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NAGIB
MACHFUS
(1911-2006)
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1911
Am 11. Dezember wird Nagib Machfus[1]
als jüngstes von sieben Kindern in einem Kairoer
Altstadtviertel geboren; vollständiger Familienname:
Nagib Mahfus Abdel-Asis Ahmed Ibrahim El-Basha; der Vater
von Nagib Machfus ist ein kleiner Beamter.
1910er
Kindheit in Kairoer Altstadtvierteln: Al-Gamaliya und
Al-Abbasiya.
Besuch der Grund- und Sekundarschule.
1919
Als Kind erlebt N. M. die großen Demonstrationsumzüge
gegen die von den Siegermächten des 1. Weltkriegs
festgelegte Nachkriegsordnung, eine Begebenheit, die in
sein Schreiben (Kairoer
Trilogie) mit einfließt.
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1930
Erste Veröffentlichung: Der Tod der alten Glaubensüberzeugungen,
die Geburt der neuen, Essay, in Al-Majalah Al-Jadidah
(Das Neue Magazin), Kairo |
1930-34
Studium der Philosophie an der Ägyptischen Universität
in Kairo.[1a] |
1932
22. Juli: Erste Veröffentlichung einer Kurzgeschichte:
Fatrah min Al-Shabab (A Period of One's Young Age), in Al-Siyasa,
Kairo. |
1934-38
Arbeit als Sekretär an der Universität. |
1937
Enschluss sich dem Handwerk des Schreiben zu widmen[2]. |
1938
Hams al-gunun (Einflüsterung des Wahnsinns), Erzählungen,
Kairo. |
1939
Abat al-aqdar (dt: Cheops; Übersetzung: Doris
Kilias, Zürich 2005), Roman, Kairo. - Die Geschichte von
Cheops, des Erbauers der großen Pyramide von Gizeh.[3] |
1939-50
Beamter im Ministerium für Religiöse Stiftungen. |
1941
Romanpreis der Arabischen Sprachakademie. |
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1943
Radubis (dt: Radubis; Übersetzung: Doris Kilias,
Zürich 2006), Roman, Kairo. - Der Pharao Menera verliebt
sich in die junge Radubis und macht sie zu seiner Kurtisane.
Über der Liebe zu ihr vergisst er seine Pflichten gegenüber
Ehefrau und Amt; es brodelt im Volk, die Höflinge beginnen
Intrigen zu spinnen und die Priester wehren sich gegen den Machthunger
des Pharaos.
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1944
Kifah Tiba (Ein Kampf um Theben, engl. Übersetzung v.
Humphrey Davies Thebes at War, 2004), Roman, Kairo. - Zeitpunkt
der Handlung ist die 17. Dynastie im Alten Ägypten, als dieses
von den Hyksos fremdbestimmt war. Der junge Pharao Ahmose beugt
sich der Unterdrückung genauso wenig wie sein Volk. |
1945
Al-Qahira
al-gadida (Das neue Kairo), Roman, Kairo. - Ein Student prostituiert
sich aus finanzieller Not, indem er sich dazu hergibt, im Austausch
für eine Stelle in der Verwaltung die Geliebte eines hohen
Beamten zu heiraten und ihm wöchentlich einmal die Wohnung
samt Gattin zu überlassen. |
1946
Han al-Halili (Chan al-Chalili), Roman, Kairo. |
1947
Zuqaq al-Midaqq (dt: Die Midaq-Gasse, Übersetzung:
Doris Erpenbeck, Berlin
DDR; Zürich 1985; Zürich 1991), Roman, Kairo.
Al-Muntaqim (Der Rächer),
Film, Ägypten, Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif.[4] |
1948
Hams al-gunun (Das Geflüster des Wahnsinns) Roman, Kairo.
As-Sarab
(Fata Morgana), Roman, Kairo.
