DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2018)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Jahreschroniken: 1951-1960

Stand: 21.02.17

 

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1951
In der tunesischen Stadt Kairouan, die im Maghreb nach Mekka, Medina und Jerusalem als vierte heilige Stadt des Islam gilt, wird der künftige Schriftsteller arabischer Sprache Habib Selmi geboren.
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21. März
1951
In Oran, Algerien, wird Mohamed Benmebkhout, der sich später als kritischer Journalist und Autor Hamid Skif einen Namen machen wird, geboren.
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13. August
1951
In Jerusalem wird die künftige palästinensische Dichterin Hanan Awwad geboren.
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14. Oktober
1951
Im Hospital von Edenvale, in der südafrikanischen Provinz Gauteng, stirbt im frühen Alter von 46 Jahren der südafrikanische Schriftsteller Herman Charles Bosman.
Bosman erlangte v.a. mit seinen in Englisch geschriebenen Kurzgeschichten große Anerkennung.
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22. November
1951
In Niamey, der späteren Hauptstadt des unabhängigen Niger, wird der künftige Schriftsteller  Adamou Idé** geboren.
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25. Februar
1952
In dem etwa 35 km südlich von Malis Hauptstadt Bamako gelegenen Ort Baguinda wird die spätere Dichterin, Kinderbuchautorin und Politikerin Bernadette Sanou Dao geboren. Im Alter von elf Jahren wird die Familie mit der Tochter in ihr Herkunftsland Burkina Faso zurückkehren.
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4. Juni
1952
Der spätere simbabwische Schriftsteller   Dambudzo Marechera wird im rhodesischen Salisbury [heute Harare/ Simbabwe] geboren.
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25. Juni
1952
In dem Ort Arusha am Fuße des Kilimanjaro - Treuhandgebiet der UNO unter britischer Verwaltung [heute: Tansania] - wird Tololwa Marti Mollel geboren. Es ist eine Zeit, in der die orale Erzähltradition noch sehr lebendig ist. Mollel wird die Geschichten, die ihm u.a. von seinem Großvater erzählt werden, später als Autor in seine Kinderbücher einfließen lassen.
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1. Juli
1952
In Curepipe, Mauritius, wird der künftige Musiker, Liedtexter und Romancier Bertrand de Robillard geboren.
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30. Oktober
1952
In Lubango, in der südangolanischen Provinz Huíla, wird die künftige Historikerin und Dichterin portugiesischer Sprache Ana Paula Tavares geboren.
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1953
Mit Cuando los combes luchaban - Novela de costumbres de la Guinea Española (Als die Combé kämpften - Roman über die Bräuche von Äquatorialguinea) von Leoncio Evita Enoy erscheint der erste Roman Äquatorialguineas.
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13. April
1953
Als Tochter des algerischen Revolutionsführers Mohammed Chérif wird in Constantine die künftige Schriftstellerin Ahlam (auch: Ahlem) Mosteghanemi geboren.
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1954
In Abidjan wird die künftige ivorische Philosophieprofessorin, Dichterin und Schriftstellerin Tanella Suzannne Boni geboren.
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1954
