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CHRONIK
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0 0 8_1 . Q u a r t a l
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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mit
aktuellen Hinweisen zum Literaturbetrieb |
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Stand:
31.08.09
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2008 |
Januar - März |
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2008 |
"Kenianische
Universitäten verschieben Beginn des Lehrbetriebs"
"Verschiedene Universitäten haben ihre Öffnung
infolge der gewalttätigen Auseinandersetzungen nach den Wahlen
verschoben", heißt es in einem Bericht von Peter
Mutai und Evelyn Ogutu für die kenianische Tageszeitung The
Standard. Unter
den Universitäten, die die Studenten am Donnerstag benachrichtigten,
die Uni nicht zu dem geplanten Zeitpunkt aufzusuchen, befinden
sich: Kenyatta University, United States International University
(USIU), University of Nairobi, Maseno, Egerton und Moi Universities.
An
der Kenyatta Universität hieß es vonseiten des akademischen
Registrierbeamten, die Öffnung sei verschoben bis weitere Nachricht
ergehe.
Ähnlich
Äußerungen werden von den meisten Einzeluniversitäten
zitiert.
Am
Beispiel der Egerton University wird nochmals auf den gewalttätigen
Hintergrund der verschobenen Öffnung eingegangen. Das Management
dieser Uni habe geäußert, die Wege zur Universität
seien aufgrund der Verhältnisse unsicher. Transportdienste
in Teilen des Landes seien erlahmt, das Reisen für Studenten
und die Belegschaft sei unmöglich geworden.
(...)
Der
Beginn des Lehrbetriebs für Universitäten sowie für weiterbildende
Schulen wurde in der Regel um eine Woche, vom 7. auf den 14.
Januar verschoben. ·
(The
Standard Kenya,
ÜE:
J.K.) |
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2008 |
Der → kenianische
Schriftsteller → Ngugi wa Thiong'o
wird 70 Jahre alt.
Tage später wird der in den USA lebende Autor zu den aktuellen
Auseinandersetzungen nach den - mutmaßlich gefälschten
- Präsidentschaftswahlen in Kenia Ende Dezember 2007 Stellung
beziehen. Gefragt, ob bei den Auseinandersetzungen "ethnische
Gefühle" eine Rolle spielen, wird er antworten, dass diese
"von den Millionärseliten, die um die Macht kämpfen, aufgepeitscht
wurden". Des Weiteren stellt Ngugi wa Thiong'o eindeutig
einen historischen Zusammenhang her, wenn er sagt: "Die
Gegenwart ist vom Kolonialismus und seinen Nachwirkungen immer
noch stark beeinflusst. Es war schließlich der Kolonialismus,
der den Tribalismus als ein Instrument der Teilung erfunden
hat. 'Teile und herrsche' war das Motto aller Kolonialisten,
sei es der Deutschen, der Engländer oder der Franzosen. Die
koloniale Politik der kenianischen und afrikanischen Elite verfolgt
die schlimmsten Traditionen der kolonialen Vergangenheit weiter.
Unglücklicherweise sind es die Armen, die dazu gebracht werden,
die Armen zu bekämpfen." Auf die von v. Doris Akrap in
Jungle-World gestellte Frage, welche Rolle der Tribalismus
unter den städtischen Jugendlichen in Kenia spiele, wird Ngugi
antworten: "Tribalismus spielte für den ganz normalen Kenianer
nie eine Rolle. Tribalismus ist ein Mittel der Politik und der
ökonomischen Elite der verschiedenen communities. Es ist die
Elite, die sowohl das Stammesbewusstsein als auch die Feindschaft
unter den verschiedenen ethnischen Gruppen überhaupt erst erzeugt."
(Vgl.
"Der Aufstand droht, Kenia um Jahre zurückzuwerfen",
Interview mit Ngugi wa Thiong'o v. Doris Akrap, in: Jungle-World
v. 10.01.2008).
"Nahrungs-
und Ölkrise droht infolge der gewalttätigen Proteste
nach den Wahlen",
berichtet die kenianische Tageszeitung The Standard.