Mugamarat
'Antar wa-'Abla (Die Abenteuer Antars und Ablas), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif. |
1949
Bidaqa wa-nihaqa (dt: Anfang und Ende, Übersetzung:
Doris Kilias, Zürich 2000), Roman, Kairo. |
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1951
Laka yaum ya zalim (Auch dein Tag kommt, Tyrann), Film,
Ägypten, Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif.
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1951-53
Tätigkeiten im staatlichen Kreditbüro, im Kulturministerium
und bei bei der Kunstaufsichtsbehörde.
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1953
Beginn der Tätigkeit in der Filmabteilung der Aufsichtsbehörde.
Rayya wa-Sakina (Rajja und Sakina), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif. |
1954
heiratet N. M.
Al-Wahs
(Das Untier), Film, Ägypten, Drehbuch: N.M., Regie: Salah
Abu Saif.
Ga'aaluni
mugriman (Sie haben mich zum Verbrecher gemacht), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Atif Salim.
Futuwat
al-Husainiya (Die starken Kerle von Husainija), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Niyazi Mustafa. |
1955
Darb al-mahabil (Die Gasse der Toren), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Taufiq Salih.
Sabab imra'a (Ein junger Mann und eine Frau), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif. |
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1956
Bain al-qasrain (dt: Zwischen den Palästen, Übersetzung:
Doris Kilias, Zürich 1992), Roman, Kairo;
erster Teil der Kairo-Trilogie[4a].
An-Namrud
(Nimrod), Film, Ägypten, Drehbuch: N.M., Regie: Atif Salim.
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1957
Qasr as-sauq (dt: Palast der Sehnsucht, Übersetzung:
Doris Kilias, Zürich 1993) Roman, Kairo; zweiter Teil der
Kairo-Trilogie.
As-Sukkariqa
(dt: Das Zuckergäßchen, Übersetzung: Doris
Kilias, Zürich 1994) Roman, Kairo; dritter Teil der Kairo-Trilogie.
Al-Futuwa (Der starke Kerl), Film, Ägypten, Drehbuch:
N.M., Regie: Salah Abu Saif.
Ägyptischer
Staatspreis für Literatur. |
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1958
At-Tariq al-masdud (Der blockierte Weg), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif.
Al-Hariba (Die Flüchtlinge), Film, Ägypten, Drehbuch:
N.M., Regie: Hasan Ramzi. |
1959
Aulad haratina (dt: Die Kinder unseres Viertels Übersetzung:
Doris Kilias, Zürich 1990; Zürich 1995), Roman in der
Kairoer Tageszeitung Al-Ahram[5]
u. 1967 als Buch in Beirut.
Gamila
al-Gaza'iriya (Dschamila, die Algerierin), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Youssef Chahine.
Ana
hurra (Ich bin frei), Film, Ägypten, Drehbuch: N.M.,
Regie: Salah Abu Saif.
Ihna
at-talamida (Wir, die Schüler), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Atif Salim.
Baina
s-sama' wal-ard (Zwischen Himmel und Erde), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif. |
1961
Al-Liss wal-kilab (dt: Der Dieb der Hunde, Übersetzung:
Doris Erpenbeck, Berlin DDR 1980; München 1986; Zürich
1993) Roman, Kairo. |
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1962
As-Summan wal-harif (Die Wachtel und der Herbst), Roman,
Kairo.
Dunya
Allah (Allahs Welt) Erzählungen, Kairo.
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1963
An-Nasir Salah ad-Din (Saladin), Film, Ägypten, Drehbuch:
Nagib Machfus, Regie: Youssef Chahine. - Ein etwas triefender,
stark heroisierender Breitwandfilm des ägypt. Starregisseurs,
nicht sein bester. |
1964
At-Tariq (Der Weg), Roman, Kairo. |
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1965
Bait sayyi as-sum'a (Ein Haus mit schlechtem Ruf), Erzählungen,
Kairo
As-Sahhad
[6]
(dt: Der
Rausch, Übersetzung: Doris Kilias, Zürich 2003),
Roman, Kairo.
