DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik zur Sozial- und Literaturgeschichte:
Kamerun

Stand: 28.05.18


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16. Juli
1929
In Douala wird der zukünftig vielfach begabte Künstler Francis Bebey geboren.
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14. September
1929
In Ebolowa, in der Südprovinz Kameruns wird der spätere Politiker, Diplomat und Schriftsteller frz. Sprache  Ferdinand Léopold Oyono geboren.
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30. Juni
1932
In Akométam bei Mbalmayo, Kamerun, wird Alexandre Biyidi Awala geboren.
Er wird später den Namen seiner Ethnie Beti annehmen und als französischsprachiger Schriftsteller
Mongo Beti Berühmtheit erlangen.
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1. November
1946
In Douala wird der zukünftige Historiker, Germanist, Wissenschaftsautor und Schriftsteller → Alexandre Kum'a Ndumbe III. in eine Königsfamilie hineingeboren.
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20. Juli
1947
Bole Butake, künftiger kamerun. Dramatiker engl. Sprache, wird geboren.
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1. Mai
1950
Im kamerunischen Bondé wird das Multitalent Werewere Liking geboren.
Die künftige Schriftstellerin, Dramatikerin, Malerin und Filmemacherin wird in traditioneller Umgebung von ihren Großeltern großgezogen.
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Juli
1957
Der zukünftige Theoretiker des Postkolonialismus Achille Mbembe wird in Malandè bei Otélé, zentrales Kamerun, geboren; seine Familie gehört dem Volk der Bassa an.
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23. Januar
1960
Im kamerunischen Bondé wird das Multitalent Werewere Liking geboren. Die künftige Schriftstellerin, Dramatikerin, Malerin und Filmemacherin wird in traditioneller Umgebung von ihren Großeltern großgezogen.
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26. Oktober
1961
Als sechstes von zehn Kindern wird die spätere Schriftstellerin Calixthe Beyala in Douala geboren.
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3. Oktober
Appell an Präsident Biya, Exilanten zurückzuholen
Woungly-Massaga, der alte Guerillaführer, schreibt einen unterwürfigen Brief an Präsident Biya und kündigt die Gründung einer "Partei der Volkssolidarität" sowie das Ende seines Exils an: "In der gegenwärtigen Situation", zitiert die tageszeitung, "wäre meine Rückkehr äußerst dienlich, um eine wahre Psychotherapie der Ausmerzung postkolonialer Traumata durchzuführen. Es ist unfaßbar, daß nationale Persönlichkeiten wie
Mongo Beti oder Ndeh Ntumazah weiter im Exil leben, während seit acht Jahren ein Intellektueller Ihrer Statur das Land (Kamerun) regiert." · (Vgl. taz v. 04.02.1991)
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  Nach über 40 Jahren im Exil kehrt Mongo Beti in seine Heimat zurück.
Er gründet in Yaoundé den Buchladen Librairie des Peuples Noirs.
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  Alexandre Kum'a Ndumbe III. wird König
In Douala wird der in Deutschland lebende Germanist, Politologe, Wissenschaftsautor und Schriftsteller
→ Alexandre Kum'a Ndumbe III. vom Ältestenrat seiner Familie auf den Thron des Königshauses Bele Bele berufen.
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23. April
Engelbert Mveng wird ermordet.
Am Morgen dieses Tages, einem Sonntag, wird in dem Dorf Nkolfané, am westlichen Stadtrand der kamerunischen Hauptstadt Jaunde der 1930 geborene Jesuitenpater, Historiker und Dichter frz. Sprache Engelbert Mveng ermordet aufgefunden.
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7. Juni
Die in Edéa geborene kamerunische Autorin Marie Claire Dati nimmt als eine von "fünfzehn Poeten" in Hannover im Rahmen der EXPO 2000 an dem Projekt Blumen für Schwitters. Nachdichtungen von Anna Blume von und mit fünfzehn Poeten aus aller Welt teil.
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9. November
2000
"Kamerun findet seine Verschwundenen"
In einem Artikel von Dominic Johnson berichtet die tageszeitung aus Kamerun, wo nahe Duala ein Massengrab mit 36 Leichen entdeckt wurde. mehr dazu
· (taz)
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zeit

los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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28. Mai
2001
cover: PHILOMBE: DER WEISSE ZAUBERER VON ZINGALI
DAS REGENKIND
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Das Multitalent Francis Bebey stirbt infolge einer Herzattacke in seiner Geburtsstadt Douala.
Zu den bedeutendsten Werken des Prosaautors, der sich auch als Dichter und Musiker über die Grenzen seiner Heimat hinaus einen Naman machte, zählen der mit dem Grand Prix de la Littérature Africaine ausgezeichnete Roman Le Fils d'Agatha Moudio (dt: Der Sohn der Agatha Moudi) sowie der Roman L'enfant-pluie (dt: Das Regenkind), für den er den Prix Saint-Exupéry erhielt.
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8. Oktober

