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HENNING
MANKELL
(
* 1948)
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DIE ROTE ANTILOPE
ICH
STERBE, ABER DIE ERINNERUNG LEBT
KENNEDYS
HIRN
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| 1948
Am 3. Februar wird Henning Mankell in Stockholm geboren,
wächst aber in Sveg, der Provinz Härjedalen,
bei seinem Vater Ivar und seiner Großmutter auf,
nachdem seine Mutter die Familie verlassen hat. Der Vater
übt das Richteramt aus.
1960er
Mit fünfzehn (sechzehn?) verlässt Henning
Mankell die Schule und heuert für zwei Jahre bei
der Handelsmarine an. Nach einem Aufenthalt in Paris beginnt
er mit dem Schauspielstudium im schwedischen Skara.
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1965
Im Alter von siebzehn Jahren geht Henning Mankell nach Stockholm,
wo er an der (studentischen 68er-[0])
Protestbewegung teilnehmen wird. |
1966-1968
Ca. anderthalbjähriger Aufenthalt in Paris. |
| 1968
Beginn der Tätigkeit als Autor und Theaterregisseur. |
| 1972
Tod des Vaters, kurz vor Henning Mankells erster Buchveröffentlichung:
Bergsprängaren[1]
(Steinwurf), Roman.
Erste Berührung mit dem afrikanischen Kontinent:
Besuch von Portugiesisch-Guinea (heute: Guinea-Bissau). |
1982
Daisy Sisters (dt: Daisy Sisters; Übersetzung:
Heidrun Hoppe. Wien 2009), Roman. |
1987
Leitung
der 70-köpfigen Gruppe des Teatro Avenida in Mosambiks
Hauptstadt Maputo; zwei Jahr zuvor hatte Henning Mankell mit dem
Aufbau des in
Mosambiks
Hauptstadt Maputo gelegenen Theaters begonnen. |
1990
Leopardens öga[2]
(dt: Das Auge des Leoparden; Übersetzung:
Paul Berf. Wien 2004), (Afrika-)Roman. - Im Mittelpunkt des in
die Form eines Krimis verpackten Romans steht die Figur des zunächst
charakterschwachen Olofson, der in Verfolgung des Lebenstraums
eines Anderen in Afrika landet, in Sambia. Hier versucht er als
Leiter einer Hühnerfarm - mehr gedrängt, denn freiwillig
- mit Reformen seinen Beitrag zum Wiederaufbau des postkolonial
darnieder liegenden Landes zu leisten. Doch wie die anderen Weißen
kann auch er nur durch Härte seine eigenen Arbeiter motivieren.
In seiner Nachbarschaft werden die erste weißen Farmer von
Schwarzen ermordet. Als er den abgeschnittenen Kopf seines Schäferhundes,
an einen Baum gebunden, vorfindet, fürchtet auch er um sein
Leben.
Hunden som sprang mot en stjärna[3]
(dt: Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war; Übersetzung:
Angelika Kutsch. Hamburg 1992), Kinderbuch (mit der Hauptfigur
Joel). 1990. |
| 1991
Mördare utan ansikte[4]
(dt: Mörder ohne Gesicht; Übersetzung: Barbara
Sirges und Paul Berf. Berlin 1993), Kriminalroman. Stockholm
1991.
Skuggorna växer i skymningen[3a]
(dt: Die Schatten wachsen in der Dämmerung; Übersetzung:
Angelika Kutsch. Hamburg 1994), Kinder- u. Jugendbuch (mit der
Hauptfigur Joel).
Ausgezeichnet mit dem Preis Der gläserne Schlüssel
der Skandinavischen Gesellschaft für Kriminalliteratur
für Mörder ohne Gesicht. |
1993
Den vita lejoninnan (dt: Die weiße Löwin;
Übersetzung: Erik Glossmann. Berlin 1995), Wallander-Krimi
mit Afrika-Bezügen.
Henning Mankell wird für Der Hund, der unterwegs zu einem
Stern war mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
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1995
Comédia infantil (dt: Der Chronist der
Winde[5];
Übersetzung: Verena Reichel. Wien 2000), (Afrika-)Roman.