Tamam
al-hurriya (Der Preis der Freiheit), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Nur ad-Damirdas. |
1966
Tartara fauq an-Nil [7]
(dt: Das Hausboot am Nil, Übersetzung: Nagi Naguib,
Cairo u. Berlin 1982, Nachwort: Dr. Fritz Steppat; Berlin DDR
1985; Neuauflage: Ffm 2004; Neuauflage zweisprachig: Geschwätz
auf dem Nil. 2009), Roman, Kairo. - Für den Protagonisten
des Romans Anis Zaki ist sein Hausboot eine Insel, auf die er
sich von seinem ungeliebten bürgerlichen Leben als kleiner
Angestellter zurückziehen kann. Sein Diener versorgt ihn
und seine Freunde regelmäßig mit Marihuana, während
sie über das Leben und die Kunst "philosophieren".
Frischen Wind bringt erst eine Frau in die Gruppe. Sie ist es
auch, die mit ihrem noch unverstellten Blick nach einem die Gruppe
bedrohenden Ereignis als Gewissen fungiert.[7.1] |
1966-68
Direktor der Staatlichen Ägyptischen Filmgesellschaft. |
1967
Miramar (dt: Miramar Übersetzung: Wiebke Walther,
Zürich 1989; Zürich 1994), Roman, Kairo. - Jeder einzelne
Gast der Pension Miramar in Alexandria steht stellvertrend
für eine gesellschaftliche Gruppe Ägyptens. |
1969
Hammarat al-qitt al-aswad (Die Kneipe 'Zur Schwarzen Katz'),
Roman, Kairo.
Beginn der Beratertätigkeit für den Minister für
Kulturelle Angelegenheiten |
1970
Dalal al-Misriya (Dalal, die Ägypterin), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Hasan al-Imam. |
1971
Hikaya bi-la bidaya wa-la nihaya (Erzählung ohne Anfang
und Ende) Roman, Kairo.
Sahr all-asal (Flitterwochen), Erzählungen, Kairo.
Zaabalawi (Za'balawi) Übersetzung: Doris Erpenbeck, in: Erkundungen,
17 arabische Erzähler, hg. v. Robert Simon, Berlin, DDR.
Al-Ihtiyar
(Die Wahl), Film, Ägypten, Drehbuch: N.M., Regie: Youssef
Chahine.
Pensionierung
und Beginn der Tätigkeit als freier Mitarbieter bei der
halbamtlichen ägyptischen Tageszeitung Al-Ahram. |
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1972
Al-Maraya [8] (dt:
Spiegelbilder, Übersetzung: Doris Kilias, Zürich
2002), Roman, Kairo.
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1973
Al-Hubb taht al-matar (Liebe im Regen), Roman, Kairo.
Al-Garima
(Das Verbrechen), Erzählungen, Kairo.
Dat al-waghain (Die Frau mit den zwei Gesichtern), Film,
Ägypten, Drehbuch: N.M., Regie: Husam ad-Din Mustafa. |
1974
Al-Karnak (dt: Karnak-Café; Übersetzung:
Doris Kilias, Zürich 2009), Roman, Kairo.- In dem von der
schillernden ehemaligen Tänzerin Kurunfula geführten
Café Karnak trifft sich Jung und Alt, Arm und Reich und
genießt die Atmosphäre und das gegenseitige Vertrauen.
Plötzlich verschwinden drei der Stammgäste und als sie
nach längerer Abwesenheit wieder auftauchen, berichten sie
von der Inhaftierung durch die Geheimpolizei und von Folter. Diese
Berichte verändern schlagartig die Situation; die Gäste
beginnen einander zu misstrauen. |
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1975
Hikayat haratina (Geschichten unseres Viertels), Roman,
Kairo.
Yalb
al-lail (Das Herz der Nacht), Roman, Kairo.
Hadrat
al-muhtaram (Werter Herr), Roman, Kairo.