Der arme
Christ von Bomba

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2001
In der Hafenstadt Douala stirbt im Alter von 69 Jahren Mongo Beti,
einer der größten Schriftsteller des Landes. Beti war 1951 zum Studium nach Frankreich gegangen und blieb über 40 Jahre, bis er 1991 in seine Heimat zurückkehrte.
Foto - Mongo Beti
Mongo Beti
Mit seinem zweiten Roman Le pauvre Christ de Bomba (dt: Der arme Christ von Bomba. Wuppertal 1982), einer beißenden Satire auf die Welt der Missionare und des Kolonialismus, erregte der Autor Aufsehen. Das 1972 erschienene Werk Main basse sur le Cameroun, autopsie d'une décolonisation (Beschlagnahme des Kamerun, Autopsie einer Dekolonisation) wird in Frankreich zunächst verboten, und erst nach jahrelangem Kampf gelingt Beti zusammen mit seinem Verleger 1977 die Aufhebung des Verbots.
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25. Oktober
2001
In Yaoundé, der Hauptstadt seines Heimatlandes, stirbt 71-jährig der Schriftsteller René Philombé.
Mit ihm verliert das Land in diesem Jahr den dritten ihrer großen Literaturrepräsentanten, da neben
Mongo Beti auch Francis Bebey vor wenigen Monaten gestorben ist ( siehe oben).
Der unter dem Namen Philippe Louis Ombédé 1930 in Ngaoundéré, im Norden des Landes, geborene Autor und Übersetzer trat nach der Schulbildung zunächst in den Polizeidienst ein, musste diesen jedoch quittieren, nachdem er an Kinderlähmung erkrankte. Fortan wandte er sich der kamerunischen Literatur zu; Forschungen, die Jahre später (1977) in einem in Yaoundé publizierten monumentalem Werk ihren Ausdruck fanden: Le livre camerounais et ses auteurs: une contribution à l'histoire littéraire du Cameroun (Das kamerunische Buch und seine Autoren: ein Beitrag zur literarischen Geschichte Kameruns).
Philombé engagierte sich zudem zeit seines Lebens auch politisch, war Mitglied der nationalistischen und marxistischen Partei UPC (l'Union des Populations du Cameroun) sowie Mitbegründer der l'Association des Poètes et Écrivains Camerounais (APEC; Vereinigung der Dichter und Schriftsteller Kameruns). Für seine erste literarische Veröffentlichung, den Gedichtband Araignée disgraciée (In Ungnade gefallene Spinne), wurde er ausgezeichnet. Hinzu kam eine Auszeichnung, die er (gemeinsam mit Mongo Beti) für sein Gesamtwerk erhielt, den
von der African Literature Association 1992 erstmalig vergebenen FONLON / NICHOLS-Preis für besondere Leistungen hinsichtlich Afrikanischer Literatur und Freier Meinungsäußerung.

