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Foto: Amma Darko - GNU Free Documentation License
OPHELIA AMMA DARKO
( * 1956)
 
Ophelia Amma Darko (*1956)

1956
Am 26. Juni wird Ophelia Amma Darko in Tamale, im nördlichen Ghana, geboren. Sie gehört den Fanti[0] an.

1970er
Studium der Soziologie an der Universität in Kumasi, Ghana.

1981
beantragt Amma Darko politisches Asyl in Deutschland.

1981-1987
lebt Amma Darko in Deutschland, in einem Dorf in der Nähe von Hildesheim, und arbeitet als Putzfrau und Kellnerin.

DAS AKTUELLE BUCH:
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DAS LÄCHELN DER NEMESIS
Zur Rezension
1988
kehrt Amma Darko in ihre Heimat Ghana - in die Hauptstadt Accra - zurück[1].
1995
Bibliografische Angabe Beyond the Horizon (dt: Der verkaufte Traum. Übersetzung: Carmen Baerens. Stuttgart 1991), Roman. Oxford 1995. - Die Geschichte der jungen Ghanaerin Mara, die ihre Kinder bei Verwandten lässt und ihrem Mann nach Deutschland folgt. Der hat inzwischen, um ein Bleiberecht zu erhalten, eine Deutsche geheiratet und zwingt Mara, sich zu prostituieren.
1996
Bibliografische Angabe Spinnweben[2] (Übersetzung: Anita Djafari; keine engl. Version), Roman. Stuttgart 1996.
1998
Bibliografische Angabe The housemaid (dt: Das Hausmädchen, in: Das Hausmädchen / Im Überfluß. Zwei fast unglaubliche Geschichten aus Ghana. Stuttgart 1999), Roman. Oxford 1998.
1999
Auf einer ihrer zahlreichen Lesereisen in Deutschland wird Amma Darko auf der Insel Rügen von Rechtsradikalen tätlich angegriffen; sie bricht die Lesereise zunächst ab, nimmt sie dann aber wieder auf, nachdem positive Reaktionen von Bürgern und Organisationen erfolgen[3].
Absatz Ausgezeichnet mit dem Ghana Book Council Development Award für das Gesamtwerk.
Absatz 6-monatiges Stipendium des Landes Baden Württemberg in der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.
2000
Bibliografische Angabe Verirrtes Herz (Übersetzung: Anita Jörges-Djafari; keine engl. Version), Roman. Stuttgart 2000.
2001
Bibliografische Angabe Die Farben der Armut, in: Aller Menschen Würde. Ein Lesebuch für amnesty international. Düsseldorf 2001.
Bibliografische Angabe Das Dilemma, für die Blinden über die Stummen zu schreiben, in: Früchte der Zeit. Afrika, Diaspora, Literatur und Migration. Wien 2001.
2002
Bibliografische Angabe Russen unter Accra Hör-CD. Stuttgart 2002. Gelesen von Ursula Gessat aus dem gleichnamigen Kapitel aus Darkos Roman Spinnweben.
2003
Bibliografische Angabe Faceless (dt: Die Gesichtslosen[4]. Übersetzung: Anita Jörges-Djafari. Stuttgart 2002), Einleitung: Kofi Anyidoho. Roman. Accra. 2003. - Im Mittelpunkt des Romans steht die 14jährige Fofo, die versucht der Perspektivlosigkeit der (Hausbesetzer-)Siedlung Sodom und Gomorrha und der Trostlosigkeit der familiären Verhältnisse zu entkommen. Unterstützt wird sie dabei von Kabria, die bei einer Hilfsorganisation arbeitet.
2004
Bibliografische Angabe Wo ich geboren wurde, in: Frei von Furcht und Not. Ein Menschenrechte-Lesebuch. Düsseldorf 2004.
2006
Bibliografische Angabe Not Without Flowers (dt: Das Lächeln der Nemesis. Übersetzung: Kirsten Esser. Stuttgart 2006), Roman. Accra 2006. - "Alles beginnt mit einem kleinen Seitensprung. Doch dann muss die kleine Randa miterleben, wie die Affäre zwischen ihren Vater und einer Studentin aus dem Ruder läuft. Nach dem Selbstmord ihres Vaters ist für Randa nichts mehr wie zuvor. Denn aus Randas lebhaften, fröhlichen Mutter wird ein von Wahnvorstellungen geplagtes Wrack, und nichts scheint ihren Schmerz lindern zu können … Zwanzig Jahre später. Idan und Aggie führen eine glückliche Ehe. Bis Idan eines Tages eine junge Frau anfährt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Als Aggie erfährt, dass ihr Mann sie betrügt, bricht für sie eine Welt zusammen – liegt ein Fluch über ihrer Hochzeit, wie es ihr einst prophezeit wurde? Und was hat der Zettel mit der Aufschrift 'Nemesis' zu bedeuten, der Aggie zugespielt wird?" (Verlagstext)