Stockholm 1995. - Der Rahmen dieses Romans wird durch die Erzählung
des José Antonio Maria Vaz gebildet. José ist Bäcker
bei Dona Esmeralda, die die Bäckerei nur betreibt, um ihre
Leidenschaft, das Theater, finanzieren zu können. Dona Esmeralda
ist die Tochter des ehemaligen Gouverneurs, dem letzten Vertreter
der weißen Kolonialregierung. Inzwischen ist sie selbst
alt, entwickelt aber ungeahnte Energien in der Theaterarbeit.
Eines Nachts hört José Schüsse, die aus dem der
Bäckerei benachbarten Theater kommen. Als er nach der Ursache
forscht, findet er Nelio, einen Straßenjungen, der allen
durch seine besondere Ausstrahlung bekannt ist. José bringt
Nelio aufs Dach, versorgt ihn notdürftig, und ihn der zweiten
von neun Nächten ist Nelio wieder so weit zu Kräften
gelangt, dass er seine Geschichte, die den eigentlichen Kern des
Romans ausmacht, erzählen kann.
Eldens hemlighet[6]
(dt: Das Geheimnis des Feuers; Übersetzung: Angelika
Kutsch. Hamburg 1997). Kinder- und Jugendbuch 1995.
Ausgezeichnet mit dem Schwedischen Radio-Romanpreis des Radiosenders
SR P1 für Der Chronist der Winde. |
| 1996
Pojken som sov med snö i sin säng[3b]
(dt: Der Junge, der im Schnee schlief. Übersetzung:
Angelika Kutsch. Hamburg 1998), Kinder- u. Jugendbuch (mit der
Hauptfigur Joel). 1996.
Henning Mankell wird mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichnet.
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| 1998
Berättelse på tidens strand (dt: Die flüsternden
Seelen; Übersetzung: Verena Reichel. Wien 2007), (Afrika-)Roman.
Stockholm 1998. - Ein Roman in Episoden, an dessen Anfang der
Ich-Erzähler von seinen Jahrzehnte währenden Erfahrungen
auf dem schwarzen Kontinent erzählt. Dann rückt Felisberto,
ein alter Mann, der vor der Unabhängigkeit von den Portugiesen
als Diener bei ihnen arbeitete. Er erzählt von seinen Herren,
von Dom Estefano und seine Frau Elvira, für die er für
einen Hungerlohn gearbeitet hat. Die Geschichte der Stammesmutter
Samima, die Felisberto vor dem Leser ausbreitet, ist längst
Mythos. Weitere Geschichten speisen sich aus der weitverzweigten
Familie des Erzählers. Sie bietet ihm Gelegenheit, die
unterschiedlichsten Biografien zu präsentieren.[11].
Resan till
världens ände[3c]
(dt: Die Reise ans Ende der Welt; Übersetzung:
Angelika Kutsch. Hamburg 1999), Kinder- u. Jugendbuch (mit der
Hauptfigur Joel). 1998.
Ausgezeichnet mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis
1999 für Das Geheimnis des Feuers.
(Dritte) Eheschließung mit der Theaterregisseurin Eva
Bergman, der Tochter des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman.
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| 2000
Vindens son (dt: Die rote Antilope; Übersetzung:
Verena Reichel. Wien 2001), (Afrika-)Roman. Stockholm 2000.
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2001
Henning
Mankell gründet den Verlags Leopard förlag
in Stockholm.
Tea-bag (dt: Tea-Bag; Übersetzung: Verena Reichel.
Wien 2005), Roman. Stockholm 2001. |
2002
Eldens gåta[6a]
(dt: Das Rätsel des Feuers; Übersetzung: Angelika
Kutsch. Hamburg 1997). Kinder- und Jugendbuch 2002. |
| 2003
Henning Mankell reist im Frühjahr nach Uganda, um sich
über ein Memory-Book-Projekt zu informieren, das AIDS-erkrankten
Eltern hilft, Erinnerungsbücher für ihre Kinder zu
verfassen. Mankell spricht selbst mit Aidskranken und ihren
Angehörigen.
