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KAMA SYWOR KAMANDA
( * 1952)
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Literarisches Portrait: Kama Sywor Kamanda

DER AKTUELLE ROMAN
cover: KAMA SYWOR KAMANDA: L'INSONDABLE DESTIN DES HOMMES
L'INSONDABLE DESTIN
DES HOMMES
Roman im frz. Original
Zum Inhalt >
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LES CONTES DES VEILLÉES AFRICAINES
im frz. Original
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1952
Am 11. November wird Kama Sywor Kamanda in der Kasai Provinz im noch Belgisch-Kongo [heute: Demokratische Republik Kongo (Kinshasa)] geboren. Sein Vater Kamenga Malaba Isaac ist ein Siedler ägyptischer Herkunft[1], der gemeinsam mit seiner Frau Ngalula Kony Beneck neben Kama noch weitere acht Kinder hat.[2]

1957
Einschulung an der katholischen Schule von Luebo.[3]

1960
Im Zusammenhang mit der Unabhängigkeit des Landes innenpolitische Machtkämpfe und Unruhen siedelt die Familie nach Lépoldville [heute Kinshasa] über.[3]

1964
Kama Sywor verfasst erste Gedichte.[3]

1967
Erste Buchveröffentlichung[3]:
Bibliografische Angabe Les Contes des veillées africaines (Geschichten afrikanischer Mahnwachen). Erzählungen

1968
Bachelor-Abschluss in Geisteswissenschaften (Literatur).[3]

1969
Studium der Politikwissenschaften und journalistische Arbeit. Erste Veröffentlichungen von Gedichten und Erzählungen in Magazinen[3].

1970
Mitbegründung der Schriftsteller-Union von Zaire (Union des Ecrivains Zaïrois, UEZA).[3]

1973
Diplom-Abschluss in Politikwissenschaften.[3]

1977
verlässt Kamanda seine Heimat "aus politischen Gründen"[4].
Nach Aufenthalten in Spanien und Belgien siedelt Kamanda nach Luxemburg über.

1981-84
studiert Kamanda Rechtswissenschaften im belgischen Lüttich.
Erster Jura-Abschluss. Wegen finanzieller und familiärer Schwierigkeiten sowie politischer Bedenken verzichtet Kama Sywor Kamanda auf das zweite Examen.[3]

1985
Kamanda wird Gründungspräsident der African Association of Writers, Eherenpräsident ist Léopold Sédar Senghor.[3] Zu den Mitgliedern zählt u.a. der kongolesische (Kongo Brazza) Schriftsteller Tchicaya U Tam'si. Treffen mit den belgischen Autoren Jaques Izoard (Dichter) und Eugène Savitzkaya (Dichter/Schriftsteller), mit denen er sich anfreundet[3a]
Bibliografische Angabe Les Contes des veillées africaines, 168 Seiten, Erzählungen. Lutry/Schweiz 1985; Neuauflage: 170 Seiten. Paris 1989

1986
Bibliografische Angabe Chants de brumes (Nebelgesänge), 137 Seiten (erweiterte Auflage: 180 Seiten: Paris, Montréal 1997 UND Paris, Torino, Budapest 2002), Gedichte. Lüttich 1986
Bibliografische Angabe Les Résignations (Die Rücktritte), Neuauflage: Paris Montréal 1997, Gedichte. Lüttich 1986
Absatz Reise ins niederländische Maastricht, gemeinsam mit Jaques Izoard und Tchicaya U Tam'si.[3]

1987
Ausgezeichnet mit dem Prix Paul Verlaine der Académie française für seine Gedichtsammlung Chantes de Brumes.

1988
Bibliografische Angabe Les contes du griot t.1, 217 Seiten (Die Geschichten des Griots), Erzählungen. Paris, Dakar 1988; Neuauflage: Paris, Dakar 1996 u. Paris 1999 mit einem Vorwort von L. Sédar Senghor.

