DIE MARABOUT-SEITE
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Margaret Atwood (*1939)
MARGARET ATWOOD
( * 1939)
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Literarisches Portrait: Margaret Atwood - Teil II - ab 1981

1981
Bibliografische Angabe True Stories (dt: Wahre Geschichten. Gedichte; Übersetzung: A. von Arz, S. Haffner, K. von Hutten, A. Jonas, B.M. Kloos, Düsseldorf 1984, Ffm 1986), Toronto 1979, 1982, London 1983.
Bibliografische Angabe Bodily Harm (dt: Verletzungen; Übersetzung: Werner Waldhoff. Düsseldorf 1982, Mü 1984, Ffm 1990), Toronto 1981, New York 1983, London 1983.

Bibliografische Angabe Snowbird (Schneevogel), Fernsehspiel.

1982
Bibliografische Angabe Second Words: Selected Critical Prose (Zweite Wörter: Ausgewählte Essays), Toronto 1982, Boston 1984.

1983
Bibliografische Angabe Murder in the Dark (dt: Die Giftmischer. Horror-Trips und Happy Ends; Übersetzung: Anna Kamp, Düsseldorf 1985, Ffm 1987), Toronto 1983, London 1984.
Bibliografische Angabe Bluebeard's Egg & Other Stories (dt: Der Salzgarten, Ffm 1994), Toronto 1983, New York 1987, London 1988.

1984
Bibliografische Angabe Interlunar (Mondfinsternis), Gedichte, Toronto 1984, London 1988.

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Neuauflage April 2017
Volker Schlöndorff:
Die Geschichte der Dienerin

1985
Bibliografische Angabe The Handmaid's Tale (dt: Der Report der Magd,[Verfilmung --> 2]Übersetzung: Helga Pfetsch, Düsseldorf 1987, Ffm 1989, Leipzig 1990, Ffm 1992; Taschenbuch-Neuauflage München April 2017), Roman. Toronto 1985, New York 1986, London 1987. - An der Spitze des fiktiven nordamerikanischen Landes Gilead steht eine Clique von Männern, deren Machtausübung eindeutig faschistoide Züge trägt. Schauhinrichtungen erinnern an stalinistische Strukturen. Die Frauen in der beschriebenen, nahen und atomverseuchten Zukunft werden, mit Ausnahme der Gattinnen der herrschenden Männer, zu Gebärmaschinen reduziert. Eine dieser Frauen - Offred, Fred zugeteilt - erzählt ihre düstere Geschichte. Bevor ihre schier auswegslose Situation sie in die Resignation treibt, nimmt trotz strengster Kontrollmaßnahmen eine andere Magd Kontakt zu ihr auf und nährt die Hoffnung auf Befreiung.
Absatz Margaret Atwood wird für The Handmaid's Tale mit dem Governor General's Award ausgezeichnet.

1987
Bibliografische Angabe Selected Poems II. Poems Selected & New. Nineteen Seventy-Six to Nineteen Eighty-Six (Ausgewählte Gedichte II. Ausgewählte neue Gedichte. 1976 bis 1986), Ontario.
Absatz Ausgezeichnet mit dem erstmals vergebenen britischen Arthur C. Clarke-Preis für den Roman Der Report der Magd.

1988
Ausgezeichnet von der Canadian Bookseller's Association als Author of the Year.

1989
Am 18. November wird M.A. 50 Jahre alt.
Bibliografische Angabe Cat's Eye (dt: Katzenauge; Übersetzung: Charlotte Franke, Ffm 1990), Roman. New York 1989
Absatz Nominierung für den Booker Prize für Cat's Eye.

1990
Bibliografische Angabe For The Birds (dt: Hoch oben im Baum. Ffm 1994), Kinderbuch.

1991
Bibliografische Angabe Wilderness Tips (dt: Tipps für die Wildnis. Short Stories; Übersetzung: Charlotte Franke, Ffm 1991; Neuauflage, gebunden, Titel und Übersetzerin identisch: Berlin 2010), New York.
Bibliografische Angabe Margaret Atwood Poems 1965-1975 (Margaret Atwoods Gedichte).