Im Mai wird am Frankfurter Schauspielhaus das Stück
Zeit im Dunkeln (Originaltitel: Mörkertid)
uraufgeführt. Regie führt Henning Mankell selbst.[7]
Jag dör, men minnet lever (dt: Ich sterbe, aber
die Erinnerung lebt. Übersetzung: Verena Reichel.
Mit einem memory book von Christine Aguga. Nachwort: Ulla Schmidt.
Wien 2004). Text, dem das Memory-Book-Projekt um AIDS-Kranke
in Uganda sowie persönliche Erfahrungen und Gespräche
des Autors mit den Betroffenen zugrunde liegen.
Butterfly Blues (dt: Butterfly blues; Übersetzung
aus dem Englischen: Claudia Romeder-Szevera. Wien 2003.) Theaterstück.
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2004
Djup (dt: Tiefe; Übersetzung: Verena Reichel.
Wien 2005), Roman. 2004. |
| 2005
Kennedys hjärna (dt: Kennedys Hirn;
Übersetzung: Wolfgang Butt. Wien 2006), (Afrika-)Roman.
Stockholm 2005. - Die Archäologin Louise Cantor findet
ihren Sohn Hendrik tot vor. Alles deutet auf Selbstmord, woran
die Mutter nicht glauben kann. Sie durchsucht die Unterlagen
ihres Sohnes, der zu der Frage recherchierte, warum Kennedys
Hirn nach der Obduktion verschwand. Sie beginnt sich zu fragen,
ob seine Untersuchungen mit seinem Tod zusammenhängen könnten.
Sie folgt den Spuren ihres Sohnes, die aus der schwedischen
Heimat hinausführen, zunächst über seine verschiedenen
Freundinnen, um schließlich ins mosambikanische Maputo
zu gelangen. Hier besucht sie eine Missionsstation für
die Ärmsten der Aidskranken, in der ihr Sohn einmal gearbeitet
hatte und muss bald erkennen, dass sich hinter der Fassade von
humanitärer Hilfe ein medizinischer Skandal verbirgt.
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2006
Italienska skor (dt: Die italienischen Schuhe;
Übersetzung: Verena Reichel. Wien 2007), Roman. |
2007
As filhas da Nora[8]
(dt: Noras Töchter; Übersetzung: Daniela Piccirillo),
Drama. |
2008
Eldens vrede[6b]
(dt: Der Zorn des Feuers; Übersetzung: Angelika
Kutsch. Hamburg 1997). Kinder- und Jugendbuch 2008.
Im August erhalten Henning Mankell und Axel Milberg den Focus-Hörbuchpreis
(Corine) für die Produktion Der Chinese (nach dem
gleichnamigen Kriminalroman).
Kinesen (dt: Der Chinese; Übersetzung:
Wolfgang Butt. Wien 2008), Roman.
Im Dezember wird Henning Mankell erster Preisträger des "Europäischen
Preises für Kriminalliteratur, Ripper Award". Die mit
11.111 Euro dotierte Auszeichnung wird im Rahmen des Festivals
"Mord am Hellweg - Tatort Ruhr" verliehen und im kommenden
Jahr übergeben. |
2009
Im Kreis einer internationalen Schriftstellerdelegation besucht
Henning Mankell Palästina/Israel[9].
Für sein Afrika-Werk wird Henning Mankell mit dem mit 25.000
€ dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2009 der Stadt
Osnabrück ausgezeichnet[10]. |
2010
Ende Mai beteiligt sich Henning Mankell an der "Ship to Gaza"-Aktion,
die die seit 2007, seit der Gazastreifen von der Hamas kontrolliert
wird, bestehende isralische Blockade mit einem Schiffskonvoi durchbrechen
will, um der notleidenden palästinensischen Bevölkerung
Hilfsgüter auf direktem Wege zukommen zu lassen. In der Nacht
stürmt die israelische Armee die Schiffe, die sich nach eigenen
Angaben noch in internationalem Gewässer befinden. Es gibt
zahlreiche Tote und Verletzte. Von den beteiligten Schweden werden
zunächst Henning Mankell, über dessen Verbleib zwischenzeitlich
Unklarheit herrschte, und der Grünen-Abgeordnete Mehmet Kaplan
freigelassenen. Inzwischen sind alle Gaza-Aktivisten auf freien
Fuß. Entgegen der Ankündigung der israelischen Behörden
wird keiner vor Gericht gestellt. Die meisten Heimkehrer widersprechen
der israelischen Darstellung, wonach die Gewalt an Bord der Schiffe
von den Aktivisten ausgegangen sei. (Stand: 2.06.). |
| Henning
Mankell lebt abwechselnd in Schweden und in Maputo, wo er das
Teatro Avenida leitet.