Im Nonkon [heute: Mali] wird der künftige Schriftsteller Mandé-Alpha Diarra geboren.
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1. Januar
1954
In der südirakischen Stadt Amarah wird der spätere Schriftsteller Hussain Al-Mozany geboren.
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11. Januar
1954
In Oulkhou (Ighil Ibahriyen), in der Großen Kabylei, Algerien, wird der spätere Journalist und Schriftsteller Tahar Djaout geboren.
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29. April
1954
In Port-Gentil, in der französischen Kolonie Äquatorialafrika [heute: Gabun] wird die spätere Schriftstellerin  Angèle Rawiri geboren.
Ihr Vater ist der Politiker und Schriftsteller Georges Rawiri, die Mutter ist als Lehrerin tätig.
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6. November
1954
Im Alter von 63 Jahren stirbt in Souillac der mauritische Dichter frz. Sprache Robert Edward-Hart.
Der ehemalige Journalist und Bibliothekar gilt als einer der größten Dichter der Insel, hat gleichwohl fünf Romane verfasst.
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1955
In Paris wird die künftige ivorische Schriftstellerin  Véronique Tadjo geboren.
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1955
In Ouagadougou wird der künftige burkinische Dichter und Schriftsteller Jacques Prosper Bazié geboren.
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10. Januar
1955
Zwei Monate nach dem Beginn des offenen bewaffneten Unabhängigkeitskampfes der Nationalen Befreiungsfront (Front de Liberation Nationale, FLN) ) am 1. Nov. 1954 wird  Yasmina Khadra, späterer Offizier der algerischen Armee und Schriftsteller frz. Sprache, unter dem Namen Mohammed Moulessehoul in Kenadza, Algerien, geboren.
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10. April
1955
Joseph Diescho, der spätere namibische Schriftsteller und Polit-Analytiker, wird geboren.
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12. April
1955
Im Alter von 63 Jahren stirbt der ägyptische Dichter Ahmed Seki Abu Schadi in Washington (D.C).
Der ausgebildete Mediziner verfasste zwischen 1910 und 1948 mehrere Diwane mit unterschiedlichen Themen. 1932 begründete er die Apollo-Gesellschaft, der bedeutende ägypt. Dichter angehörten. 1946 wanderte er in die USA aus.
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5. Juli
1955
Im mosambikanischen Beira wird António Emílio Leite Couto als zweiter von drei Söhnen geboren. Seine Eltern - Maria de Jesus und Fernando Leite Couto - sind aus Portugal eingewandert; der Vater ist Bahnangestellter, Journalist und Dichter. Als zukünftiger Dichter und Schriftsteller wird der Sohn den Spitznamen aus seiner Kindheit übernehmen: "Mia" Couto.
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30. August
1955
In dem Dorf de Ripailles, Mauritius, wird der künftige Dichter und Schriftsteller Vinod Rughoonundun geboren.
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15. September
1955
In Benins Hauptstadt Porto-Novo wird die spätere Schriftstellerin Adelaïde Fassinou geboren.
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10. November
1955
In Katiola, in der Region Vallée du Bandama, Côte d'Ivoire, wird der künftige Schriftsteller Camara Nangala geboren.
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zeit
los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:

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9. Februar
1956
Der künftige simbabwische Dichter, Essayist und Romancier Chenjerai Hove wird in dem Dorf Mazvihwa geboren.
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17. Mai
1956
In Abengourou, Côte d'Ivoire, wird der künftige Dramatiker und Romancier Koffi Kwahulé geboren.
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22. Juni
1956
Ann Therese Ndong-Jatta, spätere Dichterin und Bildungsministerin Gambias, wird geboren.
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26. Juni
1956
Im nordghanaischen Tamale wird die spätere Schriftstellerin  Amma Darko geboren.
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14. August
1956
In Port-Louis, Mauritius, wird der zukünftige Dichter Khal Torabully geboren.
Im Alter von 20 Jahren wird er nach Frankreich emigrieren, um in Lyon Vergleichende Literaturwissenschaften zu studieren. Neben der Dichtkunst wird er sich mit dem Film beschäftigen: Seine Dokumentation Malcolm le tailleur de visions (2000) wird als Anlass für eine Wiederannäherung an das Werk von
 Malcolm de Chazal angesehen werden.
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19. - 22. September
1956
Erster Congrès des écrivains et artistes noirs
Im Hörsaal Amphithéâtre der Pariser Sorbonne findet der erste "Kongress schwarzer Schriftsteller und Künstler" statt. Organisatorin war die 1947 begründete Zeitschrift
→ Présence africaine. Teilnehmer sind u.a. Aimé Césaire, Richard Wright, → Amadou Hampâté Bâ, James Baldwin, Joséphine Baker sowie zahlreiche Pariser Studenten afrikanischer Herkunft.
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8. Dezember
1956
Im Alter von 68 Jahren stirbt in Kairo der ägyptische Politiker und Schriftsteller Muhammad Husayn Haykal (auch: Mohammed Husain (Hussein) Haikal).
Sein 1914 veröffentlichtes Werk Zainab gilt als der erste Roman der modernen arabischen Schriftsprache; das Buch wurde u.a. ins Deutsche übertragen.
Haykal studierte Jura und promovierte 1912 an der Pariser Sorbonne. Nach der Rückkehr in seine Heimat arbeitete er zehn Jahre als Anwalt. 1922 wird er Gründungsmitglied der Liberal-Konstitutionellen Partei und Chefredakteur des Parteiorgans As Sijasa. In den Jahren 1937-1944 mehrmaliger Bildungsminister. Seine Skepsis dem westlichen Modell gegenüber führte zur Rückbesinnung auf den Islam; diese fand ihren Ausdruck auch im Verfassen einer Biographie über das Leben des Propheten Mohammed in den 30er Jahren.
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1957
In Bamako [heute: Mali] wird die künftige Schriftstellerin  Aïcha Fofana geboren.
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1957
In Sèguè, in der malischen Region Mopti, wird der spätere Schriftsteller Boubacar Belco Diallo geboren.
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21. März
1957
Ein Jahr nach der Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich wird im Gouvernat Mahdia, in dem Ort Ksour Essef, der spätere Lyriker und Schriftsteller  Youssef Rzouga geboren.
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23. März
1957
In Trois-Boutiques, Mauritius, wird die künftige Schriftstellerin Ananda Devi geboren.
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30. März
1957
Die spätere Diplomatin und Schriftstellerin Marie-Christine Koundja wird in dem tschadischen Ort Iriba geboren.
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27. April
1957
chrAbs Im britischen Protektorat Betschuanaland (heute: Botsuana) wird der künftige Dichter, Dramaturg, Akademiker und Journalist Barolong Seboni geboren.
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26. Mai
1957