1992
Bibliografische Angabe Good Bones (dt: Gute Knochen), Essays. Toronto 1992.

1994
Bibliografische Angabe The Robber Bride (dt: Die Räuberbraut, Ffm 1994), Roman. New York 1993.

1995
Bibliografische Angabe Morning in the Burned House, Gedichte.
Bibliografische Angabe Strange Things: The Malevolent North in Canadian Literature. Essays.
Bibliografische Angabe Princess Prunella and the Purple Peanut (dt: Prinzessin Prunella und die purpurne Pflaume. Hildesheim 1998). Kinderbuch.

1996
Bibliografische Angabe Alias Grace (dt: alias Grace; Übersetzung: Brigitte Walitzek), Roman.- Ein authentischer Kriminalfall aus dem Kanada des 19. Jh's.
Bibliografische Angabe Deux Sollicitudes [3](Two Solicitudes: Conversations (Zwei Besorgte: Gespräche); Übersetzung ins Englische: Phyllis Aronoff u. Howard Scott 1998), Victor-Lévy Beaulieu und Margaret Atwood 1996.
Absatz Nominierung für den Booker Prize für Alias Grace.

1998
Bibliografische Angabe Eating Fire; Selected Poems, 1965-1995, Gedichte.

1999
Am 18. November wird Margaret Atwood 60 Jahre alt.

2000
Bibliografische Angabe The Blind Assassin (dt: Der blinde Mörder. Berlin 2000), Roman. Der blinde Mörder ist ein Roman im Roman. Laura, die Autorin innerhalb Atwoods Roman, begeht kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs, zu Beginn des Romans, Selbstmord, indem sie weißbehandschuht ihren Wagen durch eine Absperrung lenkt und in den Abgrund rast. Posthum wird sie mit ihrem Roman Der blinde Mörder berühmt, der eine Beziehung zwischen einer wohlhabenden Frau und einem in der linken Bewegung Engagierten erzählt, dieser wiederum schreibt eine Science Ficition-Geschichte, die ebenso wiedergegeben wird.
Erzählt wird das Ganze retrospektiv von Lauras Schwester Iris, die inzwischen 82 Jahre alt ist. Doch dies ist nur eine von vielen kunstvoll ineinander verwobenen (in der Mehrzahl Frauen-)Geschichten der Familie Chase, die mit ihrer Fabrik eine kanadische Kleinstadt dominierte und die mit der Wirtschaftskrise nach dem 1. Weltkrieg unaufhaltsam dem Niedergang zusteuert.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Booker Prize für The Blind Assassin.

2002
Bibliografische Angabe Negotiating With the Dead: A Writer on Writing.
Absatz The Blind Assassin wird für den hoch dotierten IMPAC Dublin Literaturpreis nominiert (Shortlist).

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2003
Bibliografische Angabe Oryx and Crake (dt: Oryx und Crake; Übersetzung: Barbara Lüdemann, Berlin 2003), Roman. Toronto. - Erster Teil der sog. MaddAddam-Trilogie
Absatz Nominierung für den Booker Prize für Oryx and Crake.
Bibliografische Angabe Orwell and me, Artikel, in: The Guardian v. 16.06.2003