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1976
Al-Mudnibun (Die Missetäter), Film, Ägypten, Drehbuch:
N.M., Regie: Said Marzuq. |
1977
Malhamat al-harafis (dt: Das Lied der Bettler; Übersetzung:
Doris Kilias, Zürich 1995), Roman, Kairo. |
1978
Die Moschee in der Gasse (Antholgie aus div. Sammlungen),
Erzählungen, Übersetzung: Wiebke Walther, Leipzig; Zürich
1988.
Al-Mugrim (Der Verbrecher), Film, Ägypten, Drehbuch:
N.M., Regie: Salah Abu Saif. |
1979
Al-Hubb fauqa hadabat al-haram (Liebe auf dem Pyramidenhügel),
Erzählungen, Kairo.
As-Saitan
ya'iz (Der Teufel Predigt), Erzählungen, Kairo. |
1980
Asr al-hubb (Das Zeitalter der Liebe), Roman, Kairo.
Nagib
Mahfus erinnert sich, Biographie v. Gamal al-Gitani |
1981
Afrah al-qubbas (Hochzeitsfeiern am Heiligengrab), Roman,
Kairo. |
1982
Layali alf lailas (Die Nächte der Tausend Nächte,
Übersetzung: Doris Kilias, Zürich) Roman, Kairo.
Ra'aitu
fi-ma yara n-na'im (Ich sah, was der Schläfer sieht),
Erzählungen, Kairo.
Al
Baqi min az-zaman sa'a (Was bleibt, ist nocht eine Stunde),
Roman, Kairo.
Wikalat
al-balah (Die Herberge 'Zur Dattel'), Film, Ägypten,
Drehbuch: N.M., Regie: Salah Abu Saif. |
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1983
Amam al-ars (Vor dem Thron) Gespräche unter Herrschern,
Kairo.
Rihlat
Ibn Fattuma (dt: Die Reise des Ibn Fattuma, Übersetzung:
Doris Kilias, Zürich 2004), Roman, Kairo. - Bereits als Kind
träumt Ibn Fattuma, der Protagonist des Romans, von Reisen
und Abenteuern. Aus Liebeskummer schließt er sich dann einer
Karawane an. Während er Abenteuer um Abenteuer erlebt, erfüllt
er sich einen Kindheitstraum, aber das Traumland ist noch nicht
erreicht. |
1984
At-Tanzim as-sirri (Die Geheimorganisation), Erzählungen,
Kairo. |
1985
Al-A'is fi l-haqiqa [9] (dt:
Echnaton, Übersetzung: Doris Kilias, Zürich 1999),
Roman, Kairo. - Nach seinem Tod berichten ihm nahestehende Menschen
einem jungen Historiker von dem geliebten und gehassten Pharao.
Diese fiktiv-dokumentarische Form lässt Echnaton vor dem
Leser in einer Lebendigkeit auferstehen, wie dies ein historischer
Roman kaum zu leisten vermag.
Yaum
qutila z-za'im [10]
(dt: Der
letzte Tag des Präsidenten, Übersetzung: Doris
Kilias, Zürich 2001) Roman, Kairo. |
1987
Hadit as-sabah wal-masa (Morgen und Abendunterhaltung), Roman,
Kairo.
Sabah
al-ward
(Rosenmorgen), Erzählungen, Kairo. |
1988
wird N. M. mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Qustumr
(Das Kuschtumr), Roman, Kairo. |
1989
Al-Fagr al-kadib (Das trügerische Morgenlicht), Erzählungen,
Kairo.
Herr
S. (As-sayyid S, aus: At-Tanzim as-sirri (Die
Geheimorganisation)), Erzählung, in: Erkundungen, 32 ägyptische
Erzähler, Berlin. |
1991
Die Spur (At-Tariq), Übersetzung: Doris Kilias,
Zürich. |
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1993
Die Kneipe Zur Schwarzen Katze (Anthologie aus div. Sammlungen),
Berlin.
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1994
Im Okt. wird ein Mordanschlag auf Nagib Machfus verübt.
