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1956
Am 9. Februar wird Chenjerai Hove nahe der Stadt Zvishavane
in der britischen Kolonie Rhodesien - heute: Simbabwe - geboren.
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1960/70er
Besuch katholischer Schulen in Kutama und Dete.
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1970er
Literatur- und Pädagogik-Studium an der University of
South Africa und der University of Zimbabwe und am
Gweru Teachers College. Akademische Abschlüsse in
beiden Fächern. |
| 1977
Bereits während des Universitätsstudiums beginnt Chenjerai
Hove als High-School-Lehrer - auf dem Lande, im Gebiet Bikita
nahe Masvingo, zu arbeiten[1].
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| 1978
Weil die Schule, an der Chenjerai Hove unterrichtet, geschlossen
wird, wechselt er in das Zuckerplantagengebiet Lowveld, wo er
an einer Schule arbeitet, die er Zuckerplantagencompany gehört.
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1981
gibt Chenjerai Hove die Arbeit als Lehrer auf und wird Lektor
beim Verlagshaus Mambo Press in Gwelo/Gweru.[2]
And Now the Poets Speak (Und nun sprechen die Dichter),
Gedichte. Harare 1981[3].
Ch. H. ist mit 14 Gedichten vertreten.
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1982
Matende Mashava: bumbiro reNyaya[4].
Gwelo 1982
Up in Arms (Sturm laufen), Gedichte[5].
Harare 1982. |
1983
Swimming in Floods of Tears (Schwimmen in Tränenfluten),
Gedichte, gemeinsam mit Lyamba wa Kabiba. Gweru 1983.
Lobende Erwähnung des Gedichtbandes Up in Arms beim
Noma Award for Publishing in Africa. |
| 1984
wird Chenjerai Hove Vorsitzender des simbabwischen Schriftstellerverbandes
(bis 1992).
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1985
wird Chenjerai Hove Cheflektor des Verlags Zimbabwe Publishing
House.
Red Hills of Home (Die roten Hügel der Heimat), Gedichte.
Harare 1985.
Lobende Erwähnung des Gedichtbandes Red Hills of Home
beim Noma Award for Publishing in Africa. |
1986
Masimba Avanhu? (Ist dies die Macht des Volkes?), Roman. Gweru
1986. |
1988
Bones (dt: Knochen; Übersetzung: Ilija Trojanow.
München 1990), Roman. Harare 1988. - Im Mittelpunkt steht
die Farmarbeiterin Marita. Als ihr Sohn in den Kriegwirren verloren
geht, macht sie sich auf die erfolglose Suche nach ihm, ohne je
ihren Mut aufzugeben. |
1989
Sister Sing Again Someday, Hörspiel 1989.
Ausgezeichnet mit dem Noma Award for Publishing in Africa
für den Roman Bones. |
1991
Nachdem Chenjerai Hove seine Arbeit als Lektor wegen ideologischer
Differenzen[6]
mit dem Verlag aufgegeben hat, wird er Redakteur bei der internationalen
Nachrichtenagentur Inter Press Service (IPS) mit dem Zuständigkeitsbereich
Kultur im Südlichen Afrika. Gleichzeitige Förderung
als writer-in-residence durch die University of Zimbabwe.
Shadows (dt: Schattenlicht; Übersetzung: Thomas
Brückner. München 1996), Roman. Harare 1991. |
1994
Ende der Förderung als writer-in-residence der University
of Zimbabwe.
Gastprofessur am Clark College in Portland, Oregon, USA.
Shebeen Tales. Messages from Harare[7]
(dt: Stadtgeflüster. Skizzen aus einer afrikanischen Metropole;
Übersetzung: Marion Walter; Vorwort: Peter Ripken. Ffm 1995),
Essays. Harare 1994. |
1995
Gefördert als Gast-Schriftsteller in Yorkshire und von der
Leeds University, Großbritannien[8]. |
1996
Guardians of the Soil. Meeting Zimbabwe’s Elders (dt: Hüter
der Sonne. Begegnungen mit Zimbabwes Ältesten. Übersetzung
u. Fotos: Ilija Trojanow. München: 1996). 1996. Fotos v. Ilija
Trojanow.
Ancestors (dt: Ahnenträume; Übersetzung:
Thomas Brückner. München 1999), Roman. Harare 1999.
Gefördert als Gast-Schriftsteller der Heinrich Böll-Stiftung. |
1998
Rainbows in the Dust, Gedichte. Harare 1998.
