SOYINKA:
BRICH AUF IN
FRÜHER DÄMMERUNG
|
|
.
|
|
CHRONIK
|
|
2
0 1 0 _4 . Q u a r t a l
|
| |
Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
|
|
von
innen und außen
|
| |
|
|
mit
aktuellen Hinweisen zum Literaturbetrieb |
|
|
Stand:
19.03.11
|
| . |
|
|
|
···············································································
|
| |
|
| 30.
Dezember |
2010 |
100. Geburtstag des 1999 verstorbenen us-amerikanischen Schriftstellers
→
Paul
Bowles. |
| 17.
Dezember |
2010 |
Selbstverbrennung
des Tunesiers Mohamed Bouazizi in Sidi Bouzid.
-
Dieses Ereignis wird in der Folge zum Sturz der tunesischen Führung
unter dem 23 Jahre herrschenden Zine el-Abidine Ben Ali führen
und letztlich zu den Umwälzungen, die unter dem Begriff Arabischer
Frühling zusammengefasst werden werden.
In der Folge werden immer wieder politische Beobachter, Intellektuelle
sowie Schriftsteller Bezug auf dieses Ereignis nehmen, so beispielsweise
der libysche Romancier →
Ibrahim
al-Koni,
der in einem Interview gefragt, ob ihn der Umbruch in der arabischen
Welt zu einem neuen Roman inspiriere, antworten wird:
"Ich bin fasziniert von Mohammed Bouazizi, dem tunesischen
Gemüsehändler, dessen Selbstverbrennung am 17. Dezember
2010 in Sidi Bouzid die Revolution in →
Tunesien
auslöste. Seine Tat war der Funke, der den Flächenbrand
entzündet und letztlich die ganze arabische Welt verändert
hat. Wenn ich über diese Revolutionen, Umwälzungen in
der arabischen Welt schreiben werde, dann gehe ich zu den Wurzeln,
zu den Anfängen. Literatur geht immer an die Wurzeln."
- Vgl. "Herr Bouazizi ist der Christus unserer Zeit";
Interview v. Susanne Schanda; in: DER TAGESSPIEGEL v. 1.03.2011.
Auch der marokkanische Schriftsteller →
Tahar
Ben Jelloun
wird sich in seinem Anfang des Jahres 2011 erschienen Buch Arabischer
Frühling in die Situation von Mohamed Bouazizi
versetzen. |
| |
2010 |
In Kairo wird der libysche Romancier →
Ibrahim
al-Koni
mit dem mit $ 18000 dotierten Arabischen Romanpreis ausgezeichnet,
berichtet auf seiner Webseite der in den Vereinigten Arabischen
Emiraten ansässige Nachrichtensender Al Arabiya. Das Preisgeld
soll Tuareg-Kindern in → Mali
und Niger zugute kommen.
Der Vorsitzende der Jury, der syrische Kritiker Sobhi Hadeedi,
sagte in seiner Begründung: "Koni wurde wegen seiner
Begabung ausgewählt, der Wüste auf menschlichen, natürlichen,
spirituellen und mythologischen Level Leben einzuhauchen".
-
Vgl. Al Arabiya New Channel (www.alarabiya.net) v. 16.12.2010. |
| 22.
November |
2010 |
10 Jahrestag der Ermordung von Carlos Cardoso, einem der prominentesten
Journalisten →
Mosambiks,
der einem Attentat zum Opfer gefallen war. → Siehe
Meldung der mosambikanischen Nachrichtenagentur AIM v. 5.12.2000. |
| |
2010 |
→ Chinua Achebe,
→ nigerianischer
Schriftsteller engl. Sprache, wird 80 Jahre alt. |
| |
2010 |
Sunday Nation, die Sonntagsausgabe der englischsprachigen
Tageszeitung Daily Nation präsentiert online eine
Reihe von Berichten, die zeigen, wie →
Kenia
und das kenianische Volk von seinen afrikanischen Nachbarn wahrgenommen
und gesehen wird. Der erste Bericht kommt von dem kenianischen
Journalisten Wene Owino aus der botsuanischen Hauptstadt
Gaborone und ist überschrieben:
"Was
einem zuerst in den Sinn kommt? Nyama choma*",
Nicht Kenias weltbeste Läuferstars oder die internen politischen
Streitereien, die außergerichtlichen Tötungen und
die hohe Verbrechensrate, sondern die Vorstellung, die sich
in Botsuana von Kenia am längsten halte, besage, dass das
Land von einem sympathischen Volk bewohnt werde.
Nicht einmal die gelegentlich schlechte Presse und die gegenseitigen
Korruptionsvorwürfe von Kenianern und den Bewohnern des
mit Diamantenreichtum gesegneten südafrikanischen Landes
könne diese Vorstellung erschüttern.