2004
Nominierung (Shortlist) des Romans Oryx und Crake für den britischen Literaturpreis Orange Prize for Fiction.

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2005
Bibliografische Angabe Rude Ramsay and the Roaring Radishes (dt: Rotznase Ramsay und die röhrenden Radieschen) Kinderbuch mit Illustrationen von Dusan Petricic. London 2005.
Bibliografische Angabe The Penelopiad: The Myth of Penelope and Odysseus (dt: Die Penelopiade; Übersetzung: Malte Friedrich. Berlin 2005). Roman. Toronto u. Edinburgh 2005.- Die Odysee neu erzählt aus der Sicht von Penelope, die mit Helena und den anderen berühmten Gestalten seit Jahrtausenden im Hades wohnt. Begleitet werden ihre Erzählungen von Einschüben des Chors der zwölf erhängten Mägde.[4]
Bibliografische Angabe New beginnings. (dt: Ein neuer Anfang. Berlin 2005) Hg: Margaret Atwood. Einleitung: Helen Fielding. Anthologie. New York 2005.[5]
Bibliografische Angabe Writing with Intent: Essays, Reviews, Personal Prose: 1983-2005 (Mit Absicht/zielgerichtet schreiben: Essays, Rezensionen, Persönliche Prosa: 1983-2005). New York 2005.
Absatz Nominierung (Shortlist) für den Man Booker International Prize.
Absatz
Im Oktober ist M. A. zu Gast bei der Frankfurter Buchmesse, wo sie ihr neues Buch The Penelopiad: The Myth of Penelope and Odysseus vorstellt.[6]

2006
Bibliografische Angabe The Tent (dt: Das Zelt; Übersetzung: Malte Friedrich. Berlin 2007). New York 2006. Illustriert mit Zeichnungen der Autorin. - Fiktionale Essays im Geiste von Good Bones und Murder in the Dark (Die Giftmischer)[7].
Bibliografische Angabe Waltzing Again: New and Selected Conversations with Margaret Atwood (Wieder Walzer tanzen: Neue und ausgewählte Gespräche mit Margaret Atwood). Princeton 2006.
Bibliografische Angabe Moral Disorder (dt: Moralische Unordnung; Malte Friedrich. Berlin 2008), Erz. 2006. - 60 Jahre Chronik einer Familie in einzelnen Episoden, vom Toronto der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart[8].

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2007
Bibliografische Angabe The Door (dt: Die Tür/The Door; zweisprachige Ausgabe; Übertragung aus dem Englischen: Monika Baark. Berlin 2014). Gedichte. London 2007.
Bibliografische Angabe The Penelopiad – The Play, Theaterstück. London 2007. - Uraufführung: National Arts Centre / Royal Shakespeare Company, Ottawa, Ontario, Kanada.
Absatz Nominierung (Shortlist) für den Man Booker International Prize.

2008 Im Juni wird M.A. mit dem mit € 50.000 dotierten spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur für ihr Gesamtwerk[9]  ausgezeichnet. Der Preis wird im Herbst vom Prinzen von Asturien, dem spanischen Thronfolger Felipe, in Oviedo überreicht werden.
Bibliografische Angabe Payback: Debt and the Shadow Side of Wealth. Massey Lectures[10] (Payback. Schulden und die Schattenseite des Wohlstands. Übersetzung: Bettina Abarbanell, Grete Osterwald, Sigrid Ruschmeier, Gesine Strempel und Brigitte Walitzek. Berlin 2008). Essays zur Finanz- und Bankenkrise. 2008.

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2009
Bibliografische Angabe The Year of the Flood (dt: Das Jahr der Flut. Berlin 2009), Roman. - Zweiter Teil der sog. MaddAddam-Trilogie - Auch in dieser Negativ-Utopie steht der Wahnsinn - gemeinhin "Zivilisation" genannt - im Mittelpunkt. Nur zwei Menschen, die beiden Frauen Toby und Ren, scheinen Das Jahr der Flut überlebt zu haben. Sie berichten von ihrem Leben, dem Leben allgemein, das jetzt Vergangenheit ist wie die "Gärtner Gottes", die Ganzkörperkondome... und hoffen auf weitere Überlebende der Katastrophe.
Absatz Im Februar sagt Margaret Atwood, Vize-Präsidentin von PEN-International, ihre Teilnahme an der Buchmesse Emirates Airline International Festival of Literature (EAIFL) in Dubai ab.[11]
   
Absatz Für ihr Lebenswerk wird Margaret Atwood mit dem mit 15.000 € dotierten Nelly Sachs-Preis 2009 der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Der Preis, der seit dem Jahre 1961 vergeben wird, würdigt den "künstlerisch herausragend gelungenen Einsatz für Toleranz und Menschenwürde" der Autorin.