cover: PHILOMBE: DER WEISSE ZAUBERER VON ZINGALI
DER WEISSE ZABERER VON ZANGALI
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WERKE (Auswahl):
– Lettres de ma cambuse (Briefe aus meiner Kombüse). Yaoundé 1964
– Le hibou (Die Eule). 1965
– Sola ma chérie (Sola, mein Schatz). Yaoundé 1966
– La Voix des poètes camerounais (als Herausgeber: Die Stimme der kamerunischen Dichter), Anthologie. Yaoundé 1966
– Un sorcier blanc à Zangali (dt: Der weiße Zauberer von Zangali; Übersetzung: Hermine Reichert. (Ost-)Berlin Weimar 1983). Yaoundé 1969
– Histoires queue-de-chat: quelques scènes de la vie camerounaise (Katzenschwanzgeschichten: Einige Szenen aus dem kamerunischen Leben), Yaoundé 1971
– Les blanc partis, les nègres dansent (Die weißen Parteien, die Neger tanzen). Yaoundé 1973
– Petites gouttes de chant pour créer l'homme (Kleine Tropfen des Liedes, um den Mann zu erschaffen), Gedichte. Yaoundé 1977
– Les trouble-fêtes d'Africapolis (Die Spaßverderber von Africapolis), Tragödie. Yaoundé 1978
– Choc anti-choc: roman en poèmes : écrits de prison 1961 (Schock Gegenschock - Roman in Gedichten. Geschrieben im Gefängnis 1961), Yaoundé 1978.
Espaces essentiels (Essentielle Räume). Paris 1982
– Nnan Ndenn Bobo: conte politico-philosophique : suivi de Lamentations d'un joueur de mvet (Nnan Ndenn Bobo – Politisch-philosophische Erzählung : Lamentationen eines Harfespielers), Poem. Yaoundé 1994
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3. November
2001
Zum Tod von Mongo Beti
Zum knapp vor einem Monat verstorbenen kamerunischen Schriftstellers Beti schreibt die tageszeitung: "Als Todesursache werden Hepatitis und Nierenversagen angegeben." Manche Kameruner seien jedoch überzeugt davon, heißt es weiter, dass  
Mongo Beti im staatlichen Krankenhaus von Duala keines natürlichen Todes gestorben sei. (taz)
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  Alexandre Kum'a Ndumbe III. kehrt in seine Heimat zurück.
Der seit Jahrzehnten in Deutschland lebende Germanist, Politologe, Wissenschaftsautor, Schriftsteller und Thronerbe des Königshauses Bele Bele von Douala
→ Alexandre Kum'a Ndumbe III. kehrt dauerhaft in seine Heimat, nach Douala zurück..
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1. Februar

Besuch
in Kala

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"Armer  Mongo Beti",
titelt Kalungi Kabuye in der ugandischen Tageszeitung THE NEW VISION:
Während seiner langen Karriere als Schriftsteller habe sein Geburtsland sehr angestrengt versucht ihn zu vergessen. "Die meisten Ugander vergaßen alles über ihn, als sie die Schule verließen und Bücher wie Mission To Kala (dt: Besuch in Kala ... Wuppertal 2003) und The Poor Christ of Bomba nicht mehr lesen mussten. Als er nun am 7. Oktober 2001 starb, unternahmen die Offiziellen in Kamerun noch größere Anstrengungen ihn vergessen zu machen. Bis zum heutigen Tag wissen wenige Ugander, dass dieser Mann starb. Dabei hatte er großen Einfluss auf die afrikanische Literatur in jenen Tagen, als wir versuchten unsere Identität als eine andere, als die uns von den Europäern eingeimpfte zu finden..." New Vision, ÜEK: J.K.)
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14.-29. Mai
Der 1970 in Yaoundé geborene Literaturwissenschaftler und Autor des Romans Hundezeiten Alain Patrice Nganang hält sich als Gastwissenschaftler am Zentrum für Literaturforschung (ZfL) in Berlin auf.
 
