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GEBURT EINES TRAUMWEBERS
Zum Inhalt

1938
Am 5. Januar in Kamirithu (Limuru), Kenia in eine traditionelle Kikuyu-Bauernfamilie hinein geboren. Er war das fünfte Kind der dritten von vier Frauen seines Vaters[1] und wurde auf den Namen James (Ngugi) getauft.

1946
Besuch der Kamandora-Missionsschule in Limuru.

1947
Wechsel zur Manguo-Maringa-Schule[2].

1952
Die in diesem Jahr ausbrechenden Mau-Mau-Aufstände gegen die britische Kolonialmacht erzwingen eine teilweise Unterbrechung der schulischen Ausbildung.

1955
Wechsel zur Alliance High-School Kikuyu.

1959-64
Studium am Makerere College in Kampala, der Hauptstadt Ugandas, das in diesem Zeitraum - am 09.10.1962 -, wie auch Kenia - am 12.12.1963 - unabhängig wurde.-

1962
Juni - Teilnahme an der von dem südafrikanischen Schriftsteller Ezekiel Mphahlele organisierten ersten African Writers Conference am Makarere College der Universität von Kampala, Uganda, bei der Wole Soyinka den Begriff der Tigritude prägen wird.
Absatz Auszeichnung für das Theaterstück The Black Hermit (Der schwarze Eremit) bei den ugandischen Unabhängigkeitsfeiern im Oktober in Kampala.

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WEEP NOT, CHILD
engl. Originalausgabe
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1964[3]
Studienabschluss in Kampala mit B.A. für Englische Literatur und Wechsel nach Leeds, Großbritannien, um mit einem Stipendium des British Council[5] zu studieren.
Bibliografische Angabe Weep not, child[4] (dt: Abschied von der Nacht, Übersetzung: Klaus Schultz, Berlin, DDR 1969 u. Wuppertal 1986), Roman, London 1964; Taschenbuchausgabe: London, Ibadan, Nairobi 1964.

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DER FLUSS DAZWISCHEN
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1965
Bibliografische Angabe The River Between (dt: Der Fluß dazwischen, Übersetzung: Karl Heinrich, Berlin, DDR 1970), Roman. London 1965; Taschenbuchausgabe: London, Ibadan, Nairobi 1965.- Vor dem Hintergrund des Mau-Mau-Aufstands werden zwei Liebende, Angehörige christlicher und traditionell afrikanischer Werte, symbolisch durch einen Fluss getrennt.
Absatz Herausgeber der Zeitschrift Zuka (Aufbruch).

1966
Ausgezeichnet mit dem Preis des East African Literature Bureau beim Negro Arts Festival in der senegalesischen Hauptstadt Dakar für den Roman Abschied von der Nacht.

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engl. Originalausgabe
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1967
Zweiter Studienabschluss mit B.A.
Bibliografische Angabe A Grain of Wheat (dt: Preis der Wahrheit, Übersetzung: Klaus Schultz, Berlin, DDR 1971 und Freiheit mit gesenktem Kopf, Übersetzung: Klaus Schultz. Olten, Freiburg/Br. 1979), Roman, London 1967; Taschenbuchausgabe: London, Ibadan, Nairobi 1968.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Staatspreis für Literatur durch Jomo Kenyatta.

1967-69
Abruch des Studiums in Leeds, Auszeichnung mit dem kenianischen Staatspreis für Literatur und als erster Afrikaner Dozentur für Englische Literatur am Nairobi University College.[5]

1969
Aus Protest gegen staatliche Eingriffe in den Lehrplan bricht Ngugi die Dozentur für Englische Literatur am Nairobi University College ab.[5]

1968
Bibliografische Angabe The Black Hermit (dt: Der schwarze Eremit, Übersetzung: Helmut Heinrich, in: Der Löwe und die Perle, Vier Dramen. Berlin, DDR 1973), Drama.

