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CHRONIK
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas

SAMBIA

Stand: 02.09.10


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Juni
1962
Bei African Writers Series (AWS) erscheint das autiobiografische Werk Zambia Shall Be Free von Kenneth Kaunda, einem der führenden Kämpfer gegen die britische Kolonialmacht im Südlichen Afrika.
Gut zwei Jahre später - am 24. Oktober 1964 - wird Kaunda die erste Präsidentschaft (bis 1991) des unabhängig gewordenen Sambia antreten.
5. Juli
1967
In der Luapula Provinz wird der spätere sambische Dichter und Romanautor Malama Katulwende als erstes von acht Kindern geboren.
20. April
1976
Im Lundazi Distrikt in Sambia wird der künftige malawische Dichter, Autor von Kurzgeschichten und Präsident des malawischen Schriftstellerverbandes Stanley Onjezani Kenani geboren.
15. März
1982

Der ghanaische Erziehungspolitiker und Buchautor S. A. Amu Djoleto trifft in Sambia ein, um in seiner Eigenschaft als UNESCO-Ratgber für die Entwicklung des Buches in diesem Lande tätig zu werden. Sein Aufenthalt werde bis Mitte April andauern, wird er später schreiben. Seine konkrete Aufgabe, die Etablierung eines sambischen Buchentwicklungsrates, würde er umsetzen, indem er zunächst die existierende Struktur der Buchindustrie studieren werde, inkl. Schriftstellern, Bibliothekaren und Buchliebhabern im Allgemeinen. - Zitiert nach S. A. Amu Djoleto: Zambia National Council for Book Development, Paris 1982, S. 43.-

MONEY GALORE
Original in engl. Spr.

Bis zu diesem Zeitpunkt hat der 1929 geborene Amu Djoleto, wie er sich als Autor kurz nennt, folg. Bücher publiziert:
The Strange Man (1967; Der eigenartige Mann/Mensch), Roman
West African Prose, (1972, Westafrikanische Prosa)
Poems from Ghana (1970, Gedichte aus Ghana)
Kofi Loses His Way, (1969, Kofi verirrt sich), Jugendbuch
und zuletzt im Jahre 1975 den Roman Money Galore (Geld im Überfluss), eine Satire auf die Politik in seiner Heimat Ghana, wo er selbst seit Jahren in der Erziehungspolitik tätig war.

15. Januar

"Sambische Frauen wegen des Tragens von Miniröcken entkleidet",
lautet die reißerische Überschrift zu einem Artikel im englischen Telegraph.
Die sambische Polizei habe zwanzig Mitglieder der herrschenden sambischen Partei Movement for Multiparty Democracy (Bewegung für Mehrparteien-Demokratie) verhaftet, nachdem Hunderte von Jugendlichen Frauen wegen des Tragens von Miniröcken oder Hosen nackt ausgezogen hatten.
"Dutzende von Frauen wurden in der Hauptstadt Lusaka von einem unbändigen Mob entkleidet, der vorgab, im Namen des neuen sambischen Präsidenten Levy Mwanawasa zu handeln und ’eine offizielle oder elegant unauffällige Kleidung’ bei den sambischen Frauen durchsetzen zu wollen."
"Mwanawasa bestritt, den Sambiern eine neue Kleiderordnung gegeben zu haben und verurteilte die Aktionen der Jugendlichen als eine Schande und als Versuch, den sambischen Frauen ihre Freiheit sowie die Freiheit, sich zu kleiden, wie sie wollten, nehmen zu wollen".
Sambia sei mit seiner Bevölkerung von 11 Mio. streng konservativ, stellt der ungenannte Verfasser des Berichts fest. Der Zwischenfall sei erwartet worden, um Mwanawasa, der sich während der Wahlkampagne Ende des vergangenen Jahres einige verbale Fauxpas geleistet hatte, erneut zu kompromittieren.
Einer seiner öffentlichen Ausrutscher sei gewesen, den früheren Präsidenten Frederick Chiluba als seine "Schwester" zu bezeichnen, ein anderer die Behauptung, fit zu sein wie der Boxer "Tike Myson". · (
Telegraph, U.K., ÜE: J.K.)

