener Straße erschossen wurde.
Aus diesem Anlass gedenkt die englischsprachige Tageszeitung
The Point, ihres einstigen Mitstreiters.
"In Gedenken an Deydas Tod"
Wie könne die friedliebende Nation, wie wir sie kennen,
heißt es in dem Gedenkartikel, zwischen dem, was wichtig
ist und dem, was wichtig scheint, weise unterscheiden, da das
positive, patriotische, intelligente und äußerst
produktive Denken des Deyda Hydara durch einen Schuss von unbekannter
Hand zerschmettert wurde?"
Am Donnerstag, den 16. Dez. 2004, heißt es weiter, sei
der weltmännische, friedliebende, altgediente Journalist
auf dem Rückweg von den Büros von The Point
gewesen, dessen Eigentümer und geschäftsführender
Redakteur er war, nachdem er in "seiner typischen Art lange
Überstunden dem journalistischen Dienst zum Wohl seiner
Nation, die er liebte, gewidmet" habe. In Begleitung einiger
seiner Angestellten sei er aus kürzester Entfernung niedergeschossen
worden. Die tödlichen Schüsse, die auf seinen Kopf
und seinen Oberkörper abgegeben worden seien, "brachten
zur Unzeit ein trauriges Ende des beliebtesten Journalisten
der Nation". Sicher würden sein freundlicher Charakter,
sein brüderlicher Kameradschaftsgeist, seine journalistischen
Fähigkeiten und sein Scharfsinn von allen schmerzlich vermisst
werden.
Während die Missetäter immer noch auf freiem Fuße
seien, würden Deydas Familie, seine Verwandten, seine Freunde
heute seines Todes während des ganzen Tages mit dem Rezitieren
des Heiligen Korans in seinem Heim in Cape Point gedenken.
"Wir beten zu Allah, ihm seine Sünden zu vergeben und ihm
bis in alle Ewigkeit eine friedliche Wohnstatt in seinem göttlichen
Königreich zu gewähren."
"In liebender Erinnerung an Deyda ‚SUNU JAMBARR'"
· (The
Point , Gambia,
ÜE:
J.K.) |
| 6.
April
|
|
"Kindersextourismus bleibt das Vergehen, über das
am wenigsten berichtet wird", überschreibt Abdoulie
Nyockeh seinen Kurzbericht für die englischsprachige
gambische Tageszeitung The Point und zitiert damit
Alhagie Abou Njie, einen hohen Beamten der Polizei.
Die Äußerung fiel anlässlich der Eröffnung
eines eintägigen Workshops zur Überprüfung
der "Nationalen Antwort" gegen Kindersextourismus.
Der Workshop, an dem die wichtigsten Sicherheitsoffiziere
teilnahmen, wurde von der Kindesschutzallianz (Child Protection
Alliance, CPA) in Zusammenarbeit mit terre des hommes,
Niederlande organisiert und fand am 4. April 2006 im Paradise
Suites Hotel statt.
In Kooperation mit der Kindesschutzallianz, terre des hommes
und anderen Institutionen werde der Kampf gegen den Kindesmissbrauch
Fortschritte erzielen, sagte Mr. Njie. Er drückte die
Notwendigkeit aus, das öffentliche Bewusstsein, was den
Kindersextourismus angehe, zu schärfen.
Beim Workshop werde über bereits Erzieltes und zu Planendes
im Zuge der Kindersexbekämpfung gesprochen, heißt
es im Bericht weiter, ohne konkrete Ergebnisse oder Pläne
zu nennen. ·
(Point,
Gambia, ÜE:
J.K.)
|
|
25. April |
2006 |
"Der Independent nimmt seine Arbeit heute wieder auf"
Dies meldet die gambische Tageszeitung The Point.
Die Zeitung The Independent, die "im vergangenen
Monat nach der Festnahme und Verhaftung zweier ihrer Führungskräfte
durch die Regierung geschlossen worden war, nimmt heute ihren
Betrieb wieder auf".
In einem Telefongespräch mit The Point am gestrigen
Tag, heißt es weiter, habe der Geschäftsführer
von The Independent erklärt, nach ihrer Freilassung
am vergangenen Donnerstag von den zuständigen Autoritäten
angehalten worden zu sein, zu gehen und den Betrieb aufzunehmen,
"wir verlangen nicht, den Betrieb zu stoppen, aber die Medien
und die Regierung sollten Partner der Entwicklung sein".
Der Geschäftsführer von The Independent gab
an, bereits ein Meeting mit der Belegschaft anberaumt zu haben,
um diese von der neuen Entwicklung zu informieren.
Über seine Festnahme und Haft sei Ceesay nicht im Geringsten
verbittert, er würde "in Frieden mit seiner Zeitung seine
vornehme Pflicht gegenüber dem gambischen Volk erfüllen,
indem er jedermann informiere, bilde und unterhalte".
