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AFRIKA-CHRONIK |
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LANDESCHRONIKEN |
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JEMEN |
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Jemenitische Literatur,
im Band enthalten:
Kurzgeschichten aus der Zeit
von 1960 bis 2000
sowie der Roman
Die drei Nachtschwärmer
von Said Aulaqi,
der in Aden während der Zeit
der Demokratischen
Volksrepublik Jemen spielt.
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KulturSchock
JEMEN
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CHRONIK
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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J
E M E N
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1973 |
Bei einem Flugzeugabsturz kommt der 1940 in →
Äthiopien
geborene jemenitische Schriftsteller → Mohammad Abdul-Wali,
Sohn einer Äthiopierin und eines jemenitischen Immigranten
aus dem damaligen Nordjemen, ums Leben.
Die Arabische Republik Jemen war für Abdul-Wali nur eine
Station von vielen in seinem bewegten Leben. Erste Studien absolvierte
er in Kairo; sein Sympathisieren mit dem Marxismus hatte die
Ausweisung aus →
Ägypten
zur Folge und motivierte ihn später, die russische Sprache
in Moskau zu erlernen, wo er auch - am Gorki-Institut - einen
Literaturkurs besuchte. Kurze Zeit war er im diplomatischen
Dienst in Moskau und Berlin tätig. Bald nach seiner Rückkehr
in die Heimat wurde er wegen seiner politischen Haltung inhaftiert.
Eine Kurzgeschichtensammlung des Autors wurde unter dem Titel
They Die Strangers (Sie sterben als Fremde) ins Englische
übertragen. |
| 28.
Februar |
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Erstmaliges Erscheinen der Printausgabe der Yemen Times,
der ersten englischsprachigen Zeitung des Landes.
Die Gründung erfolgte 1990, im Jahr der Vereinigung der
beiden jemenitischen Staaten, durch den Ökonomen und Menschenrechtsaktivisten
Prof. Abdulaziz Al-Saqqaf; nach einer mehrmonatigen Anlaufphase
erscheint die Yemen Times nun zweimal wöchentlich,
montags und donnerstags.
In der Selbstdarstellung der Zeitung heißt es: Sie "unterstützt
Pressefreiheit, den Respekt für Menschenrechte, politischen
Pluralismus und Demokratie. Sie fördert Nichtstaatliche
Organisationen (→ NGOs)
und andere Organisationsformen der Zivilgesellschaft. An der
ökonomischen Front unterstützt sie Liberalisierung
und die Interaktion mit anderen Nationen" (Auszug, vgl.
Yemen Times). |
| 6.
Oktober |
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"32.000
Neustudenten an Universitäten zugelassen",
meldet die Yemen Times. Über 60 % davon wurden an
der Universität von Sanaa zugelassen, über 75 % seien
männliche Studenten und über 90 % der Einschreibungen
seien an staatlichen Universitäten zu verzeichnen. Soweit
die Statistik, die die folgende Aussage unterstreicht: "Das
verwirrend hohe Niveau der Einschreibungen findet zu einer Zeit
statt, in der die Graduierten der Universitäten keine Jobs
finden."
·
(Yemen
Times, ÜE:
J.K.)
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1997 |
"Steigendes
Niveau von Gesetzeslosigkeit und Stammesungehorsam",
überschreibt die englischsprachige Wochenzeitung Yemen
Times ihren Artikel über die Bedrohung des Staates
durch bewaffnete Stämme.
→
mehr
dazu ·
(Yemen Times, ÜE:
J.K.). |
| 1.
Dezember |
1997 |
Unter dem Titel
"Polizei
attackiert Schulmädchen"
berichtet die Yemen Times über das brutale Vorgehen
von Sicherheitskräften.
Mit Schüssen in die Luft, Tränengas, Wasserkanonen
und Schlagstöcken gingen die Sicherheitskräfte in
der vergangenen Woche gegen 12-15 jährige Schulmädchen
vor. 27 Schulmädchen mussten hospitalisiert werden.
"Dieses primitive Verhalten von Männern in Uniformen der
Sicherheitskräfte der Regierung gegen die Zaid Al-Moshiki
Mädchenschule in Taiz ist unakzeptabel", heißt es
in dem Artikel der Yemen Times weiter. Das "einzige Verbrechen"
der Schulmädchen sei es gewesen, zu ihrer Schulleiterin
zu stehen, die sich gegen die Anweisung des unter der Kontrolle
von religiösen Eiferern stehenden örtlichen Bildungsverantwortlichen
wehrte, die Mädchen sämtlicher Schulen müssten
sich verhüllen und den Schleier anlegen. Nachdem sich anfangs
die Eltern sowie alle Schulleiter von Taiz gegen diese Anordnung
gestemmt hatten, blieben schließlich nur noch die Schülerinnen
der o.g. Mädchenschule wie deren Schulleiterin Galeelah
Shuga'a übrig.
·
(Yemen
Times, ÜE:
J.K.)
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| 30.
August |
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Im Alter von 70 Jahren stirbt der in Zaraja geborene jemenitische
Dichter Abdullah Al-Baradouni. Der infolge einer Pockenerkrankung
im Alter von 6 Jahren erblindete Al-Baradouni "war nicht
nur ein Poet", schreibt die englischsprachige Yemen
Times (v. 06.09.1999), "er war ein nobler Mensch, der
niemanden fürchtete, wenn es um darum ging, die Wahrheit
zu sagen. Er wurde sogar inhaftiert für seine gewagten
Äußerungen. Er hat viele Positionen in der Regierung
abgelehnt wegen seiner ehrenhaften Haltung, die dort nicht gewollt
ist. Kurz gesagt, er war ein gehandikapter Volksheld. Die große
Zahl der Preise und Anerkennungen, die er erhalten hat, offenbart
seinen wahren Wert" .
· (Vgl.
Yemen Times, ÜE:
J.K.). |
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20.
März |
2000 |
In London stirbt der im Jahre 1943 geborene Politiker und
Schriftsteller →
Zayd
Mutee' Dammaj.
1970 wurde Mutee' Dammaj ins erste jemenitische Parlament
gewählt.
Parallel zu seiner politischen Karriere betätigte er
sich als Schriftsteller, Tahish al-Huban, eine Kurzgeschichtensammlung,
war im Jahre 1973 seine erste Publikation.
Weitere Veröffentlichungen:
Al-Rahinah (Die Geisel, engl.: The Hostage; Übersetzung:
May Jayyusi und C. Tingley. 1997), Roman 1984
Al-Madrasah Al-Ahmadiyah (Die Ahmadi Schule), Roman
Al-Inbihar wa Al-Dahshah (Erstaunen und Verwunderung),
Memoiren
2000
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9.
September

The
Hostage |
2001 |
In der Nummer 426 ihres Publikationsorgans veröffentlicht
die Arabische Schriftstellervereinigung eine Liste der 100
besten arabischen Bücher des 20. Jahrhunderts; tatsächlich
sind es
jedoch 105. Darunter befinden sich Bücher zweier jemenitischer
Autoren:
Mohammed
Abdul Wali: Sana’a: An Open City
Zayd Mutee Dammaj: Al-Rahinah (engl.: The Hostage;
Übersetzung: May Jayyusi und C. Tingley. 1997), Roman 1984 |
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"Zurück
zur Unschuld",
überschreibt Fahmia Fahmia Al-Fotih ihren Artikel in der
englischsprachigen Yemen Times, eine Klage über
die Situation der einheimischen Kinder, die gezwungen sind auf
der Straße zu spielen, da Alternativen nicht zur Verfügung
stehen.
→
mehr
dazu ·
(Yemen Times, ÜE:
J.K.) |
| zeit |
los |
Arabische Sprüche und Weisheiten:
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1. Januar |
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"Drei
der fünf gekidnappten Italiener befreit",
meldet die englischsprachige Yemen Times aus der Provinz
Marib.
"Wie als Antwort auf die Warnung des Präsidenten, das
Kidnapping von Reisenden zu bekämpfen, entführten
Angehörige des Al-Zaidi-Stammes aus Marib am vergangenen
Tag fünf Italiener", heißt es in dem Artikel. Schon
einige Stunden nach dem Kidnapping seien die drei Frauen innerhalb
der entführten Gruppe in Freiheit entlassen worden.
Die Entführung habe nur wenige Stunden nach der Kampfansage
des Präsidenten Ali Abdullah Saleh und seinem Befehl
an die Sicherheitskräfte, die Entführer der Deutschen
festzunehmen, statt gefunden. Die Italiener wurden in Sirwah,
in der Nordprovinz Marib, ca. 170 km östlich der Hauptstadt,
festgehalten. Laut Bericht gaben Sicherheitsbeamte an, weder
die Identität noch andere Details über die entführten
Touristen zu besitzen. Die dem Stamm der Al-Zaidi angehörigen
Entführer wollen die Freilassung von acht Stammesangehörigen
erzwingen, die im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen mit
Mitgliedern eines anderen Stammes inhaftiert seien, so offizielle
Äußerungen von Polizei- und Stammesangehörigen.
· (Yemen
Times, ÜE:
J.K.)
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2006 |
"Granatenangriff
tötet sieben Menschen, Offizielle leugnen"
Sanaa - Die englischsprachige Zeitung Yemen Observer
beruft sich in ihrem Bericht auf Agenturmeldungen, wonach mindestens
sieben Menschen [**]
getötet und bis zu sechzehn verletzt worden seien, nachdem
ein Angreifer eine Handgranate im geschäftigen Shumilla-Markt
im Südosten von Sanaa gelegen, geworfen habe.
→ Saba
News zufolge, berichteten Augenzeugen, ein nicht identifizierter
Mann habe die Handgranate gegen Mittag in den von Käufern
bevölkerten Markt geworfen, bevor er geflohen sei.
Lt. Agenturmeldungen habe die Granate vier Menschen an Ort und
Stelle getötet, während drei andere später an
den Verletzungen gestorben seien.
Ein Sprecher des Innenministeriums habe jedoch später angegeben,
bei der Explosion habe es keine Toten gegeben. Er habe damit
frühere Medien- und Augenzeugenberichte, die von getöteten
Menschen sprachen, geleugnet und die Medien gewarnt, die mit
der Publikation solcher Nachrichten "vorsichtig" sein sollten.
"Augenzeugen", heißt es in dem Bericht des Yemen
Observer weiter, "gaben an, der Angreifer sei zufuß
zwischen den Marktständen geflohen und die Polizei vermeldete,
dass niemand festgenommen worden sei." Das Gebiet sei allerdings
von Sicherheitskräften abgeriegelt und eine Jagd auf den
Täter habe begonnen.
Der Kurzbericht schließt mit einer von einer annonymen
Sicherheitskraft geäußerten vagen Annahme, wonach
die Gründe für den Angriff vermutlich in einem Streit
gelegen hätten.
(Yemen
Observer,
ÜE:
J.K.,
siehe auch den Kommentar am → 1.05)
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2006 |
"Jemens
Doppelkurs"
Mit diesem Titel überschreibt die englischsprachige Yemen
Times ihren Artikel in der Rubrik "Unser Standpunkt",
in dem ein Zwischenfall auf dem Kat-Markt, bei dem am 23.
April dieses Jahres einige Menschen getötet und weit
mehr verletzt wurden, zum Anlass genommen wird, Stellung zu
beziehen zum im Lande üblichen Tragen von Waffen sowie
zum traditionellen Kat-Kauen.
→
mehr
dazu ·
(Yemen Times,
ÜE:
J.K.)
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| 10.
Dezember |
2006 |
Der Guardian meldet die heutige Verleihung des Gebran
Tueni Awards. Der Preis wird von der World Association
of Newspapers (WAN) verliehen, um einen Verleger oder
Redakteur der arabischen Welt zu ehren. Der Preis, heißt
es in der Kurzmeldung, gehe an die erste Frau Jemens,
die als Verlegerin tätig wurde. Nadia Al-Saqqaf [Tochter
des Gründers und bis zu seinem Tod im Jahre 1999 Chefredakteur
der Yemen Times: Abdulaziz Al-Saqqaf, J.K.] ist Chefredakteurin
der einzigen englischsprachigen Zeitung Jemens, der Yemen
Times. Der Preis wurde heute anlässlich der Eröffnung
der Konferenz Media In Danger - Press Under Siege (Medien
in Gefahr - die Presse unter Belagerung) im → Libanon
verliehen.
Thomas Friedman von der New York Times habe über
eine Videoschaltung seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, der
Tueni award würde der Pulitzer Preis der arabischen Welt
werden. Al-Saqqafs Zeitung gelte als freimütig, weil
sie es wage, die Regierung zu kritisieren, während sie
eigene Lösungen anbiete. Zudem nehme sie sich kontroverser
Themen - wie Menschenrechte und Frauenrechte - an. ·
(Guardian, UK,
ÜE:
J.K.)
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| 7.
Mai |
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"Zwei
Kinder sterben und zehn werden bei einer Bombenexplosion verletzt",
heißt es in der Lokalrubrik - kurz gefasst - der englischsprachigen,
wöchentlich zweimal erscheinenden Zeitung Yemen Times.
In einer Gasse hinter dem Al-THawra Hospital in Taiz seien am
5. Mai vier (sic!, J.K.) Kinder getötet und zehn Kinder
verletzt worden, nachdem sie mit einer Handgranate herumgespielt
hätten. Beim Sammeln von Plastiktüten und Flaschen,
um sie Recycling-Fabriken anzubieten, hätten sie eine Handgranate
gefunden und sie gegen den Boden geworfen, um zu sehen, was
innen drin sei. ·
(Yemen Times,
ÜE:
J.K.) |
07.
Oktober |
2011 |
Aus
Oslo wird die Vergabe des Friedensnobelpreises 2011 an drei
Vorkämpferinnen für Frauenrechte vermeldet. Dabei
handelt es sich um die 32-jährige Vorsitzende des Vereins
"Journalistinnen ohne Ketten", die Jeminitin Tawakkul
Karman sowie Ellen Johnson-Sirleaf, die gewählte Präsidentin
von → Liberia
und ihre Landsfrau Leymah Gbowee. |
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Anmerkungen:
Quellen
allgemein, siehe → Chronik-Startseite
*
inkl. arabischer Raum
** Einen Tag später, am 24.04.06,
spricht die Yemen Times von insgesamt "nur"
drei Toten.
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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