2010
Ausgezeichnet mit dem Crystal Award beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos. Der Preis wird für einen signifikanten Beitrag für die Verbesserung der Welt vergeben und bezieht sich auf die dystopischen Romane Oryx und Crake und Das Jahr der Flut von Margaret Atwood, die eindringlich auf mögliche Gefahren in der Zukunft der Menschheit hinweisen.
Absatz Ausgezeichnet mit dem mit 1 Mio. $ dotierten israelischen Dan-David-Preis (gemeinsam mit Amitav Gosh) für eine herausragende gegenwartsbezogene Leistung, der literarischen "Wiedergabe des 20. Jh.".

2011
Bibliografische Angabe In Other Worlds: SF and the Human Imagination (In Anderen Welten: SF und die menschliche Fantasie)
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2012
Bibliografische Angabe The Happy Zombie Sunrise Home, gemeinsam mit Naomi Alderman, Online[12]
 - Fortsetzungsroman.
Bibliografische Angabe I'm Starved for You (Ich bin ausgehungert nach dir), Erster Teil der Positron-Ebook-Serie [13 Kurzbeschreibung]
Absatz Ausgezeichnet mit dem Innovator’s Award beim Los Angeles Times Book Prize.

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2013
Bibliografische Angabe Maddaddam (dt: Die Geschichte von Zeb (Zur Rezension); Übersetzung: Monika Schmalz. Berlin 2014), Endzeit-Roman [14]
.- Dritter Teil der sog. MaddAddam-Trilogie.
Bibliografische Angabe Choke Collar (Würgehalsband), Zweiter Teil der Positron-Ebook-Serie
Bibliografische Angabe Erase me (Lösch mich aus), Dritter Teil der Positron-Ebook-Serie
Bibliografische Angabe The Heart Goes Last, Vierter Teil der Positron-Ebook-Serie

 

DAS AKTUELLE BUCH
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DIE STEINERNE MATRATZE
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2014
Bibliografische Angabe Stone Mattress[15] (dt: Die steinerne Matratze; Übersetzung: Monika Baark. Berlin 2016), (Neun) Erzählungen. -
Absatz Am 18. November wird Margaret Atwood 75 Jahre alt.

2015 The Heart Goes Last[16] (Das Herz geht zuletzt). Roman. London 2015. - Im Mittelpunkt des dystopisch-surrealen Romans steht mit Charmaine und Stan ein Paar, das schon bessere Zeiten erlebt hat und in einem Wagen lebt.

ANGEL CATBIRD
engl. Original

2016
Bibliografische Angabe Angel Catbird, Erster von drei Comicbänden von Margaret Atwood - gemeinsam mit Johnnie Christmas, Illustration und Tamra Bonvillain, Farben. Milwaukie, Oregon/USA 2016. - Vgl. The Guardian online v. 9.12.2015.

 

HAG SEED
engl. Original

Absatz Zu Ehren des 400. Todestags von Shakespeare in diesem Jahr wurde das Hogarth Shakespeare Projekt ins Leben gerufen. Ziel dieses Projekts, an dem 20 Länder und bisher 8 Autoren beiteiligt sind, ist es, Dramen des britischen Großmeisters in moderne Romanform zu übertragen. Margaret Atwood hat sich das Drama Der Sturm (The Tempest) vorgenommen[17]; als Veröffentlichungstermin wird der Oktober 2016 angegeben. Das Buch wird den Titel Hag Seed (Hexensamen) tragen.

Margaret Atwood lebt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Schriftsteller Graeme Gibson, in Toronto, Kanada.

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STIMME(N):
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"I am struck immediately by how tall she isn't. This giantess of the literary world; this champion of the rights of artists and freedom of expression. Margaret Atwood stands in the earliest increments of the five foot mark, though her awards and the adoration of her fans would put her up somewhere over seven feet tall. At least." - Linda L. Richards, anlässlich eines Interviews für January Magazine, November 2000
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ANMERKUNGEN:
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0) Einen Großteil ihrer Kindheit verbringt sie mit ihrem Vater, dem Insektenforscher Carl Edmund Atwood, in der Wildnis.

