DIE MARABOUT-SEITE
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CHRONIK
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas

MALI

Stand: 06.02.13


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1912
In Bamako, Französisch-Sudan [heute: Mali] wird die künftige Autorin und Politikerin Aoua Kéita geboren.
10. April
1928
Seydou Badian Kouyat� wird in Bamako, Französisch-Sudan [heute: Mali], geboren. Er wird später als Schriftsteller unter seiner Namenskurzform Seydou Badian Berühmtheit erlangen.
 
1940
In Ou�lessebougou [heute: Mali] wird der spätere Dichter und Dramaturg Gaoussou Diawara geboren.
28. August
1940
In Bandiagary, in der Dogon-Region von Französisch-Sudan [heute: Mali] wird der künftige Schriftsteller frz. Sprache Yambo Ouologuem in eine einflussreiche Familie hineingeboren. Sein Vater ist Landbesitzer und Schulinspektor.
 
1951
In Kita in Französisch-Sudan [heute: Mali] wird der zukünftige Schriftsteller Moussa Konaté geboren.
 
1954
Der spätere Schriftsteller Mand�-Alpha Diarra wird in Nonkon [heute: Mali] geboren.
 
1957
In Bamako [heute: Mali] wird die künftige Schriftstellerin A�cha Fofana geboren.
 
1957
In S�gu�, in der malischen Region Mopti, wird der spätere Schriftsteller Boubacar Belco Diallo geboren.
22. September
1960
Dieser Tag markiert nach knapp 70 Jahren die Unabhängigkeit Malis von Frankreich. Noch im selben Jahr gründet der heimische Schriftsteller und Ethnologe Amadou Hamp�t� B� in der Hauptstadt Bamako das Institut des Sciences Humaines.
 
1965
Les Dirigeants africains face � leurs peuples (Die afrikanischen Führer im Angesicht ihrer Völker) des malischen Autors Seydou Badian (Kouyat�) wird mit dem Grand Prix litt�raire de l'Afrique noire ausgezeichnet.
7. Mai
1980
In ihrer Geburtstadt Bamako stirbt die malische Politikerin und Autorin Aoua Kéita.
Die 1912 geborene Kéita erwarb zu Beginn der 30er Jahre ein Diplom an der Ecole de m�decine de Dakar, Senegal, und arbeitete anschließend in verschiedenen Teilen Westafrikas. Im Jahre 1946, nach der weiteren Beschneidung der Rechte der Kolonien durch Frankreich, trat A. K. der Rassemblement D�mocratique Africain (RDA, Demokratisch Afrikanische Sammlungsbewegung) bei, und in den 50er Jahren begründete sie die gewerkschaftsnahe Frauenbewegung Collective Female Trade Union Movement. Ende der 50er Jahre wurde sie ins malische Parlament gewählt, wo sie bis zum Zerwürfnis mit dem damaligen Präsidenten Modibo Keïta großen Einfluss ausübte.
Als Autorin erlangte sie Berühmtheit mit dem 1975 veröffentlichten autobiografischen Werk Femme d'Afrique. La vie d'Aoua K�ita racont�e par elle-m�e (Frau aus Afrika. Das Leben der Aoua Kéita, von ihr selbst erzählt).
  Im Veröffentlichungsjahr wird der Roman L'Archer bassari (dt: Bogenschütze. 1991) des malischen Autors Modibo Sounkalo Keita mit dem Grand Prix litt�raire de l'Afrique noire ausgezeichnet.
Der Inhalt des als Krimi gestalteten Romans dreht sich um einen unsichtbaren Bogenschützen, der mit vergifteten Pfeilen die Reichen in Bamako dezimiert. Der Autor wird später zu seinem Buch sagen, er habe keinen Kriminalroman schreiben, sondern vor allem über die Dürre sprechen wollen.
27. Januar