Als Sohn des ägyptischen Anwalts und Schriftstellers Abbas al Aswani wird Alaa geboren, der später ebenfalls als Schriftsteller Anerkennung finden wird.

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26. Mai
1957

  Algerien: Nationale Geschichte in literarischer Verarbeitung
In Paris wird beim Verlassen des Fußballstadions Colombes Ali Chekkal, der Vizepräsident der Assemblée algérienne, ermordet. Der Mörder, Mohamed Sadok, wird, nachdem er dem Politiker in den Rücken geschossen hat, von Umstehenden fast skalpiert, als diese ihn an den Haaren auf den Boden zerren. Nachdem Ali Chekkal im Februar dafür plädiert hatte, die "Algerienfrage" vor die UN-Vollversammlung zu bringen, zirkulierte ein Papier der algerischen Nationalen Befreiungsfront (FLN) mit dem Todesurteil gegen ihn. Der 27-jährige Sadok gab der Polizei gegenüber jedoch an, er hätte keine politischen Verbindungen, er übernehme selbst die Verantwortung für seine Tat, er habe Ali Chekkal gewählt, weil dieser der letzte moslemische Freund Frankreichs war.

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DER POKALSIEGER
Rachid Boudjedra
Jahrzehnte später wird dem algerischen Schriftsteller Rachid Boudjedra der authentische Fall als Grundlage für seinen letzten in Französisch geschriebenen Roman Le Vainqueur de coupe (Paris 1981; dt: Der Pokalsieger. Zürich 1989) dienen. "Vor dem Hintergrund des Fußballpokalendspiels Toulouse - Angers, das in Form eingeblendeter Originaltexte geschildert wird - auf der Höhe des Algerienkonfliktes spielten pikanterweise zwei brillante algerische Spieler für Toulouse-, entwickelt sich kaleidoskopartig die Gedankenwelt des Attentäters und Protagonisten Mohmed Sadok. Komplex und polyperspektiv ist auch (hier) die Erzählstruktur: Tathergang und anschließende Gerichtsverhandlung (...) werden objektiv geschildert, gleichzeitig ersteht jedoch in einer Innenschau des Protagonisten (...) ein Panorama scheinbar 'erlebter' Geschichte, die in ihrer Komplexität den subjektiven Erfahrungshorizont Mohamed Sadoks und die kollektive Misere Algeriens in Form paradox anmutender Einzelschicksale widerspiegelt." ****
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31. Dezember
1957
In der Silvesternacht wird Henry Nxumalo, Mitbegründer des südafrikanischen Drum magazine von Unbekannten ermordet.
Zuletzt recherchierte er zu einer Abtreibungspraxis, die von einem bekannten Arzt betrieben wurde.
Henry „Mr. Drum“ Nxumalo wurde der Begründer und zum Starreporter avancierte Journalist auch genannt. Um das menschenverachtende Apartheidregime zu entlarven, heuerte er u.a. auf einer Burenfarm an oder ließ sich in das berüchtigte Johannesburger Zentralgefängnis "Nr. 4" werfen.
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5. März
1958
Im gambischen Serekunda, unweit der Hauptstadt Bathurst (heute: Banjul) wird der künftige Dichter, Erzähler, Biograf und Ökonom → Tijan M(omadou) Sallah geboren; sein Vater der Imam der örtlichen Moschee.
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14. April
1958
Kateb Yacine zur Entfremdung im Zusammenhang mit französischer Sprache und Geschichte
In einem Interview, das Kateb Yacine für Témoignage Chrétien [Christliches Zeugnis] gibt, äußert er: "Algerier meiner Generation waren hin- und hergerissen zwischen dem, was sie waren und dem, was sie lernten. Ich entdeckte, dass mich das, was ich während des Tages lernte, von meinem familiären Hintergrund isolierte. Ich wurde ein Eindringling, fast ein Feind. Meine Leute nahmen die Sprache der Eroberer von meinen Lippen wahr." - Hintergrund dieser Aussage ist die Entfremdung, die mit dem Studium der französischen Sprache und Geschichte einherging. Yacine verzweifelte fast daran und beklagte die Umstände, durch die er sich dazu gezwungen sah. Insbesondere die Entfremdung zur Mutter, die keine Französisch sprach, sorgte ihn.
· (Vgl. Salhi, Francophone Voices a.a.O. S.46 · ÜEK: J.K.)
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4. August
1958
Der 1889 in Kairo geborene Salama Moussa, ägyptischer Journalist und Schriftsteller, stirbt nach schwerer Krankheit.
Bekannt geworden ist der koptische Christ in seiner Heimat durch seinerzeit provokante Schriften über beispielsweise die Evolutionstheorie oder die Rolle der Frau (Die Frau ist nicht das Spielzeug des Mannes, 1956), v.a. aber auch als Mentor von
 Nagib Machfus.
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24. Oktober
1958
In Durban, in der [damaligen] südafrikanischen Provinz Natal wird die zukünftige Schriftstellerin, Geschichtenerzählerin und Schauspielerin Gcina Mhlophe geboren; ihre Mutter ist Xhosa, ihr Vater Zulu.  
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1959

In Marrakesch wird der spätere marokkanische Maler und Schriftsteller Mahi Binebine geboren.

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14. Februar
1959

In Mutoko, im östlichen Rhodesien [heute Simbabwe] wird die spätere Schriftstellerin  Tsitsi Dangarembga geboren; die Mutter Susan ist die erste Frau in der Funktion eines Public Service Commissioners in der Mugabe-Regierung, der Vater ist Direktor des Harare Konferenzzentrums.