1970
Im März nimmt Ngugi wieder seinen traditionellen Namen an: Ngugi wa Thiong'o - Sohn des Thiong'o.[5]
Absatz Ab Juli einjährige Gastprofessur an der Northwestern University in Evanston, USA.
Bibliografische Angabe This Time Tomorrow, enthält drei Stücke: This Time Tomorrow (dt: Morgen um diese Zeit, Übersetzung: Hans Joachim Schädlich, in: Stücke Afrikas, Joachim Fiebach (Hg.), Berlin, DDR 1974), The Rebels (Rebellen) und The Wound in the Heart (Verwundetes Herz).

1971
Fachbereichsleitung Englische Literatur an der Universität von Nairobi.

1972
Bibliografische Angabe Homecoming: Essays on African and Caribbean Literature, Culture, and Politics (Zurück zum Ursprung, Aufsätze, Essays über afrikanische und karibische Literatur, Kultur und Politik), London, Ibadan, Nairobi 1972.

1973
Ausgezeichnet mit dem Lotus-Preis für Literatur.

1975
Bibliografische Angabe Secret Lives, and Other Stories (dt: Verborgene Schicksale, Übersetzung: Ruth Krenn. Berlin, DDR 1977; Neuübersetzung: Dagmar Heusler, Ruth Krenn. Ffm 1982, ohne die von Ngugi zurückgenommenen Erzählungen: Der Mngumobaum, Und der Regen kam, Der Dorfpriester.)

1976
James Ngugi legt seinen christlichen Vornamen ab und nennt sich fortan Ngugi wa Thiong'o, Ausdruck traditioneller Orientierung am Vatersnamen: Thiong'o wa Nducu.
Absatz Vorsitz des Cultural Committee of the Kamiriithu Community Educational and Cultural Centre, welches auch ein öffentliches Theater betrieb.
Bibliografische Angabe The Trial of Dedan Kimathi (Der Prozeß Dedan Kimathi), gemeinsam mit Micere Githae Mugo, London, Nairobi, Ibadan 1976; Taschenbuchausgabe: London, Nairobi, Ibadan, Lusaka 1977.

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PETALS OF BLOOD
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1977
Am 31. Dezember wird Ngugi wa Thiong'o wegen des subversiven Inhalts seiner Schriften[6] verhaftet und ins Hochsicherheitsgefängnis Mamiti Maximum Security Prison verbracht, "sein" Institut wird für 4 Monate geschlossen, "seine" Bibliothek von linken Schriften "gesäubert".
Bibliografische Angabe Petals of Blood[7] (dt: Land der flammenden Blüten, Übersetzung: Josef Zimmering, Berlin, DDR 1980 und Verbrannte Blüten, Übersetzung: Susanne Köhler, Wuppertal 1981), Roman. London, Nairobi, Ibadan, Lusaka 1977; Taschenbuchausgabe: London, Nairobi, Ibadan, Lusaka 1977.- Im Mittelpunkt des vielschichtigen und umfangreichen Romans steht die Aufklärung eines Dreifach-Mordes an Nutznießern der neokolonialen Ordnung.

1978
Ohne Gerichtsverfahren wird Ngugi wa Thiong'o am 12. Dezember im Zuge einer Generalamnestie zum Amtseintritt von Daniel Arap Moi freigelassen.[8]

1980
Bibliografische Angabe Ngaahika ndeenda (Ich heirate, wann ich will; engl: I Will Marry When I Want, Übersetzung: Ngugi wa Thiong'o, Ngugi wa Mirii. London, Nairobi, Ibadan 1982), Drama, gemeinsam mit Ngugi wa Mirii. London, Nairobi, Ibadan 1980; Taschenbuchausgabe: London, Nairobi, Ibadan, Lusaka 1982

Bibliografische Angabe Caitaani mutharaba-Ini (dt: Der gekreuzigte Teufel; Übersetzung: Susanne Koehler. Ffm 1988; engl: Devil on the Cross, Übersetzung: Ngugi wa Thiong'o. London, Nairobi, Ibadan 1980). London, Nairobi 1980.

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WRITERS IN POLITICS
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1981
Bibliografische Angabe Detained. A Writer's Prison Diary (dt: Kaltgestellt. Gefängnistagebuch. München 1991). London 1981.
Bibliografische Angabe Writers in Politics (Schriftsteller und Politik). Essays.
Bibliografische Angabe Education for a National Culture (Bildung für eine Nationalkultur). London.