Ausgezeichnet mit dem Zweiten Preis des Zimbabwe Literary Award
für den Roman Ancestors. |
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2001
C. H. ist Gast beim XI. Poesie-Festival von Medellin,
Kolumbien.
Ausgezeichnet mit dem Preis der Deutschen Afrikastiftung.
Disputa
(Dispute),
Hove in Medellin
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2002
Nach seiner Kritik an Mugabes Politik sieht sich Hove gezwungen,
seine Heimat Simbabwe
zu verlassen[9].
Das International Parliament of Writers vermittelt ihm
eine vorübergehende Zuflucht in Frankreich. Später
wird er nach Stavanger in Norwegen umziehen, wo er als Gast-Schriftsteller
des Netzwerks International Cities of Refuge Network,
einer Organisation, die sich bedrohter und exilierter Schriftsteller
annimmt, unterstützt wird.
Palaver Finish, Essay. Harare 2002.
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2003
Blind Moon (Blinder Mond) Gedichte. Harare 2003. |
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2004
The Keys of Ramb (Rambs Schlüssel), Kinderbuch. 2004.
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2007-2008
Chenjerai Hove ist derzeit Gaststipendiat des International
Writers Program am Watson Institute For International Studies,
Brown University, Providence, USA.
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| "Chenjerai
Hove ist ein außergewöhnlich humorvoller, geistreicher
und lebenslustiger Mann. Sein Charme weiß stets die Besucher
seiner Lesungen zu betören." - Trjanow/Ripken, in: Afrikanissimo.
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| 1)
"Wir
haben nicht viel unterrichtet", sagt Chenjerai Hove in einem
Interview, "weil es der Höhepunkt des Krieges war und
wir immer in den Bergen waren, um Essen zu bringen oder Nachrichten
von einer Guerilla-Gruppe zur anderen zu überbringen und
solche Sachen". - Vgl. Zimbabwe:
Mugabe Held at Gunpoint. |
| 2)
Im
besagten Interview erzählt Hove, warum er den Lehrerdienst
quittiert hat: Die schwarzen Lehrer verdienten immer noch weit
weniger als die weißen Kollegen und streikten. Gleichzeitig
streikten auch die Krankenschwestern für mehr Lohn. In einem
Fernsehauftritt tat Robert Mugabe diesen Streik mit der Bemerkung
ab, diese Berufsgruppen hätten ja nichts für die Revolution
getan. Während seiner Dienstzeit auf dem Lande habe es einen
Monat gegeben, in dem ihm nur einige Cents seines Gehalts geblieben
waren, weil das Meiste für Schuhe und Kleidung für die
Kämpfer ausgegeben habe. Die Äußerung habe ihn
so geärgert, dass er den Dienst quittiert habe. - Vgl. Zimbabwe:
Mugabe Held at Gunpoint. |
| 3)
Die
Gedicht-Anthologie erschien anlässlich der Unabhängigkeit
Simbabwes verspätet im darauf folgenden Jahr 1981. |
| 4)
Chenjerai
Hove schreibt sowohl in Englisch als auch in Schona, der Sprache
des größten Volkes in Simbabwe. |
| 5)
Die
Gedichte von Hove, schreibt der simbabwische Kritiker Maurice
Vambe, können als "Wellen der Opposition der sich verändernden
Zustände von Ungerechtigkeit" gelesen werden.- Vgl.
"Where is Chenjerai Hove’s Resistance?" v. Maurice
Vambe |
| 6)
Vgl. Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint. |
| 7)
In
Stadtgeflüster, wie die Shebeen Tales in der
deutschen Übersetzung heißen, wird, indem der Autor
auch einen Besuch auf dem Lande beschreibt, der immense Stadt-Land-Widerspruch
in Simbabwe deutlich. |
| 8)
"Als Thatcher, im Versuch die Bergarbeitergewerkschaft zu
schwächen, die Bergwerke schließen ließ, gab
es viel Arbeitslosigkeit", erzählt Hove. "Die Leute
saßen nur so herum und ich versuchte, ihre Fähigkeiten
, Gedichte oder Kurzgeschichten oder Aufsätze und solche
Sachen zu schreiben, zu entwickeln". - Die ungenaue Formulierung
des Autors erweckt den Eindruck, Thatcher hätte die Bergwerke
in den 90er Jahren schließen lassen. Tatsächlich war
sie nur bis 1990 als Premierministerin im Amt. Im großen
Bergarbeiterkampf Mitte der 80er Jahre beschloss ihre Regierung
die Schließungen, die teilweise aber erst zehn Jahre später
realisiert wurden. Den Kern der Aussage betrifft diese Ungenauigkeit
jedoch nicht.- Vgl. Zimbabwe: Mugabe
Held at Gunpoint. |
| 9)
Chenjerai
Hove war damals Kolumnist der Zeitung The [Zimbabwe] Standard.