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9. Oktober
2003
chrAbs Unter dem Titel "Remember Mongo Beti" gedenkt die Tageszeitung Cameroon tribune des Schriftstellers:
"Am 7. Okt. 2001 starb Alexandre Biyidi Awala, alias Mongo Béti, in Douala im Alter von 69 Jahren. Der Schriftsteller war für seine fruchtbare Schaffenskraft anerkannt, aber auch bekannt als lebhaft ungestümer Charakter."
·   (Cameroon tribune, ÜFK: J.K.)
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30. November
"Selbstmord in Minrex",
titelt Souley Onohiolo für die französischsprachige Tageszeitung Le Messager aus Kamerun.
"Der Adjudant Emmanuel Atéba, im Dienst einer Musikkompanie der Armee, jagt sich in Jaunde eine Kugel in den Kopf."
   mehr dazu · (Messager, Kamerun, ÜF: J.K.)
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11. Mai
"Oku / Mbessa-Zusammenstöße:
80 Häuser brannten",
überschreibt Choves Loh seinen Bericht auf der Titelseite der französisch- und englischsprachigen Tageszeitung Cameroon tribune, in dem es um "die zweite Konfrontation in drei Monaten" zwischen dem Oku- und dem Mbessa-Volk in der Nordwest-Provinz gehe und die Tote und Verletzte gefordert habe. mehr dazu · (Cameroon tribune, ÜEK: J.K.)
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10. Juni
Im Alter von 80 Jahren stirbt der Politiker und Schriftsteller Ferdinand Léopold Oyono.
Bis vor drei Jahren hatte Oyona das Amt des Kulturministers inne. Der Vater von drei Kindern kann auf eine erfolgreiche politische Karriere zurückblicken. In den letzten Jahrzehnten bekleidete er das Amt des Botschafters in europäischen und arabischen Ländern, bevor er zum Minister ernannt wurde.
In den Jahren 1956 bis 1960 schrieb der Autor Ferdinand Oyono drei Romane, die noch heute innerhalb der afrikanischen antikolonialen Literatur herausragen: Une Vie de Boy (1956, dt: Flüchtige Spur Tundi Ondua. Düsseldorf 1958); Le Vieux nègre et la Médaille (1956, dt: Der alte Neger und die Medaille. Düsseldorf 1957 und Der alte Mann und die Medaille. Ost-Berlin 1972 u.); Le Chemin d'Europe (1960).
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6. Juli
chrAbs Bei der Edition Assemblage in Münster erscheint im französischen Original vom kamerunischen Schriftsteller Patrice Nganang die Artikelsammlung Contre Biya: Procès d'un Tyran.
- Erklärte Intention des Autors Patrice Nganang ist es, mit diesen Artikeln den Boden zu bereiten für die Abschaffung des Artikels 53 in der kamerunischen Verfassung, die dem Präsidenten Immunität gewährt, um diesen vor ein Bürgertribunal stellen zu können. Der kamerunische Präsident Paul Biya ist seit 1982 im Amt.
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31. Oktober
chrAbs Victorine Biy titelt für die englisch- und französischsprachige Zeitung Cameroon tribune:
"Bole Butake gewinnt Preis
für sein Gesamtwerk
"
Er werde, konkretisiert die Autorin, im kommenden Dezember die Ehrenurkunde und das Preisgeld als Gewinner des Eko-Ehrenpreises für Literatur überreicht bekommen. → mehr dazu · (Cameroon tribune, ÜEK: J.K.)
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28. August
2012

"Kamerun: Aufgeblähte Buchvorräte, steigende Preise",
überschreibt Christopher Jator seinen Kurzbericht über steigende Schulbuchpreise zu Schulbeginn
Die Preise für Schulbücher seien laut den Ergebnissen des Berichts der General Certificate Examination (GCE) vom 2. August 2012 stark gestiegen; konstatiert Christopher Jator, zukünftige Preissteigerungen würden für September und Anfang Oktober, wenn die Schulzeit beginnt, signalisiert.  mehr dazu · (Cameroon tribune , ÜER.B/J.K.)

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30. November
chrAbs Geschwister-Scholl-Preis für Achille Mbembe
Dem Historiker und Theoretiker des Postkolonialismus Achille Mbembe wird in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität in München der 36. Geschwister-Scholl-Preis für sein Werk Kritik der schwarzen Vernunft verliehen; die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.
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27. Dezember 

2017

chrAbs Nach drei Wochen Haft in seiner kamerunischen Heimat wird Patrice Nganang wieder frei gelassen.
Wenige Stunden nachdem die Vorwürfe gegen ihn vor Gericht abgewehrt wurden und von diesem seine Freilassung angordnet wurde, kommt Nganang frei. Hintergrund war ein Artikel von Nganang in der in Paris herausgegebenen französischsprachen Zeitschrift Jeune Afrique Cameroun, in welcher er sich zum Streit zwischen dem englisch- und französischsprachigen Teil des Landes äußerte. Der seit Langem gärende Konflikt - der englische Teil wirft der Regierung vor, seine Interessen nicht ausreichend zu vertreten - droht sich zu einem Sezessionskrieg auszuweiten. Nganang verwies in dem Artikel darauf hin, dass auch die Bevölkerung im französischsprachigen Teil mit dem eisernen Führungsstil des Präsidenten unzufrieden ist.- Vgl. "Der Sprachenstreit in Kamerun eskaliert", in: NZZ online vom 13.12.2017 und "Cameroun : fin des poursuites contre Patrice Nganang, qui doit être expulsé vers les États-Unis", in Jeune Afrique Cameroun online vom 27.12.2017.

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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜER.B/J.K. --> Übersetzung us dem Englischen: Ruth Bushart; Kommentier: Janko Kozmus©
ÜFK: J.K. --> Aus dem Französischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©

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Quellen

.. . Sach- und Personenregister