DIE MARABOUT-SEITE
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Foto: Tierno Monénembo
TIERNO MONÉNEMBO
( * 1947)
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Literarisches Portrait: Tierno Monénembo

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Beschreibung siehe unten

1947
Am 21. Juli wird Tierno Saïdou Diallo im guineischen Porédaka geboren.

1969
Aus pol. Gründen verlässt Tierno Saïdou Diallo sein unter Sékou Touré diktatorisch regiertes Land. Zufuß flüchtet er ins Nachbarland Senegal, nach Dakar. Danach begibt er sich nach Côte d'Ivoire, wo er ein Studium aufnehmen wird.

1973
Ankunft in Frankreich, wo er in Lyon Biochemie studiert und anschließend promovieren wird.

1970er
Tierno Saïdou Diallo alias Tierno Monénembo erhält die frz. Staatsangehörigkeit und wird nach seiner Promotion Assistent an der Medizinischen Fakultät von Saint-Étienne.
Absatz Als Student engagiert sich M. politisch; er wird Mitglied in der linken Fédération des étudiants d’Afrique noire en France (FEANF).

À la 23e Fête du Livre de Bron
Tierno Monénembo (2009)

1979
Im Zuge einer Kooperation der Medizinischen Fakultät von Saint-Étienne nimmt der Wissenschaftliche Assistent Monénembo eine Lehrtätigkeit in Marokko, später in Algerien auf.
Bibliografische Angabe Les crapauds-brousse[1]. Roman. Erstveröffentlichung unter dem Namen Tierno Monénembo.

1980er
Nach seiner Rückkehr aus Nordafrika erhält Tierno Monénembo eine Anstellung in der Normandie, an der Universität von Caen.

1986
Bibliografische Angabe Les Écailles du ciel (Die Schuppen des Himmels), Roman. Paris 1986.

1987
Ausgezeichnet mit dem Les Ecailles du ciel (Großer Literaturpreis Schwarzafrikas) für Les Ecailles du ciel.

1991
Bibliografische Angabe Un rêve utile (Ein nützlicher Traum), Roman. Paris 1991. Im Mittelpunkt des Romans steht ein guineanischer Student, der inmitten anderer Immigranten in einem Lyoner Armenviertel von seinem Leben erzählt.

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1993
Bibliografische Angabe Un attiéké pour Elgass (dt: Zahltag in Abidjan. Wuppertal 1996), Roman. Paris 1993. Bei einem Abschiedfest in der ivorischen Hauptstadt spielen Exil-Studenten das Wahrheitsspiel, das enthüllt, das niemand der ist, der er zu sein scheint.

1995
Bibliografische Angabe Pelourinho[2]. Paris 1995.

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1997
Bibliografische Angabe Cinéma (dt: Cinema. Wuppertal 1999), Roman. Paris 1997. - Die Romanhandlung findet Ende der 50er-Jahre in Guinea statt, als das Land um seine Unabhängigkeit ringt. Erzähler ist der jugendliche Binguel, der die Nähe zu einem älteren Kriminellen namens Benté sucht, einem passionierten Kinogänger. Die Handlung setzt zwei Jahre vor der Unabhängigkeit ein, um einige Tage danach zu enden.

2000
Bibliografische Angabe L'Aîné des orphelins[3](engl.: The Oldest Orphan. Nebraska 2004), Paris 2000. - Erzähler ist der Jugendliche Faustin, der nach dem Genozid in Ruanda im Todestrakt im Gefängnis sitzt. Die Geschichte, die er fast leidenschaftslos, ja zynisch erzählt wechselt zwischen seinem Dasein im Gefängnis und seinem ziellosen Herumstreifen im Lande nachdem seine Eltern und fast all seine Verwandten umgebracht worden waren sowie seinen Eskapaden als "glorreicher" Ganove in Ruandas Hauptstadt Kigali.
Absatz Tierno Monénembo wird mit dem Prix Tropiques für L'Aîné des orphelins ausgezeichnet.

