LESEGO
RAMPOLOKENG (*1965) |
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1965
Am 7. Juli wird Lesego[1]
im südafrikanischen Soweto, im Stadtteil Orlando West,
Johannesburg, geboren. Der Vater, Bergarbeiter in einer
Platin-Mine, verstirbt früh; die Mutter, die als Werkzeugmacherin
in einer Fabrik arbeitet, erzieht ihn - zunächst allein
- streng katholisch und heiratet erneut, der Familienname
ändert sich in Rampolokeng. |
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1970er
Schulische Ausbildung.
Erste dichterische Betätigung in der Auseinandersetzung
mit dem Soweto-Aufstand von 1976[2].
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1980er
Abbruch des Jura-Studiums in Johannesburg. Gelegenheitsarbeiten.
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1990
Horns for Hondo (Hörner für Hondo). Rap-Gedichte,
Johannesburg 1990. |
1992/93
End Beginnings (Endanfänge, dt.
als Textbuch erschienen), gemeinsam mit (der südafrikan.
Punk-Band) The Kalahari Surfers[3],
MC/CD. |
1993
Talking Rain (Sprechender Regen), Gedichte, Johannesburg 1993.
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1995
Faustus in Africa, Text zu dem Puppentheaterstück v.
William Kentridge, einer Adaption von Goethes Faust, in Zusammenarbeit
mit der Handspring Puppet Company Johannesburg, Uraufführung
beim Kunstfest Weimar 1995. |
1996
Rap Master Supreme - Word Bomber in the Extreme. Lesego Rampolokeng.
Texte und ein Interview, dt/engl. übersetzt u. hgg. v.
Thomas Brückner, Leipzig 1996. |
1998
endbeginnings (Endanfänge), Rap-Gedichte. Übersetzung:
Thomas Brückner. München 1998.
Blue V’s. Gedichte mit CD. (enthält die Originaltexte
mit den Übersetzungen v. Thomas Brückner). Stuttgart
1998.
Aufenthalt in Deutschland im Rahmen eines Kulturaustauschprogramms.
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1999
The Bavino[4]
Sermons (Die Bavino-Moralpredigten), Gedichte. Durban 1999.
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2001
Fanon's Children (Fanons Kinder), Theaterstück[5].
Lesego Rampolokeng ist Gast beim XI. Poesie-Festival von Medellin,
Kolumbien. |
2002
The h.a.l.f. Ranthology, Performance-CD. 2002.
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2003
The second chapter (Das zweite Kapitel), Gedichte. Berlin
2003. |
2004
Blackheart (epilogue to insanity) (Schwarzherz (Epilog zum
Wahnsinn)), Roman[6].
Johannesburg 2004.
"Master
of ceremonies" beim Urban Voices International Poetry
festival in Johannesburg[7].
Als
Gast bei der 19. Internationalen Tagung der Vereinigung von Afrikanisten
in Deutschland (VAD) an der Universität Hannover. |
2005
Whiteheart: Prologue to Hysteria (Weißherz: Prolog zur
Hysterie), Roman[8].
Pietermaritzburg 2005.- Ein Kind im Soweto der 70er-Jahre präsentiert
sich als Ich-Erzähler. Es erzählt vom Terror, dem es
begegnet. |
2006
Teilnahme an der Wiener Veranstaltung Literatur im März:
→
Südafrika
- Neues
von einem anderen Ende dieser Welt. |
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Lesego
Rampolokeng lebt in Soweto, im Stadtteil Orlando West,
Johannesburg, wo er geboren und aufgewachsen ist.
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| (noch
nicht aufgenommen) |
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| 1)
Der Name Lesego bedeutet "All the best!" |
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2) "In seinen
Texten verbindet Lesego Rampolokeng die Tradition des Dithoko-Sprechgesangs
der südafrikanischen seSotho mit zeitgenösisschen Elementen
aus Rap oder Dub. Zu seinen 'Vorbildern' zählten Linton Kwesi
Johnson und Mutabaruka, Vertreter der Street Poetry Sowetos
wie Maishe Maponya oder der Anfang 1997 verstrobene Ingoapele
Madingoane sowie die amerikanischen 'Last Poets'" -in: Literatur
Schwarzafrikas, S. 97. |
| 3)
Lesego Rampolokeng tritt v.a. auch alleine auf und entwickelt
dabei, indem er mit der "Musikalität der Sprache"
spielt, eine eigene "Performance-Dichtung" (Literatur
Schwarzafrikas, S. 97).