1982
Bibliografische Angabe Maitu Njugira (Mutter, sing für mich; engl: Mother, Sing For Me), gemei
nsam mit Ngugi wa Mirii. Limuru 1982.
Absatz Auslandsreise, von der Ngugi wa Thiong'o nicht mehr in die Heimat zurückkehrt; Exil in London.

1983
Bibliografische Angabe Barrel of a Pen: Resistance to Repression in Neo-Colonial Kenya.
Absatz Ausgezeichnet mit dem Noma Children's Book Award (1983).

1984
Gastprofessur in Bayreuth.[9]

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1986
Bibliografische Angabe Decolonising the Mind: The Politics of Language in African Literature. London 1986; Portsmouth 1986.
Bibliografische Angabe Writing against Neo-Colonialism.
Bibliografische Angabe Njamba Nene na Mbaathi i Malhagu (engl: Njamba Nene and the Flying Bus), Kinderbuch.
Bibliografische Angabe Matigari (engl: Matigari, Übersetzung: Wangui wa Goro, Oxford 1989, Harare 1990; Trenton 1998; dt: Matigari. Wuppertal), Roman.- Am Ende des Unabhängigkeitskampfes muss die Hauptfigur Matigari ma Njirngi - wörtlich: der Patriot, der die Kugeln überlebte - feststellen, dass sich nicht viel verändert hat. Obwohl Matigaras weiße Gegner besiegt sind, kontrollieren ihre Söhne die Situation in einem nicht genannten afrikanischen Land, das er schließlich, auf der Suche nach Gerechtigkeit und Wahrheit, bereist. Am Ende kehrt er zu den Anfängen zurück, indem er die vorher vergrabenen Waffen wieder ausgräbt.

1988
Bibliografische Angabe Njamba Nene na Chibu King'ang'i (engl: Njamba Nene and the Cruel Chif), Kinderbuch.

1990
Bibliografische Angabe Bathitoora ya Njamba Nene (engl: Njamba Nene's Pistol), Kinderbuch.

1992
Ausgezeichnet mit dem Paul Robeson Award for Artistic Excellence, Political Conscience and Integrity.

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MOVING THE CENTRE
in deutscher Übersetzung
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1993
Professur für Vergleichende- und Sprachwissenschaften am Erich-Remarque-Lehrstuhl an der New York University.[10]
Bibliografische Angabe Moving the Centre: The Struggle for Cultural Freedom (dt: Moving the Centre: Essays über die Befreiung afrikanischer Kulturen. Münster 1995). London 1993, Nairobi 1993, Portsmouth 1993.[11]

1994
Ausgezeichnet mit dem Gwendolyn Brooks Center Contributor's Award für Significant Contribution to the Black Literary Arts.

1996
Ausgezeichnet mit dem Fonlon-Nichols Award [12]
Absatz Ausgezeichnet mit dem Distinguished Africanist Award der New York African Studies Association.

1997
Bibliografische Angabe Penpoints, Gunpoints and Dreams: The Performance on Literature and Power in Post-Colonial Africa. New York.

2000
Gründung und Herausgabe des Journals Mutiiri in der Kikuyu-Sprache.

2001
Absatz Ausgezeichnet mit dem italienischen International Ninino Prize für Moving the centre: The Struggle for Cultural Freedom.

2004
Nach 22 Jahren im Exil kehrt Ngugi wa Thiong'o Anfang August nach
Kenia zurück; der Aufenthalt ist als Teil einer Monate langen Ostafrikareise geplant.
Absatz Tage später werden Ngugi und seine Frau in ihrer Wohnung in Nairobi überfallen und müssen in ein Hospital eingeliefert werden.[13] Vorzeitige Rückkehr in die USA.