Er hat vier erwachsene Söhne und ist mit Eva Bergman verheiratet. |
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"Henning
Mankell steht allein im dunklen Zuschauerraum. Er trägt ein
blaues Hemd, aus dem seine nackte Brust herausschaut. Seine weißen
Haare sind strubbelig. seine Augen müde. Er läuft auf
einen zu und schaut auf die Uhr." - Michael Bitala beim Besuch
des Autors im Teatro Avenida in Maputo im Jahre 2001.
Vgl. Bitala: Hundert Jahre Finsternis.
"Ich könnte niemals eine Kriminalgeschichte nur um ihretwillen
schreiben, weil ich immer über bestimmte Dinge reden will"
- Mankell über Mankell, indem er John
Le Carré zitiert. Vgl. Henning Mankell: Hot
and cold, a.a. O. |
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| 0)
Dan
Israel, Henning Mankells langjähriger norwegischer Verleger,
der ihn kannte, seit er zwanzig war, sagte einmal: "Was man
an Henning beachten muss, ist, dass wir Kinder der 68er sind.
Wir sind daran interessiert, wie die Menschen in anderen Teilen
der Welt leben und was gerecht ist und was nicht gerecht ist".
Vgl
Henning Mankell: Hot and cold, a.a. O. |
| 1)
Dieser
erste
Roman, der in Schweden noch heute verlegt wird, handelt im Milieu
der Gewerkschaftsbewegung, wegweisend für seinen lebenslangen
sozialkritischen Ton, den er in seinen Kriminalromanen genau so
deutlich anschlägt wie in seinem "übrigen"
Werk. |
| 2)
Der
erste der sog. Afrikaromane. |
| 3)
Die
Kinder- und Jugendbuchreihe mit der Hauptfigur Joel umfasst vier
Bände, die allesamt in Sveg, in dem Ort in Mittelschweden,
in dem Henning seine Kindheit verbrachte, spielen. Auf Schritt
und Tritt kann man in Sveg den Spuren von Joel folgen. |
| 3a)
Zweiter
Teil der "Joel"-Tetralogie.
|
| 3b)
Dritter
Teil
der "Joel"-Tetralogie.
|
| 3c)
Letzer
Teil der "Joel"-Tetralogie.
"Ein Wunderwerk aus kargen Sätzen" nennt Reinhard Osteroth,
der Rezensent der ZEIT, das Buch.
|
| 4)
Mörder
ohne Gesicht ist der erste der Kommissar Wallander-Kriminalromane.-
Im Kontext der Marabout-Seite wird Mankell als Krimiautor vernachlässigt.
Dieses literarische Portrait konzentriert
sich vor
allen Dingen auf die afrikanische Perspektive, die nicht allein
in den sog. Afrika-Romanen Mankells ihren Ausdruck findet, sondern
auch in Henning Mankells Schaffen als Dramatiker und Theaterregisseur
in Maputo beim Teatro Avenida. Am Beispiel des Stücks
As filhas da Nora (siehe unten)
wird Mankells Versuch deutlich, auf das gesellschaftliche Umfeld,
in dem er lebt, durch seine Arbeit Einfluss zu nehmen. |
| 5)
Der
Chronist der Winde ist ein wunderschöner Roman. Die
Figur des Straßenjungen Nelio verzaubert durch ihre Einfachheit,
die eingebettet ist in eine vielschichtige Welt, die beständig
wechselt zwischen der Unausweichlichkeit des Todes und dem Spiel
mit dem Theater des Lebens. Eine der wohl schönsten Szenen
der Literaturgeschichte ist für mich die Erfüllung des
Lebenstraums von Alfredo Bomba, eines sterbenden Mitglieds der
Straßenbande, deren Führer Nelio ist. Nelio weiß,
wie er seine Jungs führen und motivieren kann, um dem Sterbenden
mit Hilfe des Theaters seinen Traum zu erfüllen. Seine Schlauheit,
die durch die Tatsache, dass Nelio in einem Reiterdenkmal nächtigt
und sich so für seine Umwelt auf wundersame Weise mit dem
Tag im Nichts auflöst, nicht zufällig an Odysseus erinnert,
wird nur noch durch sein Mitgefühl übertroffen
und
durch seine Bereitschaft zur Verantwortung für die Menschen,
die ihn umgeben. J.K. |
| 6)
Das
Geheimnis des Feuers ist der erste der drei "Sofia"-Romane,
die ebenfalls in Afrika spielen. |
| 6a)
Zweiter
"Sofia"-Roman.