Die Gewalt nach den Wahlen habe eine humanitäre Krise in
verschiedenen Städten im ganzen Lande ausgelöst.
→
mehr
dazu · (The
Standard Kenya,
ÜE:
J.K.)
"Befürchtungen
über vergiftetes Wasser zerstreut",
heißt es in einem Bericht der kenianischen Tageszeitung
The Standard. Die Nairobi Wasser- und Kanalisationscompany
(Nairobi City Water and Sewerage Company, NWC) trat mit dieser
Meldung an die Öffentlichkeit, nachdem Gerüchte über
Saboteure, die das Wasser vergiftet hätten, zu kursieren
begannen. Auch in Nakuru habe ein Bewohner verlangt, dass Wasserproben
zu entnehmen seien. Aus dem zuständigen Ministerium hieß
es, dass nach Überprüfung regelmäßig entnommener
Wasserproben eine Vergiftung auszuschließen sei. -
Vgl. The Standard Kenya v. 05.01.2008
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2008 |
"Straßenkinder
der Ausbeutung ausgesetzt",
überschreibt Ibrahim Tarawallie seinen Bericht für die
englischsprachige Concord Times aus →
Sierra
Leones
Hauptstadt. Eine
Kinderrechtsorganisation in Freetown enthüllte am Montag,
dass Hunderte von Straßenkindern in einem Land mit ansteigender
Analphabetismusrate dem Risiko ausgesetzt seien, ausgebeutet und
missbraucht zu werden. →
mehr
dazu · (Concord
Times,
ÜE:
J.K.) |
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2008 |
"Sudanesische
Stadt Aweil von hohen Preisen betroffen",
heißt es in der Online-Ausgabe der englischsprachigen
sudanesischen Tageszeitung Sudan Vision, die auch gleich
den Grund hierfür angibt: Aweils wichtigste Straße
sei noch immer wegen der jüngsten Kämpfe zwischen den
von den Sudan Armed Forces (Streitkräfte der Allianz von Sudan,
SAF) gestützten Misseriya Milizen und der SPLA (Sudanesische
Volksbefreiungsarmee) entlang der Nord-Süd-Grenze in Grinti
gesperrt. →
mehr
dazu · (Sudan
Vision,
ÜE:
J.K.)
"Verlegerin
Donata Kinzelbach mit dem Bundesverdienstorden geehrt!"
"Für ihre außerordentlichen Verdienste um die Literatur",
heißt es in der Allgemeinen Zeitung, sei die in Mainz lebende
Verlegerin Donata Kinzelbach gestern von der rheinland-pfälzischen
Kulturministerin Doris Ahnen (SPD) mit dem Bundesverdienstorden
ausgezeichnet worden. Maghrebinische Literatur werde in Deutschland
in einem Atemzug mit Donata Kinzelbach genannt, formulierte Ahnen
in ihrer Laudatio. Der
→ Donata
Kinzelbach Verlag führt in seinem Programm die bedeutendsten
SchriftstellerInnen des Maghreb, u.a. → Tahar Ben Jeloun,
Rachid Boudjedra, Driss Chraïbi, Mohammed Dib,
→
Mohammed
Khaïr-Eddine und Rachid Mimouni. - Vgl. Allgemeine
Zeitung v. 12.01.08. |
zeit
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los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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2008 |
"BIG-Koalition
zahlt Beihilfen aus",
Windhoek
Die erste Gruppe der Einwohner von Otjivero, heißt es in der englischspr.
Zeitung New Era, habe gestern mit der Umsetzung des Projekts
der BIG-Koalition (Basic Income Grant, Grundeinkommensbeihilfe)
→
N$
100 pro Person erhalten.
→
mehr
dazu · (New
Era ,
ÜE:
J.K.).
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2008 |
"Internationaler
Preis für Arabische Literatur"
Der Jury-Vorsitzende des neu geschaffenen Literaturpreises, der
irakische Autor und Journalist Samuel Shimon, gibt in London die
in die Shortlist aufgenommenen AutorInnen bekannt, zeitgleich
erfolgt die Bekanntgabe in Abu Dhabi, wo der Preis im April 2007
offiziell aus der Taufe gehoben wurde und wo am 10. März,
während der dortigen Buchmesse, der Gewinner ermittelt werden
soll.
Der Preis zur Würdigung arabischer Literatur wurde von der
Londoner Booker Prize Foundation und dem ebenfalls in London
ansässigen Weidenfeld Institute for Strategic Dialogue
begründet, eine "Denkfabrik", die überwiegend
auf europäischen Gebiet tätig ist und deren Zielrichtung
das Islam and Integration Programme einbezieht. Unterstützt
wird die Initiative von der Emirates Foundation. Der Preis
wurde für 2007/08 das erste Mal ausgeschrieben. Die Nominierten,
ausgewählt aus 130 Bewerbern, sind:
Jabbour Douaihy (→
Libanon)
mit June Rain
Elias Farkouh (→ Jordanien)
mit The Land of Purgatory
Khaled Khalifa (→ Syrien)
mit In Praise of Hate
May Menassa (→ Libanon)
mit Walking in the Dust
Mekkaoui Said (→
Ägypten)
mit Swan Song
Baha Taher (Ägypten) mit Sunset Oasis.
Die Jury setzt sich folgendermaßen zusammen:
Samual Shimon, →
Irak,
Autor und Journalist - Vorsitz
Mohammed Berrada, →
Marokko,
Schriftsteller u. Kritiker
Mohammed Bennis, Marokko, Dichter u. Kritiker
Feissal Darraj, →
Palästina,
Autor u. Kritiker
Ghalia Kabbani,
→ Syrien,
Autorin u. Journalistin
Paul Starkey, Großbritannien, Autor u. Übersetzer
(Vgl. www.arabicfiction.org) |
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2008 |
"Hundertjahrfeiern
und Zensur"
Mahmoud Wl-Wardani berichtet für die englischsprachige Al-Ahram
Weekly über die Aktivitäten der 40. Internationalen
Kairoer Buchmesse.
Vor 40 Jahren, im Januar 1968, schreibt El-Wardani, habe der damalige
Präsident des bedeutendsten Regierungsverlags die erste Buchmesse
Ägyptens oder eigentlich der gesamten Region organisiert.
Die Initiative sei von einigen als Reaktion auf die Niederlage
von 1967 gesehen worden, anstatt sich der Verzweiflungswelle hinzugeben,
die über →
Ägypten
schwappte, habe El-Qalamawi das Kulturleben des Landes wiedererwecken
wollen. →
mehr
dazu · (Al-Ahram,
ÜE:
J.K.) |
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2008 |
"Ein
Ausblick auf die häusliche Gewalt"
überschreibt
Dr. Fatima Al-Amoudi ihren Bericht für die englischspr. saudische
Tageszeitung Arab News, in dem es um häusliche Gewalt
mit traditionellem Hintergrund geht. →
mehr
dazu · (Arab
News,
ÜE:
J.K.) |
13.
März
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2008 |
"Der
ägyptische Autor Bahaa Taher wird für seinen Roman Sunset
Oasis mit dem ersten mit US $ 60.000 dotierten Internationalen
Arabischen Preis, dem sog. arabischen Booker-Preis ausgezeichnet".
Neben Taher waren in der Shortlist der ägyptische Autor Mekkaoui
Said mit Swan Song, die libanesischen Autoren Jabbour Douaihy
und May Menassa, mit June Rain und Walking in the
Dust, der jordanische Autor Elias Farkouh mit Land of
Purgatory und der Syrer Khaled Khalifa mit In Praise
of Hate.
Angesiedelt ist die Handlung des Romans Sunset Oasis
im 19. Jh., einige Jahre vor der britischen Okkupation Ägyptens
im Jahre 1882. Sie erzählt die Geschichte eines ägyptischen
Polizeioffiziers, der von seinen britischen Vorgesetzten wegen
seines Eintretens für die einheimischen Nationalisten bestraft
wird.
(vgl. Al-Ahram Weekly v. 13.-19.03.2008) |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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