Der Täter gehört mutmaßlich Islamistenkreisen
an. Nach 7 Wochen ist N. M. genesen und kann das Krankenhaus
verlassen.
Asda as-Sira adh-Dhatiya (Echo meines Lebens, Übersetzung:
Doris Kilias, Nachwort: Nadine
Gordimer Zürich 2000), Aphorismen.
Die
segensreiche Nacht (Anthologie aus div. Sammlungen) Berlin.
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1996
Al Qarar al-akhir (Der letzte Entschluss), Erzählungen.
Kairo.
Neben anderen prominenten Kollegen unterzeichnet Nagib Machfus
einen an Arafat gerichteten Aufruf in THE NEW YORK REVIEW OF
BOOKS, das Verbot gegen Edward W. Saids Bücher in den Autonomen
Palästinensichen Gebieten in Gaza und Westbank sowie in
Ostjerusalem wieder aufzuheben.[11]
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1999
The
Cairo of Naguib Mahfouz,
Fotoband mit 62 Farbfotos v. Britta Le Va. Kairo 1999. Vorwort:
Nagib Machfus. Einleitung: Gamal al-Ghitani. |
2001
11. Dezember: N.M. lehnt es ab, seinen 90. Geburtstag zu feiern.[12]
Futuwwat al-Utuf (Die Raufbolde der Utuf-Gasse), Erzählungen.
Kairo. |
2003
Ahlam
Fatrat Al-Naqaha (Träume der Periode der Erholung), Kurzprosa
in Akhbar Al-Adab.[13] |
2005
Ahlam Fatrat Al-Naqaha (dt: Das Buch der Träume,
Übersetzung: Doris Kilias. Zürich 2007), Kurzprosa.
- Die Träume, wie diese Texte in der ägyptischen
Kritik verkürzt und respektvoll genannt werden, sind teilweise
bereits in Zeitungen oder beispielsweise in einem Frauenmagazin
erschienen. Weder Heiterkeit noch Versöhnung lösten
sie aus, einige ließen den Leser gar angsterfüllt zurück,
heißt es in einer Kritik von Al Ahram, "nicht
unähnlich dem Erwachen aus einem Traum, wenn der Raum zwischen
hier und dort, zwischen Schlaf und Wachen noch neblig ist und
das Bewusstsein wie auf einem sanften Wasser zu treiben scheint."
Die Zukunft werde zeigen, ob einer der Hauptrepräsentanten
des arabischen Romans auch der Postmoderne zugerechnet werden
wird.
Nominierung für den Man Booker International Prize. |
2006
Im
Alter von 94 Jahren stirbt Nagib Machfus am 30. August in einem
Kairoer Krankenhaus, in dem er seit Juli behandelt worden war. |
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"Machfus
ist einfach geblieben, er fährt fort, ein geregeltes Leben
zu führen und die Treue zu seinen Freunden ist ihm absolut
wichtig. Er frequentiert dasselbe Café, schreibt zu denselben
Stunden, nimmt sich die Zeit, stehenzubleiben und die Leute
seines Viertels zu grüßen, die ihm sicher als Vorlage
gedient haben für seine Romanfiguren." - Tahar
Ben Jelloun, anlässlich der Verleihung des Nobelpreises,
in Le Monde 18.11.1988, Übersetzung: J.K.
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"...
begegnete ich Nagib Machfus. Ich erinnere mich noch, seine Schritte
waren rasch, sein Körper kräftig, etwa doppelt so
groß wie heute, sein Haar völlig schwarz. Er war
gerade über fünfzig und arbeitete als Kulturberater
im Filmamt." - Gamal
al-Ghitani, in: Hommage für Nagib Machfus,
erstmals auf Deutsch erschienen in: Literaturnachrichten,
Nr. 20,1989. Hgg. von der Gesellschaft zur Förderung
der Literatur aus Asien, Afrika und Lateinamerika, Frankfurt.
© Gamal al-Ghitani. Übersetzung aus dem Arabischen von
Hartmut Fähndrich.