Juli
Kurz nach seinem 39. Geburtstag wird mit Bitterness der erste Roman, des bis hierher als Lyriker in Erscheinung getretenen Autors Malama Katulwende veröffentlicht.
Malama Katulwende wurde an katholischen Schulen ausgebildet, um Priester zu werden, entschied sich später jedoch anders und wechselte an die Universität von Sambia. Nach dem Studium unterrichtete er Naturwissenschaften und Mathematik an diversen Schulen.
22. März
"Sambischer Schriftsteller präsentiert Buch mit dem Titel African folk stories",
wird ein Kurzbericht im englischsprachigen Online-Service von Xinhua überschrieben, der Nachrichtenagentur der Volksrepublik China, die aus Lusaka berichet.
Ein sambischer Schriftsteller habe am Mittwoch sein jüngst veröffentlichtes Buch präsentiert, Nomads: Tales from Africa, welches Volksgeschichten erzähle, die in den ländlichen Gegenden Sambias weithin bekannt seien.
Morgan Chipopu, Autor des Buches, gab während der Präsentation an, das Buch beschreibe "den wahren Geist der Afrikaner im Allgemeinen und der Sambier im Besonderen".
Die Erzählungen im Buch seien nicht nur unterhaltend, sondern deuteten auf eine allgemeine, menschliche Kulturlandschaft, die sämtliche globale Erfahrung transzendiere.
Der Autor hoffe, dass die Veröffentlichung des 66-seitigen Buches dazu beitragen könne, die Lesekultur des Landes, welche sich am Rande des Aussterbens befinde, wiederzubeleben.
Einstweilen appelliere Chipopu an die Regierung, den einheimischen Schriftstellern mehr Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie mehr Werke für die sambischen Leser schaffen könnten. · (
Xinhua, ÜE: J.K.).
zeit
los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:

8. September
"JCTR fordert den Staat in puncto Armut heraus",
heißt es in einem Bericht der englisch-spr. sambischen Zeitung Times of Zambia. Das Jesuitenzentrum für Theologische Reflexion (Jesuit Centre for Theological Reflections, JCTR) dränge die nächste Regierung, mehr Menschen aus Hunger und Armut zu befreien, da das Land unter Präsident Mwanawasa einen volkswirtschaftlichen Fortschritt erlebt habe.
mehr dazu · (Times of Zambia, ÜE: J.K.) 
6. Oktober
2008
chrAbs "Lobola abschaffen, um die Vergewaltigung in der Ehe zu stoppen",
heißt es in einem Artikel von Kelvin Chongo für die englischspr. sambische Tageszeitung Daily Mail. Der Autor zitiert mit dieser Aussage die Archivarin des Arbeitsgerichts Ms. Bibian Kearns, die auch die Funktion einer Amtsrichterin ausübe. Die meisten Ehemänner, die "lobola" (Brautpreis) zahlten, wird die Amtsrichterin weiter zitiert, übten auch geschlechtsspezifische Gewalt in der Ehe aus.
mehr dazu · (Zambia Daily Mail, ÜE: J.K.)
30. Juni

"Jugendliche belagern Zentrum für Polizeijobs",
überschreibt Yande Kapeya seinen Bericht für die englischsprachige sambische Tageszeitung Daily Mail.
Tausende von Jugendlichen hätten sich gestern vor Lusakas Edwin Imboela Stadion versammelt, um ihre Bewerbungen für die laufenden Polizei-Rekrutierungen einzureichen.
Bei einen Check am Stadion seien Antragsteller gesichtet worden, die versuchten, eingelassen zu werden. Der Sambia Polizei Service habe kürzlich die Rekrutierung von Polizeibeamten bekannt gegeben.
"Polizisten konnten nur mit Schwierigkeiten einige unbändige Jugendliche kontrollieren, die ins Stadion zu gelangen versuchten, ohne sich um die Warteschlange zu kümmern."
Einige der Jugendlichen hätten sich darüber beschwert, dass sie seit ein Uhr nachts anstünden. Andere, die namentlich nicht genannt werden wollten, hätten von Vetternwirtschaft bei der Rekrutierung gesprochen.
Der Kurzbericht schließt mit der Feststellung, dass die meisten Bewerber bis zum gestrigen Mittag immer noch vor dem Stadion standen und Einlass begehrten. · (
Zambia Daily Mail, ÜE: J.K.)

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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©

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Quellen

.. . Sach- und Personenregister