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| 4)
"Bavino" entstammt der Ghetto-Sprache und heißt
soviel wie "jedermann". - Paul Wessels, der Rezensent
der südafrikan. Cape Times spricht vom "kafkaesken
Humor" Rampolokengs und unternimmt in seiner Besprechung
den Versuch einer kongenialen Annäherung an das Buch, hier
ein Auszug: "Das Epigramm, das den Leser begrüßt,
dient als warnender Lektor: 'an den Gedanken-Kontrollturm, //
bitte / lass mich raus // ich sitze in der Falle / innerhalb /
deines Kopfes' ... Die skatologische Sprache, die groteske Gewalt,
die scharfsichtigen Einblicke in die Humanität und insbesondere
in die Feinde der Humanität tragen zum temporären Verlust
selbst der Erfahrungen des Lesers bei. ... Rampolokengs Werk existiert
auf zwei Ebenen. ... Die erste Ebene ist die Oberfläche selbst.
Die zweite ist die Tiefe. Beide sind abhängig vom machtvollen
Medium der 'performance poetry', in der Tat sind sie nur durch
diese möglich. ... ". (Übersetzung: J. K. ) |
| 5)
"Lesego Rampolokeng, der Autor von Fanon's Children,
bezieht sich auf das Werk des aus Martinique stammenden Psychiaters
Frantz Fanon, dessen Arbeit sich im → Algerien
der 60er Jahre der Aufhebung der weißen Vorherrschaft in
kolonisierten Ländern in der sich entwickelnden Welt widmete.
Davon abgesehen bringt das Stück einen poetischen Blick auf
rassische Wechselbeziehungen in urbaner Landschaft, auf schwarze
Jugendliche die unter Druck stehen und die andauernde Notwendigkeit
an die Arbeit für eine Art von Revolution zu glauben oder
nicht zu glauben. Das Stück spielt vor dem Hintergrund einer
Räumung, bei der zwei Hausmädchen über die Möglichkeit
von Widerstand nachdenken.".- Matthew Krouse, in: Mail
& Guardian, Südafrika, 2. Nov. 2001, Übersetzung:
J. K. |
| 6)
Der Bezeichnung Roman zum Trotz: "Blackheart ist beseelt
vom Reichtum Rampolokeng'scher Dichtung. Die Worte verknäueln
sich in Rhythmen, Metaphern und Wortspielen, metamorphisieren
plötzlich, um zeitgenössische Weltereignisse, kulturelle
Dispositionen und psychische Gebrechen zu enthüllen. ...
Wenn Sie auf eine lineare Struktur im Buch hoffen oder auf Charaktere,
die wieder auftreten und sich zunehmend entwickeln, werden Sie
enttäuscht." Diese kurzen Zitate von Nadine Botha deuten
die Richtung an, in die sich dieser erste Roman des Autors bewegt.
Dass L.R. seiner kritischen Empörung über die Zustände
im Lande treu geblieben ist, zeigt schon der Titel der Buchbesprechung:
"Zorniger Ketzer". (Zitiert nach Nadina Botha, in der
südafrikan. Zeitung Mail&Guardian v. 17.09.2004,
übersetzt v. J.K.) |
| 7)
"Letztes Jahr wurde der lokale Dichter Lesego Rampolokeng,
der als 'master of ceremonies' fungierte, von der Bühne geholt,
nachdem er kritische Kommentare äußerte über den
Zustand der Nation, die Künste und das Firmen-Sponsoring."
- Berichtet von Nadine Botha anlässlich der Folgeveranstaltung
im Jahre 2005, bei der es zu einem Streit zwischen einer einheimischen
und einer schwarzamerikanischen Teilnehmerin über den Begriff
"coloured" kam, in: Mail & Guardian, Südafrika,
29. Juli. 2005, Übersetzung: J. K. |
| 8)
Auch über den zweiten Roman äußern sich Kritiker
ähnlich wie über den ersten. Er lese sich wie ein Poem,
getragen von provokativen Bilderfluten und Emotionen. |
| Allgemeine
Bemerkung: Gleichgültig wie man zu Lesego Rampolokeng und
seinem Werk stehen mag, eines muss man ihm lassen: Er spornt die
Kritiker zu Höchstleistungen ihres Könnens an. Die Wenigen,
die sich zu seinen Büchern, CD's und insbesondere seinen
Performances äußern, überschlagen sich im Versuch,
ihn in der Wahl obskur-rarer Begriffe und kurioser Metaphern zu
übertreffen. Beispiele dafür habe ich in obigen Anmerkungen
(insbesondere die Punkte 6 u. 4)
zu geben versucht. Apropos: Sollte jemand, wie ich, beim Begriff
Skatologie stolpern, so sei ihm der Griff zum Fremdwörterlexikon
erspart, zwei Bedeutungen vermerkt der (c) Dudenverlag.: "1.
die wissenschaftliche Untersuchung von Kot. 2. Vorliebe für
das Benutzen von Ausdrücken aus dem Analbereich". -
J.K. |
Wichtigste
Quelle neben dem Internet:
Literatur Schwarzafrikas, Die, H.Ehling/P. Ripken, Hrsg., Beck'sche
Reihe München 1997 |