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1)
Auch "Naguib Mahfouz" (in der engl. u. der frz. Übertragung).
1a) Machfus
wird später erzählen, dass er zu seiner Überraschung
feststellte, dass die Aufnahmeprüfung für die Philosophische
Fakultät von Taha
Hussein abgenommen wurde. Diesen großen arabischen
Schrifsteller, der seiner Meinung nach noch vor ihm den Nobelpreis
verdient hätte, habe er nur zweimal getroffen. Bei dieser
Gelegenheit, habe Taha Hussein ihn gefragt, warum er die Philosophische
Fakultät gewählt habe. Er habe geantwortet, indem
er vom Geheimnis des Universums und dem Mysterium der Existenz
zu sprechen begann. Er habe ihm aufmerksam zugehört und
dann sarkastisch gesagt: "Du liegst richtig mit der Philosophie,
weil das, was du sagst, unverständlich ist". - Zitiert
nach Gamal al-Ghitanis The Mahfouz-Dialogs, engl. Übertragung
v. Humphrey Davies. Cairo 2008, S. 15.
2) Machfus selbst
bezeichnet das Jahr 1937 als Wendepunkt in seinem Leben. Er
habe sich einem "fürchterlichen Konflikt" unterworfen,
indem er zwischen der Philosophie und dem (fiktionalen) Schreiben
abwägen musste: "Ich enschied mich trotz der ihm eigenen
Schwierigkeiten für das Romanschreiben und gab die Philosophie
auf, die ich als leichter empfand, wenn man bedenkt, dass ich
durch meine philosophischen Studien eine solide Basis darin
erworben hatte. - Vgl. Mahfouz on Mahfouz, Al-Ahram Weekly,
Issue No. 810, v. 31.8.-6.09.2006
3) Handlung
im Alten Ägypten. Anlässlich der Übertragung
ins Englische Mitte d. J. 2004 schrieb die us-amerikanische
Arabistin Gretchen Head, sechzehn Jahre nachdem Machfus den
Nobelpreis gewonnen habe, sei nun sein erster Roman in Englisch
erhältlich. Nach dem Vorbild von Walter Scott, schreibt
Head weiter, der die schottische Geschichte in seinem Werk nacherzählte,
war dieser Roman als erster in einer Reihe von 40 Bänden
vorgesehen, in der die Alte Geschichte Ägyptens reflektiert
werden sollte. Dabei schlage Machfus in diesem und den beiden
Folgeromanen (Rhadophis
of Nubia u. Thebes
of War) keine nationalistischen Töne an,
wie man vermuten möchte, auch handele es sich nicht um
einfache politische Allegorien, seine Erzählweise gebe
sich universell, "ähnele den Tragödien im Alten
Griechenland".- Zu Beginn des Romans Khufu's Wisdom
tritt Cheops in einen Raum, in dem sich sein Wahrsager Djedi
befindet und stellt die berühmte Frage, ob einer seiner
Sprößlinge auf dem ägyptischen Thron sitzen
werde. Djedi verneint, die Handlung - mit überraschenden
Wendungen am Ende - ist in Gang gesetzt. (Vgl. "Reading
the past into the future: Three Mahfouz novellas" v. Gretchen
Head, in: The Daily Star, Regional, Beirut)
4) Wie bei diesem
Film handelt es sich auch bei allen anderen Filmen um eine enge
Zusammenarbeit mit den jeweiligen Regisseuren, die meist ebenfalls
am Drehbuch mitwirkten. Vgl. auch den Artikel in Al-Ahram
v. 13.12.2001
4a) In al-Ghitanis
Buch The Mahfouz-Dialogs wird die spannende Geschichte
der Publikation dieses Werks erzählt: Die Trilogie sei
ursprünglich ein einziger Roman mit dem Titel Palast-Spaziergang
gewesen, 1800 handgeschriebene Kanzleipapierseiten (Übergröße
210 x 330mm), die Machfus seinem damaligen Verleger gebracht
habe. Dieser habe ausgerufen, wie in Gottes Namen solle er das
verlegen. Über ein Jahr lag das Manuskript unbeachtet bei
dem Verlag, bis sich eine neue Gelegenheit anbot u. der Autor
sich auf die Suche nach dem Originalskript machte ...