2001/2002
Dreimonatiger Stipendienaufenthalt - als writer in residence in Aarau - in der Schweiz.[4]

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2004
Bibliografische Angabe Peuls[5], Paris 2004.

2006
Bibliografische Angabe La Tribu des gonzesses : théâtre, Theaterstück. Paris 2006. - Schicksalhaftes Treffen von acht Frauen im Exil.

2007
Am 21. Juli wird Thierno Saïdou Diallo alias Tierno Monénembo 60 Jahre alt.

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2008
Bibliografische Angabe Le roi de Kahel (Der König von Kahel). Roman. Paris 2008.- Biografischer Roman über den Lyoneser Bürger Aimé-Victor Olivier, der im ausgehenden 19. Jh. König im Gebiet des heutigen Guinea wurde.

Absatz Ausgezeichnet mit dem Prix RENAUDOT[6] für Le roi de Kahel.

2009
Bibliografische Angabe Dadis Camara, ce criminel ![7] (Dadis Camara, dieser Kriminelle!), Artikel in der nigerischen Zeitung Le Republicain Niger vom 08.10.2009 v. Tierno Monénembo.

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2012
Bibliografische Angabe Le Terroriste noir (Der schwarze Terrorist), Historischer Roman. Paris 2012. - Protagonist des Romans ist der junge Guineer Addi Bâ. Als ganz junger Soldat einer schwarzen französischen Einheit, den Senegalschützen ("les tirailleurs sénégalais"), nimmt er an der Ardennenschlacht teil. Nach der französischen Kapitualition verschlägt es ihn in ein Vogesendorf, wo er Teil des Widerstands wird und bald zum Helden avanciert, bis er von der Deutschen Wehrmacht gefangen genommen und hingerichtet wird. Erzählt wird die Geschichte des jungen Helden von Germaine, einer Überlebenden der Kämpfe in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, einem Neffen von Addi Bâ, der anlässlich der posthumen Verleihung eines Ordens an den "schwarzen Terroristen", wie er von den Deutschen genannt worden war, im Jahre 2003 nach Paris reist.
Absatz Der Roman Le Terroriste noir wird in die Shortlist für den Prix Goncourt aufgenommen.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Prix Erckmann-Chatrian für den Roman Le Terroriste noir.
Absatz Ausgezeichnet mit dem mit 5.000 Euro dotierten frz. Grand prix du roman métis für den Roman Le Terroriste noir.

2013
Ausgezeichnet mit dem Prix Ahmadou-Kourouma für den Roman Le Terroriste noir.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Grand prix Palatine du roman historique für den Roman Le Terroriste noir.

2015
Bibliografische Angabe Les coqs cubains chantent à minuit (Kubanische Hähne krähen um Mitternacht), Roman. Paris 2015. - Der Roman ist eine Hymne an die afrikanischen Wurzeln Kubas: Ignacio Rodríguez Aponte, ein Schwarzer mit kubanischen und afrikanischen Wurzeln, sichert sich sein Einkommen, indem er westliche Touristen vom Flughafen in Havanna abholt. Eines Tages fällt sein Blick auf einen Reisenden, der ihn an einen Teil seiner eigenen Geschichte erinnert, den er zu verdrängen versucht. Es begann in den 50er Jahren, als der von Batistas Truppen gejagte Fidel Castro Zuflucht auf dem Hof seines Großvater Alfonso fand. Diesem wird vom Revolutionsführer im Falle des kommunistischen Erfolgs das Eigentum an seinem Hof mit einem unterzeichnetem Brief garantiert. Es ist dieser Brief, der der jungen und schönen Juliana, die in einen guineischen Saxophonisten verliebt ist, jede Menge Ärger einbringt.

Tierno Monénembo lebt in Frankreich.

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STIMME(N):
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(Noch nicht aufgenommen)
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ANMERKUNGEN:
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1) Der Roman erschien im gleichen Jahr wie La Vie et demie, des Kongolesen Sony Labou Tansi. "Die beiden Bücher sind wahrhaftige Anklagen gegen die Diktatur, die Feigheit, die Korruption, bewaffnet mit Humor, Komik, Ironie und mit Lachsalven", schreibt der Kritiker Tirthankar Chanda.- Vgl. Tierno Monénembo, in: Jeune Afrique.