Gegründet wurde The Independent am 5. Juli 1999
als Zweiwochenzeitung von Baba Galleh Jallow und Yorro Jallow,
die sich gegenwärtig in den Vereinigten Staaten von Amerika
aufhielten.
Währenddessen sei der Journalist Lamin Fatty von The Independent
immer noch in Haft. ·
(Point, Gambia,
ÜE:
J.K.) |
| 16.
Juli |
2007 |
"Mädchen,
10, begeht Selbstmord",
In einer Kurzmeldung berichtet Assan Sallah
für die Tageszeitung Daily Observer vom Selbstmord eines
10-jährigen Mädchens, das die Gola Fortunate Primary School
in Old Jeshwang besuchte. Sie habe sich am Samstag nachmittag
im Badezimmer erhängt.
Laut der Familie nahestehenden Quellen habe es keinen Grund
gegeben, der zum Selbstmord hätte führen können; "der Vorfall
war eine Überraschung für sie".
Die Verschiedene sei zum Mittagessen gerufen worden und habe
sich zustimmend geäußert. "Dann betrat sie das Badezimmer und
erhängte sich", heißt es weiter. Das Mädchen habe sich in keiner
Weise beklagt oder Missbehagen geäußert, und aus dem Badezimmer
sei kein Lärm gedrungen. · (Daily Observer,
Gambia,
ÜE:
J.K.) |
| 5.
September
|
|
"Schuldirektor
wegen Homosexualität angeklagt",
schreibt Yai Dibba in einem Kurzbericht für die engl.-spr.
gambische Zeitung The Point. Es handele sich um den
Direktor einer Schule in der Westregion und der Fall würde
vor dem Amtgericht von Brikama verhandelt.
Alimameh Dukureh, so der Name des Schuldirektors, wurde wegen
angeblichen Geschlechtsverkehrs mit einigen seiner Studenten
auf dem Campus angeklagt. Dukureh, der die Beschuldigung leugnet,
sei wegen einer solchen "unanständigen Praxis auf dem
Campus" am 29. Juli inhaftiert worden.
Man werde sich daran erinnern, heißt es weiter, dass zwei
Studenten derselben Schule bereits wegen Homosexualität
von demselben Amtsgericht verurteilt worden seien. Das Duo
habe vor Gericht ausgesagt, vom besagten Schuldirektor zu
"solchen unanständigen Praktiken auf dem Campus angeregt"
worden zu sein.
Inzwischen sei Mr. Dukureh gegen eine Kaution von 25.000 → D(alasi),
die von seinem Verteidiger beantragt worden war, freigekommen.
Der Fall ist auf den 10. September 2008 vertagt worden, während
der Fall des Studentenduos am 11. September 2008 vor Richter
John Njie verhandelt werden wird.
· (Point,
Gambia, ÜE:
J.K.)
|
| |
2009 |
"Zum
Tod des gambischen Arztes und Schriftstellers Lenrie Peters",
Verschiedene
gambische Zeitungen und Online-Portale mit Blickpunkt →
Gambia
berichten vom Tod des pensionierten Chirurgen und Schriftstellers
Lenrie Peters, der am 27.05.2009, in den frühen Mittwochstunden
im Dentec Hospital in Dakar, → Senegal,
verstorben ist. Todesursache war Herzversagen.
→ mehr dazu,
·
(Daily
Observer, Gambia, www.senegambianews.com, www.thegambiaecho.com,
ÜE:
J.K.)
|
| |
2010 |
In der Ndeban Clinic in Bakau stirbt nach kurzer Krankheit im
Alter von 66 Jahren der Diplomat und Schriftsteller Hassum Ceesay
(Sr.).
Als Ökonom mit diversen Universitätsabschlüssen
beendete Hassum Ceesay 1996 nach mehr als 17 Jahren seine diplomatische
Tätigkeit bei der UN und kehrte nach Gambia zurück,
wo er sich in Kololi niederließ.
Sein Interesse für Literatur ließ ihn sich schon
früh mit einer Gruppe junger Autoren zusammenschließen,
ein Bund, der im Jahre 1971 zur Gründung von Ndaanan
führte. In diesem ersten Literaturmagazin des Landes wurden
auch diverse Gedichte und eine Kurzgeschichte von Ceesay veröffentlicht.
Diverse Erzählungen und Novellen von Hassum Ceesay blieben
unveröffentlicht oder wurden von ihm selbst verlegt wie
die mehrere Bände umfassenden Anthologien Seeking to
Please.
(Vgl. "Tribute Hassum Ceesay (Sr) (1944-2010), a generous
man and a writer per excellence", von Cherno Omar Barry,
General Secretary Interim, Writers’ Association of The
Gambia.
in: Foroyaa Online v. 07.06.2010, Gambia) |
| . |
. |
|
| .. |
. |
Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
| .. |
. |
Quellen
|
| .. |
. |
Sach-
und Personenregister |
|
···············································································
|
|
|
|