1989
Bibliografische Angabe La Somme du néant, 131 Seiten (Die Leere des Nichts), Gedichte. Paris 1989

1990
Ausgezeichnet mit dem Prix Louise Labé für den Gedichtband La Somme du néant.

1991
Bibliografische Angabe Les contes du griot t.2, 287 Seiten (La Nuit des Griots); Maryline Duquesne. (Die Geschichten des Griots), Erzählungen. Paris 1991 u. Lüttich 1991; Neuauflage: Paris, Dakar 1996.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Grand prix littéraire d'Afrique noire für die Erzählungen Les contes du griot (Die Geschichten des Griots)

1992
Bibliografische Angabe L’Exil des songes (Das Exil der Träume), Vorwort: Marc Alyn, Gedichte. Paris 1992
Bibliografische Angabe Les Myriades des temps vécus (Die Myriaden gelebter Zeit), Vorwort: Mario Luzi, 139 Seiten, Gedichte. Paris 1992

1993
Bibliografische Angabe Les Vents de l’épreuve, Gedichte. 207 Seiten. Paris 1992
Absatz Ausgezeichnet mit dem von der Académie française vergebenen Prix Théophile-Gautier für die Gedichtsammlungen L'Exil des songes (Das Exil der Träume) und Les Myriades des temps vécus (Die Myriaden gelebter Zeit).

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KAMA SYWOR KAMANDA
LOINTAINES SONT LES RIVES DU DESTIN

Roman im frz. Original

1994
Bibliografische Angabe Lointaines sont les rives du destin (Weit sind die Ufer des Schicksals), Roman. Paris 1994; Neuauflage: : Paris, Torino, Budapest 2005
1995
Bibliografische Angabe L'Étreinte des mots (Die Umarmung der Wörter), 142 Seiten, Gedichte. Paris 1995.

1997
Bibliografische Angabe
Éclipse d’étoiles (Sternenfinsternis), Gedichte. Paris, Montréal 1997

1998
Bibliografische Angabe Les Contes du Griot, t 3 (Les Contes des veillées africaines, édition augmentée), 199 Seiten, (Die Geschichten des Griots), Erzählungen. Paris, Dakar 1998.
Bibliografische Angabe Quand dans l’âme les mers s’agitent (Wenn sich Meere in der Seele bewegen), 224 Seiten, Gedichte. Paris, Montréal 1998.
Absatz Übersiedlung nach Luxemburg

1999
Bibliografische Angabe Œuvre poétique (Das poetische Werk), 2016 Seiten, Gedichte. Paris, Dakar 1999.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Melina Mercouri-Preis der Assoziation der Dichter und Schriftsteller Griechenlands.

2000
Bibliografische Angabe Les Contes du crépuscule (Geschichten im Zwielicht), 240 Seiten, Erzählungen. Paris 2000
Absatz Ausgezeichnet als Millenniumsdichter durch die Internationale Dichterakademie Indiens.

2002
Bibliografische Angabe Le Sang des solitudes (Das Blut der Einsamkeit), 143 Seiten, Gedichte. Paris, Torino, Budapest 2002.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Großen Poesiepreis der Internationalen Gesellschaft der Schriftsteller Griechenlands.

2003
Bibliografische Angabe Contes, illustrations de Louise Fritsch (Geschichten, Illustrationen: Louise Fritsch), 800 Seiten, Erzählungen. Paris, Luxembourg 2003

2004
Bibliografische Angabe Contes - œuvres complètes (Geschichten. Gesamtausgabe), 1648 Seiten. Paris 2004

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LES CONTES DU GRIOT
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2005
Bibliografische Angabe Les Contes du Griot: Les Contes des veillées africaines[5], Taschenbuch, 259 Seiten, Erzählungen. Paris 2005

2006
Bibliografische Angabe
La Traversée des mirages (Die Durchquerung der Fata Morganen), 204 Seiten, Roman. Lausanne 2006
Bibliografische Angabe La Joueuse de Kora (Die Kora-Spielerin), Roman. Lausanne 2006

Bibliografische Angabe Contes Africains, 542 Seiten: un choix de contes merveilleux de kamanda (Afrikanische Geschichten: eine Auswahl der besten Geschichten von Kamanda). Erzählungen. Paris 2006

2007
Bibliografische Angabe
Au-delà de Dieu, au-delà des chimères (Jenseits von Gott, jenseits der Chimären), Essay. Lausanne 2007

2008
Bibliografische Angabe Œuvre poétique complète, Vol 1 (Das poetische Gesamtwerk, Teil 1), 972 Seiten, Gedichte. Lausanne 2008[6].

2009
Ausgezeichnet mit dem Poesiepreis Prix Heredia Édition intégrale de son œuvre poétique médaille de bronze. Diese Ehrung erfolgt durch die Académie française, mithin die dritte Auszeichnung, die Kamanda durch diese hohe Instituion zuteil wird, ein bemerkenswerter Umstand!

