| |
| |
| |
|
AFRIKA-CHRONIK |
| |
|
LANDESCHRONIKEN |
| |
|
BURKINA FASO |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
|
|
.
|
|
CHRONIK
|
| |
| |
Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
|
|
von
innen und außen
|
| |
|
BURKINA
FASO
|
|
|
| |
|
|
|
···············································································
|
|
21.
Juni
|
1922
|
In dem Dorf Toma, Obervolta [heute: Burkina Faso], wird der künftige
Historiker und Politiker →
Joseph
Ki-Zerbo
als Sohn eines christlichen Vaters geboren. |
|
31.
Dezember
|
1943
|
Vier Jahre vor Wiederherstellung der Kolonie Obervolta [heute:
Burkina Faso] wird der künftige Dichter und Schriftsteller
frz. Sprache Frédéric Pacéré Titinga
in dem betreffenden Gebiet, das zwischenzeitlich von der frz.
Kolonialmacht unter den Nachbarkolonien aufgeteilt worden war,
geboren. |
|
25.
Februar
|
1952
|
In Baguinda (Bamako, →
Mali)
wird die spätere Dichterin, Kinderbuchautorin und Politikerin
Bernadette Sanou Dao geboren. Im Alter von elf Jahren wird die
Familie mit der Tochter in ihr Herkunftsland Burkina Faso zurückkehren. |
|
.
|
1955
|
In Ouagadougou wird der künftige Dichter und Schriftsteller
Jacques Prosper Bazié geboren. |
|
.
|
1968
|
Als Tochter eines Burkinabé und einer Französin wird die
künftige Schriftstellerin Sarah Bouyain geboren. |
|
16.
Mai
|
1969
|
In Kokologho verstirbt knapp 60-jährig der um 1909 in Bwan
geborene Schriftsteller und Politiker Nazi Boni.
Ab 1931 arbeitete Boni als Lehrer. Zehn Jahre später wurde
er Direktor der Grundschule in Treichville, doch bald als kritischer
Geist von der Kolonialmacht zum ersten Mal, und von da an immer
wieder, versetzt. Aktive politische Arbeit in der länderübergreifenden,
panafrikanisch ausgerichteten Bewegung Rassemblement démocratique
africain (RDA). Als Deputierter für Obervolta wurde Boni 1948
ins französische Parlament in Paris gewählt und 1957 erhielt er
den Vorsitz des neugeschaffenen Parlaments von Obervolta, musste
diesen allerdings wegen politischer Meinungsverschiedenheiten
mit dem damaligen Premierminister Daniel Ouezzin Coulibaly wieder
abgeben. 1964 schrieb er mit Crépuscule des temps anciens
(Abenddämmerung der Alten Zeiten, Roman 1964) den ersten
Roman seines Landes. Weitere Werke:
Chronique du Bwamu (1962)
Fondements traditionnels et modernes des pouvoirs en Afrique (Grundlagen
traditioneller und moderner Mächte in Afrika, 1969) Histoire
synthétique de l'Afrique résistante (1971). |
|
.
|
|
Für sein Werk Poèmes pour l'Angola et La Poésie des griots
(Gedichte für Angola und Die Poesie der Griots) wird der
burkinische Dichter Frédéric Pacéré
Titinga mit dem Grand Prix littéraire de l'Afrique noire
ausgezeichnet. |
|
.
|
|
Thomas Sankara, der 1983 mit einem Putsch die Macht übernahm,
benennt Obervolta in Burkina Faso - Land der Aufrichtigen - um.
|
|
.
|
|
In Ouagadougou begründet der aus dem Tschad eingewanderte
Schriftsteller frz. Sprache Koulsy Lamko die Agentur Kaléido
Culture "zur Belebung kultureller Projekte". |
|
7.
Juni
|
|
Die burkinische Autorin und gelernte Juristin Monique Ilboudo
nimmt als eine von "fünfzehn Poeten" in →
Hannover im Rahmen der
EXPO 2000 an dem Projekt Blumen für Schwitters. Nachdichtungen
von Anna Blume von und mit fünfzehn Poeten aus aller Welt
teil. |
|
25.