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WIZARD OF THE CROW
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2006
Bibliografische Angabe Mûrogi was Kagogo; engl. Übersetzung aus dem Kikuyu vom Autor selbst: Wizard of the Crow. New York 2006 (dt: Herr der Krähen; Übersetzung: Thomas Brückner. München 2011[14]), Roman.- Die Handlung des Romans ist in die fiktive "Freie Republik von Aburiria" verlegt, die unschwer als das gesamte Afrika erkennbar ist. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven in der oralen Tradition von Ngugis Heimat. - Ein satirischer Roman mit Biss. Absatz zur Rezension
Absatz Am 15. Dezember werden drei der Täter, die Ngugi wa Thiong'o und seine Frau im August 2004 überfallen haben, zum Tode durch Hängen verurteilt (siehe Meldung unten).

2007
Der Roman Wizard of the Crow wird für den Commonwealth Writers' Prize nominiert (Shortlist).
Absatz Am 23. Oktober gibt das kenianische Bildungsministerium ein Lektüreliste für die Sekundarstufe heraus; darauf berfindet sich u.a. mit dem Roman The River Between ein Buch von Ngugi wa Thiong'o.[15] Damit findet der Jahrzehnte währende faktische Bann seiner Bücher und Theaterstücke in seiner Heimat ein Ende.

2008
Ende Dezember 2007 finden in Kenia Präsidentschaftswahlen statt. Als größter Herausforderer des amtierenden Präsidenten Mwai Kibaki vom Kikuyu-Volk gilt Raila Odinga vom Volk der Luo. Als Tage später Mwai Kibaki zum Sieger erklärt und unverzüglich vereidigt wird, sprechen Oppositionelle in Kenia wie auch internationale Wahlbeobachter von Wahlfälschungen. In der Folge kommt es zu massiven Ausschreitungen zunächst in Nairobi, später im ganzen Lande mit Hunderten von Toten und Tausenden von Vertriebenen. In einem (Mail-)Interview äußert Ngugi, dass bei den Auseinandersetzungen "ethnische Gefühle" eine Rolle spielen, die von den Millionärseliten, die um die Macht kämpfen, aufgepeitscht wurden".[16]
Absatz Ausgezeichnet mit dem Grinzane-Cavour-Literaturpreis im Bereich Literarisches Erbe.[17]
Absatz Wizard of the Crow wird mit dem finnischen Tähtifantasia Award für den besten ausländischen Roman im Bereich Fantasy des Jahres 2007 ausgezeichnet.

2009
Nominiert für den alle zwei Jahre verliehenen und mit 60.000 britischen Pfund dotierten Man Booker International Prize für das Gesamtwerk.[18]
Bibliografische Angabe Something Torn and New : An African Renaissance, Essays, die auf seinen 2006 McMillan-Stewart Lektionen in Harvard basieren. London 2009.

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2010
Bibliografische Angabe Dreams in a Time of War[19] (dt: Träume in Zeiten des Krieges. Eine Kindheit; Übersetzung: Thomas Brückner. München 2010) Autobiografie. Nairobi und New York 2010.

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IM HAUS DES HÜTERS
Zum Inhalt

2012
Bibliografische Angabe In the House of the Interpreter[[20] (dt: Im Haus des Hüters. Jugendjahre; Übersetzung: Thomas Brückner. München 2013) Autobiografie. London und New York 2012.- Die Erinnerungen beginnen mit der Beschreibung eines einschneidenden Ereignisses. Als er sechzehn Jahre alt ist - der Mau-Mau-Widerstand befindet sich auf dem Höhepunkt - wird Ngugi wa Thiong'o in die heile Welt des Internats der Alliance High School in Kikuyu entlassen. Alle Unbll wird von den Schülern ferngehalten. Doch als Ngugi nach dem ersten Trimester sein Heimatdorf besuchen möchte, ist dieses zerstört, seine Familie zwangsumgesiedelt. Später wird sein älterer Bruder als Sympathisant des Widerstandes verhaftet und schließlich auch er selbst.-.
Absatz Anlässlich der Präsentation der deutschen Übersetzung des Romans Wizard of the Crow (Herr der Krähen) reist Ngugi wa Thiong'o gemeinsam mit seinem 17-jährigen Sohn Thiongo Kimathi nach Berlin.[21]

