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Z WICOMB
( * 1948)
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Literarisches Portrait: Zoë Wicomb

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OCTOBER
engl. Originalausgabe
siehe unten>

1948
Am 23. November wird Zoë in einer Siedlung namens Beeswater in der Western Cape-Region, auch bekannt als Little Namaqualand, Südafrika, geboren; die Eltern - Robert Wicomb, ein Schullehrer, und Rachel Le Fleur Wicomb - sprechen Afrikaans.
 

1960er
lebt Zoë Wicomb bei einer Tante in Kapstadt, um eine Secondary School - gezwungenermaßen "for coloured" - besuchen zu können. Mit der Unterrichtssprache Englisch hofften die Eltern, ihrer Tochter Zoë eine berufliche Perspektive bieten zu können. Anschließend Besuch der Universität - "for coloured".

1970
verlässt Zoë Wicomb Südafrika, um sich in England niederzulassen; sie wird in Nottingham und Glasgow leben.

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1987
Bibliografische Angabe You can’t get lost in Cape Town[1] (dt: In Kapstadt kannst du nicht verlorengehen. Übersetzung: Karen Nölle-Fischer. Göttingen 1997), Zehn (autobiografisch gefärbte) Texte. New York und London 1987.

1990
kehrt Zoë Wicomb nach Südafrika zurück, wo sie drei Jahre lang am Fachbereich Englisch der University of the Western Cape unterrichten[2] wird.

1998
Bibliografische Angabe Shame and Identity: The Case of the Coloured in South Africa (Scham und Identität: Der Fall der Farbigen in Südafrika). In: Attridge, Derek & Jolly, Rosemary (Hg) Writing South Africa: Literature, Apartheid and Democracy, 1970-1995. Cambridge 1998.

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2001
Bibliografische Angabe David's Story (dt: Davids Story. Übersetzung: Hilde Schruff. Göttingen 2002), Nachwort: Dorothy Driver, Roman. New York 2001.

2006
Bibliografische Angabe Playing in the light, Roman. New York 2006.- Im Mittelpunkt des Romans stehen Marion und ihre Familie mit Afrikaans-Hintergrund. Obwohl sie das Reisen nicht mag, betreibt Marion ein Reisebüro im Kapstadt der 90er-Jahre, in der Zeit der Wahrheits- und Versöhnungskommissionen. Marion interessiert sich wenig für das soziale und politische Geschehen im Lande. Eines Tages entdeckt sie ein Foto in der Zeitung, das eine Erinnerung weckt, ein lang gehütetes Familiengeheimnis, dem sich der alternde Vater nicht stellen mag. Mit der familiären Auseinandersetzung beginnt die Reflexion, was ihr privilegierte Dasein angeht. Sie ist förmlich gefangen in einem rund um die Uhr bewachten Wohnblock auf Robben Island. Von ihrem Bett aus kann sie das Meer sehen, doch ihr Blick ist in die Vergangenheit gerichtet. Als sie eines Tages - erstmalig - eine Farbige einstellt, wird sie zusätzlich gezwungen, sich mit der Komplexität der Beziehungen, die die rassistische Apartheid-Politik hinterlassen hat, auseinanderzusetzen[3].

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2009
Bibliografische Angabe[4] The one that got away[5], Erz. New York 2009.

2013
Ausgezeichnet mit dem mit $ 150.000 Windham–Campbell Literature Prizes for Fiction (gemeinsam mit Tom McCarthy - UK und James Salter - USA) für den noch nicht veröffentlichten Roman October.

2014
Bibliografische Angabe October, Roman. New York 2014. - Im Mittelpunkt des Romans steht Mercia Murray; sie ist Anfang 50 und wurde von ihrem Mann verlassen. Nach 25 Jahren in Schottland lebend kehrt sie in ihre südafrikanische Heimat zurück, wo sie ihre Angehörigen, von "Alkohol und Geheimnissen überwältigt" vorfindet. Hin und hergerissen zwischen Schottland und Südafrika reflektiert sie die vergangenen Jahre und kann sich an keinem Ort wirklich niederlassen. Überall wird sie angezogen und gebraucht und fühlt sich gleichzeitig abgestoßen.

Zoë Wicomb lebt in Glasgow[6], wo sie Creative Writing und Postkoloniale Literatur an der Universität von Strathclyde unterrichtet.

