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CHRONIK
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1992
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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mit
aktuellen Hinweisen zum Literaturbetrieb |
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Stand:
12.11.06
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8.
Juni
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1992
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In
→
Ägypten
wird der Schriftsteller, Kolumnist und Menschenrechtsaktivist Farag
Foda von zwei islamischen Fundamentalisten erschossen. Bei dem Anschlag
werden Passanten und auch Fodas Sohn schwer verletzt.
Der Autor islamkritischer Werke hatte auch in zahlreichen Zeitungsartikeln
auf Schwachpunkte innerhalb der islamischen Lehre, besonders in
ihrer aktuellen Auslegung, hingewiesen. Er war bereits vor der Ermordung
zum Apostaten (Abtrünnigen) und zum Feind des Isalm erklärt
worden. |
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30.
Juni
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1992
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1992
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"Ägypten
ohne Märchen"
Unter diesem Titel schreibt der marokkanische Autor → Tahar Ben Jelloun
in der frz. Tageszeitung Le Monde über seinen ägyptischen
Kollegen Sonallah Ibrahim anlässlich der Übersetzung
seines ersten Romans Cette odeur-lą (Jener Geruch) ins
Französische:
"Lange Zeit inhaftiert, zensiert, verboten schrieb Sonallah Ibrahim
eine Literatur, die sich gegen die traditionelle Emphase der arabischen
Rhetorik' richtete. Vielleicht hätte Sonallah Ibrahim nicht
geschrieben, wenigstens nicht in solch entblößender
Weise, wäre er nicht von Nasser in den Jahren 1959 bis 1964
ins Gefängnis gesteckt worden", mutmaßt Ben Jelloun.
Man müsse sich von jenen Ansichten des intellektuellen arabischen
Bevölkerungsteils verabschieden, die glauben ließen,
der Marxismus würde den Armen und Entrechteten Gerechtigkeit
bringen, schreibt Ben Jelloun weiter. "Sonallah Ibrahim hat sich
eingesetzt, er hat Risiken in Kauf genommen und einen hohen Preis
für seine Ideale bezahlt." (...) ·
(Le Monde, ÜF:
J.K.)
Der Roman - Originaltitel: Tilka l-rā'iha - erschien in
→ Ägypten
erstmalig 1966 und wurde sofort nach seinem Erscheinen verboten
und konnte erst wieder 20 Jahre später erscheinen.
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18.
Oktober
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1992
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Die tageszeitung zitiert Kofi Awoonor, der sich in einer
autobiographischen Skizze einen 'glühenden afrikanischen Nationalisten'
nennt. "Sein Background - geboren in einem kleinen Dorf in
→
Ghana,
die Mutter Analphabetin, der Vater Schneider - sei typisch und gehöre
'zu Afrika wie Dürren, Mißernten, Heuschrecken, dumme
Stammeskriege, der IWF und die Schulden, die auf dem ganzen Kontinent
lasten' ...Missionsschule ... britisches College, studiert Literatur
an der Universität von Accra ... Als Nkrumah 1966 stürzt,
geht Kofi Awoonor nach London und von dort in die USA ... Als er
1975 nach Ghana zurückkehrt, wird er, dem Regime unliebsam,
verhaftet und zehn Monate in Einzelhaft gehalten. Das 'Sklavenhaus
in Usher', von Holländern im 17.Jahrhundert gebaut, ist das
Gefängnis, in dem er seinen Überlebenswillen immer wieder
betont: 'meinen Tod zu verschieben bis/ zum Morgen nach der Freiheit'.
Nach seiner Freilassung nimmt er eine Literaturprofessur in Accra
an. Ende der achtziger Jahre ist er Botschafter Ghanas in Kuba.
1991 .. bei den Vereinten Nationen in New York." ·
(Joachim Satorius, taz) |
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17.
November
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1992
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Die
madagassische Dichterin Esther Nirina Rabemananjara wird 60 Jahre
alt.
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zeit
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los
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Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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1992
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"'Tausendundeine Nacht' der Alpträume" überschreibt → Tahar Ben Jelloun
seinen Bericht in der frz. Tageszeitung Le Monde über
einen Roman von Hanan al-Shaykh, der die Tabus einer Gesellschaft,
"in der die Modernisierung die Traditionen intakt beließ",
übertritt. Ein Mann vom Golf betritt eine Bibliothek in London
und fragt nach "dem" Buch von Hanan al-Shaykh. "Welches",
fragt der Biblothekar. "Das, in dem es die Liebesgeschichten zwischen
Frauen gibt." Seit Hanan al-Shaykh, die → libanesische
Schriftstellerin, die in England lebt, Femmes de sable et
de myrrhe (dt: Zwei Frauen am Meer) veröffentlicht
habe, seien die Gerüchte nicht verstummt. Sie haben sich zu
einem Skandal geweitet und das Buch auf den Index gebracht. (...)
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(Le Monde, ÜF:
J.K.) |
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13.
Dezember
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1992
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Die taz zitiert → Wole
Soyinka, der sich über die "voluminöse Autobiographie"
von Nelson Mandela äußert:
"Nicht nur glaubt man ihm, sondern man beginnt zu verstehen,
daß es diese Fähigkeit war, Ignoranz oder Dummheit vom
wirklichen Rassenhaß zu unterscheiden, die es dem Revolutionär
möglich machte, das Risiko eines heimlichen 'Gesprächs
mit dem Feind' einzugehen." ·
(taz) |
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Anmerkungen:
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inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem
Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem
Französischen: Janko Kozmus ©
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Quellen:
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Sach-
und Personenregister |
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