|
| 6b)
Dritter"Sofia"-Roman. |
| 7)
Das
Stück Zeit im Dunkeln handelt von zwei afrikanischen
Flüchtlingen - Vater und Tochter -, die - in beständiger
Angst vor Entdeckung - illegal in einer Wohnung in Europa hausen.
In einem SPIEGEL-Interview wird Henning Mankell auf das Stück
angesprochen, er beschreibe darin die Emotionen der Flüchtlinge.
Mankell führt daraufhin aus: "Ich glaube, das Fernsehen
und die Zeitungen können uns am besten über die grausamen
Ereignisse informieren: Flüchtlinge, die einen fürchterlichen
Tod im Container erlitten haben, Flüchtlinge, die tot am
Meer in Spanien angespült werden. Das Theater dagegen kann
sehr viel besser ausdrücken, welche Folgen es hat, wenn Menschen
gezwungen werden, im Untergrund und ohne Identität leben
zu müssen. Was passiert mit ihnen, durch welche Art von Deformation
müssen sie hindurchgehen. Ich möchte über Menschen
in solchen extremen Situationen sprechen." Der SPIEGEL-Interviewer
nimmt die Gelegenheit wahr, über das aktuelle Stück
hinaus Mankell grundsätzlich zu Theaterarbeit zu befragen.
Ob das Theater ein Mittel sei "um überall auf der Welt
Emotionen auszudrücken – so, wie man es auch aus den
Theaterexperimenten von Peter Brook kennt?" Mankells Antwort:
"Ja, ich denke schon, das Living Theatre ist in der heutigen
Zeit sehr wichtig für uns. So können wir zusammen arbeiten,
auch wenn wir aus unterschiedlichen Ländern kommen, verschiedene
Sprachen sprechen und verschiedene Hautfarben haben. Man kann
sich doch kein Theater ausdenken, an dem Rassismus eine Rolle
spielt. Living Theatre ist an Beispiel dafür, wie die Welt
sein könnte." Vgl. SPIEGEL Online v. 1.05.2003 a.a.O. |
8)
Das
Theaterstück As filhas da Nora hat Henning Mankell
zum zwanzigjährigen Jubiläum des Teatro Avenida geschrieben.
Es wird in der Saison 2009/2010 im portugiesischen Original mit
dt. Untertiteln im Stuttgarter Theater tri-bühne als Gastspiel
aufgeführt. Nicht das erste Gastspiel des Teatro Avenida
in Europa. In einem Interview zu dem Stück sagte Henning
Mankell:
"Es ist ein Stück über drei Frauen. Die Zukunft
des afrikanischen Kontinents hängt vor allem auch davon ab,
ob es gelingt, die Situation der Frauen zu verbessern. Sie tragen
enorme Verantwortung. Gleichzeitig besitzen sie wenig Einfluss.