2014
Anfang Mai verleiht die Universität Bayreuth Ngugi wa Thiong'o die Ehrendoktorwürde. In der Würdigung werden die "herausragenden Verdienste um die Profilierung der afrikanische Literaturen, insbesondere der Literaturen in afrikanischen Sprachen" hervorgehoben.
Absatz Ngugi wa Thiong'o wird in die 1780 (sic!) gegründete American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.
Absatz Ausgezeichnet mit dem NICOLAS GUILLÉN PHILOSOPHICAL LITERATURE PRIZE.[22]

2016
Bibliografische Angabe Birth of a Dream Weaver: A Memoir of a Writer's Awakening (dt: Geburt eines Traumwebers: Zeit des Aufbruchs; Übersetzung: Thomas Brückner. München 2016), Dritter Teil der Erinnerungen, in denen der Autor insbesondere von seiner Studienzeit von 1959 bis 1964 erzählt; an der damals renommiertesten Uni, der Makarere Universität in Kampala/Uganda trifft er u.a. auf Wole Soyinka und Chinua Achebe. London 2016.
Absatz Ngugi wa Thiong'o wird mit dem mit ca. 90.000 US$ dotierten südkoreanischen Pak Kyong-ni Literature Award für sein literarisches Werk ausgezeichnet.

Ngugi wa Thiong'o lebt in Kalifornien, wo er am International Center for Writing and Translation an der University of California, Irvine, Englische und Vergleichende Literaturwissenschaften lehrt und das Institut leitet.

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STIMME(N):
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"Always friendly and receptive, sometimes moved by awakend memories or stimulated at the prospect of talking about his past and present experiences [...] Ngugi spoke with enthusiasm about his coming novel, The Wizard of the Crow, written in Gikuyu and now in the process of being translated into English, and about the personal rewards coming from the results of the journal Mutiiri." Beyond Nativism: An Interview with Ngugi wa Thiong'o von Angela Lamas Rodrigues

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ANMERKUNGEN:
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1) Vgl. Dreams in a Time of War, By Ngugi wa Thiong'o, Reviewed by Margaret Busby, in: The Independent v. 26.03.2010.

2) Der Lehrplan dieser Schule versuchte britische Schul-Inhalte mit traditionell-bäuerlichen der Kikuyu-Kultur zu integrieren.-

3) Nach anderen Angaben schon 1963 und vor dem Wechsel nach Großbritannien noch kurze journalistische Tätigkeit in Nairobi (bei der Tageszeitung Daily Nation).

4) "Der erste in engl. Sprache veröffentlichte Roman eines Afrikaners."
Diese ursprüngliche Anmerkung wird nach dem Hinweis einer Besucherin folgendermaßen korrigiert:
Weep not, child ist der erste bedeutende, in engl. Sprache veröffentlichte Roman eines Ostafrikaners. - Vgl. auch den Eintrag in der Encyclopædia Britannica zu diesem Roman! (09/2008)

5) Vgl. Ideen und Introspektiven: Ngugi wa Thiong'o; in: Stoll a.a.O. S. 103

6) Den Ausschlag gab das Theaterstück Ngaahika Ndeenda (Ich heirate, wann ich möchte) von 1977.

7) Der erste Roman, in dem nicht mehr der Unabhängigkeitskampf eines Kolonialvolkes im Mittelpunkt steht, sondern die korrupte postkoloniale Gegenwart.

8) Zwar erhält Ngugi wa Thiong'o durch die Generamnestie seine Freiheit, seine Stelle an der Universität in Nairobi sollte er jedoch zeit seines Lebens nicht mehr zurückerhalten.

9) Vgl. Ideen und Introspektiven: Ngugi wa Thiong'o; in: Stoll a.a.O. S. 104

10) Beginnend im selben Zeitraum (oder ein Jahr später [ungenaue Angaben in den Quellen]) ebenfalls Dozentur an der Yale University in New Haven.

