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A CERTAIN WOMAN
(englischspr. Ausgabe)
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Quelle:
Arab News (englischspr. saudische Tageszeitung (Arab News)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
27. Mai 2004
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Saudi-Arabien ·  
Die saudi-arabische Tageszeitung Arab News stellt in einer Kritik von Lisa Kaaki den Roman Eine selbstbewusste Frau (A Certain Woman) der Autorin Hala El Badry vor, der kürzlich ins Englische übersetzt worden ist. Der Roman einer Frau, so die Autorin, deren Selbstverwirklichung von selbst erschaffenen Tabus behindert wird, die aber "zur selben Zeit die Grenzen von Liebe und Begehren erforscht".
Der im Jahr 2001 im arabischen Original erschienene Roman wurde nicht nur von der weiblichen Leserschaft gut aufgenommen, sondern auch von der männlichen und weiblichen Kritik. Das Buch wurde auf der Internationalen Buchmesse von Kairo ("Cairo International Book Fair") als bester Roman des Jahres 2001 ausgezeichnet.
Bei einer kürzlichen Konferenz in Kairo mit dem Titel Frauen und Medien, so Lisa Kaaki, habe die Majorität die ägyptischen Medien für ihr Festhalten an Vorurteilen gegen Frauen kritisiert. Said Darwish, Leiter der Internews Agency, habe bestätigt, dass die bedeutendsten Frauenmagazine in  Ägypten niemals Frauenrechte oder die Rolle der Frau in der Gesellschaft berührten.
Anschließend kommt Lisa Baaki auf die Person El Badry zu sprechen, die mit einer erfrischenden Unerschrockenheit restriktive Sozialformen analysiere und die komplizierte Vielschichtigkeit unterstreiche, die den menschlichen Beziehungen zugrunde liegt. "Ich wollte etwas über Liebe schreiben. Warum? Ich weiß es nicht wirklich. Ich fragte mich selbst, was könnte ich produzieren nachdem, was schon alles über Liebe geschrieben worden ist. Ich entschloss mich über die Liebe im gegenwärtigen Ägypten zu schreiben. Ich versuchte zu diskutieren, was geschieht, wenn eine Person sich verliebt."
Zur Veranschaulichung wird eine weibliche Figur des Romans dazu zitiert: "Je sicherer ich mir meiner Gefühle wurde, desto inniger verband ich mich mit ihm. Ich hörte auf die Zellen seiner Seele im Rhythmus des Ungesprochenen, in den Worten des Buches und ich entdeckte, dass er in seiner Abwesenheit zugegen war in der Tiefe meines Herzens."
In der Folge zitiert die Autorin El Badry, die zur Aufnahme ihres Buches sagt: "Die Reaktion junger Frauen auf mein Buch speziell hier in Ägypten war unglaublich. Sie ermutigten mich in dieser Richtung weiterzuschreiben. Sehr oft, wenn ich eingeladen bin, um über mein Buch zu sprechen, werde ich gefragt, warum Männer nach der Heirat so negativ werden und warum sie sich so wenig um die Gefühle ihrer Ehefrauen kümmerten."
Trotz der vielen Täuschungen und Betrügereien in dieser Liebesgeschichte, so Lisa Kaaki, durchdringe ein allgemein vorherrschender Sinn der Freude den Roman. El Badry selbst würde gestehen, dass sie das Leben genieße und daran glaube, dass jeder Moment ein Geschenk sei. In der Einleitung gesteht sie, "dass ein Autor jedem seiner Helden einen Teil seiner Seele mitgibt."
  Obwohl der Leser zu dem Gefühl verleitet wird, dass der Autor Nahid, der Hauptperson, nahe steht, beeilt sich El Badry zu sagen, alle Charaktere hätten etwas von ihr selbst mitbekommen: "Ich habe Omar meine politische Meinung gegeben, Maggy teilte meine Kindheit in Alexandria, und ich teile mit Nahid meine Denkweise. Manchmal kann ich nicht mit meinen Entscheidungen zu Rande kommen. Ich möchte etwas, aber ich kann es nicht erreichen wegen persönlicher oder professioneller Gründe genauso gut wie aus familiären Verpflichtungen."
El Badry tastet die intimsten Gedanken der Menschen ab; Wahrnehmungen Gefühle und vorgefasste Vorstellungen und zeigt wie all diese Gedanken Barrieren errichten, "die die Menschen zwingen ein Leben im Grenzbereich zu führen". Die Frustrationen, denen die Charaktere im Roman begegnen seien nicht nur persönlicher Natur. Omar, der Journalist, kann nicht alles, was er weiß, publizieren, so übersetzt er den Artikel eines britischen Journalisten, welcher ihn in die Lage versetzt, die Information zu enthüllen, über die er nicht schreiben konnte.
Eine selbstbewusste Frau hat die Aufmerksamkeit der Kritik auch wegen seiner ganz spezifischen Form erregt. Jedes Kapitel, schreibt Lisa Kaaki, sei eine in sich abgeschlossene Kurzgeschichte. Der Leser müsse die Kapitel nicht in der herkömmlichen Weise lesen. El Badry sagt: "In jedem Roman ändere ich den Stil. Ich konstruierte diese Geschichte in anderer Weise. Der Roman besitzt weder ein Zentrum noch ein wirkliches Ende. Jeder kann das Buch öffnen, wo er möchte und ein beliebiges Kapitel lesen und dennoch das Wesentliche der Geschichte begreifen. In jedem meiner Romane versuche ich den Leser zu überraschen, meine Botschaft jedoch bleibt dieselbe. Ich möchte den Menschen helfen, sich selbst zu verstehen. Ich möchte, dass sie ihre Freiheit schätzen, ihre Rechte und ihre Menschlichkeit."
El Badry ist derzeit stellvertretende Chefredakteurin eines Radio- und Fernsehmagazins Ägyptens. Sie ist dankbar, dass ihre Arbeit sie nicht vom Schreiben abgehalten hat, aber sie ist sich dessen sehr bewusst, dass es eine fast unlösbare Aufgabe ist, in der arabischen Welt vom eigenen Schreiben zu leben: "Ich habe zehn Bücher veröffentlicht, aber meine Hauptverdienst stammt von meiner Arbeit." Sie ist dankbar, dass ihr gegenwärtiger Job als Journalistin sie zu schreiben zwingt und gesteht ohne Scham, dass das Schreiben ihre Obsession sei. "Ich kann nicht aufhören zu schreiben! Ich würde verrückte werden, wenn ich zu schreiben aufhörte. Ich kann mir nicht vorstellen zu leben, ohne zu schreiben. Schreiben ist mir vollkommenes Vergnügen. Es ist ebenso ein Akt der Freiheit."
Wie viele Autoren arbeite sie nachts und am frühen Morgen: "Ich mag die Nacht, weil sie mir etwas gibt, was ich tagsüber nicht bekommen kann. In der Nacht bin ich freier. Ich fühle die Tagesstunden als eine Bürde auf meinen Schultern." Sie schreibe in altmodischer Form, mit einem Füller in einem von Musik erfüllten Raum. Ihre intensive Liebe zu Musik tritt unverhohlen in ihrem Roman hervor, als die Hauptfigur erklärt, "Musik ... war in der Lage sich in mein Herz zu stehlen und es zu verschließen und mich im Mysterium des Universums zu ertränken."
(Arab News, ÜE: J.K.)
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