| 27.
Mai |
1332 |
In
Tunis wird der spätere maghrebinisch-arabische Gelehrte
Ibn Chaldun Abd Ar Rahman geboren; er entstammt einer adligen
arabischen Familie aus dem spanischen Sevilla, Andalusien. |
| |
1860 |
Erscheinen
der avantgardistischen Zeitschrift Ar-Raid at Tunusi
(Der tunesische Avantgardist). |
| 13.
Januar |
1875 |
Per
Dekret des Paschas Khereddine wird das erste moderne Gymnasium
Tunesiens gegründet. Ziel ist die Heranbildung einer zweisprachigen
Elite, was mit der Rekrutierung ehemaliger Schüler der Zitouna
- der Hochschule für Scholastik und islamische Theologie -,
beabsichtigt wird. Die Gesamtzahl beläuft sich zunächst
auf insgesamt 150, davon 30 interne Schüler. |
| |
1899 |
Der
künftige Schriftsteller →
Tahar Haddad wird in der Stadt geboren,
die seit dem 12. Jahrhundert ununterbrochen die Landeshauptstadt
darstellt, in Tunis. |
| Februar |
1909 |
Der
spätere Dichter →
Abul Kacem Chebbi (auch: Aboul-Qacem Echebbi)
wird am Rande der Sahara, im südtunesischen Touzeur geboren.
|
| 28.
Januar |
1911 |
In
Tazarka wird der künftige Schriftsteller und Politiker
→ Mahmoud
Messaâdi geboren. |
| 15.
Dezember |
1920 |
In
der ca. 170.000 Einwohner zählenden Hauptstadt Tunis wird
als Sohn eines jüdischen Vaters und einer berberischen
Mutter der künftige Romancier und Essayist frz. Sprache
Albert Memmi geboren. |
| 16.
Juli |
1932 |
In
Sfax wird der künftige tunesisch-kanadische Dichter und
Erzähler Hédi André Bouraoui geboren. |
| |
1934 |
Im Alter von nur 35 Jahren stirbt Abul Kacem Chebbi in
einem Hospital in Tunis an den Folgen einer Herzmuskelentzündung.
Neben dem Schriftsteller Tahar Haddad ist er das enfant
terrible der tunesischen Literatur nach dem ersten
Weltkrieg.
Im Gegensatz zu seinen drei Brüdern zog Chebbi der
zweisprachigen - Arabisch und Frz. - eine reine, klassisch
arabische Bildung vor. Im Alter von vierzehn Jahren schreibt
er seine ersten Gedichte. Die Bekanntschaft mit dem Verleger
As-Snusi, der einen literarischen Zirkel pflegt, ermöglicht
ihm die Veröffentlichung einer Anthologie zeitgenössischer
tunesischer Lyrik. |
 |
| Abul
Kacem Chebbi |
|
Im
Alter von zwanzig Jahren hält Chebbi eine Aufsehen
erregende Konferenz zur "Poetische(n) Imagination
in der arabischen Dichtung" ab, in der er provokant
formuliert, der arabische Dichter habe in seinem Werk
nie echte Gefühle ausgedrückt. Er habe das Erhabene
der Natur mit ihrem lebendigen und besinnlichen Gefühl
außer Acht gelassen und eher wie "mit zufriedenem
Blick auf ein Kleidungsstück oder einen Teppich,
fein gewoben und gefärbt" gesehen, nicht mehr.
|
| Chebbis
Konferenzbericht wurde in Buchform veröffentlicht:
L'imagination poétique chez les Arabes (1929, Die
poetische Imagination bei den Arabern) - Vgl. Aboul-Qacem
Echebbi in der frz.-sprachigen Wikipedia. |
|
| |
1935 |
In
seinen Mittdreißigern stirbt der Schriftsteller
und Reformer Tahar Haddad. Er trat insbesondere ab 1930
neben seinem Mitstreiter → Habib Bourguiba
für die Rechte der Frauen in seinem Land ein.
|
|
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| 5.
März |
1941 |
In
Tunis wird der spätere Librettist → Alain
Boublil geboren.
|
| 31.
März |
1948 |
Im
tunesischen Moknine wird der künftige Schriftsteller Rafik Ben Salah
geboren. |
| 6.
März |
1949 |
In
Jendouba, dem ehemaligen Souk el Arba im Nordwesten Tunesiens,
wird der spätere, in arabischer und frz. Sprache schreibende
Schriftsteller, Chroniker und Kinderbuchautor Boubaker Ayadi
geboren.
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| 27.