2)  Pelourinho ist das historische Viertel von Salvador de Bahia, der älstesten Stadt Brasiliens. Ein viermonatiges Stipendium hatte Monénembo einen Aufenthalt im Lande und hauptsächlich in dieser Stadt finanziert, was ihm die Möglichkeit gab, den afrikanischen Wurzeln in Brasilien nachzugehen. Dieser Wunsch sei schon als Kind entstanden, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Damals habe der Autor Afroamerikaner erlebt, die ihren afrikanischen Spuren folgten. Er wollte einmal den umgekehrten Weg gehen. - In dem Roman Pelourinho sollte "das afrikanisch geprägte Alltagsleben in Salvador, die verschiedenen Ebenen der lateinamerikanisch-afrikanischen Beziehungen, die mythologisch-religiöse Dimension ... sichtbar werden. Überdies sollte sich die Sinnlichkeit der afrikanischen Präsenz in Pelourinho, dem historischen Viertel Salvadors, auf die Lesenden übertragen. Mit seiner komplexen Erzählstruktur wird der Roman diesen Ansprüchen bestens gerecht", lobt der ungenannte Autor in der Schweizer Zeitung.- Vgl. Auf der Suche nach einer afrikanischen Moderne, in: NZZ Online vom 9.02.2002. 

3) Der Roman entstand in Folge eines Projekts, das im französischen Lille von den Verantwortlichen des Festivals Fest'Afrique bereits 1998 initiiert worden war.  Gemeinsam mit Monénembo waren zehn Autoren eingeladen: Boubacar Boris Diop (Senegal), Nocky Djedanoum (Tschad), Monique Ilboudo (Burkina Faso), Koulsy Lamko (Tschad), Véronique Tadjo (Elfenbeinküste), Jean-Marie Vianney Rurangwa (Ruanda), Abdourahman A. Waberi (Dschibuti). Der einzige anglophone Teilnehmer des Projekts war der kenianische Autor Meja Mwangi. Sein Beitrag ist der Roman The Big Chiefs.   

4) Vgl. Auf der Suche nach einer afrikanischen Moderne, in: NZZ Online vom 9.02.2002. 

5) Peul ist die Ethnie, der Monénembo angehört.

6) Einer der renommiertesten Literaturpreise Frankreichs. Gegenwärtig ist auch der frz. Nobelpreisträger Jean-Marie Gustave Le Clézio Mitglied der Jury.

7) Anlass für diesen Artikel sind Unruhen in der guineischen Hauptstadt Conakry gegen die Miliärregierung, die von dieser blutig niedergeschlagen worden waren. Nach dem Tode von Präsident Lansana Conte im Dez. 2008 hatte das Militär unter der Führung von Moussa Dadis Camera die Verfassung außer Kraft gesetzt und die Führung übernommen.

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Quellen:
MICRO-OUVERT - «Les assurrances de Lansana Conté étaient plus séduisantes que celles de Moussa Dadis, in: Le Quotidien (Senegal) v. 10.02.2009.- Interview anlässlich der Auszeichnung mit dem Prix Renaudot v. 2008.

Auf der Suche nach einer afrikanischen Moderne, in: NZZ Online vom 9.02.2002.
Tierno Monénembo, in: Jeune Afrique v. 13.12.2008. 
Dadis Camara, ce criminel ! von Tierno Monénembo, in: Le Republicain Niger v. 8.10.2009.
Auf der Suche nach einer afrikanischen Moderne, in: NZZ Online v. 09.02.2002
Tierno Monénembo, in: Jeune Afrique v. 13.12.2008.
2009-2015 © by Janko Kozmus
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REZENSION(EN):
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(noch nicht aufgenommen)
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Literarische Portraits von subsaharischen Autoren (ohne Südafrika)
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Subsaharische Themen in der Afrika-Chronik der Marabout-Seite
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