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AFRIKA-CHRONIK |
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TANSANIA |
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CHRONIK
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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TANSANIA
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| 1.
Januar |
1909 |
In Vibamba bei Tanga in Deutsch-Ostafrika [heute Tansania] wird
der künftige Dichter, Essayist und Schriftsteller → Shaaban Robert
geboren. |
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1938 |
Auf den Ukerewe Islands im Viktoriasee [heute Tansania], wird
der künftige Schriftsteller Gabriel Ruhumbika geboren. |
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1939 |
In der Ortschaft Arusha, am Fuße des Kilimandscharo, wird
der spätere Schriftsteller Peter K. Palangyo geboren. |
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1945 |
Der 1896 auf der Victoriasee-Insel Ukerewe geborene → Aniceti Kitereza
vollendet seinen großen Roman Bwana Myombekere na Bibi
Bugonoka (dt: Die Kinder der Regenmacher, Teil 1 u. 2).
Da er für das in Kikerewe geschriebene Buch keinen Verleger
findet, wird er es Jahrzehnte später, in den 70ern, ins
Suahelische übertragen. [1] |
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1948 |
Auf der britischen Insel Sansibar [heute Tansania] wird der
künftige Schriftsteller engl. Sprache
→
Abdulrazak Gurnah geboren. |
| 25.
Juni |
1952 |
In Arusha wird Tololwa Marti Mollel geboren. Es ist eine Zeit,
in der die orale Erzähltradition noch sehr lebendig ist.
Mollel wird die Geschichten, die ihm u.a. von seinem Großvater
erzählt werden, später als Autor in seine Kinderbücher
einfließen lassen. |
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1962 |
Im Alter von 53 Jahren stirbt der tansanische Schriftsteller
Shaaban Robert. Er gilt als der bedeutendste suahelisprachige
Autor Ostafrikas und als Begründer der tansanischen Nationalliteratur.
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| AUTOBIOGRAPHIE
in frz. Sprache |
Werke
(Bibliogr. nach Jahn,
Die neoafrikan. Literatur, Bibliogr. a.a.O):
Maisha
yangu (Mein Leben). Prosa u. Lyrik. Edinburg 1949
Pambo la lugha (Schönheit der Sprache). Lyrik.
Johannesburg 1947
Kusadikika nchi iliyo angani. (Glauben an das Sonnenland).
Erzählung. London 1951
Adili na nduguze. (Adili und seine Brüder).
Erzählung. London 1952
Marudi mema (Gute Ratschläge). Lyrik. London
1952
Maisha ya Siti binti Saad, nwimbaji wa Unguja (Das
Leben der Siti binti Saad, der Sängerin von Sansibar).
Biographie. Arusha 1958 (Supplement to the East African Swahili
commitee journal, no. 28/1, January 1958)
Kufikirika (Erdichtungen in Prosa) - Erzählungen
Manuskript
Mashairi mengine (Weitere Gedichte) - Lyrikmanuskript
Utenzi wa vita vya uhuru (Versgeschichte des Standhaltens
im Kampf um die Freiheit) - Lyrikmanuskript
Utubora (Menschenwert) - Romanmanuskript |
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Kurz
vor Erscheinen seines späteren größten Bucherfolges
stirbt Aniceti Kitereza im Alter von 72 Jahren in Kagunguli,
auf der Insel im Victoria-See - heutiges Tansania -, auf der
er im Jahre 1896 als Königsenkel geborene wurde. Der Übersetzer
und Schriftsteller hat nach eigenen Aussagen die Familiensage
Die Kinder der Regenmacher für die Jugend seines
Landes geschrieben. Viele seiner Werke über die Kultur
seiner Heimatinsel sind noch heute nicht übersetzt. |
| 18.
Januar |
1993 |
Der Lehrer, Diplomat und Autor des Romans Dying in the Sun
Peter K. Palangyo kommt bei einem Autounfall ums Leben.
Die Schulbildung absolvierte er u.a. an der Old Moshi Secondary
Scholl am Fuße des Kilimanjaro. Zum Studium von Biologie,
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| P.
K. PALANGYO
DYING IN THE SUN |
Chemie und Literaturwissenschaften ging er in den 60er Jahren
in die USA, Abschluss in Chemie und Biologie; weiterführendes
Studium - Erziehungswissenschaften - an der Makarere Universität
in Kampala, →
Uganda und Promotion in Literaturwissenschaften
an der State University of New York. Tätigkeiten als Lehrer/Schuldirektor
und im diplomatischen Dienst; er war zeitweilig Tansanias Botschafter
in Kanada.- Vgl. Killam,
Literature of Africa a.a.O. S.181
Der Roman Dying in the Sun folgte nicht den bei seiner
Veröffentlichung im Jahre 1968 eher üblichen politischen
Mustern, sondern war psychologisch-realistisch motiviert. |
| 10.
Januar |
|
Mehr
als 200 Bewohner des Arumeru-Bezirks sahen sich im vergangenen
Monat gezwungen, nach Ausbruch von Zusammenstößen
im betroffenen Gebiet ihren Heimen zu entfliehen. Dies berichtet
die heutige Ausgabe der tansanischen Wochenzeitung The
Arusha Times. Es heißt weiter, "die glaubensbedingten
Konflikte" hätten die Verletzung von etwa 100 Dörflern
sowie den Verlust von Eigentum zur Folge gehabt.
Das Wochenblatt zitiert Gemeindebewohner sowie Vertreter des
lokalen Klerus, die gleichlautend angeben, die Zusammenstöße
resultierten aus den weltanschaulichen Widersprüchen
zwischen Anhängern des Christentums und des traditionellen
Glaubens; "letztere wehrten sich angeblich gegen eine Beschneidung
(ihrer Söhne) im Hospital". (...)