Mai |
1949 |
Der
1909 geborene Erzähler und Dramatiker Ali Douagi verstirbt
an Tuberkolose in einem Hospital seiner Heimatstadt Tunis.
Er gehörte der intellektuellen Bohème im Café
Taht Essour de Bab Souika an. Berühmtheit erlangte
er mit seinen satirischen Stücken, u.a.:
Le trésor du pauvre (Der Schatz des Armen, 1935)
Le berger des étoiles (Sternenhirte, 1944)
La mère d'Eve (Evas Mutter, 1959 posthum veröffentlicht)
|
| |
1950 |
Auf
der tunesischen Insel Djerba wird die spätere Schriftstellerin
Aroussia Nalouti geboren.
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| |
1951 |
In
al-Ala - Stadtteil von Kairouan oder nahe dieser Stadt, die
im Maghreb nach Mekka, Medina und Jerusalem als vierte heilige
Stadt des Islam gilt - wird der künftige Schriftsteller
arabischer Sprache (Mohamed) Habib Selmi geboren. |
| 21.
März |
1957 |
Ein
Jahr und einen Tag nach der Unabhängigkeit Tunesiens von
Frankreich wird im Gouvernat Mahdia, in dem Ort Ksour Essef,
der spätere Lyriker und Schriftsteller → Youssef
Rzouga geboren. |
| 5.
April |
1963 |
In
Tunis wird der künftige Dichter und Literaturkritiker Chamseddine
El Ouni geboren. |
| 11.
April |
1975 |
Der spätere Übersetzer und Schriftsteller Walid Soliman
wird in Tunis geboren. |
| zeit |
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
|
3. April |
|
Der
tunesische Journalist Taoufik Ben Brik beginnt aus Protest gegen
eine drohende Haftstrafe von bis zu 6 Jahren wegen "Diffamierung
von Staatsorganen" mit einem Hungerstreik im Verlagshaus
Aloès. Der Vorwurf gründet auf Veröffentlichungen
im Ausland, da Ben Brik seit fast 10 Jahren im eigenen Lande
mit einem Schreibverbot belegt ist. ·
(Vgl.
Jungle World v. 10.05.2000) |
|
10. April |
2000 |
Wegen
"Störung der öffentlichen Ordnung" wird das tunesische
Verlagshaus Aloès geschlossen und versiegelt. Hintergrund ist
der vor einer Woche begonnene Hungerstreik des Journalisten
Taoufik Ben Brik im Haus. ·
(Vgl.
Jungle World v. 10.05.2000) |
|
25. April |
2000 |
Beim
Versuch, den hungerstreikenden tunesischen Journalisten Ben Brik
in einer Privatklinik in Tunis zu besuchen, wo dieser sich inzwischen
befindet, werden Rechtsanwälte, Freunde und Verwandte -
darunter seine Ehefrau - geschlagen, der Zutritt in die Klinik
wird ihnen verweigert. ·
(Vgl.
amnesty international) |
|
26. April |
2000 |
Die
Wohnung des tunesischen Journalisten Ben Brik wird von 300 Polizisten
umstellt. "Französische und Schweizer Journalisten sowie
tunesische Aktivisten aus linken und Menschenrechtskreisen"
werden gewaltsam von der Polizei am Zutritt zum Domizil des
weiter hungerstreikenden Journalisten gehindert, einige geschlagen.
Ben Briks Bruder Jellal wird dabei verhaftet. Namhafte Oppositionelle,
"darunter die Verlegerin Ben Sédrine", werden anschließend
"auf der Polizeiwache schwer misshandelt".
·
(Vgl.
Jungle World v. 10.05.2000 u. amnesty international) |
|
2. Mai |
2000 |
Der
tunesische Journalist Taoufik Ben Brik erhält seinen Pass
zurück, der ihm Anfang April abgenommen worden war, zugleich
wird das gegen ihn verhängt Ausreiseverbot aufgehoben,
doch der Journalist setzt seinen Hungerstreik fort. Sein in
Haft befindlicher Bruder und fünf seiner Geschwister haben
sich dem Hungerstreik angeschlossen. "Die Hauptforderungen
des Journalisten: die Freilassung seines Bruders, die Bezahlung
der Behandlungskosten für die gefolterten Aktivisten durch den
tunesischen Staat und die Wiedereröffnung des Verlagshauses
Aloès". ·
(Vgl.
Jungle World v. 10.05.2000) |
|
4. Mai |
2000 |
Der
tunesische Journalist Taoufik Ben Brik reist nach Paris aus.
