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| 15.
August |
1906 |
Lépold Sédar Senghor, künftiger senegalesischer
Politiker, Philosoph und Schriftsteller wird in Joal bei Dakar
geboren. |
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1906 |
Massyla Diop meldet in Dakar die Geburt seines Bruders Birago,
der einige Tage zuvor in Dakars Vorstadt Ouakam zur Welt kam;
der Vater ist der Maurermeister Isamaël Diop**.
Fortan wird als Geburtstag des künftigen senegalesischen
Lyrikers und Erzählers → Birago Diop
der 11. Dezember geführt.
|
| 10.
Januar |
1910 |
In Saint-Louis wird → Alioune
Diop, künftiger senegalesischer Essayist frz. Sprache,
geboren. |
| 1.
Januar |
1923 |
Ousmane Sembène, künftiger senegalesischer Schriftsteller
frz. Sprache und Filmemacher, wird in Ziguinchor, im Süden
Senegals, geboren. |
| 3.
April |
1928 |
Im senegalesischen Matam wird als Sohn einer strenggläubigen
muslimischen Familie der künftige Politiker und Romancier
→ Cheikh Hamidou Kane
geboren. |
| 3.
August |
1933 |
Im Süden Senegals, in der Casamance, in dem Ort Bignona
wird der künftige, in Wolof und Französisch schreibende
Lyriker, Prosaschriftsteller und Dramatiker Cheik Aliou Ndao
geboren. |
| 11.
Januar |
1940 |
In Saint-Louis wird die künftige Schriftstellerin und Literaturkritikerin
→
Rokhaya
Aminata Maïga Ka in eine muslimische Familie hineingeboren. |
| 27.
April |
1941 |
In der nordsenegalesischen Stadt Saint-Louis wird als Tochter
einer angesehenen muslimischen Familie die künftige Schriftstellerin
Aminata Sow Fall geboren. |
| 26.
Oktober |
1946 |
In Dakar wird der spätere Romancier, Essayist, Dramatiker
und Drehbuchautor frz. Sprache Boubacar Boris Diop geboren. |
| 16.
Dezember |
1946 |
Im senegalesischen Bargny wird der spätere Schriftsteller
frz. Sprache Abasse Ndione geboren. |
| |
1947 |
Mariètou Mbaye Biléoma wird im senegalesischen Ndoucoumane als
Tochter eines 85-jährigen →
Marabouts
geboren. Die spätere Autorin wird unter dem Pseudenoym
Ken Bugul veröffentlichen, was in der Sprache der
→
Wolof,
"die, die nicht gewollt war" bedeutet. |
| |
1947 |
| |
| PRÉSENCE
AFRICAINE
(Reprint in frz. Spr.) |
In
Dakar und Paris erscheint die erste Nummer der bedeutendsten
Zeitschrift der → Négritude:
Présence Africaine, Revue Culturelle du Monde Noir.
Gegründet und geleitet wird sie von dem senegalesischen
Essayisten und Intellektuellen Alioune Diop. Die erste
Nummer umfasst Texte u.a. von André Gide, Bernard Dadie,
Léopold Sédar Senghor, Jean-Paul Sartre, → Abdoulaye Sadji
sowie des Herausgebers.
Die erste Serie wird 14 Hefte umfassen und bis 1953 erscheinen.
Mit einer Unterbrechung wird sie danach als → Zweimonatsschrift
erscheinen. |
| |
1955 |
In Dakar und Paris erscheint als Zweimonatsschrift die Neue
Serie der von Alioune Diop gegründeten Zeitschrift
Présence Africaine, Revue Culturelle du Monde Noir.