Die Wochenzeitung berichtet weiter von einer Bande, die gegen
Vertreter der lokalen Kirchengemeinschaften gewalttätig
geworden sei. (...) Die Zwischenfälle seien an übergeordnete
Stellen weitergeleitet worden, von denen sie bearbeitet würden.
(Arusha
Times, ÜE:
J.K.)
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2004 |
Unter dem Titel "660 Kinder leiden in Arushas Straßen"
berichtet die tansanische Wochenzeitung The Arusha Times
von der ersten Straßenkinder-Zählung in Arusha
und Moshi.
→
mehr
dazu · (Arusha
Times,
ÜE:
J.K.)
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| zeit |
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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2004 |
Giraffenhirne
als vorgebliches HIV/AIDS-Heilmittel verkauft, heißt es
in einem Artikel der tansanischen Wochenzeitung Arusha Times.
Das Überleben der Giraffe als Wildtierart sei in großer
Gefahr, heißt es weiter, folgt man dem Glauben, dass die
Hirn- und Knochenmarkzellen des Tieres in der Lage seien, das
Leben von HIV/AIDS-Opfern zu verlängern.
→
mehr
dazu ·
(Arusha Times, Tansania, ÜE:
J.K.) |
| 31.
Mai |
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Die
donnerstags erscheinende englischsprachige tansanische Wochenzeitung
The Express zitiert den Beauftragten für eine Erhebung
des Reformprogramms der Lokalregierung in der Dodoma-Zone Wendelin
Matumla zur Armut in ländlichen Gegenden. Demnach hat eine
kürzlich durchgeführte Untersuchung ergeben, dass
60 % der Landbevölkerung in Armut lebten; im Vergleich
zu 39 % der Stadtbevölkerung.
"Statistiken zufolge leben 50 % der Tansanier, insbesondere
Frauen, unterhalb der Armutsgrenze; sie verdienen 73.877 →Tsh.
pro Jahr und dies trotz eines jährlich um 4 % steigenden
Bruttosozialprodukts." Tunu Ally, der Verfasser dieses
Artikels, folgert daraus, dass Frauen demzufolge mehr in die
landwirtschaftliche Produktion eingebunden sind und 60 - 80 %
der Nahrung zum Verzehr und der zum Verkauf bestimmten Ernte
produzieren.·
(Express,
Tanzania,
ÜE:
J.K.) |
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Mugini Jacob berichtet für das englischsprachige tansanische
Regierungsblatt Daily News von Kämpfen zwischen
zwei Klans. Bei einem erneut aufgeflammten Kampf zwischen
dem Wanchari- und dem Wakira-Klan in Wakyrya, Distrikt Tarime,
sei eine Person getötet, mehrere seien verletzt worden.
Der dem Wakira-Klan angehörige Tote sei als der 36jährige
Mirumbe Chacha aus Sirari Ward identifiziert worden,
heißt es weiter. "Wir haben ihn gerade beerdigt, während
die Kämpfe noch andauern", wird ein Gemeinderat zitiert.
Seinen Angaben gemäß war der Getötete von
einem Pfeil getroffen worden, als Dorfmitglieder die dem Wanchari-Klan
angehören, seine Farm angriffen und Getreide zerstörten.
Dies sei einen Tag nach den erneut aufflammenden Kämpfen
der sich befehdenden Klans geschehen. Der Polizeichef, habe
diesen Bericht bestätigt, heißt es weiter.
Andere Berichte aus der Gegend besagen, dass die Kämpfe
am Montag ausgebrochen seien und mehrere Verletzte nach sich
gezogen hätten. Die Verwandten der Verletzten hätten
dies aus Furcht vor polizeilichen Maßnahmen geheim gehalten.
Dutzende von →
Acres
mit verschiedenen Getreiden, die den Klans gehörten,
seien zerstört worden. Bis zum gestrigen Tag sei es der
Polizei nicht gelungen, die Situation unter Kontrolle zu bringen.Tage
zuvor habe der verantwortliche Regionalbeauftrage verlauten
lassen, dass "die Regierung das umkämpfte Stück
Land konfiszieren werde". Darauf würde eine Schule errichtet,
"als dauerhafte Lösung für den Konflikt".
· (Daily News, Tansania, ÜE:
J.K.) |
| 5.
Mai |
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"Mädchen
(15) ist nach erzwungener Heirat mit einem 55jährigen, pensionierten
Lehrer schwanger",
heißt es auf der Titelseite der englischsprachigen, tansanischen
Wochenzeitung The Arusha Times.
→
mehr
dazu ·
(Arusha Times,Tansania,
ÜE:
J.K.) |
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"Nationales
Verbot von hiesigem Schnaps",
überschreibt
Kizito Makoye seinen Bericht für die tansanische Wochenzeitung
The Express.
→ mehr dazu,
·
(Express, Tansania, ÜE:
J.K.) |
| 24.
November |
2011 |
"Lesekultur
fördern",
titelt die englischsprachige tansanische Zeitung The Citizen
anlässlich der aktuellen Lesewoche.
Während Tansania die 20. Lesewoche begehe, heißt
es einleitend, klagten die Autoren über den schlechten
Markt für ihre Werke, weil zu wenige Tansanier sich die
Mühe machten, Bücher zu kaufen. Obgleich Bücher
wichtige Quellen des Wissens seien, scheine sich in diesen Tagen
niemand mehr um das Lesen zu kümmern. → mehr dazu
· (The
Citizen, Tansania, ÜE:
J.K.) |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
1)
Vgl. Aniceti Kitereze, in : Afrikanissimo, Hg.: Ilija Trojanow/Peter
Ripken, Wuppertal 1992
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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