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21. Februar
1959
Uraufführung des Soyinka-Dramas The Lion and the Jewel (dt: Der Löwe und die Perle) am Art Theatre Ibadan, Nigeria; Regie: Geoffrey Axworthy.
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15. März
1959
In der westnigerianischen Stadt Minna wird der spätere Schriftsteller  Ben Okri geboren.
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23. April
1959
Ca. sieben Jahre vor der Unabhängigkeit als  Botsuana wird Justice Unity Dow im Noch-Protektorat Betschuanaland geboren; sie wird später als erste weibliche Bundesrichterin des Landes und unter der Namenskurzform Unity Dow als Schriftstellerin Bekanntheit erlangen.
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17. Dezember
1959
Der im Pretoria-Township Marabastad geborene südafrikanische Pädagoge und Schriftsteller Ezekiel Mphahlele (auch: Es'kia Mphahlele) wird 40 Jahre alt.
Seit zwei Jahren lebt das ANC-Mitglied, dem von der Apartheid-Regierung  Südafrikas die Lehrerlaubnis entzogen worden war und das u.a. auch für das DRUM-Magazine arbeitete, im nigerianischen Exil. Mphahleles in diesem Jahr veröffentlichte Autobiographie Down Second Avenue wird zu einem Klassiker südafrikanischer Literatur werden. Seine Erstveröffentlichung, die Kurzgeschichtensammlung Man Must Live aus dem Jahre 1947 wurde 1951 von der Regierung gebannt.
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19. Januar
1960
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LEGSON KAYIRA
I WILL TRY
in engl. Sprache
Legson Kayira erreicht Kampala - nach ca. tausend Meilen zufuß!
Fünfzehn Monate zuvor hat der von Missionaren ausgebildete Sohn einfacher Eltern sein Heimatdorf in Nyasaland [heute:
Malawi] verlassen, mit Essen für fünf Tage, zwei Büchern, der Bibel und Pilgrim's Progress von John Bunyan, einer Decke, einer kleinen Axt zur Verteidigung und dem Wunsch, Kairo zu erreichen, um von dort ein Schiff zu nehmen, das ihn ins ersehnte Amerika tragen würde.
Die nächsten sechs Monate würde er in
Ugandas Hauptstadt Kampala bleiben, alle möglichen Jobs machen und jeden freien Moment in Bibliotheken verbringen. Bei einem dieser Aufenthalte würde er ein Verzeichnis amerikanischer Colleges samt Bildern entdecken. Eines davon würde ihn mit seiner Lage an seinen bergigen Heimatort erinnern. Er würde das College anschreiben und um Aufnahme bitten und eine schriftliche Zusage samt einem Versprechen für ein Stipendium erhalten. Ohne zu wissen, wie er die Überfahrt nach Amerika bezahlen sollte, würde er sich erneut auf den Weg begeben - mit dem letzten verdienten Geld würde er sich Schuhe gekauft haben, um nicht barfuß im College anzukommen. (Vgl. Cynthia Kersey***, Fortsetzung der Odysee siehe hier!)
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26. Februar
1960
Marokko: Persönliche und literarische Verarbeitung einer nationalen Katastrophe
12.000 Menschen kommen dabei um.
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AGADIR
M. Khaïr-Eddine
Ein Jahr später wird der zwanzigjährige  Mohammed Khaïr-Eddine sein Studium aufgeben und sich für zwei Jahre in der Stadt niederlassen, um im Auftrag der Regierung beim Wiederaufbau mitzuarbeiten. Seine Erfahrungen in den Zuständigkeiten für soziale Sicherheit und Betreuung der Überlebenden werden in den fünf Jahre später veröffentlichten Roman Agadir mit einfließen. Gleichzeitig wird Khaïr-Eddine von den konkreten Gegebenheiten abstrahieren und eine Parabel erschaffen, in der "die zerstörte Stadt für die Probleme im nachkolonialen  Marokko" stehen wird. "Der namenlose Erzähler findet in einer kafkaesken Atmosphäre Stapel von Anträgen betroffener Anwohner auf Entschädigung vor. Seine Träume und Erinnerungen verfließen mit den Berichten von Überlebenden, die in den Trümmern nach Resten ihrer Existenz suchen. Leitmotivisch ist die Suche nach Identität." ****
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21. März
1960

Das sog. Sharpeville-Massaker in  Südafrika, bei dem Dutzende von (schwarzen) Demonstranten gegen die Pass-Gesetze der Apartheid-Regierung getötet werden, leitet beim Philologen und (angehenden) Schriftsteller  André Brink eine Abkehr vom Gedankengut des Afrikaaner-Nationalismus ein, gleichzeitig verstärktes Eintreten für die afrikaanse (Schrift-)Sprache.