Als solcher kritisierte er die Mugabe-Regierung anlässlich
der steigenden Gewalt nach den Parlamentswahlen des Jahres 2000.
Einige Leute wie Mugabe, schrieb er, seien so machthungrig, dass
es sie nicht kümmerte, wenn Menschen niedergemetzelt würden.
Die Situation wurde mit den Präsidentschaftswahlen von 2002
verschärft. Hove blieb bei seiner Kritik und wurde von Freunden
in der Sicherheitspolizei gewarnt. Er würde sicher nicht
verhaftet werden, um keine internationale Aufmerksamkeit zu erregen,
aber ein "Unfall" könnte ihm widerfahren. Persönliche
Freunde im Ausland, wie Wole
Soyinka, übten Druck auf ihn aus. Ob er vorhabe,
ein zweiter Ken Saro-Wiwa zu werden. Er müsse das Land verlassen.
Schließlich entschied er sich für diesen Schritt und
rief Wole Soyinka und den amerikan. Schriftsteller Russell Banks
an und erkundigte sich, wohin er sich wenden könne. Sie vermittelten
ihm die Zuflucht über das International Parliament of
Writers.- Vgl. Zimbabwe: Mugabe
Held at Gunpoint. |
Wichtigste
Quellen:
Afrikanissimo, Afrikan. Lesebuch;
Hg.: Ilija Trojanow/Peter Ripken, Wuppertal 1992
LIBRARY OF CONGRESS ONLINE CATALOG
Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint,
Says Exiled Writer, Interview mit Chenjerai Hove v. Charles Cobb,
Jr., auf: allAfrica.com.
vom 7. Mai 2008
Wikipedia als Quelle? Sicher ist bei der Zusammenstellung v.a.
der Bibliografie auch das größte Lexikon der Menschheit
vertreten, aber niemals ohne zumindest einen Quervergleich vorzunehmen
mit den unterschiedlichen nationalen Versionen, in diesem Fall
der englischen und deutschen. Treten wie in diesem Fall Widersprüche
auf, hilft die oben gelistete Online-Ausgabe des Katalogs der
Washingtoner Nationalbibliothek. |
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| Poesie-Festival
von Medellin |
| "Where
is Chenjerai Hove’s Resistance?" v. Maurice Vambe, auf Zimbabwe
Poetry International Web |
| "Macht
nichts, Schwester, das ist unser Zuhause", Auszug aus
Stadtgeflüster. |
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2008 © by Janko Kozmus
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| (noch
nicht aufgenommen) |
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Shimmer Chinodya |
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Tsitsi Dangarembga
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Yvonne Vera |
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The Standard, Herausgeber von The Standard verhaftet,
2008 |
The Standard, Ngugi Wa Mirii stirbt im simbabwischen Exil,
2008 |
The Herald berichtet von der Vergabe des simbabwischen
Verlegerpreises 2007 |
The Standard, 150 Simbabwer suchen Asyl in Botsuana, 2007 |
The Standard, Mordenthüllung an Befreiungshelden in
Buchform angekündigt, 2006 |
The Standard über die Kinderarbeit auf den neuen kommerziellen
Farmen, 2006 |
Chronicle, Über Entschädigungsforderungen zwangsumgesiedelter
Menschen am Lake Kariba, 2005 |
Chronicle, Über den Schwarzmarkthandel in Victoria
Falls, 2005 |
The Herald, Simbabwe, Polizeieinsatz gegen illegalen Wohnungsbau,
2005 |
The Standard über die Folgen der Säuberungskampagne
an den Schulen, 2005 |
The Herald berichtet von einem Mann, der wegen Sodomie
vor Gericht steht, 2005 |
The Herald berichtet über illegales Goldschürfen
in Simbabwe, 2004 |
The Standard, Über Unterernährung in Simbabwe,
2004 |
Die Allgemeine Zeitung aus Namibia über den Ertstlingsroman
der simbabwischen Autorin Alexandra Fuller, 2002 |
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