Das ist ein krasses Missverhältnis. Das Stück heißt
'Noras Töchter' nach der Hauptfigur von Henrik Ibsens 'Ein
Puppenheim'. Darin treffen sich Noras drei Töchter an ihrem
Grab und beginnen dort, über ihre Leben zu sprechen, die
sich enorm voneinander unterscheiden." Vgl. Julia Kosbach,
Welt der Frau 04/2007
|
| 9)
Henning
Mankell äußerte sich sehr kritisch über die Verhältnisse
im israelisch besetzten Gebiet, beispielsweise verglich er die
Sperranlagen mit der Berliner Mauer. Vgl. "Von Apartheid
gestoppt". a.a.O. |
| 10)
Einen
Teil des Preisgeldes will Mankell für das Opern- und Kulturhaus
verwenden, das der Regisseur und Aktionskünstler Christoph
Schlingensief in Burkina Faso bauen lassen will. |
| 11)
Die
Rezensenten des Romans Die flüsternden Seelen, an
dem Mankell nach eigener Aussage 25 Jahre gearbeitet hat, sind
sich weitgehend einig: Vor allem der erste Teil mit dem Ich-Erzähler
überzeuge nicht, komme mit zu viel Pathos daher. Parhos sei
auch im weiteren Verlauf zu finden, aber auch Poesie und "reichlich
Verklärung. Die guten Schwarzen gegen die bösen Weißen,
auf diese Formel läuft viel in diesem Roman hinaus. Dennoch
ist das Buch viel mehr als Politprosa, dafür sorgt der Reichtum
der Bilder und Geschichten, die Mankell in seinem langen afrikanischen
Leben gesammelt hat." - Vgl. Meyer, Frank, Deutschlandradio,
a.a.O. |
Quellen:
Library of Congress, Online Catalog.
"Henning Mankell" im Munzinger Archiv.
"Diesseits in Afrika - Bei Krimiautor
Mankell in Maputo", Michael Bitala, SZ, Seite Drei,
11.08.2001, in: Bitala, Michael: Hundert
Jahre Finsternis. Afrikanische Schlaglichter. Wien
2005
"Wir müssen für ein anderes
Europa kämpfen", Interview mit Henning Mankell, in SPIEGEL
Online v. 1.5.2003
Von Apartheid gestoppt.
Bericht über einen Besuch in Palästina/Israel v. Henning
Mankell, in: Generaldelegation Palästinas.
12.06.09
"Henning Mankell im Interview: 'Afrika
braucht die Frauen!'", Anne Backhaus, in: SPIEGEL ONLINE
v. 05.09.2006
Über
das Leben mit den Traditionen Afrikas von Frank Meyer, auf: www.dradio.de
vom 21.06.2007
Henning Mankell: Hot and cold, in: Independent
vom 29.11.2008. |
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| Henning
Mankells Theaterstück As filhas da Nora (Noras Töchter)
beim Theater tri-bühne. |
| "Henning
Mankell - Zwischen Schweden und Mosambik" |
| Von
Apartheid gestoppt. Bericht über einen Besuch in
Palästina/Israel
v. Henning Mankell, in: Generaldelegation Palästinas.
12.06.09 |
|
2010 © by Janko Kozmus |
| |
| (noch
nicht aufgenommen) |
| |
Chinua Achebe, Nigeria |
Chimamanda Ngozi Adichie, Nigeria |
Shimmer Chinodya, Simbabwe |
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Tsitsi Dangarembga, Simbabwe
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Amma Darko, Ghana
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Fatou Diome, Senegal
|
Tarek Eltayeb, Sudan |
Buchi Emecheta, Nigeria |
Nuruddin Farah, Somalia |
Abdulrazak Gurnah, Sansibar |
Helon Habila, Nigeria |
Chenjerai Hove, Simbabwe |
Ahmadou Kourouma, Côte d'Ivoire |
Zakes Mda, Südafrika |
Meja Mwangi, Kenia |
Patrice Nganang, Kamerun |
Ngugi wa Thiong'o, Kenia |
Lewis Nkosi, Südafrika |
Wole Soyinka, Nigeria |
Yvonne Vera, Simbabwe |
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Mosambikan. Nachrichtenagentur, Menschenrechtsgruppe beobachtet
verbesserte Gefängnisbedingungen, 2008 |
Mosambikan. Nachrichtenagentur, Fluchtversuch von Cardoso-Attentäter,
2006 |
Mosambikan. Nachrichtenagentur, Carlos Cardoso, prominenter Journalist
fällt Attentat zum Opfer, 2000 |
Mosambikan. Nachrichtenagentur, Mit 70 blickt Marcelinho dos Santos
auf den Sozialismus, 1999 |
Mosambikan. Nachrichtenagentur, Kritik an Gefängnisbedingungen,
1997 |
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