1) Der Begriff "Lobstick" ist stark mit der Kultur der Cree-Indianer Kanadas verbunden. Er bezeichnet einen auffallend hohen Kiefern- oder Fichtenbaum, der nur noch im oberen Bereich Äste trägt und als lebendige Markierung/Ehrung für einen Freund gilt.

2) Spätestens mit diesem Buch, das Volker Schlöndorff unter dem Titel Die Geschichte der Dienerin 1989 verfilmt (Hauptrollen: Natasha Richardson, Faye Dunaway, Robert Duvall, Aidan Quinn), wird Margaret Atwood einerseits einem breiteren Publikum bekannt und andererseits als feministische Autorin angesehen.- Eine weitere Verfilmung steht an: Der US-Streamingdienst Hulu präsentiert Handmaid's Tale als Serie! Mitte 2017 wird die erste Staffel ausgestrahlt.

3) Erstveröffentlichung in frz. Sprache. - Victor-Lévy Beaulieu, einer der renommiertesten Vertreter der frankokanadischen Literatur verbringt im März 1995 eine Woche in Toronto; Gelegenheit, sich mit der bedeutendsten Vertreterin anglokanadischer Literatur, Margaret Atwood, über das Schreiben und nationale Belange (ein Bereich, der M.A. neben dem feministischen sehr am Herzen liegt) auszutauschen .

4) Margaret Atwood selbst sagt in der Einführung zu The Penelopiad: The Myth of Penelope and Odysseus, sie habe sich nicht allein auf Homers Odysee gestützt. Das Material sei ursprünglich mündlich überliefert, "ein Mythos wird an dem einen Ort in der einen Weise erzählt und anders an einem anderen Ort. Ich habe mich auf anderes Material als die Odysee bezogen, besonders was Penelopes Herkunft, ihr frühes Leben, ihre Heirat und die skandalösen Gerüchte angeht, die über sie verbreitet wurden." Sie habe Aufschluss geben wollen, schreibt Atwood weiter, über die Geschichte der Penelope und ihrer 12 erhängten Mägde. Die Geschichte wie sie in der Odysee erzählt werde, halte einer Überprüfung nicht stand und habe ihr - M. A. - keine Ruhe gelassen. [Lt. Homer haben sich 12 von 50 Mägden Penelopes während Odysseus' Abwesenheit von diesem abgewendet und ihrer Herrin nicht mehr gehorcht. Odysseus wollte sie nach seiner Heimkehr als Strafe zunächst mit dem Schwert töten lassen, hielt sie aber dessen nicht für würdig und ließ sie im Küchengewölbe aufhängen. J.K.]
- Die Penelopiade, inzwischen auch in Deutsch erschienen, steht im Rahmen eines internationalen Großprojekts, das im Herbst 2005 lanciert wurde. Es wird von 30 internationalen Verlagen getragen. Bisher sind sieben Bände in der deutschen Reihe erschienen. - Siehe zum Gesamtprojekt -->
In einer ersten Kritik des Gesamtprojekts schreibt Jürgen Brôcan ("Die Rückkehr der Titanen", in: NZZ v. 19.08.2006) über Atwoods Werk: "Atwood (nun) baut die Lebensgeschichte Penelopes um eine Episode aus der Odyssee, die in Wolfgang Schadewaldts Übertragung lakonisch lautet: '... aufgereiht hielten diese ihre Köpfe, und Schlingen waren um alle ihre Hälse, damit sie auf erbärmlichste Weise stürben. Und sie zappelten mit den Füssen, ein weniges nur, nicht gar sehr lange.' Die zwölf Mägde Penelopes, von denen hier die Rede ist, konterkarieren bei Atwood in unterschiedlichen literarischen Formen und Stilvarianten den Bericht Penelopes und entlarven einmal sarkastisch, dann wieder verschmitzt die Brutalität einer patriarchalischen Gesellschaft, die ihnen keine Gerechtigkeit widerfahren liess."