5) Der Abdruck
in Al-Ahram wurde eingestellt, weil der Roman als "anstößig"
betrachtet wurde; in Ägypten ist er nie vollständig
und in Buchform erschienen. Allerdings kursierten in anderen
Ländern erschienene Ausgaben auch in Ägypten, u.a.
die engl. Übersetzung. Nagib Machfus selbst soll zuzeiten
der auslaufenden Nasser-Ära ein Abkommen mit den Zensurautoritäten
getroffen haben, diesen Roman im Ausland zu veröffentlichen.
Die Diskussion über die Herausgabe dieses Buchs wird in
Ägypten zu Beginn des Jahres 2006 neu entfacht, da eine
'ägyptische' Ausgabe vorbereitet wird, pikanterweise im
arab. Ausland, dem Beiruter Verlag Dar Al-Shorouq. Zudem
soll das Vorwort von dem islamischen Gelehrten und früheren
Informationsminister Ahmed Kamal Abul-Magd geschrieben werden.
Angeblich befürwortet Nagib Machfus dieses Vorhaben, was
wiederum Ägyptens Intellektuellen Sorgen bereitet. Vgl.:
The fetters of faith v. Gamal Nkrumah, in: Al-Ahram
Weekly v. 09.02.06.
Eine Lesart interpretiert den Roman als allegorische Kritik
an monotheistischen Religionen.
6) Wörtliche
Übersetzung: "Der Bettler"
7) Wörtliche
Übersetzung: "Plauderei/Tratsch am Nil"
7.1) Für
mich ganz persönlich ein besonderes Buch des Autors, das
erste, das ich von ihm gelesen habe, Anfang der 80er Jahre,
nach meinem ersten Ägypten-Aufenthalt (1980/81). Eine wahre
Entdeckung, dabei m. E. ein untypisches Werk v. Machfus. Herausgegeben
wurde die dt. Übersetzung von einem (West-)Berliner Verlag
in Kreuzberg: Edition Orient. Ich halte die Erstauflage von
1982 noch heute in Ehren. Der Neuauflage in der Edition Suhrkamp
scheint übrigens genau diese Übertragung zugrunde
zu liegen, zumindest ist mit Nagi Naguib derselbe Übersetzer
angegeben. - J.K.
8) "Machfus'
Ich-Erzähler erinnert an den in Marcel Prousts Suche
nach der verlorenen Zeit. Er ist ein neutraler Beobachter,
ein sensibler und unbestechlicher Chronist, der sich zwar als
Teil der Gesellschaft versteht, über die er schreibt, zugleich
aber im Hintergrund bleibt. Er fungiert gleichsam als Spiegel,
in dem die Bilder seiner Freunde, Bekannten und Feinde vor dem
Hintergrund der politischen und sozialen Ereignisse in Erscheinung
treten." (Renate Wiggershaus in: NZZ v. 23.10.02)
9) Wörtliche
Übersetzung: "Der in Wahrheit Lebende"
10) Wörtliche
Übersetzung: "Der Tag, an dem der Führer ermordet
wurde"
11) Im
August des Jahres 1996 wurden die Bücher des 2003 verstorbenen
palästinensichen Literaturtheoretikers, Essayisten und
Aktivisten Edward W. Said von palästinensischen Sicherheitskräften
aus den Buchläden der Autonomiegebiete entfernt und ein
Verkauf untersagt. Hintergrund war Saids Kritik an Arafats Unterzeichnung
des Osloer Abkommens mit Israel im Jahre 1993. Das Verbot wurde
im Jahre 2000 wieder aufgehoben, nachdem Said sich lobend über
Arafat äußerte, der das Angebot eines zweiten Camp
David-Gipfels mit Israels Premier ausschlug.- Neben Machfus
schlossen sich dem Aufruf an: der syr. Lyriker Adonis, der palästin.