Er will dort seinen Hungerstreik ohnre Repressalien fortsetzen.
·
(Vgl.
Jungle World v. 10.05.2000) |
|
15. Mai |
2000 |
Nach
42 Tagen stellt der tunesische Journalist Taoufik Ben Brik
in Paris seinen Hungerstreik ein. Auch seine letzte Forderung
ist erfüllt worden: sein zu 3 Monaten Haft ohne Bewährung
verurteilter Bruder wird in Tunis freigelassen, nachdem seine
Haftstrafe in Berufungsinstanz zu 16 Tagen reduziert wurde,
die er bereits abgesessen hat. ·
(Vgl.
Jungle World v. 24.05.2000) |
| |
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Im Alter von 93 Jahren stirbt der tunesische Politiker und Autor
Mahmoud Messaadi. 1975 gründete er das Magazin La vie
culturelle. Als Politiker bekleidete er über zehn Jahre
- 1958 bis 1968 das Amt des Bildungsministers. In diese Zeit
fällt, 1960, die Gründung der Universität von
Tunis unter seiner Verantwortung. Zu seinen Werken zählen
Bücher wie Le Barrage (dt: Der Staudamm,
2007) Maouled en’nessyèn (1974, Die Geburt des Vergessens)
oder das sprachwissenschaftliche Werk Thèse sur l’esthétique
et la syntaxe dans la langue arabe. |
|
Mai |
|
Erscheinen
des Buches Le Ciel est par-dessus le toit. Nouvelles, contes
et poèmes de prison et d'ailleurs. (Der Himmel ist über
dem Dach. Novellen, Erzählungen, Gedichte aus dem Gefängnis
und von anderswo). Der 1939 geborene tunesische Autor Gilbert
Naccache, der in den 60er Jahren als Agraringenieur im tunesischen
Landwirtschaftsministerium arbeitete, wurde wegen seiner oppositionellen
Haltung dem Regime Bourgiba gegenüber 1968 zu einer Gefängnisstrafe
verurteilt und kam erst 1979 wieder frei. Nach seiner Entlassung
arbeitete er als Redakteur in Tunis und wanderte 2004 nach Frankreich
aus. |
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|
In Chicago wird das Stück The Pirate Queen uraufgeführt.
Den Text verfasste der gebürtige Tunesier Alain Boublil,
die Musik stammt von Claude-Michel Schönberg. Das berühmteste
Werk dieses Gespanns ist das 1980 in Paris uraufgeführte
Musical Les Misérables nach Victor Hugo.
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7. Januar |
|
Theater in Tunis inszeniert Rilkes Aufzeichnungen des Malte
Laurids Brigge
"Das
Universum des R. M. Rilke in Arabisch und in Französisch",
heißt es in der Ankündigung des Stücks in der französischspr.
tunesischen Tageszeitung La Presse. Das Theater l'Etoile
du nord in Tunis feiere zu Beginn des Jahres den deutschen
Schriftsteller Rainer Maria Rilke. Die Aufzeichnungen des
Malte Laurids Brigge, ein Werk, das sich auf tatsächlich Erlebtes
des Dichters stütze, sei mittels einer Korrespondenz zwischen
1903 und 1910 umgesetzt worden. Sonia Zarag Ayouna habe sich
doppelt verdient gemacht, einmal indem sie das Werk in Dialektarabisch
übersetzte und zum Anderen indem sie es für das Theater inszenierte.
Eine Herausforderung die sie angenommen und bewältigt habe.
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge rufen
das Paris des ausgehenden 19. Jh's wach sowie die Begegnung
von Rilke mit Rodin, "der einen großen Einfluss auf den Dichter
ausübte durch Themen, die ihm wertvoll waren und die man in
seinem gesamten uvre wiederfinden wird: der Tod, das
Elend und die Angst". Als bezeugender Zuschauer habe Rodin
sich das Vertrauen des jungen Rilke verdient, "eine unerlässliche
Präsenz, um Rilkes Wort zu übermitteln, sodass es uns erreichen
konnte". In der Übersetzung und Inszenierung von Sonia Zarg
Ayouna und mit dem Bühnenbild von Noureddine El Ati werde
das Stück im Theater l'Etoile du nord aufgeführt,
in Dialektarabisch am 8., 9., 10., 22., 23. und 24. Januar
und am 15., 16., 17., 29., 30. und 31. Januar in Französisch.
·
(LaPresse,
Tun, ÜF:
J.K.) |
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2007 |
50.
Geburtstag des in Ksour Essef geborenen Autors Youssef Rzouga.