29. Januar
In Bamako stirbt der malische Schriftsteller Massa Makan Diabaté.
Zwei Tage später berichtet die frz. Tageszeitung Le Monde darüber: Massa Makan Diabaté sei am Mittwoch im Alter von 50 Jahren verstorben. Er habe in Guinea und in Paris studiert, bevor er sich dem Schreiben und der Veröffentlichung von Werken gewidmet habe, die der Tradition der Malinké verpflichtet sind.
Etwa ein Dutzend seiner Bücher sind in Frankreich veröffentlicht worden und noch erhältlich. Das letzte, L'Assemblée des djinns (Die Versammlung der Dschinnen), ist 1985 erschienen.
(...) · (Le Monde, ÜF: J.K.)
15. Mai
Der in Bandiagara, Mali, geborene Schriftsteller Amadou Hampâté Bâ stirbt im Alter von ca. 90 Jahren in Abidjan ( C�te d�Ivoire).
Berühmt geworden ist der Autor und Ethnologe durch sein Buch Jäger des Wortes, in dem er aus der Sicht des Kindes Amkoullel über seine eigene Kindheit, die Erfahrungen mit den Kolonialherren erzählt. Auch der zweite Band der Lebenserinnerungen - Oui, mon commandant! - fand starke Beachtung.
27 Juli
1996
In einem Interview wird A�cha Fofana, die erste malische Autorin, die einen Roman (1994) ver�ffentlichte, von Ir�ne Assiba d'Almeida nach dem Stand der malischen Frauenliteratur befragt. Ihre Antwort bildet den aktuellen Stand im Lande ab:

"Was Mali angeht, so ist sie sehr begrenzt. Man kann nicht sagen, dass es vor mir keine Frauen gab, die Literatur geschrieben h�tten. Es gab Aoua Ke�ta, doch sie hat eine Autobiografie ver�ffentlicht. In ihr beschreibt sie ihre Erfahrungen als Hebamme. Wir haben eine weitere Frau, die geschrieben hat: Madame Ba Konar�, die Frau des Pr�sidenten der Republik Mali, unsere First Lady, wie wir sie nennen. Da sie Historikerin ist, besch�ftigen sich ihre Schriften mit unserer Geschichte. Sie ist die Autorin von Da Mozon ou le pouvoir guerrier, sie schrieb auch S�gu. Das erinnert mich an Maryse Cond�, die S�gou schrieb. Wir haben sie und wir haben auch eine neue Romanautorin mit Namen Bamakan Souko. Sie schrieb eine Kurzgeschichte, die einen Preis von Radio France Internationale erhielt. Ich habe geh�rt, dass es eine weitere gibt, die eine Kurzgeschichte in einer Erz�hlungssammlung ver�ffentlicht hat, die gerade herauskam. Sie ist die aktuellste. Vielleicht sind wir insgesamt vier, aber ich frage mich selbst: 'Wie viele mehr gibt es von uns im Schatten.' Autorinnen haben das Problem, einen Verleger zu finden, um ihr Werk zu ver�ffentlichen." - (ÜEK: J.K.) - Vgl Aïcha Fofana: First Woman Novelist of Mali v.
Irène Assiba d'Almeida, in:
Camel Tracks: Critical Perspectives on Sahelian Literaturs von Debra Boyd-Buggs und
Joyce Hope Scott (Hrsg.) Africa World Pr. Trenton, New Jersey, USA 2004. S.274
28. August
Der in der Dogon-Region geborene Schriftsteller frz. Sprache Yambo Ouologuem wird 60 Jahre alt.
Sein erste Publikation Le Devoir de violence (1968; dt: Das Gebot der Gewalt. 1973) war gleichzeitig sein größter Erfolg. Der Roman gewann den frz. Prix Renaudot. Ouologuem war somit der erste afrikanische Schriftsteller, dem in Frankreich eine hohe literarische Auszeichnung zugesprochen wurde.
zeit
los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:

8. August
In Marokkos Hauptstadt Rabat stirbt der um 1930 in Bougouni geborene malische Schriftsteller, Dramatiker, Komödiant und Filmemacher Falaba Issa Traor�.
Als Schauspieler wirkte er u.a. in Filmen von Cheick Oumar Sissoko und Boubacar Sidib� mit. Als Autor veröffentlichte er Contes et r�cits du terroir (Erzählungen und Berichte vom Land) und gewann 1972 den Prix Afrique de Po�sie de la Francophonie.
16. August
2003
A�cha Aminata La�la Fofana, besser bekannt unter ihrer Namenskurzform Aïcha Fofana, stirbt nach kurzer Krankheit in ihrem Geburtsort Bamako.
Die Schrifstellerin, die an der Pariser Sorbonne, in Oxford und in Mannheim Sprachen studierte, betätigte sich auch als Übersetzerin aus dem Englischen und Deutschen.
A�cha Fofana war die erste malische Schriftstellerin, die einen Roman ver�ffentlichte; Mariage: on copie erschien 1994 bei der Editions Jamana in Mali. Der Roman berichtet vom Leben vierer Frauen, die die Freundschaft mit Marianne verbindet.
"(Aber) jenseits der feministischen Vision ist Mariage: on copie das R�ntgenbild einer Gesellschaft auf der Suche nach ihrer Identit�t, gefangen im Netz vielf�ltiger Widerspr�che." Vgl. Zitat nach Maimouna Traor�, In: A�cha Fofana: First Woman Novelist of Mali v. Ir�ne Assiba d'Almeida, in: Camel Tracks: Critical Perspectives on Sahelian Literaturs von Debra Boyd-Buggs und Joyce Hope Scott (Hrsg.) Africa World Pr. Trenton, New Jersey, USA 2004. S.274
16. März
Die frz.-sprachige malische Tageszeitung Les Echos gedenkt des 18. Jahrestags ihrer Gründung sowie des 27. Todestags des Studentenführers Abdoul Karim Camara, bekannt als Cabral, Generalsekretär der l�Union nationale des �l�ves et �tudiants du Mali (Nationale Union der Schüler und Studenten Malis, UNEEM), der am 17. März 1980 ermordet worden war.
"Wir werden niemals ermüden, es zu wiederholen: Die Wahl dieses (Gründungs-)Datums beruht auf der Übereinstimmung der Ideale unserer Zeitung mit denen von Cabral und seiner Gefährten." Die Zeitung, schreibt der mit dem Kürzel "A.K." zeichnende Autor weiter, habe diesen Tag gewählt, um gegen Ungerechtigkeit, Schikanen und Veruntreuung zu kämpfen. "Gegen alle Diktaturen, jene von gestern und von heute, f�r die F�rderung der Grundrechte des Menschen, f�r ein solidarisches Mali, die Zeitung Les Echos kämpft."
Die Monologe von gestern und von heute seien ebenfalls im Visier. Der Tag repräsentiere die Verteidigung der Grunds�tze der Werte der Republik, der Demokratie und der Gr�nderideale vom 26. M�rz**. Dieser Kampf richte sich gegen bestimmte Praktiken und Regelverstöße, nicht gegen Personen. Er begründe die Zeitung.
F�r diesen Kampf werde Jamana*** und darüber hinaus die Zeitung Les Echos den Preis zahlen, dessen es bedarf. "Weder werden wir uns durch Drohungen, noch durch Einsch�chterungen, Ausschl�sse oder Erpressungen verleiten lassen, auf unsere Daseinsberechtigung zu verzichten. Denn, um den Weisen Kocc Barma aus Senegal zu paraphrasieren: "Man t�tet uns, aber man bringt uns nicht dazu, uns zu verleugnen".
· (Les Echos, ÜF: J.K.) 
10. Januar
2013
Unter dem Titel:
"Buch des Jahres 2012: Die Krönung des Romans Femme sans avenir"
stellt B. Touré besagten Roman für die Online-Ausgabe der malischen Tageszeitung L'Essor vor. Der Preis sei dem Roman Femme sans avenir (Frau ohne Zukunft) von Hanane Keita verliehen worden, erg�nzt er ...  mehr dazu · (L'Essor, ÜFK: J.K.)
6. Februar
2013
"Timbuktu: Die geretten Manuskripte sind in Bamako"

titelt die malische Tageszeitung L'Essor online. Als Verfasser sind die "Sonderbeauftragten" M. Keita und H. Kouyate angegeben.

"Nachdem sie die Stadt Timbuktu eingenommen hatten", hei�t es einleitend, "verjagten die Islamisten alle Mitarbeiter des Instituts f�r fortgeschrittene Studien und Islamforschung Ahmed Baba (l�Institut des hautes �tudes et de recherches islamiques Ahmed Baba) und richteten sich dort ein". W�hrend der Monate der Besatzung dort einquartiert, h�tte niemand gewagt, sich diesem "bedeutendem Ort des Wissens" zu n�hern.
 mehr dazu · (L'Essor, ÜFK: J.K.)
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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
** Am 26. März im Jahre 1991 wurde nach Unruhen das Regime des Moussa Traor� gestürzt, seitdem wird dieses Tages als "Tag der Märtyrer" gedacht.
*** kulturelle Dachorganisation
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt u. kommentiert v. Janko Kozmus ©
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©

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Quellen

.. . Sach- und Personenregister