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21. Juli
1960
Der im vergangenen Jahr wegen seines Eintretens für die algerische Befreiungsbewegung aus seiner Heimat ausgewiesene Schriftsteller frz. Sprache Mohammed Dib wird 40 Jahre alt.
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7. August
1960
Unmittelbar vor Côte d'Ivoires Unabhängigkeit von Frankreich erscheint in Paris Aké Lobas Roman Kocumbo, l'étudiant noir (dt: Kocoumbo Ein schwarzer Student in Paris. Zürich 1961), der im nächsten Jahr mit dem erstmalig vergebenen Le Grand prix littéraire d'Afrique noire ausgezeichnet werden wird.
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27. September
1960
In Trou-d’Eau-Douce, Mauritius, wird der künftige Schriftsteller Barlen Pyamootoo geboren.
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1. Oktober
1960
Uraufführung des Soyinka-Dramas A Dance of the Forest
Am Tag der Unabhängigkeit Nigerias von Großbritannien wird das Soyinka-Drama A Dance of the Forest (dt: Tanz der Wälder) in Ibadan uraufgeführt. Regie führt
Wole Soyinka  selbst, der dieses Stück eigens für die Unabhängigkeitsfeiern verfasste, jedoch alle Erwartungshaltungen frustriert, da er nicht eine romantisierte, präkoloniale Ära offeriert, sondern auch diese als eine fortwährende Verkettung von Unterdrückung und Herrschaft entlarvt.
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Dezember
1960
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LEGSON KAYIRA
I WILL TRY
in engl. Sprache
Legson Kayira erreicht Khartoum!
Ein halbes Jahr nach Abreise von Kampala und mehr als zwei Jahre nach Abreise aus der Heimat in Nyasaland [heute:
 Malawi] erreicht Legson Kayira erschöpft und ohne Geld die sudanesische Hauptstadt, die 1650 Meilen entfernte Hauptstadt Sudans. Inzwischen hat sich in Mount Vernon (Washington), ausgehend vom Skagit Valley College, für das der künftige Professor für Politische Wissenschaften und Schriftsteller ein Stipendium erhalten hatte, die Geschichte seines unglaublichen Marsches herumgesprochen, und die Collegeschüler sowie Ortseinwohner spendeten $ 650. Die Summe wird dem inzwischen 20-jährigen Legson nach Khartoum geschickt. Mit dem Geld wird er seinen Weg nach Kairo fortsetzen, insgesamt ca. 3000 Meilen zurückgelegt haben und seine Passage nach Amerika antreten. (Vgl. Cynthia Kersey***)
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13. Dezember
1960
Der spätere Schriftsteller und Dichter  José Eduardo Agualusa wird in Huambo, Angola, geboren.
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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
** "Adamou" ist der Familienname des Autors, in seiner Muttersprache Songhai-Zarma wird dieser vorangestellt.

*** Kayira selbst erzählt diese Geschichte detailreich in seiner 1965 erschienenen Autobiografie I will try. Nacherzählt wird sie von Cynthia Kersey in Unstoppable: 45 Powerful Stories of Perseverance and Triumph from People Just Like You; in komprimierter Form kursiert sie im Internet, z. B. unter http://www.thefamily.org/ (in engl. Sprache).
****Irmgard Scharold: Rachid Boudjedra, in: Kritisches Lexikon der fremdsprachigen Gegenwartsliteratur (KLfG)

***** Heiler, Susanne: Der maghrebinische Roman, S. 146.

ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen Übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©
ÜFK: J.K. --> Aus dem Französischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©

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Quellen:

.. . Sach- und Personenregister
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