5) Außer Herausgeberin Atwood steuerten auch andere namhafte Schriftsteller Beiträge zur Anthologie bei, u.a.: J. M. Coetzee, Nick Hornby, Stephen King. Der Erlös dieses Bandes soll über das Kanadische Rote Kreuz den Tsunami-Opfern des Jahres 2004 zugeführt werden.

6) Der SPIEGEL Online (v. 22.10.05) berichtet über die Veranstaltung einer gemeinsamen Lesung v. Atwood, David Grossmann, Karen Armstrong und Jeanette Winterson. Dies sind die ersten Autoren, deren Bücher im Rahmen des internationalen literarischen Großprojekts "Die Mythen" erschienen sind, bei dem klassische Mythen neu erzählt werden. Andere namhafte beteiligte Autoren neben den genannten sind Chinua Achebe und Viktor Pelewin. M. Atwood wird zu ihrem Buch folgendermaßen zitiert: "Ich habe die Odyssee gar nicht als Mythos genommen, sondern als das Werk eines Dichters - Homer - der sich mit einem Stoff beschäftigt, über den ich eine andere Meinung habe. Und wenn Sie zum Original zurückgehen, dann beschimpfen sich die Ilias und Odyssee geradezu gegenseitig. Wenn Achilles sich streitet, dann sagt er dem anderen ziemlich drastisch, was für ein mieser Typ er ist."

7) Pia Reinacher, die Rezensentin der FAZ, nennt die "Miniaturprosatexte ... witzige, bösartige, lapidare, illusionslose, tagträumerische, aber auch schlichte Impressionen über den fatalen Lauf der Welt". Das durch die Umschlagillustration angedeutete Leitmotiv leuchte durch alle Geschichten: "Sprache ist Heimat, ein bergender Zufluchtsort. Wörter bilden ein schützendes Zelt. Die Gefahr allerdings ist allgegenwärtig. Zwei rote Höllengeschöpfe bedrohen den fragilen Unterstand, der im Inneren Satzfetzen und verbale Versatzstücke birgt - Evokationen von Kälte, Eis und Wildnis".

8) "Verdeckte Autobiografie" überschreibt Gunhild Kübler für die NZZ am Sonntag (27.04.2008) ihre positive Kritik des Erzählbandes Moralische Unordnung und konkretisiert im Untertitel: "Die bedeutende kanadische Autorin Margaret Atwood spürt in neuen Erzählungen über ein Lebensalter hinweg einer Frau nach, die sie vielleicht selber ist. " Und obwohl jeder die in den elf Geschichten beschriebenen Familiensituationen kennt, lese man diese mit "viel Anteilnahme und Vergnügen". Vielleicht liege das an der "klugen, diskreten, luftigen Machart", mit Sicherheit aber an "Atwoods imaginativer Kraft, ihrer Präzision, ihrem Mut zum Schrägen, ihrem Sinn für Komik und ihrer Warmherzigkeit beim Porträtieren der Figuren".

9) Margaret Atwood wurde für ihr "glänzendes literarisches Werk" ausgezeichnet, das, so die Jury, "verschiedene Genre mit Scharfsinn und Ironie erforsche und in intelligenter Weise die klassische Tradition aufnehme, die Würde der Frauen verteidige und Zustände sozialer Ungerechtigkeit anprangere. M.A. hat sich in der Endauswahl gegen den Albaner Ismail Kadaré, den Briten Ian McEwan und den Spanier Juan Goytisolo durchgesetzt. - Vgl. El País v. 25.06.08 (Übersetzung: J.K.)- 2001 wurde der Prinz-von-Asturien-Preis Doris Lessing zugesprochen.

10) Die Massey Lectures werden seit 1961 alljährlich für eine Woche gehalten; dabei werden Inhalte von allgemeiner Bedeutung thematisiert. Vorgänger von Margaret Atwood waren u.a. Doris Lessing mit Prisons We Choose To Live Inside (Gefängnisse, die wir wählen, um in ihnen zu leben) und der Linguist Noam Chomsky mit Necessary Illusions: Thought Control in Democratic Societies (Notwendige Illusionen: Gedankenkontrolle in demokratischen Gesellschaften). - Die deutsche Übersetzung Payback. Schulden und die Schattenseite des Wohlstands wurde von fünf Übersetzerinnen fast simultan vorgenommen, so dass die dt. Ausgabe fast zeitgleich mit dem Original erscheinen konnte.