Lyriker Mahmoud Darwish, der irak. Dichter Saadi Youssef, Gamal
al-Ghitani, Orhan Pamuk, Susan Sontag, Paul Auster,
Günter Grass u.a. Vgl. THE
NEW YORK REVIEW OF BOOKS.
12) Auf
das Drängen seiner Freunde sagt Machfus: "Es gibt
Tod und Blut überall, in den USA, in Afghanistan, in Palästina.
Wie könnte ich da Geburtstag feiern". (zitiert nach:
Machfus im Gespräch mit dem Romancier Youssef El-Qa'id
in Al-Ahram v. 13.12.2001)
13) Anlass
dieser Publikation in Akhbar Al-Adab, die auch ein Machfus-Interview
v. Gamal El-Ghitani enthält, ist der 92. Geburtstag des
Nobelpreisträgers.
Wichtigste Quellen:
Al-Ahram Weekly, englischsprachige Wochenausgabe der
halbamtlichen ägyptischen Tageszeitung
The Mahfoz-Dialogs v Gamal al-Ghitani; Übersetzung:
Humphrey Davies. Cairo 2008
KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen
Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)
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| Die
Machfus-Seite
des Unionsverlags, mit vielen interessanten weiterführenden
Links! |
| Nobelvorlesung,
aus dem Arabischen ins Englische übertragen und vor der Schwedischen
Akademie erst in arabischer, dann in engl. Sprache gelesen von
Mohamed Salmawy. |
| Mustafa
Darwish berichtet in der Al-Ahram v. 13.12.2001 über
das Filmschaffen v. N.M. |
|
Aufruf in der THE
NEW YORK REVIEW OF BOOKS,
das palästinensische Verbot der Bücher von Edward W.
Said zurückzunehmen 1996. |
|
KLfG
(Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition
text+kritik) |
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| 2004-2010
© by Janko Kozmus |
| |
|
Zwischen Lethargie und Ekstase (zu:
Der Rausch) |
|
Von der Auflösung einer Generation
(zu: Der letzte Tag d. Präsidenten) |
| Einstige
Kolonialherren, Knochenbrecher und ein Kaffeehaus (zu: Die
Midaq-Gasse) |
| |
Alaa al Aswani |
Gamal al-Ghitani |
|
Nawal El Saadawi
|
|
Miral al-Tahawi
|
|
Mustafa Zikri
|
| |
IPS, Erschreckende Zunahme von vermissten Kindern versetzt
das ländliche Ägypten in Aufregung, 2009 |
The National (V.A.E.), Interview mit dem ägyptischen Autor
Yusuf Zeydan (Youssef Ziedan) über seinen Roman Beelzebub.
2009 |
Al-Ahram, Hundertjahrfeiern, Zensur und die 40. Kairoer
Internationale Buchmesse, 2008 |
Al-Ahram, Der Großimam der Al-Azhar-Universität, Scheich
Mohamed Sayed Tantawi in der Kritik, 2007 |
Al-Ahram, Über das nubische Theaterstück Nubia.com,
2007 |
Al-Ahram, Über Arbeiterstreiks in zahlreichem Fabriken
Ägyptens, 2007 |
Al-Ahram über Polizeiübergriffe bei Landstreitigkeiten
in Ägypten, 2005 |
Arab News, Rezension des Romans "A Certain Woman"
v. Hala Al Badry, 2004 |
Al-Ahram über "The Passion" in Ägypten, 2004 |
El-Watan über rituelle Klitorisbeschneidung in Ägypten,
2003 |
Al-Ahram über einen der Verhöhnung des Islam angeklagten
Schriftsteller, 2000 |
Al-Ahram über die Zusammenarbeit von Regisseur Fawzi und
Drehbuchautor Zikri, 2000 |
Cairo Times, über den ägyptischen Dichter Ahmed Taha,
1999 |
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