→
mehr
dazu · (Sunday
Nation, Kenya,
ÜE:
J.K.)
*ein beliebtes Fleischgericht
Ein weiterer, thematisch angeschlossener Artikel der Sunday Nation
kommt aus →
Ghana.
Francis Kokutse berichtet aus der Hauptstadt Accra, was die
Ghanaer von Kenia und den Kenianern halten. Überschrieben
ist sein Bericht mit:
"Kenianer
ziehen zu schnell die ethnische Karte",
Frage man einen Durchschnittsghanaer nach Kenia, sei die häufigste
Anwort "Safari" oder "Tourismus".
Für andere aber seien die Eindrücke vielfältig,
kein Wunder bei der Entfernung zu Kenia.
Die letzten Wahlen von 2007 blieben das meistdiskutierte Thema
der Ghanaer ...
→
mehr
dazu · (Sunday
Nation, Kenya,
ÜE:
J.K.)
Aus Lagos kommt zum selben Thema folgender Bericht:
"Meine
Schüler haben so viel über das Rift Valley gelernt"
Funke Osae-Brown fasst für Sunday Nation die nigerianischen
Meinungen zusammen, die die Kenianer und ihr Land beleuchten.
Als ersten stellt er den kenianischen Bauingenieur Joseph Mwangi
vor, der sich nie hätte träumen lassen, einmal in
Nigeria zu landen.
→
mehr
dazu · (Sunday
Nation, Kenya,
ÜE:
J.K.)
Aus der ruandischen Hauptstadt Kigali berichtet zum selben Thema
Kezio-Musoke David:
"So
frech, dass sie unsere Gesellschaft irgendwie aufpeppen"
Erst vor einigen Wochen hätten sich über hundert Kenianer
in einem Hotel namens Laico Umubano in Kigali versammelt. Die
Zusammenkunft sei keine gewöhnliche gewesen. Man habe sich
versammelt, um die Verkündung der neuen kenianischen Verfassung
zu feiern.
→
mehr
dazu · (Sunday
Nation, Kenya,
ÜE:
J.K.)
"Sie
tun wenig, um das Image ihres Landes zu fördern"
Mit diesem Zitat überschreibt Badru Mulumba seinen Bericht
für die kenianische Zeitung Sunday Nation, ein
Meinungsbild zu Kenia und den Kenianern aus dem südsudanesischen
Juba. Er fährt fort:
“Schneidig, professionell, smart? Kein Zweifel, im Süden
→ Sudans
gelten Kenianer als all dies.“
→
mehr
dazu · (Sunday
Nation, Kenya,
ÜE:
J.K.)
"Sie
sprechen Suaheli und sagen hakuna matata",
überschreibt der Journalist Yazeed Kamaldien seine in → Südafrika
vorgefundenen Meinungen über Kenia und das kenianische
Volk. Die meisten Durchschnitts-Südafrikaner wüssten
nicht viel über Kenia und solche mit Teilkenntnis über
das ostafrikanische Land hätten über die Mainstream-Medien
negative Eindrücke gewonnen.
→
mehr
dazu · (Sunday
Nation, Kenya,
ÜE:
J.K.)
|
zeit
|
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
| |
2010 |
"Bericht
enthüllt, wie Kenianer die Welt sehen"
Für
die englischsprachige kenianische Tageszeitung The Daily Nation
stellt Jacob Ng’etich einen Report vor, der die Sicht
der Kenianer auf die einzelnen Länder der Welt zum Gegenstand
hat.
Der Untersuchung zufolge glauben Kenianer, ihr Land sei das friedlichste
Land in Ostafrika, „viel friedlicher als →
Tansania“
... →
mehr
dazu · (Daily
Nation, Kenya,
ÜE:
J.K.) |
| 1.
Oktober |
2010 |
50. Jahrestag der Unabhängigkeit →
Nigerias von Großbritannien.
In Ibadan wurde am Unabhängigkeitstag das Soyinka-Drama
A Dance of the Forest (dt: Tanz der Wälder) uraufgeführt.
Regie führte → Wole Soyinka
selbst,
der dieses Stück eigens für die Unabhängigkeitsfeiern
verfasste, jedoch alle Erwartungshaltungen frustrierte, da er
nicht eine romantisierte, präkoloniale Ära offerierte,
sondern auch diese als einen fortwährende Verkettung von
Unterdrückung und Herrschaft entlarvte. |
| . |
. |
|
| . |
. |
Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
| . |
. |
Quellen
|
| . |
. |
Sach-
und Personenregister |
| |
|
···············································································
|
|
|
|