2013
Bibliografische Angabe L'insondable destin des hommes (Das unergründliche Schicksal der Menschen), 278 Seiten, Roman. Lausanne, Paris 2013. - "Ist staatliche Brutalität legitim? Was passiert, wenn die Liebe sich allein mit den Kräften des Bösen konfrontiert sieht? Liebe, Hoffnung und Mut prägen die Charaktere dieser Geschichte mit aktuellen Bezügen. Der Roman spielt im heutigen Afrika, wo gravierende Ungerechtigkeiten herrschen. Diese tragische Geschichte erzählt vom Leben afrikanischer Einwanderer, die, vom Exil angezogen, dennoch zu Unsicherheit und Elend verurteilt sind." (aus dem Frz. übersetzter Verlagstext)
Bibliografische Angabe L’Homme torturé, 37 Seiten. Drama in Form eines szenischen Monologs. Lausanne, Paris 22013. - In einem Militärgefängnis evoziert ein politischer Häftling, der revolutionäre Künstler Wamba Lubi, seinen Leidensweg und den psychischen Zustand des gefolterten Menschen, bevor er zu einem neuen Verhör abgeführt wird.

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2015
Bibliografische Angabe Toutankhamon, Theaterstück/Tragödie, 337 Seiten. Paris 2015
Bibliografische Angabe Candace[7], 277 Seiten, Theaterstück. Paris, Florida/USA 2015
Bibliografische Angabe Amana l'enfant dieu (Amana das Kind Gottes), Illustrationen: Junior Macdonald Beckley. 40 Seiten, Kinderbuch (ab 6 Jahren). Paris 2015.

2016
Bibliografische Angabe L'Entremetteuse (Die Heiratsvermittlerin), Theaterstück. Paris 2016/Druck: Bulgarien.
Bibliografische Angabe On peut s'aimer sans se comprendre (Wir können uns lieben, ohne einander zu verstehen), Theaterstück/Komödie. 162 Seiten. Paris 2016.

2017
Bibliografische Angabe Ramsès II, drame historique, 282 Seiten, Theaterstück. Paris, 2017
Bibliografische Angabe Akhenaton, drame historique, Theaterstück, Paris, 2017
Bibliografische Angabe La Reine Ranavalona III (Die Königin Ranavalona III) [8], drame historique, Theaterstück. Paris, 2017

Kama Sywor Kamandas in französischer Sprache verfasstes Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt, u. a. ins Englische und Japanische, jedoch nicht ins Deutsche[9]. Kamanda lebt mit seiner Familie in Luxemburg und ist als Vortragsreisender in diversen Ländern unterwegs.

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STIMME(N):
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"Ägypten bleibt eine der Hauptquellen meiner Inspiration, weil es das Land meiner Vorfahren ist, aber auch jenes, das der Menschheit die erste und strahlendste Zivilisation gegeben hat." - Kamanda über Kamanda
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ANMERKUNGEN:
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TALES OF KAMANDA
in engl. Übersetzung
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1) Kama Sywor Kamanda wird im Laufe seines Lebens immer wieder auf seine ägyptische Herkunft verweisen und die afrozentristische These des senegalesischen Historikers Cheikh Anta Diop vertreten, "der einen von den arabischen und europäischen Eroberern verschwiegenen, ursprünglich schwarzafrikanischen Charakter der ägyptischen Zivilisation postuliert" (Vgl. Kama Sywor Kamanda, in: www.autorenlexikon.lu.) - Literarisch drückt sich Kamandas Verbundenheit zum (Alt-)Ägyptischen vor allem im dramatischen Werk aus, beispielsweise in den Theaterstücken zu Ramses II. oder Echnaton, die vor dem Hintergrund des Pharaonischen Ägypten handeln. Isabelle Cata, Professorin für frz. Literatur in den USA, meint gar, Kamanda erinnere in seinem ganzen Werk daran, dass es die Bantu gewesen seien, die die pharaonische Zivilisation begründet hätten und dass Amon in Wahrheit ein afrikanischer Gott sei. - Zitiert nach Marie-Madeleine Van Ruymbeke-Stey, in der Einleitung zu ihrem Werk: Kama Sywor Kamanda: Regards critiques.

2) Vgl. Kama Sywor Kamanda, in: fr.wikipedia.org/wiki/

cover: SARTIN: KAMANDA EN EXIL
PIERRETTE SARTIN
KAMA KAMANDA
POÈTE de L'EXIL
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3) Vgl. Pierrette Sartin, Kama Kamanda, poète de l'exil, S. 151-153.
3a) Pierrette Sartin führt in der Folge weitere Begegnungen von Kama Sywor Kamanda mit europäischen und afrikanischen Schriftstellern an, aus denen sich Freundschaften entwickeln. Auf deren Nennung wird hier verzichtet.

