1945
Am
28. Juni[1]
wird
Syl
Cheney-Coker in Sierra Leones
Hauptstadt Freetown als Angehöriger der christlich-kreolischen
Bevölkerungsminderheit geboren.
1966(67?)
Im Alter von 21 Jahren siedelt Syl Cheney-Coker in die
USA, Studium an den Universitäten von Oregon und
Wisconsin. Nebenbei Tätigkeit als Journalist.
1969
The Road to Jamaica (Der Weg nach Jamaika), Gedichte. London
1979.
Anfang
1970er
Rückkehr nach Sierra Leone, wo er zunächst als Leiter
der Abteilung Kulturuelle Angelegenheiten beim Radio Sierra Leone
eine Anstellung findet und als freier Schriftsteller tätig
ist.
1973
Concerto for an exile (Konzert für ein Exil), Gedichte.
London 1973.
1975
Gastprofessur an der University of the Philippines.
1977
verlässt Syl Cheney-Coker die Philippinen, wo er eine Einheimische
heiratet, um in Nigeria an der Universität von Maiduguri
zu unterrichten.
1980
The Graveyard Also Has Teeth (Das Grab hat auch Zähne),
Gedichte. London 1980.
1988
Erneuter USA-Aufenthalt; Förderung als Writer-in-Residence
an der University of Iowa.
1990
The Last Harmattan of Alusine Dunbar[2]
(dt: Der Nubier; Übersetzung: Thomas Brückner.
Wuppertal 1996), Roman. London 1990. - Am Beispiel der Familien
von Gustavius Martins und Sebastian Cromantine, freigelassenen
Sklaven aus Virgina, erzählt der Autor die Geschichte des
fiktiven afrikanischen Landes Malagueta: den Aufbau, die erneute
Kolonisierung durch die Briten, die Unabhängigkeit und das
folgende korrupte Regime. Der Roman beginnt mit einer Szene im
Gefängnis, wo der Anführer eines Putsches gegen das
Regime auf sein Todesurteil wartet und sein Leben noch einmal
Revue passieren lässt. Über der Romanhandlung schwebt
Sulaiman, genannt der Nubier. Er hat schon vor 300 Jahren das
Schicksal des Landes Malagueta vorausgesehen. The blood in the desert's eye (Das Blut im Auge der Wüste),
Gedichte. London 1990.
1991
Ausgezeichnet mit dem Commonwealth Writers' Prize für
das beste Buch - The Last Harmattan of Alusine Dunbar -
in der Region Afrika.
Anfang
1990er
kehrt Syl Cheney-Coker nach Sierra Leone zurück, wo er in
Freetown für die progressive Zeitung Vanguard als
Redakteur arbeitet.
1997
Der Armed Forces Revolutionary Council unter Führung von
Johnny Paul Koroma ergreift die Macht in Sierra Leone und verbündet
sich mit der Revolutionary United Front (RUF), um eine
autoritäre Herrschaft zu errichten.
Syl Cheney-Coker, der inzwischen in die Heimat zurückgekehrt
war, geht im Mai des Jahres erneut ins Exil. Zunächst hält
er sich in Conakry, Guinea
auf, dann findet er bei seinem Bruder in England Aufnahme und
schließlich im September bei Freunden in den USA.
Oktober
2000 - Januar 2003
Auf Vermittlung von Wole
Soyinka wird Syl Cheney-Coker als erster Schriftsteller
ins Programm City of Asylum in Las Vegas, Nevada, USA,
aufgenommen. Danach wird er am Medgar Evers College der
City University of New York in Brooklyn Creative Writing
unterrichten.
Während dieser - nach eigener Aussage sehr produktiven Periode
- arbeitet er an der Vollendung einer Roman-Trilogie und an einem
vierten Gedichtband[3].
2001
Syl Cheney-Coker ist Gast beim XI. Poesie-Festival von Medellin,
Kolumbien.
2005
Förderung als Lion Feuchtwanger Fellow der Villa-Aurora
Foundation for European-American Relations in Kalifornien.
2008
Stone Child and Other Poems, Gedichte. Nigeria 2008.
1)
Unbestätigtes
Geburtsdatum, Online-Quellen, u.a.: www.thepatrioticvanguard.com/
(Sierraleonische Online-Zeitung mit namentlich aufgeführten
RedakteurInnen aus aller Welt). MEYERS (Online-)Lexikon führt
den 27. Juli 1945 als Geburtsdatum an.
2)The Last Harmattan of Alusine
Dunbar (dt: Der Nubier), der einzige Roman von Cheney-Coker,
gilt als sein Hauptwerk. Das oppulente Buch, im Deutschen fasst
es 558 Seiten, wird allgemein dem Magischen Realismus zugeordnet.
Bemerkenswert im Zusammenhang mit dieser Kategorisierung ist die
Bemerkung des Autors, der 1988, während er an dem Roman schrieb,
in einem Interview mit Peter Nazareth angab,
derzeit u.a. Gabriel Garcia Marquez' Roman Die Liebe in den
Zeiten der Cholera zu lesen. The
Last Harmattan of Alusine Dunbar
zählt zu den wichtigsten 100 afrikanischen Büchern (Liste
der International Book Fair, in Simbabwe
von 2000/2002, der einzigen wirklichen gesamtafrikanischen Buchmesse).
Im Internet wird oft fälschlicherweise von den 100 besten
afrikanischen Romanen gesprochen. In Wahrheit umfasst diese Liste
auch Sach- und Kinderbücher.
3)
Vgl.
Interview mit Chuck Twardy
für knpr (Nevada Public Radio) v. 24.01.2003. Um welche Bücher
es sich im Einzelnen handelt, wird nicht explizit angegeben. -
In diesem Interview spricht Cheney-Coker auch von einer baldigen
Rückkehr in seine Heimat. Eine Aussage, die nicht bestätigt
werden kann. Überhaupt sind wenige Informationen zur Biografie
des Autors erhältlich.