DIE MARABOUT-SEITE
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Foto: Fatou Diome; copyright (c) Regine Mosimann / Diogenes Verlag
SCHOLASTIQUE MUKASONGA
( * 1956)
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Literarisches Portrait: Scholastique Mukasonga

DAS AKTUELLE BUCH
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DIE HEILIGE JUNGFRAU VOM NIL
Ausgezeichnet mit dem
PRIX RENAUDOT

Beschreibung s.u.>

1956
wird Scholastique in der Provinz Gikongoro, in Ruanda geboren; die Familie gehört der Ethnie der Tutsi an, die Muttersprache ist Kinyarwanda.

1960
wird die Familie nach Nyamata deportiert.
Hier wird Scholastique ihre schulische Primärausbildung erhalten, die das Erlernen der französischen Sprache beinhaltet.

1968
besteht Scholastique das Examen, das sie zum Beitritt zur Sekundarstufe berechtigt, wozu sie ins hauptstädtische Kigali in ein Internat geschickt wird.

1971
Eintritt in die Schule für Sozialarbeit in Butare.

1973
wird sie von der Schule für Sozialarbeit in Butare vertrieben und geht gezwungenermaßen - gemeinsam mit ihrem Bruder - ins Exil nach Burundi.
Hier wird sie ihren zukünftigen Mann, einen französischen Ethnologen, kennen lernen und 1975 ihr Examen erwerben.

1986
Heimlicher Besuch in Ruanda.

1992
lässt sich Scholastique Mukasonga in Frankreich nieder.

2004
Zehn Jahre nach dem Genozid besucht Scholastique Mukasonga zum zweiten Mal seit sie in Frankreich lebt ihre ruandische Heimat[1] .

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L'Iguifou
Nouvelles rwandaises

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2006
Bibliografische Angabe Inyenzi ou les Cafards (Inyenzi oder die Schaben), Autobiografische Erzählungen. Paris 2006.

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La Femme Aux Pieds Nus
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2008
Bibliografische Angabe La Femme aux pieds nus[2] (Die barfüßige Frau). Paris 2008.
Bibliografische Angabe "Nous ne rentrerons pas" (Wir werden nicht gehen), Artikel in: Libération
[3], 10.05.2008.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Prix Seligmann contre le racisme 2008 für ihr Werk La Femme aux pieds nus.

2010
Bibliografische Angabe L'Iguifou - Nouvelles rwandaises (L'Iguifou - Ruandische Novellen). Paris 2010.
Ausgezeichnet mit dem Prix Renaissance de la Nouvelles durch l’Académie des sciences d’Outre-Mer für L'Iguifou.

2012
Bibliografische Angabe Notre-Dame du Nil (dt: Die Heilige Jungfrau vom Nil; Hrsg.: Indra Wussow; Übersetzung: Andreas Jandl. Heidelberg 2014), Roman. Paris 2012.- Virginia und Veronica, Gloriosa und Modesta und wie sie noch alle heißen: In dem von weißen Nonnen geführten Mädcheninternat haben die Töchter der Elitefamilien Ruandas neue - christliche - Namen bekommen. Ihre eigentlichen dürfen sie hier nicht tragen. Neben den Angehörigen der Ethnie der Hutu, der Bevölkerungsmehrheit, garantiert und limitiert eine 10 %-Quote die Anwesenheit der Tutsi-Mädchen. Trotz spürbarer Hutu-Dominanz gibt es durchaus auch Freundschaft unter ihnen. Doch treibt die rassistische Ideologie an diesem Ort der - 1970er - Jahre seltsame und schließlich gefährliche Blüten.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Prix Ahmadou Kourouma für den Roman Notre-Dame du Nil.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot für den Roman Notre-Dame du Nil.[4]

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Ce que murmurent les collines
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2014
Bibliografische Angabe Ce que murmurent les collines (Dass die Hügel flüstern), (Ruandische) Novellen. Paris 2014.
Absatz Im April unternimmt Scholastique Mukasonga eine Lesereise in Ruanda, im Oktober in den Vereinigten Staaten und Deutschland.

2015
Nominiert für den LiBeraturpreis 2015[5] mit dem Roman Die Heilige Jungfrau vom Nil.

2016
Der Roman Notre-Dame du Nil wird in der engl. Übersetzung von Melanie Mauthner - Our Lady of the Nile - für den hochdotierten[6] International IMPAC Dublin Literary Award nominiert.

Scholastique Mukasonga lebt mit ihrer Familie in der Normandie, wo sie als Sozialarbeiterin tätig ist.

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STIMME(N):
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(noch nicht aufgenommen)

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ANMERKUNGEN:
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1) In einem Interview (--> NWR) wird die Autorin äußern, dass das Schreiben für sie Trauern bedeutet: "It was in 2004, when I finally found the courage to go home to Nyamata, that I became aware of my duty of remembrance, because I could write." Aus diesem Grund seien ihre ersten beiden Bücher stark autobiografisch eingefärbt.

2) "Die barfüßige Frau", von der im Titel die Rede ist, ist Stefanie, die Mutter der Autorin, die wie zahlreiche andere Verwandte beim Genozid von 1994 ermordet worden ist.

3) Erste Artikelveröffentlichung in der linken frz. Zeitung Libération. Es folgen in loser Reihe weitere Artikel, der vorerst (12/14) letzte: Digressions francophones de Brooklyn à Göttingen (Frankophone Ausflüge von Brooklyn nach Göttingen v. 30.10.2014) .

4) Antoine Gallimard, Mukasongas Verleger, berichtet der frz. Nachrichtenagentur AFP, die Autorin habe an einen Scherz geglaubt, als er sie tel. vom Gewinn des Renaudot-Preises unterrichtet habe.

5) Der LiBeraturpreis wird vergeben an "schreibende Frauen aus Afrika, Asien und Lateinamerika". Neben Mukasonga sind drei weitere Schriftstellerinnen mit Background Afrika nominiert: NoViolet Bulawayo (Simbabwe / USA) mit Wir brauchen neue Namen sowie aus Nigeria Lola Shoneyin mit Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi und Ch. N. Adichie mit Americanah.

6) Der irische Literaturpreis International IMPAC Dublin Literary Award ist mit 100.000 Euro dotiert. Handelt es sich - wie in diesem Fall - um eine Übersetzung ins Englische wird er zwischen Autorenschaft (75.000 Euro) und Übersetzung (25.000 Euro) gesplittet.

 
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Quellen:
www.scholastiquemukasonga.net/
www.liberation.fr - Zahlreiche Veröffentlichungen v. Scholastique Mukasonga, in frz. Sprache
http://www.africansuccess.org/
www.scholastiquemukasonga.net/, Offizielle Website der Autorin, in frz. Sprache
http://www.newwelshreview.com/ - Interview mit Scholastique Mukasonga v. Suzy Ceulan für NEW WELSH REVIEW, NWR Issue 102 (Winter 2013) - in engl. Sprache
"Scholastique Mukasonga, 'le désespoir d'être femmes'", TV5 Monde - in frz. Sprache
AFP-Meldung vom Gewinn des Renaudot-Preises, in frz. Sprache
"Ruandische Autorin gewinnt renommierten französischen Literaturpreis", in: The Rwanda Focus, aus dem Englischen übersetzt in der Marabout-Chronik
2014-2016 © by Janko Kozmus
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REZENSION(EN):
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(noch nicht aufgenommen)
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Weitere frankophone Autoren auf der Marabout-Seite (Auswahl)
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Fatou Diome, Senegal/Frankreich
Ahmadou Kourouma, Côte d'Ivoire
Alain Mabanckou, Republik Kongo
Léonora Miano, Kamerun/Frankreich
Tierno Monénembo, Guinea
Marie NDiaye, Frankreich
Patrice Nganang, Kamerun
Abdourahman A. Waberi, Dschibuti/Frankreich
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