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STIMME(N):
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"Ich habe eine Geisterexistenz hier [in Schottland], mein gesamtes intellektuelles und emotionales Leben ist in Südafrika". Wicomb über Wicomb, zitiert nach:
"Zoe Wicomb A Writer Of Rare Brilliance", intermix.org.uk). Übersetzung: J.K.
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ANMERKUNGEN:
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1) Die in diesem Buch versammelten Geschichten spielen in der Zeit der Apartheid; das Buch wurde zunächst in New York und London veröffentlicht und erst 2008 in Wicombs südafrikanischer Heimat. -
Die einzelnen Texte bilden einen inaltlichen und chronologischen Zyklus, eine Tatsache, die wohl dazu geführt hat, das dieses Buch im anglophonen Literaturbereich des Öfteren auch als Roman bezeichnet wird. Im dt. Sprachbereich wird es im Allgemeinen als Erzählband geführt.

2) Das Unterrichten bezahle die Rechnungen, es falle ihr leicht, sagt Wicomb, über Literatur zu reden. Das Schreiben selbst sei "eine Tortur, schmerzhaft langsam", überhaupt schreibe sie kaum außerhalb von Ferien oder Feiertagen. - Vgl. intermix.org.

3) Anna Goodall vom Pen Pusher Magazine schreibt: "'Playing in the light' ist ein Ausdruck, der hier gebraucht wird, um die Handlungen von Farbigen ("coloured people") zu beschreiben, die hell genug waren, um 'generell als weiße Person akzeptiert' zu sein und es so wagen konnten, die starren Rassenschranken in schwer erkämpfter Büroarbeit zu überschreiten und einen Platz in der privilegierten Welt des weißen Südafrika zu finden". - Übersetzung: J.K.

4) Der vollständige Nachweis von Wicombs Werk ist trotz intensiver Recherche bisher nicht möglich, Beiträge der Autorin finden sich u.a. in folg. Kompilationen:

  • The Penguin Book of Contemporary South African Short Stories, Stephen Gray (Hg.) Johannesburg & London 1994.

  • The Heinemann Book of South African Short Stories, Hirson, D (Hg.) London 1994.

  • Mohnblumen auf Schwarzem Filz: Autorinnen aus vier Kontinenten , Regina Keil & Thomas Bruckner (Hg.) Zurich 1998

  • Transitions: Half a Century of South African Short Stories, MacKenzie, C. (Hg.)

  • Francolin Pub, Kapstadt 1999.

  • The Heinemann Book of African Women's Writing, Bruner, C (Hg.) New York 1999.

  • The Art of the Story: An International Anthology of Contemporary Short Stories, Daniel Halpern (Hg.), New York & London 2000.

  • Stand Magazine Vol 5 (4), University of Leeds 2004.

  • Armada: Tijdschrift voor wereldliteratuur, No 34, Amsterdam 2004.

  • The New Century of South African Short Stories, Chapman, M. (Hg.), Johannesburg 2005

5) Die Erzählungssammlung The one that got away enthält:

Boy in a jute-sack hood
Disgrace
The one that got away
Mrs Pringle's bed
There's the bird that newer flew
Neighbours
Friends and goffles
Trompe l'oeil
Nothing like the wind
N2
In the Botanic Gardens
Another story

9
23
37
51
65
81
101
117
135
147
159
173

 

 

 

 

 

 

 


6)
In einem Interview wird Zoë Wicomb gefragt, wie es sei, woanders zu leben als an den Plätzen, über die sie schreibt. Ihre Antwort:

"... Wissen Sie, ich habe es mir nicht ausgesucht, in Europa zu leben, es ist eine historische Zufälligkeit, daraus resultierend, eine Familie hier gegründet zu haben, die einen hält. Überhaupt ist Exil nicht ein Zustand, in der Zeit eingefroren zu sein, wo ein kurzes Tauwetter alles ist, was zwischen dir und der bequemen Rückführung in die Heimat steht. Ich könnte sicherlich nicht schreiben, wenn ich nicht ausgedehnte Perioden dort verbringen würde, weil es nicht möglich ist, Raubbau am Gedächtnis zu betreiben ... - Vgl. Zoe Wicomb interviewed on writing and nation, Übersetzung: J.K.

Quellen:
Library of Congress, Online Catalog
http://www.intermix.org.uk/features/FEA_13_zoe_wicomb.asp
Dictionary of Literary Biography on Zoe Wicomb, auf: www.bookrags.com/
Zoe Wicomb interviewed on writing and nation, 2002 Literator Society of South Africa.  

Wicombs südafrikanischer Verlag: Umuzi   
http://www.intermix.org.uk/ - Inernetseite zur Information und Unterstützung von Personen gemischtrassiger Herkunft.     
Boy in a Jute-Sack Hood by Zoë Wicomb, im engl. Original. 
Zoe Wicomb interviewed on writing and nation, 2002 Literator Society of South Africa.
2015 © by Janko Kozmus
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REZENSION(EN):  
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Ein universaler Roman (zu: Davids Story)
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