11) Der Band Moving the Centre. Essays über die Befreiung afrikanischer Kulturen enthält u.a. mit Ihr Koch, ihr Hund einen Text über Karen Blixens Buch Jenseits von Afrika. Darin beschreibt Ngugi wa Thiong'o dieses wegen seiner als Liebe getarnten Herablassung als das gefährlichste, das je über den afrikanischen Kontinent geschrieben worden sei.- Vgl. The oursider von Maya Jaggi, in: The Guardian v. 28.01.2006. Retrieved 20.05.2010
Der Autor selbst im Vorwort zur engl. Ausgabe des Buches: "Der früheste Vortrag, 'Ihr Koch, ihr Hund. Karen Blixens Afrika' wurde 1981 in Kopenhagen gehalten. Er rief in Dänemark einen Aufschrei der Empörung hervor, wo Karen Blixen alias Isak Dinesen zu dieser Zeit für eine Heilige gehalten wurde. Eine rassistische Heilige? Obwohl ich direkt aus ihren Büchern Out of Africa und Shadows on the Grass zitiert habe, wurde ich der Übertreibung bezichtigt."

12) Von der African Literature Association vergebener Preis zu Ehren von BERNARD FONLON and LEE NICHOLS für besondere Leistungen hinsichtlich Afrikanischer Literatur und Freier Meinungsäußerung.

13) Vgl. den Artikel in der Kenya Times v. 13.08.2004, Übersetzung in der Afrika-Chronik der Marabout-Seite.

14) Michael Bitala schreibt in der Süddeutschen Zeitung zum Roman Herr der Krähen: "Man mag nicht mehr aufhören zu lesen, wird neugieriger und neugieriger und beginnt zu schmunzeln, gar laut zu lachen, so umwerfend komisch sind die Figuren, die Szenen und dieser ganze Kosmos, der sich nach und nach entfaltet. Und dieses Vergnügen will gar nicht mehr aufhören, es zieht sich durch bis zum Schluss".- Vgl. Michael Bitala: Der Luftballon-Diktator, SZ v. 26.08.11

15) Vgl. "Kenya: Ngugi Book Causes Rift Between Publishers" von Joseph Ngunjiri (25 November 2007). The Daily Nation. Retrieved 14 January 2010.

16) Vgl. "Der Aufstand droht, Kenia um Jahre zurückzuwerfen", Interview mit Ngugi wa Thiong'o v. Doris Akrap, in: Jungle-World v. 10.01.2008. - Ngugi wa Thiong'o stellt eindeutig einen historischen Zusammenhang her, wenn er weiter sagt: "Die Gegenwart ist vom Kolonialismus und seinen Nachwirkungen immer noch stark beeinflusst. Es war schließlich der Kolonialismus, der den Tribalismus als ein Instrument der Teilung erfunden hat. 'Teile und herrsche' war das Motto aller Kolonialisten, sei es der Deutschen, der Engländer oder der Franzosen. Die koloniale Politik der kenianischen und afrikanischen Elite verfolgt die schlimmsten Traditionen der kolonialen Vergangenheit weiter. Unglücklicherweise sind es die Armen, die dazu gebracht werden, die Armen zu bekämpfen.". Auf die Frage, welche Rolle der Tribalismus unter den städtischen Jugendlichen in Kenia spiele, antwortet Ngugi: "Tribalismus spielte für den ganz normalen Kenianer nie eine Rolle. Tribalismus ist ein Mittel der Politik und der ökonomischen Elite der verschiedenen communities. Es ist die Elite, die sowohl das Stammesbewusstsein als auch die Feindschaft unter den verschiedenen ethnischen Gruppen überhaupt erst erzeugt."

17) Der Grinzane-Cavour-Literaturpreis für Afrika ist in drei Bereiche aufgeteilt, der Hauptpreis ging an den in England lebenden, nigerianischen Schriftsteller Ben Okri und den Jung-Schriftsteller-Preis gewann Ondjaki aus Angola. (Siehe auch den ausführlichen Bericht zur Preisverleihung in der Afrika-Tages-Chronik v.  27.10.2008)

18) Neben anderen ist auch der V. S. Naipaul, der Nobelpreisträger aus Trinidad Tobago nominiert. Vor zwei Jahren wurde Chinua Achebe mit diesem Preis ausgezeichnet.