Zu dem Werk des v.a. als Lyriker bekannt gewordenen Rzouga zählen
auch die Romane L'archipel (1986) und Un monde à part.
Als Lyriker, der sowohl in arabischer als auch in französischer
Sprache schreibt, gilt er als Wegbereiter eines "occirientalen
Rhythmus", der Einführung der arabischen Metrik in
die französische Poesie. |
| |
2010 |
Der Journalist und Schriftsteller Taoufik Ben Brik wird nach
einem halben Jahr aus der Haft entlassen. In der Folge eines
Bagatellunfalls habe er eine Frau in der Öffentlichkeit
angegriffen, war ihm vom Gericht vorgeworfen worden, das ihn
zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilte. Das Urteil
war vom Appelationsgericht bestätigt worden. Nach Meinung
kiritischer Beobachter von Reporters sans frontières
sei der Fall aufgebauscht worden, um einen Regimekritiker zu
diffamieren.- Vgl. Dominique Lagarde: Taoufik Ben Brik, plume
trop libre pour Tunis, in L'express v. 18.11.2009 / Zineb Dryef:
Tunisie : Ben Brick a besoin du soutien de Sarkozy, in: Rue89
v. 31.10.2009 |
| 17.
Dezember |
2010 |
Selbstverbrennung
von Mohamed Bouazizi im tunesischen Sidi Bouzid.
-
Dieses Ereignis wird in der Folge zum Sturz der tunesischen
Führung unter dem 23 Jahre herrschenden Zine el-Abidine
Ben Ali führen und letztlich zu den Umwälzungen, die
unter dem Begriff Arabischer Frühling zusammengefasst
werden werden.
In der Folge werden immer wieder politische Beobachter, Intellektuelle
sowie Schriftsteller Bezug auf dieses Ereignis nehmen, so beispielsweise
der libysche Romancier →
Ibrahim
al-Koni,
der in einem Interview gefragt, ob ihn der Umbruch in der arabischen
Welt zu einem neuen Roman inspiriere, antworten wird:
"Ich bin fasziniert von Mohammed Bouazizi, dem tunesischen
Gemüsehändler, dessen Selbstverbrennung am 17. Dezember
2010 in Sidi Bouzid die Revolution in Tunesien auslöste.
Seine Tat war der Funke, der den Flächenbrand entzündet
und letztlich die ganze arabische Welt verändert hat. Wenn
ich über diese Revolutionen, Umwälzungen in der arabischen
Welt schreiben werde, dann gehe ich zu den Wurzeln, zu den Anfängen.
Literatur geht immer an die Wurzeln." - Vgl. "Herr
Bouazizi ist der Christus unserer Zeit", Interview v. Susanne
Schanda; in: DER TAGESSPIEGEL v. 1.03.2011.
Auch der marokkanische Schriftsteller →
Tahar
Ben Jelloun
wird sich in seinem Anfang des Jahres 2011 erschienen Buch Arabischer
Frühling in die Situation von Mohamed Bouazizi
versetzen. |
| 14.-18
Januar |
2011 |
In seinem Blog schreibt der 1974 in Al Manafikh geborene Romancier
Kamel Riahi unter dem Titel "Eine Nacht in Tunesien":
"Es ist Freitag, der 14. Januar, in der Innenstadt von
Tunis. In den Straßen schreien wir 'Nein!' - eine Million
Stimmen vereint gegen die 23 Jahre währende Diktatur
von Präsident Zine el-Abidine Ben Ali. Tränengas,
Kugeln und Tod um uns herum. Wir geraten in einen Hinterhalt
an der Barcelona Metrostation, einem der Verkehrsknotenpunkte
der Stadt und werden mit Tränengas angegriffen. Ich schütze
mich selbst mit einem schwarzen Halstuch, als ich die Avenue
Bourgiba hinunterrenne, die die Touristen den tunesischen
Champs-Élysées nennen. Dort begegnen wir Knüppeln
und Gewehren.
Jeden Atemzug zählend, ducken wir uns vor den Kugeln
weg, während wir an mehreren Wohnblöcken vorüberrennen,
bis wir auf eine Mauer von Polizeioffizieren in Zivil rennen.
Sie befehlen uns schroff in eine nahe gelegene Metrostation,
drängen uns in Züge und nehmen Stellung an jedem
Ende ...".
(...)
"Am Montag wird uns erzählt, dass eine neue
'Einheits-'Regierung gebildet wurde. Als die Tunesier bemerken,
dass einige Mitglieder des alten Regimes für das Kabinett
ausgewählt wurden, gibt es eine neue Unruhewelle und
die Menschen beginnen zu argwöhnen, dass die Revolution
ihnen genommen wurde."