11) Hintergrund der Absage ist die Weigerung der Veranstalter, ein Buch trotz Ankündigung zu präsentieren, dessen Handlung in einem fiktiven Golf-Staat angesiedelt ist und eine homosexuelle Beziehung von zwei Nebencharakteren, einem Scheich und einem engl. Schriftsteller, darstellt. Bei dem Buch handelt es sich um Geraldine Bedells Roman, The Gulf Between Us. Lt. der britischen Zeitung The Independent gab die Festival-Direktorin Isobel Abulhoul als Grund für die Zensurmaßnahme an, der Roman könne "bestimmte kulturelle Empfindlichkeiten beleidigen" und sie glaube, es könne nicht den langfristigen Interessen des Festivals dienen, dem Wunsch von Bedells Verlegern nachzugeben, dieses Buch beim "ersten Festival dieser Art im Nahen Osten" vorzustellen. Atwood betonte, sie habe sich auf das Festival gefreut, aber als Vize-Präsidentin von PEN-International, einer Vereinigung, die die Zensur von Autoren bekämpfe, könne sie an dem diesjährigen Festival nicht teilnehmen. Auch der brit. Guardian nimmt sich des Themas an. Er zitiert AutorInnen, die dennoch am Festival teilnehmen wollen, u.a. die nigerianische Erfolgsautorin Chimamanda Ngozi Adichie. Sie habe vor mit den Veranstaltern über die Zensur-Entscheidung zu reden. Und: "Ich habe gerade davon erfahren und ich mache mir Sorgen. Ich verurteile aufs Schärfste die Zensur eines belletristischen Werks; es ist ethisch verkehrt. Der beste Weg mit Bedenken/Problemen in der Sprache umzugehen ist mehr miteinander zu reden.". - Vgl. The Independent v. 19.02.09 u. The Guardian v. 18.02.09

12) Der Fortsetzungsroman The Happy Zombie Sunrise Home wird auf dem in Kanada ansässigen Portal Wattpad veröffentlicht. Wattpad umfasst eigenen Angaben zufolge über 500 Autoren und 10 Mio Leser, die über die Website sowie iOS- und Android-Apps über die angebotenen Texte, die hauptsächlich in Serienform veröffentlicht werden, diskutieren können.

13) Die Positron-Serie ist bislang (11/2014) nur als E-Book im engl. Original erschienen. - Die Handlung spielt laut "Klappentext" in der nahen "frechen und finsteren Zukunft", in der Paranoia vorherrsche und der Sex "definitiv noch nicht aus der Mode gekommen" sei.

14) In diesem dritten Endzeit-Roman der sog. MaddAddam-Trilogie trifft der Leser mit den "green-eyed Crakers" auf die von Crake künstlich geschaffenen Wesen aus M.A.'s Roman Oryx und Crake, dem Eröffnungsroman der Trilogie, den zweiten Teil stellte der Roman Das Jahr der Flut dar.- Im Juni 2014 gibt der amerikanische Bezahlsender HBO bekannt, dass er in Zusammenarbeit mit dem Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten Darren Aronofsky (Noah, The Fountain, Requiem for a Dream) unter dem Titel Maddaddam die Trilogie als Serie herausbringen wird.