Absatz Im Herbst befindet sich Amma Darko auf (erneuter) Lesereise in Deutschland.
Amma Darko ist Mutter von drei Kindern, mit diesen und ihrem Mann lebt sie und arbeitet - als Steuerinspektorin - in Ghanas Hauptstadt Accra.
STIMME(N):
"Statt eines Pausentratsches mit Kollegen nutzt sie die Arbeitspausen zum Schreiben, arbeitet zwischen Besprechungen, steuerlichen Berechnungen und Begegnungen mit säumigen Steuerzahlern an ihren Texten." - Axel Timo Purr, anlässlich eines Besuchs im Einkommenssteueramt, dem Arbeitsplatz der Autorin in Legon, einem Stadtteil von Accra, Ghana. (Vgl. "Die Muse kommt auch ins Steueramt", NZZ v. 10.07.07)
ANMERKUNGEN:
0) Auf ihrer eigenen Seite erklärt die Autorin ihre Stammesanghörigkeit. Aufgrund von weiblicher Erbfolge im Stamm ihres Vaters, der den Akwapim angehört sowie im Stamm ihrer Mutter, den Fanti, wird sie letzterem Volk zugerechnet.
1) Amma Darko stimmte einer "freiwilligen Abschiebung" zu. Da sie die Kosten - 2500 DM - nicht gleich bezahlen konnte, wurde sie bei einem erneuten Einreiseversuch, um mit der Filmemacherin Helma Sanders-Brahms über eine eventuelle Verfilmung ihres Erstlings Der verkaufte Traum zu reden, auf dem Flughafen festgehalten und musste unverrichteter Dinge mit der nächsten Maschine wieder abreisen. Erst nach der Begleichung des Betrags, kann sie nun zu Lesetouren anreisen.
2) Spinnweben ist nicht das einzige von Amma Darkos Büchern, das in der schwierigen Buch- und Verlagslandschaft Ghanas (noch) nicht im engl. Original erscheinen konnte und somit für Darkos Landsleute nicht zugänglich ist. In Ghana selbst ist neben dem neuesten Roman Not Without Flowers nur Faceless verlegt worden, andere sind bei Heinemann, London, in der renommierten Reihe african writers series erschienen.
3) Als Amma Darko mit einer Begleiterin in Saßnitz/Mecklenburg-Vorpommern aus dem Zug stieg, sei sie von einer Gruppe Jugendlicher angepöbelt worden, sie hätten Affengeschrei nachgeahmt und sie als "Nigger" beschimpft. Sie seien jedoch unversehrt geblieben. Dies berichtet Danièle Weber für die linke Wochenzeitung Jungle World (v. 05.05.1999). "Die Täter", heißt es weiter, "die vier Tage später ausfindig gemacht und vernommen wurden, sind laut Polizeiangaben dem rechten Spektrum zuzuordnen. Gegen sie wird wegen Volksverhetzung und der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt." Plötzlich zeigte sich verstärktes öffentliches Interesse für Darkos Lesereise, die Reaktion der Autorin: "Ich will nicht bekannt werden als Amma Darko, die von Rechtsradikalen angegriffen wurde".- Der Titel dieses Zeitungsberichts - "Been to Saßnitz" - spielt auf die in Ghana gebräuchliche verklärende Bezeichnung für die bereits in Europa Gewesenen an, die "Been-To".
4) Die Gesichtslosen wurde 2007 unter dem Titel Roaming Around (Umherwandern/-schlendern) von einem deutschen Team produziert:
  Buch/Regie: Brigitte Bertele
  Kamera: Eva Maschke
  Ton: Brigitte Bertele
  Musik: Martina Eisenreich
  Schnitt: Dominique Geisler
  Fernsehanstalt/Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
  Formate: BETA-SP, DVD.
Eva Maschke (Kamera) und Dominique Geisler (Schnitt) haben dafür den Deutschen Kamerapreis 2007 erhalten..
Quellen:
Been to Saßnitz, Danièle Weber, in: Jungle World v. 05.05.99.
Von Accra nach Hildesheim, Katrin Schneider, in: taz v. 01.09.2003.
"Hauptstadtfieber", auf der Internetseite des Deutschlandfunks v. 22.01.2004.
Internetseite der Autorin: www.ammadarko.de
LINKS:
http://www.ammadarko.de, in dt. u. engl. Sprache
A. Darkos deutscher Verlag: Schmetterling Verlag
Hauptstadtfieber, über die Autorin A. D. und ihren Roman Die Gesichtslosen.
2006-2010 © by Janko Kozmus
REZENSION(EN)
zurRezension Im Zerrspiegel der Vergangenheit (zu: Das Lächeln der Nemesis)
zurRezension Ein Leben auf der Straße (zu: Die Gesichtslosen)
 
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