19) Ngugi wa Thiong'o geht in seinen Kindheitserinnerungen zurück bis in die Zeit seiner Großeltern, als bei der Berliner Konferenz von 1885 die Teilung Afrikas beschlossen wurde. Er war das fünfte Kind der dritten von vier Frauen seines Vaters, die, wie er beschreibt, eine "starke Allianz geschmiedet" haben und gleichzeitig eine Individualität beibehielten, die sie "engagiert erobert" hatten. Dabei war die jüngste Frau Njeri die unerklärte Verteidigungsministerin, Ngugis Mutter Wanjiku sei für ihre legendäre Fähigkeit, sich abzuplacken, geschätzt worden, sie war die Arbeitsministerin, die scheue Gacoki, sei die Friedensministerin und Wangari, die älteste Ehefrau, sei die Kulturministerin gewesen. Sie habe Sprichwörter zitiert, um ihre Ansicht durchzusetzen und am Abend Geschichten erzählt. Ngugi hat das Buch im Übrigen zunächst in Kikuyu geschrieben, seiner Muttersprache, er sagt dazu: "In writing one should hear all the whisperings, all the shouting, all the crying, all the loving and all the hating of the many voices in the past, and those voices will never speak to a writer in a foreign language.". - Vgl. Margaret Busby a.a.O.

20) Mit dem Band Im Haus des Hüters legt Ngugi wa Thiong'o den zweiten Teil seiner Lebenstserinnerungen vor. Darin beginnt er mit der Beschreibung vom Aufeinandertreffen von Gegensätzen, wie sie schrecklicher nicht sein könnten. Als er sechzehn Jahre alt ist - der Mau-Mau-Widerstand befindet sich auf dem Höhepunkt - wird er in die heile Welt des Internats der Alliance High School in Kikuyu entlassen. Alle Unbll wird von den Schülern ferngehalten. Doch als Ngugi nach dem ersten Trimester sein Heimatdorf besuchen möchte, ist dieses zerstört, seine Familie zwangsumgesiedelt. Später wird sein älterer Bruder als Sympathisant des Widerstandes verhaftet und schließlich auch er selbst.- Margaret Busby schließt ihre anerkennende Rezension im britischen "Independent" mit den Worten ab, die Erinnerungen seien ein Dokument eines bemerkenswerten politischen Entwicklungsromans eines Schriftstellers, das umso ergreifender zu lesen sei in dem Wissen, dass diesem "die Erinnerungen des Schmerzes" noch bevorstünden. Eine Anspielung einerseits auf Ngugis spätere Inhaftierung, die er in seinem Gefängnistagebuch Detained festhalten wird und andererseits auf eine Textstelle in diesen Jugenderinnerungen: Ngugi nähert sich bei seinem ersten Besuch nach Eintritt ins Internat seinem Heim, geht einen bekannten Hang hinab und erinnert sich daran, dass sein Bruder zwei Jahre zuvor am selben Hang knapp einigen Polizeikugeln ausweichen konnte, möchte sich aber durch diese "Erinnerungen des Schmerzes" seinen ersten Besuch zu Hause nicht verderben lassen und klammert sich an die Erinnerungen an seine Kindheit in Limuru, die "mehr im Einklang mit meiner triumphalen Stimmung sind". - Vgl. Margaret Busby a.a.O. u. Originaltextauszug -->

21) Drei Jahre später berichtet Ngugi wa Thiong'o von dieser Reise nach Berlin: Während sein Sohn, mit us-amerikanischen Pass - bei der Einreise praktisch durchgewinkt worden sei, habe er Schwierigkeiten bekommen und sei ausgefragt worden. Sein Sohn habe mit amerikanischen Akzent und großer Überredungskunst interveniert. "Die Beamten schauten misstrauisch auf mich, als hätte ich den amerikanischen Jungen gekidnappt, schleuderten mir den Passport entgegen und warnten mich, auch nur eine Stunde länger zu verweilen als die drei im Visum bewilligten Tage. Ich würde als ein illegaler Einwanderer behandelt werden." (Übersetzung: J.K.).- Vgl. The Guardian (online) v. 09.09.2015.