15) Die Titelgeschichte Stone Mattress wurde bereits im Dez. 2011 im NEW YORKER vorabgedruckt und befindet sich --> noch im Netz.- Der Titel selbst leitet sich ab von einem Sedimentgestein namens Stromatolith; dieser nimmt in der Kriminalgeschichte eine wichtige Rolle ein. Der Begriff Stromatolith kommt aus dem Griechischen und leitet sich von den Wörtern Stein und Matratze (im Sinne von Decke) ab.- In die deutsche Übersetzung wurde der Zusatz "wicked stories" nicht übernommen, da heißt es lediglich - korrekt gattungsbezogen - "Erzählungen".
Im Übrigen ist die Titelgeschichte Die steinerne Matratze nicht die einzige "boshafte" Story in diesem Band. Sie handelt von der Rache einer einstmals Vergawaltigten namens Verna. Die Tat geschieht während einer Kreuzfahrt im ewigen Eis. Um das Geschehene zu vertuschen, muss Verna der Schiffsmannschaft eine alternative Realität mit etlichen Täuschungsmanövern präsentieren.
In ihrem Artikel Das Unheimliche rückt näher schreibt Karin Janker von der Süddeutschen (online v. 11.01.2017) Zeitung: Atwoods "Erzählungsband Die steinerne Matratze, von Monika Baark virtuos ins Deutsche übersetzt, versammelt neun Geschichten, die alle um die Beschwerden des Alters und den bevorstehenden Tod kreisen. Diese Themenwahl mag damit zusammenhängen, dass Atwood selbst inzwischen ein Alter von 77 Jahren erreicht hat, was aber nicht bedeutet, dass ihre Figuren deshalb zur Altersmilde neigten. Vielmehr scheint 'jedwede Reife, Erfahrung und Weisheit, die sie über ihre mittleren Jahre wie Flugmeilen gesammelt haben', dahin zu sein, schreibt sie. Das Altern mag unaufhaltsam sein, es ist aber auch unterhaltsam. Zumindest in Atwoods anarchischer Version."

16) Der Roman The Heart Goes Last, ursprünglich ein Online-Serial, präsentiert sich selbst als "alarmierende Geschichte der nahen Zukunft" und Atwood wäre nicht Atwood präsentierte sie diese Zukunft nicht in düsteren Farben, mithin eine Dystopie. Die kippt irgendwann ins Surreale und erinnert an die Geschichten des russischen Autors Viktor Pelewin (siehe oben), wie der britische Guardian bemerkt, mit schwulen Elvis-Imitatoren und einem verliebten Marilyn Monroe-Double.

17) Vor gut zehn Jahren hat M. Atwood bereits an einem vergleichbaren Großprojekt teilgenommen. Es ging darum, alte Mythen nachzuerzählen. Atwood beiteiligte sich mit ihrem Buch Die Penelopiade, das den Mythos von Penelope und Odysseus zum Inhalt hat.

A) Die deutsche Literaturwissenschaftlerin Reingard M. Nischik gilt international als d i e  Kennerin der kanadischen Autorin. Ihre kritisch-wissenschaftliche Arbeit hat ihr bereits die Auszeichnung Best Book Award der Atwood Society für eines ihrer Bücher zu Margaret Atwood eingebracht. Engendering Genre: The Works of Margaret Atwood ist das vierte in dieser Reihe. Reingard M. Nischik, die bereits mehrfach Margaret Atwood persönlich getroffen hat, betrachtet ihre Arbeit "als einen Mini-Beitrag, der auch diesem übergeordneten Ziel dienen soll". Das angesprochene Ziel ist die Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis, den Atwood ihrer Meinung nach längst verdient hat. - Vgl. "Diese Autorin überrascht uns mit jedem neuen Buch, Interview v. Hildegard Nagler" in: südkurier.de v. 6.05.2011.

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Wichtigste Quelle neben dem Internet:
Stüber, Mechthild: Margaret Atwood, in: KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)

MARGARET ATWOOD on Religion, M. A. im Gespräch, VIDEO in engl. Sprache
Hintergrund dieses Gesprächs ist ihr Buch The Handmaid's Tale (Der Report der Magd), der negative Entwurf einer zukünftigen theokratischen Gesellschaft mit faschistoiden Zügen und extremer Frauenunterdrückung.
Stone Mattress im New Yorker, in engl. Original
The Happy Zombie Sunrise Home, gemeinsam mit Naomi Alderman, Online-Fortsetzungsroman
Orwell and me, Artikel, in: The Guardian v. 16.06.2003
KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)
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REZENSION(EN):
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Unerwartete Allianzen (zu: Die Geschichte von Zeb)
2004-2017  © by Janko Kozmus
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