"Am Dienstag gehen die jungen Menschen erneut auf die
Straße und verlangen die Auflösung von Ben Alis
Partei ... Obwohl ich zustimme, dass es unmöglich sein
werde die Partei auzulösen, ohne das Land in Chaos zu
versetzen, denke ich, wir haben keine andere Wahl, als es
zu versuchen."
"Am Ende des Tages sind mindestens fünf Minister
von ihren Posten zurückgetreten und niemand weiß,
was als nächstes kommen wird."
(...)
"Was mich angeht, fühle ich ein überwältigendes
Glücksgefühl darüber, dass ich nun in der Lage
sein werde, frei zu schreiben. Vor anderthalb Jahren wurde
einer meiner Romane, der das Leben während der Zeit der
Unterdrückung beschreibt, als Theaterstück am hiesigen
Kulturcenter aufgeführt. Die daran Beteiligten wurden
permanent von der Polizei überwacht; keiner der anwesenden
Journalisten veröffentlichte eine Kritik."
Vgl. kamelriahi.maktoobblog.com - , ÜE:
J.K.)
- Am 18. Januar wurde der vollständige Beitrag in der
New York Times veröffentlicht.
Kamel Riahi Publikationen umfassen zwei Kurzgeschichtensammlungen
sowie die beiden Romane Al-Mishrat (Das Skalpell)
und Der Gorilla.
|
| |
2011 |
Taoufik Ben Brik meldet Kandidatur für Präsidentschaft
an.
Der tunesische Journalist und Schriftsteller Taoufik Ben Brik
meldet in dem französischen Wochenblatt Le Nouvel Observateur,
das Jahre lang seine regimekritischen Artikel veröffentlichte,
seine Absicht an, als Kandidat für das Amt des tunesischen
Präsidenten anzutreten.- Vgl. Nouvelle Observateur v. 20.01.2011
Bereits kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis (→ siehe oben)
im vergangenen Jahr hatte Ben Brik bei einem Treffen von Reporters
sans frontières in Paris angekündigt, er werde
für die Präsidentschaft im Jahre 2014 kandidieren,
da Präsident Ben Ali zu diesem Zeitpunkt das laut Verfassung
vorgeschriebene Alter für die Kandidatur überschritten
haben würde.
Veröffentlichungen:
- Et maintenant, tu vas m'entendre (Und jetzt wirst du mich
anhören), Tunis/Paris 2000
- Le rire de la baleine (Das Lachen des Wals). Paris 2000
- Une si douce dictature. Chroniques tunisiennes 1991-2000 (Eine
so sanfte Diktatur. Tunesische Chroniken 1991-2000). Paris 2001
- Chronique du mouchard (Die Chronik eines Spitzels). Paris
2001 - Ben Brik Fi El Kasr. Tunis 2001
- Ben Brik président suivi de Ben Avi la momie (Präsident
Ben Brik, gefolgt [in der Nachfolge?] von Ben Avi der Mumie).
Paris 2003
- The Plagieur. Paris 2004 |
| 28.
Januar |
2011 |
100. Geburtstag des in Tazarka geborenen Schriftstellers und
Politikers →
Mahmoud Messaâdi.
Mahmoud Messaadi ist 2004 im Alter von 93 Jahren gestorben.
1975 gründete der tunesische Politiker und Autor das Magazin
La vie culturelle. Als Politiker bekleidete er u.a. das
Amt des Kulturministers. Zu seinen Werken zählen Bücher
wie Maouled en’nessyèn (1974, Die Geburt des Vergessens)
oder das sprachwissenschaftliche Werk Thèse sur l’esthétique
et la syntaxe dans la langue arabe. |
| 18.
November |
2011 |
Am Abend stirbt im Alter von 79 Jahren der Dichter Mohieddine Khraief.
"Die literarische Familie in Trauer", wird die tunesische
Tageszeitung La Presse am übernächsten Tag
einleitend schreiben und unter dem Titel:
"Der
Dichter Mohieddine Khraief ist nicht mehr",
einen Nachruf veröffentlichen, in dem auch kurz auf das
Werk des Dichters und Bildungspolitikers eingegangen werden
wird.
→ mehr dazu
·
(LaPresse,
Tun, ÜF:
J.K.) |
| . |
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| .. |
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Anmerkungen:
Quellen
allgemein, siehe → Chronik-Startseite
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung
aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |