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BUCHI EMECHETA
( 1944-2017)
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Literarisches Portrait: Buchi Emecheta

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1944
Am 21. Juli wird in Yaba, einem Vorort von Lagos,
 der Hauptstadt der britisch beherrschten Föderation von Nigeria, Florence Onye Buchi, wie ihr voller Name lauten wird, als Tochter der Alice Okwuekwu Emecheta und des Eisenbahnarbeiters Jeremy Nwabudike geboren. Die Familie gehört dem Volk der Ibo an.

1950er
Grundschulerziehung an der "Ladilak Schule" sowie der "Reagan Memorial Baptist School" in Yaba, Lagos. Buchi Emecheta verliert früh ihren Vater[0] und dann auch ihre Mutter und wird bei ihrer großen Familie in Ibusa aufgezogen.

1954
Beginn der Sekundarstufe an der "Methodist Girls High School", Yaba, für die sie ein Schülerstipendium gewonnen hatte.

1960
wird sie mit dem Studenten Sylvester Onwordi verheiratet, dem sie schon im Alter von elf Jahren zugesprochen war. In sechs Jahren Ehe werden fünf Kinder geboren.

1962
folgt sie als Achtzehnjährige und Mutter von zwei Kindern ihrem Ehemann wegen seines Studiums nach England.[1]

1966
Nach der Scheidung von ihrem Mann
lebt sie mit ihren fünf Kindern von Sozialhilfe und arbeitet an dem Roman In the Ditch, in dem sie ihre Lebensverhältnisse beschreibt; Tätigkeit als Bibliothekarin.

1972
Bibliografische Angabe In the Ditch (Im Sumpf, in: Die Geschichte der Adah, Übersetzung: Christine Steffen, München 1987), Roman. London 1972; Taschenbuchausgaben: London 1988; London 1994. - Autobiographischer Roman, Verarbeitung der Londoner Zeit; Protagonistin Adah als alleinerziehende Mutter von fünf Kindern in materieller Not.

1974
Bachelor-Abschluss des Abendstudiengangs im Fach Soziologie an der London University.
Absatz Beginn der Tätigkeit als Lehrerin und Sozialarbeiterin in London.
Bibliografische Angabe Second Class Citizen (Bürger zweiter Klasse, in: Die Geschichte der Adah), Roman, London 1974; New York 1975; London 1989; Taschenbuchausgaben: London 1982; London 1987; London 1994; New York 2002. - Fortsetzung der Geschichte der autobiographisch nachgezeichneten Heldin Adah in London.[2]

1975
Bibliografische Angabe The Bride Price (Der Brautpreis), Roman. London 1975; New York 1976; Taschenbuchausgaben: London 1988, London 1994, New York 2002.
[3]

1976
Bibliografische Angabe A Kind of Marriage, Fernsehspiel, Erstausstrahlung BBC.

1977
Bibliografische Angabe The Slave Girl (dt: Das Sklavenmädchen, 1997), Roman. London 1977; New York 1977; Taschenbuchausgaben: London 1989; London 1995, New York 2002.

1978
wird Buchi Emecheta als "Best Black British Writer" ausgezeichnet.

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1979
wird B. E. für The Bride Price und The Slave Girl mit dem "Jack Campbell New Statesman Award" ausgezeichnet.

Bibliografische Angabe The Joys of Motherhood[8] (dt: Nnu Ego - Zwanzig Säcke Muschelgeld, Übersetzung: Helmi Martini-Honus, Jürgen Martini, München 1983 und Zwanzig Säcke Muschelgeld, Zürich 1992), Roman. London, New York 1979; Taschenbuchausgaben: London 1988; London 1994; New York 2002.
Bibliografische Angabe Titch the Cat (Titsch, die Katze), Kinderbuch. London 1979.

1980
Bibliografische Angabe The Moonlight Bride
(Die Mondlichtbraut), Jugendroman. Oxford, New York 1980. Taschenbuchausgab: New York 1998.
Bibliografische Angabe Nowhere to Play, Kinderbuch, das auf einer Geschichte der zwölfjähjrigen Tochter Christy basiert; illustriert von Peter Archer. London 1980.
Bibliografische Angabe The Wrestling Match (dt: Der Ringkampf), Roman, Taschenbuchausgab: New York 1998.
Absatz Ernennung zum "Senior Research Fellow cum Writer" an der University of Calabar in Nigeria [4] am "Department of English and Literary Studies".

1980er
schreibt Buchi Emecheta Artikel für "New Statesman", "New Society", "New International" und "Times Educational Supplement".

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1981
Bibliografische Angabe Destination Biafra (Ziel/Bestimmung Biafra), Roman. London 1981; Taschenbuchausgabe: London 1994.

Bibliografische Angabe Naira Power (Die Macht des/der Naira [5]), Roman. London 1981.
Bibliografische Angabe Our Own Freedom. On Women in Africa (Unsere eigene Freiheit. Über Frauen in Afrika), Sachbuch, mit Fotografien v. Maggie Murray. London 1981.

1982-87
Lehrtätigkeit als "Visiting Professor" an verschiedenen us-amerikanischen Universitäten [6], u.a. Yale, Harvard, University of California.

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1983
wird Buchi Emecheta als "One of the Best Young British Writers" ausgezeichnet.
Bibliografische Angabe A Kind of Marriage (Eine Art Ehe), Roman. London 1983.
Absatz Gründung des Verlages "Ogwugwu Afuor" in London.
Bibliografische Angabe Double Yoke (Das doppelte Joch), Roman. London 1983; Taschenbuchausgabe: London 1985, New York 2002.
Bibliografische Angabe Rape of Shavi (Die Vergewaltigung von Shavi), Roman. London 1983; Taschenbuchausgaben: London 1986, New York 2002. - Shavi ist ein fiktives afrikanisches Land. Seine Bewohner treffen auf die weißen Überlebenden eines Flugzeugabsturzes. Ein philosophisches Buch über den Gegensatz der Kulturen.

1986
Bibliografische Angabe Head above Water (Kopf über Wasser), Autobiografie. London 1986; Taschenbuchausgabe: London 1994[7].
Absatz Ernennung zum "Fellow" an der University of London.

1987
Bibliografische Angabe
Family Bargain, Fernsehfilm, Erstausstrahlung BBC.

1988
Bibliografische Angabe
Feminism with a Small 'f'! (Feminismus mit einem kleinen 'f'!), in: Criticism and Ideology: Second African Writers' Conference, hgg. von Kirsten Holst Petersen, Scandinavian Institute of African Studies, 1988, Seiten 173-85, Essay.

1989
Bibliografische Angabe
Gwendolen (dt: Gwendolen, Übersetzung: Christine Steffen, München 1991), Roman. London 1989; Taschenbuchausgabe: London 1994 und unter dem Titel The Family New York 2002. - Die Geschichte eines indischen Mädchens, das mit seiner Familie nach London emigriert.

1994
Bibliografische Angabe
Kehinde, Roman, London 1994. - Die nigerianische Protagonistin Kehinde hat 18 Jahre lang mit Kindern und Ehemann in London gelebt, bis dieser sie überredet nach Lagos zurückzukehren. Der Roman beschreibt Kehindes Probleme mit der lauten stinkenden afrikanischen Metropole, dem sie unterdrückenden Ehemann und anderen Konflikten, auf die stößt.

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2000
Bibliografische Angabe
The New Tribe, Roman. Oxford, Portsmouth 2000. - Der schwarze Junge namens Chester ist der Protagonist des letzten Romans von Buchi Emecheta. Er wird von der englischen Familie eines Geistlichen adoptiert. Ein Szenario mit einem über sich selbst hinaus weisenden Konfliktpotential.

2002
Im Februar wird der Roman The Joys of Motherhood[8] (dt: Nnu Ego - Zwanzig Säcke Muschelgeld) von der Jury des internationalen Buchfestivals in Harare/Simbabwe zu einem der 100 besten afrikanischen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt.

2014
Am 21. Juli wird Buchi Emecheta 70Jahre alt.

2017
Am 25. Januar stirbt Buchi Emecheta im Alter von 72 Jahren in London.

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STIMME(N):
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"Dressed in a sparkly sequinned evening dress, confidence oozes from every pore. It is difficult to believe that this is a woman who, 24 years ago, arrived in England with next to nothing." - Julie Holmes anlässlich eines Intervies (in: "The Voice" v. 09.07.1996)

"I write fiction. But I try to ensure that it's relevant to the kind of life that I have: I try to capture the kind of people that we are." - Emecheta über Emecheta

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ANMERKUNGEN:
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0) Als Buchi Emechetas neun Jahre alt ist, stirbt ihr Vater an den Folgen einer Verwundung, die er sich in den Sümpfen Burmas geholt hatte, nachdem er eingezogen worden war, um für Lord Mountbatten und "die Überbleibsel des British Empire" zu kämpfen. Nach dem Tod ihres Vaters war Buchi "der Gnade ihrer Mutter" ausgesetzt, die aufgrund mangelnder Bildung das Talent ihrer Tochter nicht zu schätzen wusste. - Vgl. SYLVESTER ONWORDI: Remembering my mother Buchi Emecheta, 1944-2017, in NewStatesMan online vom 31.01.2017; A Study Guide for Buchi Emecheta's "The Joys of Motherhood", UK 2013.

1) In der Folge wird ihre Ehe zerrüttet, ihr Mann beginnt die gemeinsamen Kinder abzulehnen und - wie Buchi Emecheta selbst bei BBC World Service sagt: - verbrennt ihr erstes Romanskript The Bride Price. Auf die Äußerung ihres Ehemannes "what for, that stupid book"entgegnet sie "I just feel you just burn my child". Andere Quellen sprechen davon, das Skript sei zerrissen worden, doch in ihrem Essay Feminism with a Small 'f'! sagt sie deutlich: "When my husband burned my first book, I...".

2) Dieses Buch widmete Buchi Emecheta ihren Kindern. Sie beschreibt (BBC World Service) wie sie in der Küche an der Schreibmaschine saß und "sweet background noises" ihrer spielender Kinder hörte.

3) Erneut steht eine Frau mit ihren Problemen im Mittelpunkt. In einem Interview v. Manfred Loimeier gefragt, ob sie eine Feministin sei, antwortet Buchi Emecheta: "Nein, ich bin Autorin, eine Frau aus Nigeria, die schreibt, und in den meisten meiner Bücher sind Frauen die Hauptfiguren - manchmal auch schlechte Frauen."

4) Buchi Emecheta bleibt nur ein Jahr in ihrer Heimat und verwirft damit ihren Plan, für immer zurückzukehren.

5) "Naira" ist die nigerianische Währungseinheit.

6) Verschiedene Male habe sie Berufungen an Universitäten ausfüllen oder als Kritikerin arbeiten wollen, schreibt Emecheta in Feminism with a Small 'f'!, doch jedes Mal habe Sie, "without giving notice", gepackt und sei gegangen.

7) Die Autobiografie ist ihrer ältesten, 1984 verstorbenen Tochter Chiedu gewidmet.

8) Nach einem Vorschlag von Professor Ali Mazrui wurde im Jahr 2000 begonnen, auf internationaler Basis eine Liste zu erstellen. Aus ca. 1700 Titeln wurde eine Shortlist von ca. 500 erarbeitet. Schließlich wurden aus der veröffentlichten Liste im Februar 2002 unter dem Vorsitz des südafrikanischen Autors und Literaturwissenschaftlers Njabulo S. Ndebele die besten Bücher ausgewählt, die nun als die 100 besten Werke afrikanischer Literatur des 20. Jh.s gelten, so eben auch Emechetas Roman The Joys of Motherhood (dt: Zwanzig Säcke Muschelgeld).

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Quellen:

Laurien, Ingrid: Buchi Emecheta, in: KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)

A Study Guide for Buchi Emecheta's "The Joys of Motherhood", UK 2013

Sylvester Onwordi: Remembering my mother Buchi Emecheta, 1944-2017, in NewStatesMan online vom 31.01.2017

Die Autorin Buchi Emecheta bei Heinemann
"Ich schreibe über Nigerianer zu Hause und in der Diaspora" Ein Gespräch von Manfred Loimeier mit Buchi Emecheta. - Inzwischen nicht mehr auffindbar- 03/2009. J.K.
Die Emecheta-Seite des "British Council".
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Weitere Portraits nigerianischer Autoren auf der Marabout-Seite
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Chinua Achebe
Chimamanda Ngozi Adichie
Helon Habila
Ben Okri
Wole Soyinka
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REZENSION(EN):
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(noch nicht aufgenommen)
2004-2017 © by Janko Kozmus
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NigerianischeThemen in der Afrika-Chronik der Marabout-Seite
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This Day, Vorstellung der Kurzgeschichtensammlung The Ghost of Sani Abacha, 2012
Leadership, Prostituierte vergewaltigen Pastoren im Delta, 2011
This Day, Maero Ozako veröffentlicht ihr erstes Buch: Words of Wisdom for Women (W.O.W.), 2011
The Nation, Achebe nicht im Einklang mit der Realität, 2011
Nigerian Compass, Achebe lehnt Nationalpreis erneut ab, 2011
Peoples Daily, Preise von Lebensmitteln in Abuja steigen, 2011
The Vanguard, Plastikflaschenhaus erstmalig in Nigeria, 2011
This Day, Nigerias Unmoral besteht aus Heuchelei nicht aus Miniröcken, 2008
The Guardian, Achebe erhält den Man Booker International Prize, 2007
Daily Sun, Über den literarischen Norden des Landes, 2006
The Vanguard, Chinua Achebe lehnt aus Protest Nationalpreis seines Landes ab, 2004, Afrika-Chronik
The Daily Independent, 44ster Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes, 2004, Afrika-Chronik
Vanguard, Über die Freilassung v. Amina Lawal, die von einem Sharia-Gericht zum Tode durch Steinigung verurteilt worden war, Afrika-Chronik
Vanguard, Über ethnische Unruhen in der Delta-Region, 2003
The New Vision, Über den nigerianischen Autor Okey Ndibe, Afrika-Chronik
The New Vision, Über die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Chinua Achebe, 2002
taz, Manfred Loimeier zu Saro-Wiwas Roman Sozaboy, 1998, Afrika-Chronik
Mail&Guardian, "Leidenschaftlicher Ruf" Saro-Wiwas aus einem nigerian. Gefängnis, 1995, Afrika-Chronik
Erklärung des Internationalen Schriftstellerparlaments zu Saro-Wiwa, 1995, Afrika-Chronik
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