Bis Januar 1961 werden die Nummern I bis XXXV publiziert. Ab
Nr. XXXVI wird sie als Vierteljahresschrift erscheinen und ab
Nr. XXXII/XXXIII auch in englischer Sprache. |
| |
1961 |
|
| ABDOULAYE
SADJI
NINI (in frz. Sprache) |
In seiner unweit von Dakar gelegenen Geburtsstadt Rufisque verstirbt
der senegalesische Romancier, Novellist und Essayist Abdoulaye
Sadji. Einen seiner ersten Texte veröffentlichte der 1910
als Sohn eines →
Marabouts
geborene Sadji im Gründungsheft von →
Présence
Africaine. Bekannt geworden ist der Pionier der → Négritude
vor allem durch seine Essays und die beiden Romane Maimouna
(Paris 1953) und Nini, La Mulâtresse du Sénégal
(Nini, Die Mulattin von Senegal. Paris 1954). |
| |
1966 |
Auf Initiative des senegalesischen Präsidenten Léopold Sédar Senghor
findet in Dakar das erste Festival mondial des Arts nègres
(Weltfestival der Negerkünste) statt. Unter den Teilnehmern
befinden sich Duke Ellington, André Malraux, Joséphine
Baker, →
Alioune Diop, Ousmane Sembène,
Katherine Dunham, Langston Hughes, Aimé Césaire
sowie → Taos
Amrouche. |
| |
1980 |
Im Alter von 70 Jahren stirbt in Paris der senegalesische Essayist
frz. Sprache Alioune Diop. 1947 gründete er die bedeutendste
Zeitschrift der →
Négritude:
Présence africaine. Revue culturelle du monde noir
(Afrikanische Gegenwart. Kulturzeitschrift der schwarzen Welt). |
| |
|
Die
1929 geborene senegalesische Schriftstellerin Mariama Bâ
stirbt in ihrer Geburtsstadt Dakar.
Bekannt
wurde sie mit ihrem ersten (Brief-)Roman Une si longue
lettre (dt: Ein so langer Brief), der 1980 den
neu geschaffenen Noma-Literaturpreis für Afrikanische
Literatur erhielt. Geschrieben wird der lange Brief von Ramatoulaye
Fall an eine Jugendfreundin, worin sie erzählt, dass
ihr Mann eine Zweitfrau genommen hat, im Schulmädchenalter. |
| |
|
Im
Alter von 82 Jahren stirbt der senegalesischer Lyriker und
Erzähler Birago Diop, Vertreter der Négritude,
in seiner Geburtsstadt Dakar.
Berühmt
geworden sind seine bereits 1947 entstandenen Geschichten
(und Neue Geschichten, 1958) des Amadou Koumba. Diop hat bis
zu seinem Tod an seinem autobiografischen Werk gearbeitet,
der fünfte und letzte Band der Mémoires
erschien Monate vor seinem Tod. |
| 20.
Dezember |
|
Im Alter von 95 Jahren stirbt in Frankreich der ehemalige senegalesische
Dichterpräsident Léopold Sédar Senghor. |
| 26.
Oktober |
|
In
der Tageszeitung Le Soleil aus dem Senegal stellt die
dort beheimatete Schriftstellerin Aminata Sow Fall ihren neuen
Roman Festin de la détresse (Festschmaus des Elends)
vor.
→
mehr dazu · (Le
Soleil, ÜF:
J.K.) |
zeit

|
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
| 12.
Oktober
|
|
Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika,
Asien und Lateinamerika gibt die diesjährige Gewinnerin
des ausschließlich an Frauen vergebenen Liberaturpreises
bekannt.
Dabei handelt es sich um die 1968 in dem Fischerdorf Niodior
geborene Senegalesin →
Fatou
Diome, die für ihren Roman Der Bauch des Ozeans
geehrt wird.
|
| Fatou
Diome
Der Bauch des Ozeans |
"Das Buch erzählt von einigen der Schwierigkeiten
in der jetzigen Beziehung zwischen Afrika und Europa und stellt
die Realität des Emigrantenalltags in Frankreich den Hoffnungen
der 'Daheimgebliebenen' im Senegal gegenüber." In
der Entscheidung der Jury heißt es, der Autorin sei es
gelungen, "mit viel spielerischem Witz, aber großer
Genauigkeit ein so komplexes Thema auf unterhaltsame Weise zu
präsentieren. Locker geschrieben, voller Weisheiten und
Verweise auf die westafrikanische Erzähltradition, verflechte
Fatou Diome disparate Handlungsstränge, in denen das Thema
Fußball eine wichtige Rolle spielt. Fluchtpunkt der Erzählung
ist eine kleine Insel im Atlantik vor senegalesischer"
Der Preis wird zum 18. Mal vergeben. Im Vorjahr wurde die Algerierin
Leïla Marouane für ihren Roman Entführer ausgezeichnet.