4) Vgl. Kama Sywor Kamanda, in: www.autorenlexikon.lu. Da heißt es, Kamanda habe das Land "aus politischen Gründen verlassen". Fakt ist, dass im Zaire des Präsidenten Mobutu Sese Seko offene Gewalt herrschte, der sog. "Katinga-Aufstand" bedroht dessen Macht.

5) Die hier angezeigte, 2005 in Paris herausgegebene Ausgabe von Les Contes du Griot (eine Auswahl der Erzählungen) wurde speziell für den Schulgebrauch in Frankreich kommentiert und didaktisiert und eignet sich m.E. besonders für Leser, die im Gebrauch des Französischen nicht sicher sind.

6) Anlässlich der Herausgabe des poetischen Gesamtwerks schreibt Denis Berche in einem Artikel für das luxembourgische Lessentiel, Kamanda habe seine ersten Gedichte im Alter von 12 Jahren verfasst.- Vgl. Toute une vie de travail poétique pour Kamanda, auf: http://www.lessentiel.lu/de/news/.- Übereinstimmende Angabe in: Pierrette Sartins oben zitiertem Werk.

7) "Candace", zu Deutsch "Kandake": "In der Antike galt Kandake als Eigenname, den alle nubischen Königinnen trugen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen Titel, der sich vom meroitischen Wort kdke, (wahrscheinlich) 'Königsmutter', herleitet. Da der König als Sohn des Gottes Amun galt, kam den Königsmüttern als Trägerin der Erblinie eine größere Bedeutung zu als in Ägypten". - Vgl. de.wikipedia.- Interessant erscheint dieses Drama, liest man es in Bezug zur von Kamanda mit vertretenen These vom ursprünglich schwarzafrikanischen Charakter der ägyptischen Zivilisation (siehe oben)

8) Die Königin Ranavalona III ist eine historische Persönlichkeit. Sie war die letzte Königin Madagaskars gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Unter ihrer Herrschaft wurde das Inselreich frz. Protektorat.
Der Verlag betont die Historizität der Titelfigur in seiner Buchankündigung: "La Reine Ranavalona III ist ein historisches Werk, initiatorisch und nützlich für das Wissen der Vergangenheit-Gegenwart Afrikas. Es lehrt und verwurzelt uns im heute fragmentierten und abgetrennten afrikanischen kollektiven Gedächtnis. Die Tragödie der letzten Königin von Madagaskar erinnert an das Schicksal der afrikanischen Bevölkerung nach dem Verlust ihrer Unabhängigkeit." (Übersetzt aus dem Frz. von J.K.)

9) Die Marabout-Seite war von Beginn an (seit nun fast 20 Jahren) bestrebt, auch über den Tellerrand zu blicken, nicht "nur" im deutschen Literaturbetrieb bereits wahrgenommene Autorinnen und Autoren aus Afrika/Arabien vorzustellen. Nichtsdestotrotz muss eingestanden werden, dass es eben dieser Tatsache, dass Kamanda mit keinem einzigen Werk (sic!) ins Deutsche übersetzt wurde, geschuldet sein muss, dass dieser große - nach Meinung der Literaturkenner zahlreicher Länder, insbesondere der in Frankreich -, einer der größten afrikanischen Erzähler und Dichter überhaupt bisher nicht auf Marabout.de präsent war.

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Quellen:
Bibliothèque nationale de France, Catalogue général (französische Nationalbibliothek, Gesamtkatalog)
Pierrette Sartin, Kama Kamanda, poète de l'exil, S. 151-153
Kama Sywor Kamanda, in: www.autorenlexikon.lu.
fr.wikipedia.org/wiki/
Denis Berche: Toute une vie de travail poétique pour Kamanda, auf: http://www.lessentiel.lu/de/news/.
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LINK(S):
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www.autorenlexikon.lu. - Kama Sywor Kamanda-Biographie.
2018 © by Janko Kozmus
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REZENSION(EN)
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(noch nicht aufgenommen)
Weitere Portraits subsaharischer Autoren (Zufallsauswahl erneuern / Vollständige Autorenliste [ohne Südafrika])

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Subsaharische Themen in der Afrika-Chronik der Marabout-Seite
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