Februar
|
|
50. Geburtstag der als angesehenste Dichterin Burkinas geltenden
Bernadette Sanou Dao. Sie arbeitet gegenwärtig am l'Institut
pédagogique du Burkina und lebt in Ouagadougou, der Hauptstadt
des Landes. |
|
.
|
|
Die französischsprachige, 1967 in →
Côte d'Ivoire geborene, burkinische
Autorin Angèle Bassolé-Ouédraogo wird für
ihren Gedichtband Avec tes mots (Mit deinen Worten) mit
dem von der Regierung von Ontario gestifteten und mit (kanad.)
$ 10.000 dotierten Trillium Book Award ausgezeichnet.
Nach Burkina Blues ist dies bereits die zweite Veröffentlichung
der seit 1992 in Kanada lebenden Autorin, die in einem fiktiven
Dialog selbst die Situation eines Interviews durchspielt, in dem
es um die Frage ihrer Herkunft geht. Sie stamme aus Burkina Faso,
habe zwar ihre Kindheit und Jugend in Côte d'Ivoire verbracht,
aber ihre Eltern seien Burkinabé, Immigranten aus dem Nachbarland,
im Übrigen sei sie Afrikanerin, die in ihrem Geburtsland
wie in Burkina nur "die Kanadierin" genannt werde. "Und
ja, ich fühle mich überall zu Hause in Afrika. Aber
auch anderswo! Ich arbeite daran, mich überall da zu Hause
zu fühlen, wo ich gerade bin. Deshalb beantworte ich von
nun an die bekannte Frage nach der Herkunft mit: 'Ich habe kein
Heimatland, die Welt ist mein Land'. Und ich träume davon mit
Susan Sontag sagen zu können (deren Zitat mir ein Freund aus Deutschland
schickte): 'Verwurzelt zu werden interessiert mich nicht. Ich
bin das, was ich bin: offen für die Welt'. (Vgl. Sans pays ! langue,
exil et self-identité diasporique, Angèle Bassolé
Ouédraogo, http://motspluriels.arts.uwa.edu.au/) |
zeit
|
los
|
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
|
Februar
|
2003
|
20. Geburtstag der Schriftstellerin Suzy Henrique Nikiéma. Bereits
im Alter von dreizehn Jahren fing sie an zu schreiben und im Jahre
2001 veröffentlichte sie bei einem Pariser Verlag ihren ersten
Roman: L'homme à la bagnole rouge (Der Mann in dem roten
Auto). Sie lebt derzeit mit ihrer Familie in ihrer Geburtstadt
Ouagadougou, wo sie Jura studiert. |
|
31.
Mai
|
|
Unter dem Titel
"Das
Behindertenrecht fördern"
bringt die französischsprachige burkinische Wochenzeitung L'opinion
in ihrer Rubrik Echos des provinces einen Bericht
zur Situation körperbehinderter Menschen.
Am 13. Mai habe die in (Burkina Fasos Hauptstadt) Ouagadougou
ansässige Kommunale Koordinierung für die Förderung der Rechte
behinderter Personen eine "Sensibilisierungssitzung" zu
deren Rechten organisiert. Ziel sei es gewesen, über die Rechte
behinderter Personen zu informieren. "In der Tat sind diese
Opfer von Verachtungseinstellungen seitens einiger Bevölkerungsteile."
Das Konzept beinhaltete verschiedene Informationsmodule hinsichtlich
"der Wahrnehmung von Behinderung, der Einschränkungen und der
Rechte behinderter Menschen". Nach Aussagen der Dozenten seien
die Behinderten in der Provinz Opfer von "Misshandlung, von
Isolierung, von Nachlässigkeit und von Ausschluss aus dem Bildungssystem
sowie der Produktion".
Die Behinderten selbst hätten darauf bestanden "ihre Unzufriedenheit
angesichts bestimmter Spenden einiger Personen" auszudrücken.