Zu weiteren Preisträgerinnen gehörten u.a.→ Assia
Djebar für Die Schattenkönigin und Yvonne
Vera für ihren Roman →
Schmetterling in Flammen. |
| |
2005 |
Im Alter von 65 Jahren stirbt im senegalesischen Ort Grand-Yoff
die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Rokhaya Aminata Maïga Ka.
In ihren theoretischen Schriften befasste sie sich mit dem Werk
von Mariama Bâ und Aminata Sow Fall sowie der Situation
der Frauen im Senegal im Allgemeinen. |
| |
|
"Senegals Intellektuelle rühmen Ghaddafis Einsatz"
Unter diesem Titel berichtet die französischsprachige
senegalesische Tageszeitung Le Soleil unter Berufung
auf die afrikanische Nachrichtenagentur →
PANA von einem
Treffen zwischen senegalesischen Intellektuellen und dem libyschen
Führer Muammar al-Ghaddafi.
Alioune
Badara Bèye, der Präsident der senegalesischen
Schrifstellervereinigung (l'Association des écrivains
du Sénégal, AES) habe am Dienstag in Dakar
den Einsatz des libyschen Führers Muammar al-Ghaddafi
auf dem Gebiet "des Fortschritts für sein Land wie für
die Verwirklichung der Einheit des afrikanischen Kontinents"
gerühmt.
In Anwesenheit des seneg. Präsidenten Abdoulaye Wade
sei Ghaddafi herzlich empfangen worden. Bèye habe von
einem "großen Tag" und vom wahren Reichtum
→ Libyens
gesprochen, der nicht das Öl sei, "sondern die große
Hoffnung, die der Führer Muammar al-Ghaddafi gegenüber
den afrikanischen Völkern hinsichtlich der Freiheit,
des Sieges über Rückständigkeit, der Umsetzung
von Fortschritt, globaler Entwicklung und der Errichtung der
Vereinigten Staaten von Afrika geweckt" habe.
Bèye habe die herzliche Aufnahme bekräftigt, die
dem Menschen zuteil geworden sei, der "für einen einheitlichen
Pass, eine einzige Währung, ein einziges Los und ein
Afrika nur für Afrikaner" plädiert habe und der
nie erlahmende Anstrengungen unternommen habe "für die
Errichtung der Vereinigten Staaten von Afrika". · (Le Soleil,
ÜF:
J.K.) |
| 15.
August |
2006 |
100. Geburtstag des senegalesischen Politikers, Philosophen
und Schriftstellers Lépold Sédar Senghor. Der
Mitbegründer der →
Négritude verstarb im Dez. 2001. |
| 26.
Oktober |
2006 |
60. Geburtstag des senegalesischen Romanciers, Essayisten, Dramatikers
und Drehbuchautors frz. Sprache Boubacar Boris Diop.
Seinem 1991 erschienenen Roman Les Tambours de la mémoire
(Die Trommeln der Erinnerung) wurde der Große Literaturpreis
der Republik Senegal (Grand prix de la République du Sénégal
pour les lettres) ohne Gegenstimme zugesprochen.
Sein neuester Roman Murambi. Le livre des ossements (Paris
2006) hat den Konflikt zwischen den beiden Volksgruppen Hutu
und Tutsi und den Völkermord in Ruanda zum Hintergrund. |
| 11.
Dezember |
2006 |
100. Geburtstag des senegalesischen Lyrikers und Erzählers
Birago Diop. Der Vertreter der Négritude verstarb
im Alter von 82 Jahren in seiner Geburtsstadt Dakar.
|
9.
Juni
|
|
|
| Ousmane
Sembène
Gottes Holzstücke |
In
Dakar stirbt im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit
der Filmemacher und Schriftsteller Ousmane Sembène.
Einem breiteren Publikum in Europa ist Sembène in erster
Linie durch seine Filme, wie Guelwaar (1992) und
Moolaadé (2004), bekannt geworden.