22) Die Ehrung wird alljährlich von der Caribbean Philosophical Association für eine Lebensleistung verliehen, die karibisches Gedankengut "durch das Medium des Romans, der Dichtung, des Theaters oder des Kinos vermittelt".

Quellen:
Czernik, Godehard: Ngugi wa Thiong'o, in: KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)
Karl-Heinz Stoll: Die Interkulturalität afrikanischer Literatur. Münster - Hamburg - London 2003
Margaret Busby, Dreams in a Time of War, By Ngugi wa Thiong'o, in: The Independent, 26.03.2010
Textauszug in engl. Sprache aus In the House of the Interpreter
KBC, Todesurteil wegen Raub und Misshandlung im Fall Ngugi wa Thiong'o und Ehefrau, 2006, Afrika-Chronik
Kenya Times, Über die Attacke auf den kenianischen Schriftsteller Ngugi wa Thiong'o und seine Frau, 2004, Afrika-Chronik
Daily Nation, Über Ngugi wa Thiong'os Kamirithu-Theatergemeinschaft, Afrika-Chronik
"In the House of the Interpreter: A Memoir, By Ngugi wa Thiong'o", Rezension der Jugenderinnerung in: The Independent v. 01.12.2012
"Der Aufstand droht, Kenia um Jahre zurückzuwerfen", Interview mit Ngugi wa Thiong'o v. Doris Akrap, in: Jungle-World v. 10.01.2008
KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)
2005-2017 © by Janko Kozmus
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REZENSION(EN):
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Vom Zauber der Tradition und ihrer Überwindung (zu: Herr der Krähen)
Weitere Portraits subsaharischer Autoren (Zufallsauswahl erneuern / Vollständige Autorenliste [ohne Südafrika])

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Kenianische Themen auf der Marabout-Seite
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Daily Nation, Die Gefahr feministischer Literatur, 2011
Daily Nation, Mehr Heime am Flughafen von Nairobi abgerissen, 2011
Daily Nation, Bericht über eine Befragung zur Sicht der Kenianer auf verschiedene Länder der Welt, 2010
Sunday Nation, Bericht über das Bild der Südafrikaner über Kenia und die Kenianer, 2010
Sunday Nation, Bericht über das Bild der Süd-Sudanesen über Kenia und die Kenianer, 2010
Sunday Nation, Bericht über das Bild der Ruander über Kenia und die Kenianer, 2010
Sunday Nation, Bericht über das Bild der Nigerianer über Kenia und die Kenianer, 2010
Sunday Nation, Bericht über das Bild der Ghanaer über Kenia und die Kenianer, 2010
Sunday Nation, Bericht über das Bild der Botsuaner über Kenia und die Kenianer, 2010
The Standard, Herausgeber von The Standard verhaftet, 2008
The Standard, Ngugi Wa Mirii stirbt im simbabwischen Exil, 2008
Kenya Times, Todesopfer nach Zusammenstößen rivalisierender Gemeinden, 2007
Kenya Times, Statistische Befragung von 2.400 Frauen zum Thema Sexualität, 2007
The Standard, Über die Leiden eines kenianischen Sargmachers, 2006
The Standard, Über den niedrigen Entwicklungsstand Kenias, 2006
The Standard, Über die korrupteste Institution in Kenia, 2005, Afrika-Chronik
Kenya Times, Friedensnobelpreis 2004 für die Kenianerin Wangari Maathai, Afrika-Chronik
Kenya Times, Über Ngugis Mundarttheorie, Afrika-Chronik
Daily Nation, Über illegale Handlungen der Studenten an Kenias Hochschulen, Afrika-Chronik
Daily Nation, Über das Analphabetentum in Kenia, Afrika-Chronik
Daily Nation, Reaktion auf den Mord an Ausschussvorsitzenden, Afrika-Chronik
Daily Nation, Über die Prügelstrafe an Kenias Schulen, Afrika-Chronik
The East African, Über die Moi-Biographie v. Andrew Morton, Afrika-Chronik
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