Als Opfer "profitierten" sie, formulierten sie ironisch,
von minderwertigem Getreide, von Fischköpfen, von unbrauchbaren
Stoffen und ungenießbaren Produkten. Irénée Norgho, Präsident
der Kommunalen Koordinierung habe unterstrichen, dass
die behinderten Personen dieselben Rechte haben wie alle anderen
Bürger. Die Behinderten von Manga haben die Behörden auf die
Notwendigkeit der Ausstellung einer Invaliditätskarte hingewiesen.
Was die Koordinierungsstelle von Ouagadougou angehe, so habe
diese den Betroffenen in Manga ihre Unterstützung für ihre Aktionen
zugesagt.
· (L'opinion,
Burkina,
ÜF:
J.K.)
|
|
|
2006
|
Im
Alter von 84 Jahren stirbt in Ouagadougou der burkinische Historiker
und Politiker Joseph Ki-Zerbo. Vor allem als Wissenschaftler machte
Ki-Zerbo sich einen Namen. Sein 1972 veröffentlichtes Buch L'Histoire
de l'Afrique (Die Geschichte Schwarzafrikas), das er fortwährend
aktualisierte, gilt noch heute als Standardwerk.
Sein Abitur absolvierte Joseph Ki-Zerbo in Bamako, →
Mali.
Anschließend studierte er Geschichte und Politik in Paris. In
Orléans und Paris war er danach als der erste schwarzafrikanische
Professor Frankreichs tätig. Im Jahre 1957 kehrte er nach Afrika
zurück, zunächst nach Dakar, → Senegal **.
Hier wandte er sich der Politik zu und war Mitbegründer der antikolonialen
Bewegung Mouvement de libération nationale.
Von 1972 bis 1978 war er Professor für afrikanische Geschichte
an der Université d'Ouagadougou. 1983 musste er unter dem
Druck der Militärregierung ins Exil gehen und wurde 1985 in Abwesenheit
von einem revolutionären Volkstribunal - gemeinsam mit seiner
Frau Jacqueline Ki-Zerbo - wegen "Steuerhinterziehung" zu einer
zweijährigen Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Erst
1992 konnte er wieder in seine Heimat zurückkehren. 1993 begründete
er die sozialdemokratische Parti pour la démocratie et le progrès
(PDP), für die er bis zum August 2006 Abgeordneter im burkinischen
Parlament war und deren Vorsitz er bis 2005 innehatte.
1997 erhielt er für seine lebenslange Arbeit als Historiker und
Analytiker afrikanischer Probleme den sog. Alternativen Nobelpreis
(Right Livelihood Award, RLA).
Weitere Werke des Historikers sind:
Le Monde africain noir (1964, Die schwarzafrikanische Welt)
Histoire générale de l’Afrique, ouvrage collectif (1991, Allgemeine
Geschichte Afrikas)
Afrique Noire, gemeinsam mit Didier Ruef (2005, Schwarzafrika)
|
|
9.
April
|
|
"Die
Kartoffel, gefeiert in Titao",
Die französischsprachige burkinische Wochenzeitung Bendré
berichtet vom "Fest der Kartoffel", das - zum sechsten Mal aufeinanderfolgend
- am 31. März in Titao gefeiert wurde. Rund ums Thema "Kartoffelproduktion
und Bekämpfung der Armut" trafen sich mehr als 200 Teilnehmer
für mehrere Tage.
→
mehr dazu
· (Bendré,
Burkina,
ÜF:
J.K.)
|
|
.
|
.
|
|
|
...
|
.
|
Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Auf www.rightlivelihood.org, der
Internetseite des sog. Alternativen Nobelpreises, wird als erster
afrikanischer Aufenthaltsort Conakry,
→
Guinea,
genannt. Diese Angabe konnte bisher nicht verifiziert werden.
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus ©
|
|
...
|
.
|
Quellen
|
|
...
|
.
|
Sach-
und Personenregister |
|
···············································································
|
|
|
|