Als sein bedeutendster Roman gilt Les Bouts de bois de
Dieu (1960; dt: Gottes Holzstücke), der
einen Bahnarbeiterstreik aus dem Jahre 1947 thematisiert,
bei dem einheimische Arbeiter erfolgreich um dieselben Rechte
kämpften, wie sie den französischen Eisenbahnern
zustanden. |
|
12. September |
2007 |
Weltweite Alphabetisierung
"→
Fatou
Diome engagiert sich im Kampf gegen den Analphabetismus",
heißt es in einem Kurzbericht der senegelasischen Presseagentur
Agence de Presse Senegalaise (APS) aus Dakar, der im
Wesentlichen dem Text einer →
UNESCO-Website zum Anlass
des Internationalen Tages der Alphabetisierung folgt. → mehr
dazu · (APS,
Senegal, ÜF:
J.K.) |
| 30.
Oktober |
2007 |
"Nach
der Ermordung einer Gymnasiastin: Die Bevölkerung von Ngane
Saër und Ngane Alassane ging auf die Straße",
heißt es in einem Artikel von M. Sagne für die frz.-sprachige
senegalesische Tageszeitung Le Soleil. →
mehr
dazu
·
(Le Soleil, ÜF:
J.K.) |
| |
2008 |
80. Geburtstag des senegalesischen Politikers und Romanciers
Cheikh Hamidou Kane.
Nach der gymnasialen Ausbildung hatte Kane in Paris studiert
und war nach dem Abschluss in Recht und Philosophie in seine
Heimat zurückgekehrt, wo er 1960 als Gouverneur der Region
Thiès seine politische Laufbahn begann.
Große
Anerkennung errang Kane mit seinem 1961 erschienenen Roman L'Aventure
ambiguë (engl.: Ambiguous Adventure; dt:
→ Der Zwiespalt
des Samba Diallo; Übersetzung: János Riesz
u. Alfred Prédhumeau), der im darauf folgenden Jahr mit
dem Grand prix littéraire d'Afrique noire ausgezeichnet
wurde.
|
| CH.
HAMIDOU KANE
Ambiguous Adventure
(in engl. Übers.) |
Anschließend
folgte eine Jahrzehnte anhaltende literarische Abstinenz, erst
1995 veröffentlichte Cheikh
Hamidou Kane einen zweiten Roman, eine Fortsetzung der "ungewissen
Abenteuer" des Samba Diallo. Während der erste Roman
von der Entfremdung des Protagonisten erzählt, der seine
islamisch-afrikanische Welt verlässt, um durch Ausbildung
und das Leben im Westen geprägt zu werden, beruht der zweite
Roman inhaltlich auf einem Konflikt der senegalesischen Politiker
Mamadou Dia und Léopold Sédar Senghor. Ersterer
war der erste Ministerpräsident des Senegal. Ihm wurde
vorgeworfen, einen Militärputsch gegen seinen Präsidenten
Senghor geplant zu haben. |
| 6.
Februar |
|
Nach mehreren Monaten Krankheit stirbt im Alter von 87 Jahren
Boubacar Joseph Ndiaye, der Konservator des Sklavenhauses
auf der der Hauptstadt vorgelagerten Insel Gorée. |
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2009 |
Grabschändung
eines mutmaßlichen Homosexuellen im senegalesischen
Thiès,
"Maguèye
Diallo wurde zweimal ausgegraben, sein Körper seiner Familie
zurückgegeben"
→ mehr dazu,
·
(Le Quotidien, ÜF:
J.K.) |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Vgl. Dichter in Prosa v. János
Riesz, in: Geistertöchter, Birago Diop, Wuppertal 1998
*** Häufig taucht im Internet
als Todestag des Birago Diop der 25. Nov. 1989 auf, die Marabout-Seite
bezieht sich bei ihrer Angabe auf Prof. János Riesz,
den Begründer der Afroromanistik in Deutschland. Vgl.
Dichter in Prosa v. János Riesz, in: Geistertöchter,
Birago Diop, Wuppertal 1998
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |